Einträge aus Lebenshaus Schwäbische Alb, die getaggt sind mit 'Israelische und Jüdische Stimmen zum Nahostkonflikt'

Uri Avnery, du fehlst uns!

Der Schriftsteller, Knessetabgeordnete und Friedensaktivist Uri Avnery starb am 20. August vor einem Jahr. Was hätte er wohl zur gegenwärtigen Situation, zu Netanyahu und zu den Wahlen gesagt? Eines ist sicher: Seine Kommentare wären originell und interessant, wie sie es...

Ein neues Gespenst geht um in Deutschland

"Der neu-deutsche Antisemit" heißt ein kürzlich in Deutschland erschienenes Buch. Sein Autor Arye Sharuz Shalicar ist jetzt unterwegs, um für sein Werk in ganz Deutschland zu werben. Die Reise wird von der Bundesregierung finanziert, genauer gesagt von ihrem Beauftragten für...

Antisemitismusbeauftragte fördern Antisemitismus

Es wird heutzutage viel Unsinn über Antisemitismus geredet, nicht zuletzt vom Antisemitismusbeauftragten der Bunderegierung, der sich nicht entblödet, die Mitglieder der "Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost" in die Nähe des Antisemitismus zu rücken. Der Artikel von Rolf Verleger...

Deutschland düpiert den Kampf gegen den Antisemitismus

Wir bedauern, das sagen zu müssen. Doch der Bundestag hat mit seinem Beschluss vom 17. Mai  seine Pflicht düpiert, den Antisemitismus in einer prinzipiellen und aufrichtigen Art zu bekämpfen. Es hat seine liberalen und demokratischen Werte betrogen und ebenso seine...

Israel spricht von Sieg nach Deutschlands BDS-Verbot, das den Holocaust kleiner macht

Der Bundestag hat die Boykottaufrufe einer Organisation gegen die Besatzung mit jenen gleichgesetzt, die man in den 1930er Jahren in Deutschland gehört hat. Dieser Schritt ist für die israelische Regierung ein gelungener Coup - und macht den Nazi-Antisemitismus kleiner. Von...

Eine jüdisch-israelische Antisemitin?

Der Bundestagsbeschluss vom 17. Mai zur Ächtung von Boykotten gegen Israel macht die israelische Friedensbewegung wütend. Haaretz ist die einzige israelische Tageszeitung - mit nur kleiner Auflage in Israel -, in der die Friedensbewegung zu Wort kommt. Am 24. Mai...

Jeff Halpers bitteres Resümee

Jeff Halper, geboren 1946 in Minnesota (USA), wanderte 1973 nach Israel aus. 1998 gründete er dort ICAHD, das Israelische Komitee gegen Hausabrisse (Israeli Committee Against House Demolitions). Er ist eine der profiliertesten, scharfsinnigsten jüdischen Stimmen aus Israel gegen den jüdischen...

Israel: eine Villa im Dschungel

Israel kritisieren? Das ist ein Muss, findet der israelische Journalist Michel Warschawski - und zwar im Interesse seiner Enkel. Von Felix Schneider....

70 Jahre Grundgesetz: Für das freie Wort zu Israel und Palästina

In einem offenen Brief anlässlich von 70 Jahren Grundgesetz an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages warnen Friedens- und Menschenrechtsorganisationen vor der Gefährdung des Rechts auf Meinungsfreiheit. Sie beobachten, wie im Bereich Israel/Palästina zunehmend das Recht, sich frei zu äußern, auch...

Verdinglichter Fetisch

In den Kommentaren zur Verurteilung der Kampagne "Boycott, Divestment and Sanctions" (BDS) durch den Bundestag wurde hervorgehoben, dass sich die Linkspartei bei der Abstimmung enthalten habe, unter anderem weil eine "pauschale Kriminalisierung und Sanktionierung" von BDS-Unterstützern "problematisch" sei. Mithin könnten...

Deutschland, Schande über dich und deinen Anti-BDS-Beschluss!

Deutschland hat eben die Gerechtigkeit kriminalisiert. Eine Mischung aus gerechtfertigten Schuldgefühlen, die durch zynische und manipulative israelische Erpressung inszeniert und in ekelhafte Extreme getrieben wurden, veranlasste den Bundestag am Freitag, eine der empörendsten und bizarrsten Resolutionen seit dem Ende des...

Betr.: Aufstand der Anständigen: 2.000 Unterschriften gegen Anti-BDS-Beschluss

Die Fraktionen der CDU/CSU, SPD, FDP und GRÜNE wollen am 17.05.2019 im Bundestag einen gemeinsam eingebrachten Anti-BDS-Antrag beschließen. Als die Pläne der FDP-Fraktion zu einem Anti-BDS-Beschluss vor drei Wochen öffentlich bekannt wurden, wurde die Petition "Wir sagen der FDP: Einsatz...

Aufruf von Jüdischen und Israelischen Wissenschaftler an Deutsche Parteien: "BDS" nicht gleich antisemitisch

Die Fraktionen der CDU/CSU, SPD, FDP und GRÜNE wollen bereits diesen Freitag (17.05.2019) im Bundestag einen gemeinsam eingebrachten Anti-BDS-Antrag beschließen. Dieser hat es in sich. Deshalb warnen mehr als 60 jüdische und israelische Wissenschaftler in einem gemeinsamen Aufruf mit scharfen...

Die AfD-FDP-Koalition

Sich in Deutschland für die Rechte der Palästinenser einzusetzen, wird immer schwieriger. Nun hat die FDP-Fraktion im Bundestag einen Antrag eingebracht, der diese Einschränkungen offiziell absegnen soll. Warum gerade die FDP? Der Artikel versucht eine Erklärung. Und empfiehlt den Protest...

Gesetzentwurf: Politische Alternativen zuerst

Diese zum Frieden gebotene Hand - wie die Gründer Israels es ausgedrückt haben - und dazu das ständige Streben nach Frieden können als die Quelle verstanden werden, aus der die israelische Nation Stärke und Stabilität schöpfen soll. Bereitschaft zum Frieden...

Der allgegenwärtige Antisemit

Mit Demagogie und Stigmatisierungen wollen die Eliten den Diskurs beherrschen und die öffentliche Meinung kontrollieren. Jens Lehrich und Florian Ernst Kirner im Gespräch mit Moshe Zuckermann....

Aufruf aus Israel: Kritik an israelischer Politik und Antisemitismus sind nicht das Gleiche

Mit einem außergewöhnlichen Aufruf haben sich am Montag 34 israelische Akademikerinnen und Künstler kritisch gegen eine heute stattfindende Konferenz in Wien zu Wort gemeldet. Die österreichische Regierung hatte als Veranstalterin angekündigt: "Antisemitismus und Antizionismus stellen für Teile unseres heutigen Europas...

Israel darf und muss kritisiert werden - sagt Moshe Zuckermann

Das fach- und sachkundige Buch zur Frage, ob Kritik an Israel in jedem Fall eine neue - zu verurteilende - Form von Antisemitismus ist, oder eben nicht, und warum, war überfällig. Jetzt ist es erschienen. Der Autor, Moshe Zuckermann, ist...

Adam Keller: Das Oslo-Abkommen war kein Misserfolg. Das Oslo-Abkommen wurde einfach nur nicht umgesetzt

Am fünfundzwanzigsten Jahrestag des historischen Handschlags zwischen dem israelischen Ministerpräsidenten Jitzchak Rabin und dem PLO-Vorsitzenden Jasser Arafat müssen wir uns erinnern und an die Wahrheit gemahnen: Das Oslo-Abkommen war kein Misserfolg. Das Oslo-Abkommen wurde einfach nur nicht umgesetzt. Diese Nichtumsetzung...

Gusch Schalom: Avnerys Widersacher werden schließlich doch in seine Fußstapfen treten müssen

Gusch Schalom beklagt und betrauert den Tod seines Gründers Uri Avnery. Bis zu seinem letzten Augenblick setzte er den Weg fort, den er seit Jahrzehnten gegangen war. Am Samstag vor zwei Wochen brach er in seiner Wohnung zusammen, als er...

Rassismus hat in Israel jetzt Gesetzesrang

Endlich ist es raus, das Nationalstaatsgesetz, und ich möchte ausnahmsweise Benjamin Netanjahu schulterklopfend bei seinem Spitznamen "Bibi" rufen, fühle ich doch erstmals in unserem gemeinsamen Leben eine Übereinstimmung: Israel ist nicht das Land all seiner Staatsbürger, sondern der Staat seiner...

Uri Avnery: Wer zum Teufel sind wir?

Vor Jahren hatte ich ein freundschaftliches Gespräch mit Ariel Scharon. Ich sagte zu ihm: "Ich bin in erster Linie Israeli. Erst danach bin ich Jude." Er antwortete hitzig: "Ich bin in erster Linie Jude und erst danach bin ich Israeli!"...

Israel arbeitet am Green-Washing seiner Völkerrechtsverletzungen

Mit einem grünen Band der Sympathie will Israel das hässliche Gesicht seiner Palästina-Politik schön färben. Gegen ein bisschen mehr Natur ist nichts einzuwenden; angesichts der jenseits der Mauer noch immer durch israelisches Geschützfeuer sterbenden Palästinenser, wirkt die Begrünungsaktion allerdings wie...

Uri Avnery: Adolf und Amin

Benjamin Netanjahu ist ein perfekter Diplomat, ein kluger Politiker, ein talentierter Armee-Führer. Vor Kurzem fügte er der Liste seiner vielen Talente noch ein Element hin: Er ist auch ein begabter Geschichtenerzähler. Seine Antwort auf die folgende Frage wird die Historiker...

Uri Avnery: Marsch der Torheit

Man kann die Ereignisse in Gaza mit dem linken oder mit dem rechten Auge betrachten. Man kann sie als unmenschlich, grausam und falsch verurteilen oder sie als notwendig und unvermeidbar rechtfertigen. Aber die Berechtigung eines Adjektivs steht außer Frage: Sie...

Uri Avnery: "Nicht genug!"

Der Staat Israel hat keine Ölquellen. Er hat keine Goldminen. Was hat er stattdessen? Er hat die Eigentümerschaft am Holocaust. Die ist eine Menge wert. Jeder, der sich von einem Schmutzfleck reinigen will, braucht eine Reinigung davon durch den Staat...

Uri Avnery: Ein sehr intelligenter Mensch

In den späten 1980er Jahren sagte mir meine Sekretärin eines Tages, der Stellvertretende Stabschef wolle mich sprechen. Das war eine ziemliche Überraschung. Die Armeeführung stand auf keinem freundlichen Fuß mit meiner Zeitung HaOlam HaSe. Die Armee hatte uns Dutzende Jahre...

Uri Avnery: Prinzen besuchen Israel

Prinz William, Herzog von Cambridge, der Zweite in der britischen Thronfolge, hat diese Woche Israel besucht. Er scheint ein liebenswürdiger Mensch zu sein. Er sah genau so aus, wie ein Prinz aussehen sollte, machte alles richtig und sagte das Richtige....

Uri Avnery: Zwei Seelen

"Solange noch im Herzen / Eine jüdische Seele wohnt ... ", beginnt die offizielle Übersetzung der israelischen Nationalhymne. Im hebräischen Original heißt es "die Seele eines Juden", aber wahrscheinlich hat der Übersetzer es richtig verstanden: Es geht um die jüdische...

Uri Avnery: Die Siamesischen Zwillinge

Über die meisten Folgen von Rawiw Druckers Fernsehserie über die ersten israelischen Ministerpräsidenten "Die Führer" (HaKwarnitim) habe ich schon geschrieben. Jetzt komme ich auf den einen Führer zu sprechen, über den ich noch nicht geschrieben habe: Jizchak Rabin. Ich will...

Uri Avnery: Hat man SIE einer Gehirnwäsche unterzogen?

Es ist erschreckend. Gewissenlose Psychologen setzen im Dienste eines böswilligen Regimes ausgeklügelte Techniken ein, um aus der Ferne das Denken eines Menschen zu steuern. Der Ausdruck "Gehirnwäsche" entstand 1950. Es ist ein chinesisches Wort ("xinao", wörtlich: waschen Gehirn). Ursprünglich bezeichnete...

Uri Avnery: Stark wie der Tod

Oh, Gaza. Stark wie der Tod ist die Liebe. Ich mochte Gaza. Das ist ein Wortspiel. Im biblischen Lied der Lieder (8,6) heißt es: Liebe ist stark wie der Tod. Die feminine Form des hebräischen Wortes für "stark" lautet asa....

Israel/Palästina: Eine Botschaft von "Other Voice"

Aktivisten von "Other Voice" haben mich gebeten, den vielen Menschen in aller Welt zu danken, die ausgedrückt haben, dass sie die Bewegung unterstützen. "Other Voice" ist eine von Israelis, die in der Stadt Sderot und anderen Orten in der Nähe...

Uri Avnery: Glück eines Spielers

Wir alle kennen das Bild aus Büchern und Filmen: Ein Spieler sitzt im Spielkasino am Roulettetisch. Er hat Glück. Viel Glück. Der Chip-Haufen vor dem Spieler wächst. Er wird immer größer. Nach jeder Drehung des Rades wird er größer. Wenn...

Das Ende der Redefreiheit

Deutsche Regionalpolitiker verbieten eine Veranstaltung mit einer jüdischen Referentin - wegen Verdachts auf Antisemitismus! Solche Absurditäten sind keine Seltenheit in einem Deutschland, das die Errungenschaften der Meinungs- und Versammlungsfreiheit Schritt für Schritt aufgibt. Die Autorin hatte sich in ihrer Ursprungsheimat...

Erklärung der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden zu den jüngsten Ereignissen in Gaza

Seit dem palästinensischen Tag des Bodens am 30. März und dem Nakba-Tag am 15. Mai demonstrieren die Palästinenser*innen in Gaza in großer Zahl. Diese riesige Demonstration nennen sie den Großen Marsch für die Rückkehr. Sie fordern ein Ende der brutalen...

Uri Avnery: Wer ist wessen Vasall?

"Wenn du die Politik einer Nation verstehen willst, sieh dir die Landkarte an!", soll Napoleon gesagt haben. Ein guter Rat. Wenn du in diesen Tagen in Israel lebst, bekommst du den Eindruck, dass der riesige Staat Israel seinem amerikanischen Vasallen...

Uri Avnery: Diese Frau

Ben-Gurion sagte über sie: "Das Einzige, was Golda kann, ist hassen!" Mich hasste Golda Meir nicht. Das wäre eine Untertreibung. Sie verabscheute mich zutiefst: Die Art, wie ich spreche, die Art, wie ich mich kleide, die Art, wie ich aussehe....

Der Mann mit der Kippa

In Berlin drohte ein arabischstämmiger Mann einem anderen Mann - zufällig einem israelischen Staatsbürger, zufällig gar keinem Jude, sondern einem Palästinenser, zufällig mit guten Verbindungen zur deutschen Presse - der mit einer Kippa auf dem Kopf durch das gepflegte Berliner...

Uri Avnery: Der wahre Sieger

Am fünften Tag des Sechstagekrieges 1967 veröffentlichte ich einen offenen Brief an den Ministerpräsidenten Levi Eschkol. Die israelische Armee hatte gerade das Westjordanland, Ostjerusalem und den Gazastreifen erobert und ich schlug vor, Eschkol solle dem palästinensischen Volk sofort anbieten, als...

Uri Avnery: Der große Tag

Vor zwei Tagen feierte der Staat Israel seinen 70. Geburtstag. Tagelang war von nichts anderem zu hören. Unzählige Reden voller Plattitüden wurden gehalten. Ein riesiges Kitsch-Fest. Alle waren derselben Meinung: Es war ein historischer Augenblick, als David Ben-Gurion in einem...

Uri Avnery: Geblendet in Gaza

Notieren Sie: Ich, Uri Avnery, Soldat Nummer 44410 der israelischen Armee, distanziere mich hiermit von den Scharfschützen der Armee, die unbewaffnete Demonstranten am Gazastreifen ermorden, ebenso von ihren Befehlshaber bis hinauf zum Oberbefehlshaber. Wir gehören nicht derselben Armee oder demselben...

Uri Avnery: Ein neues Lied

Ein Freund aus Übersee hat mir die Aufnahme eines Liedes geschickt. Es ist ein arabisches Lied mit einer sanften arabischen Melodie, von einem arabischen Mädchenchor gesungen und von einer Flöte begleitet. Wenn ich ein Anhänger der Besetzung wäre, würde mich...

Kolonialismus 2.0

Realität und ihre Darstellung haben oft wenig miteinander zu tun. Vor allem aber ist die Darstellung von realen Ereignissen praktisch immer davon geprägt, wie wir über etwas berichten und was wir damit erzeugen wollen. Im sogenannten israelisch-palästinensischen ‚Konflikt' lassen sich...

Uri Avnery: "Schütte deinen Grimm aus"

Ich schreibe dies am Freitagabend, dem Vorabend von Pessach. In diesem Augenblick sind Millionen Juden in der Welt um den Familientisch versammelt und halten Seder, indem sie laut alle aus demselben Buch, der Haggada, lesen, in dem die Geschichte vom...

Uri Avnery: Hundesohn

Je mehr sich Mahmoud Abbas dem Ende seiner Regierungszeit nähert, umso extremer wird seine Sprache. Vor Kurzem wandte er sich an Donald Trump mit den Worten: "Möge dein Haus zerstört werden!" Im Arabischen ist das ein gebräuchlicher Fluch und klingt...

Uri Avnery: Der falsche Feind

Ende 1941 griffen die Japaner Pearl Harbor an und erklärten den USA den Krieg. Ihr Nazi-Verbündeter folgte ihnen mit seiner eigenen Kriegserklärung und ebenso dessen Satelliten. Es gibt einen Witz über den ungarischen Botschafter in Washington, der dem Außenminister Cordell...

Uri Avnery: Die große Verschwörung

Im Herbst 1948 wurde ich nach etwa acht Monaten ununterbrochenen Kämpfens in den stolzen Rang eines Korporals befördert. Nachdem ich an einem Crash-Kurs für Truppführer teilgenommen hatte, durfte ich mir meine neuen Soldaten - entweder Neueinwanderer aus Polen oder aus...

Uri Avnery: Weil da nichts ist

DIE FLUT der Korruptionsaffären, die jetzt die Familie Netanjahu und ihre Helfer und Diener verschlingt, scheint Benjamin Netanjahus Beliebtheit bei denen, die sich "das Volk" nennen, nicht zu schmälern. Im Gegenteil: Nach den Umfragen zu urteilen, eilen die Wähler anderer...

Uri Avnery: Geh in Frieden!

Ich muss ein Geständnis ablegen: Ich hasse Benjamin Netanjahu nicht. Auch Sara'le hasse ich nicht. Im Allgemeinen hasse ich niemanden. Mit der einzigen Ausnahme von Menschen, die mein Vertrauen missbraucht und versucht haben, mir ein Messer in den Rücken zu...

Uri Avnery: Hab Mitleid mit dem Mandelbaum

Hab Mitleid mit dem Mandelbaum, besonders wenn er in voller Blüte steht. Mandelblüte. So heißt auch der Leiter der Rechtsabteilung, der "Rechtsberater der Regierung" genannt wird. Der Rechtsberater wird von der Regierung ernannt, aber er soll vollkommen unabhängig sein. Praktisch...

Uri Avnery: Was zum Teufel?

Was zum Teufel bin ich? Israeli? Jude? Friedensaktivist? Journalist? Autor? Ehemaliger Kampfsoldat in der israelischen Armee? Ex-Terrorist?  Oder was? Alles das und mehr. Schon gut. Aber in welcher Reihenfolge? Welcher Aspekt ist der wichtigste? Von Uri Avnery....

Uri Avnery: "Nicht genug!"

Vor vielen Jahren, gleich nach dem Fall des Kommunismus in Osteuropa, wurde ich gebeten, ein Buch über die Ereignisse zu schreiben. Rachel fotografierte, ich schrieb den Text. Das Buch ist ausschließlich in Hebräisch erschienen und heißt übersetzt: Lenin wohnt nicht...

Uri Avnery: Das hüpfende Parlament

Als ich vor Jahren Abgeordneter in der Knesset war, beschloss ich einmal, eine Demonstration im Plenarsaal zu veranstalten. Ich zog ein T-Shirt mit der Aufschrift: "Frieden ist größer als Groß-Eretz Israel" an. Mitten in der Debatte zog ich mein Jackett...

Uri Avnery: Möge dein Haus zerstört werden!

Als ich Jasser Arafat im Sommer 1982 im belagerten Beirut zum ersten Mal traf, war Abu Mazen nicht bei ihm. Aber als ich Arafat ein paar Monate danach in Tunis besuchte, wünschte er, dass ich auch Abu Mazen kennenlernte. Es...

Uri Avnery: Bibis Sohn oder: Drei in einem Auto

Nein, ich möchte nicht über die Affäre Ja'ir Netanjahu schreiben. Ich weigere mich standhaft. Keine Kraft der Welt kann mich zwingen, das zu tun. Und ach, da bin ich und schreibe über Ja'ir, verdammt noch mal. Ich kann nicht anders....

Uri Avnery: Warum ich zornig bin

Ich bin zornig auf die misrachische Elite. Wirklich sehr zornig. Misrach ist das hebräische Wort für Osten. Östliche Juden sind die, die viele Jahrhunderte in der islamischen Welt gelebt haben. Westliche Juden sind die, die im christlichen Europa gelebt haben....

Uri Avnery: Ein Mann springt aus dem Fenster

Niemand hat den Ausbruch des palästinensisch-israelischen Konflikts besser dargestellt als der Historiker Isaak Deutscher: Ein Mann lebt in einem Haus; das Haus gerät in Brand. Um sich zu retten, springt er aus dem Fenster. Er landet auf einem Passanten unten...

Uri Avnery: Weine, du geliebtes Land

Jeder, der die Todesstrafe befürwortet, ist entweder ein vollkommener Narr, ein unverbesserlicher Zyniker oder er ist geistesgestört - oder alles zusammen. Es gibt für keinen dieser Defekte eine wirksame Therapie. Ich würde nicht einmal versuchen, sie zu heilen. Ein Narr...

Jerusalem gehört uns: Israelis und Palästinensern, Muslimen, Christen und Juden.

Die folgende Petition Gusch Schaloms wurde am 13. Mai 1995 mit der Rede des damaligen palästinensischen Führers, des inzwischen verstorbenen Feisal Husseini, bei einer gemeinsamen israelisch-palästinensischen Demonstration unter den Alten Stadtmauern auf den Weg gebracht. Die Rede begann mit den...

Uri Avnery: Kinder der Steine

Um Himmels willen - sind sie wahnsinnig? 15-, 16-jährige Jungen versammeln sich auf dem Markt, nehmen Steine und werfen sie in Richtung unserer bis an die Zähne bewaffneten Soldaten. Die Soldaten schießen, manchmal über ihre Köpfe, manchmal direkt auf sie....

Uri Avnery: Von Barak zu Trump

Ehud Barak hat "das Schweigen gebrochen". Er hat einen Artikel in der New York Times veröffentlicht, in dem er unseren Ministerpräsidenten mit groben Worten angreift. Anders gesagt: Er hat genau dasselbe getan wie die Gruppe ehemaliger Soldaten, die sich "Das...

Uri Avnery: König und Kaiser

Der Zionismus ist ein antisemitischer Glaube. Das war er von Anfang an. Schon der Gründervater, der Wiener Schriftsteller Theodor Herzl, schrieb einige Texte mit eindeutig antisemitischer Tendenz. Für ihn war der Zionismus nicht nur eine geografische Umpflanzung, sondern auch ein...

Meinungsfreiheit nur für Israel-Freunde, ansonsten Zensur?

Es ist an der Zeit, den Verleumdern und ihren Verleumdungen entgegenzutreten. Ich möchte in diesem Beitrag den Hintergrund darstellen, warum das neue Buch von Abraham Melzer "Die Antisemitenmacher" wichtig ist und weswegen die Konferenz "Zur Zeit der Verleumder" am 10....

Uri Avnery: Ein schrecklicher Gedanke

Plötzlich kam mir ein schrecklicher Gedanke. Was ist, wenn Awi Gabbay das, was er sagt, wirklich selbst glaubt? Unmöglich. Er kann all das unmöglich glauben. Nein, nein. Aber wenn er es doch glaubte? Was würde dann aus uns werden? Von...

Uri Avnery: Eine Geschichte der Torheit

Ich bin wütend. Und ich habe guten Grund, wütend zu sein. Ich werde jetzt einen Artikel über etwas schreiben, worüber ich schon lange nachdenke. Diese Woche schlug ich die New York Times auf und sieh da, da stand mein ungeschriebener...

Uri Avnery: Zwei Begegnungen

In den letzten Tagen traf ich mich mit zwei alten Freunden: Jasser Arafat und Jitzchak Rabin. Nun gut, der Ausdruck "Freunde" ist vielleicht nicht ganz angemessen. Gewiss, Arafat nannte mich in einer Bandansage zu meinem 70. Geburtstag "mein Freund", Rabin...

Uri Avnery: Wer fürchtet sich vor der iranischen Bombe?

Ich hasse Wahrheiten, die sich von selbst verstehen. Ideale können sich von selbst verstehen. Politische Erklärungen nicht. Wenn ich höre, eine politische Wahrheit verstehe sich von selbst, kommen mir sofort Zweifel. Die selbstverständlichste politische Wahrheit betrifft den Iran. Der Iran...

Besetztes Land

Der Konflikt zwischen jüdischen Israelis einerseits und muslimischen und christlichen Palästinensern andererseits darüber, wem das Land gehört, ist und bleibt der Kernkonflikt im konfliktreichen Nahen Osten. In wenigen Tagen, am 2. November 2017, wird dieser Kernkonflikt 100 Jahre alt. Er...

Uri Avnery: Saure Gurken

Hallelujah! Endlich habe ich etwas gefunden, über das ich mit Benjamin Netanjahu einer Meinung bin. Wirklich! An diesem Montag versammelte sich die Knesset nach einem langen (gesegneten) Urlaub zu ihrer Wintersitzung. Bei dieser Gelegenheit sind der Staatspräsident und der Ministerpräsident...

"Die hohle Geste wird gebraucht"

Interview von Sabine Kebir: Der israelische Historiker Moshe Zuckermann über Trump, Netanjahu und die Zielscheibe Iran....

Uri Avnery: Ein Neubeginn

Eines Tages hatte die israelische Arbeitspartei das Gefühl, sie brauche einen neuen Führer. Das geschieht dieser Partei alle paar Jahre. Die Partei ist in schlechter Verfassung. Sie sieht eher wie eine politische Leiche denn wie ein lebender Organismus aus. Gesucht...

Uri Avnery: Das schreckliche Problem

Der Sohn Menachem Begins Ze'ev Begin ist ein sehr freundlicher Mensch. Man muss ihn einfach mögen. Er ist gut erzogen, höflich und bescheiden, einer, den man gerne zum Freund hätte. Leider sind seine politischen Ansichten weit weniger liebenswert. Sie sind...

Alternativer Geschichtsunterricht, der fesselt

Es gibt Bücher, ja auch Sachbücher und historische Bücher, die schlägt man auf - und nach wenigen Zeilen des Lesens möchte man sie gar nicht mehr aus der Hand legen. Zu diesen Werken gehört sicherlich Rolf Verlegers "Hundert Jahre Heimatland?...

Uri Avnery: Abspaltung ist schön

Stellen Sie sich vor: In Israel ist unter den Misrachim eine neue Bewegung entstanden. Sie erklärt, dass alle vorhandenen Organisationen der Misrachim (orientalischen Juden) unecht seien. Sie alle seien Werkzeuge der aschkenasischen (europäisch-jüdischen) Elite, mit denen diese die Misrachim unterjochen...

Uri Avnery: Eine Geschichte von zwei Geschichten

Dies ist die Geschichte: Um sieben Uhr morgens nähert sich ein Araber dem Tor von Har Adar, einer Siedlung nahe der Grünen Linie in der Nähe des israelisch-arabischen Dorfes Abu Ghosch. Der Mann ist ein "guter Araber". Ein guter Araber...

Uri Avnery: Danke, Smotrich

Ich schulde Besalel Smotrich großen Dank. Ja, ja, Smotrich von der extremen Rechten, dem Faschisten Smotrich. Vor Kurzem hielt Smotrich vor seinen Anhängern eine Rede, die zu einem nationalen Ereignis werden und eine neue Seite in der jüdischen Geschichte aufschlagen...

Uri Avnery: An der Verzweiflung verzweifeln

Mein Optimismus hinsichtlich der Zukunft Israels irritiert viele. Wie kann ich angesichts dessen, was hier Tag für Tag geschieht, Optimist sein? Die praktische Annektierung der besetzten Gebiete? Die Misshandlung der Araber? Die Errichtung verderblicher Siedlungen? Optimismus ist jedoch eine Geisteshaltung....

Uri Avnery: Ein Bekenntnis

Heute ist der letzte Tag meines 93. Lebensjahres. Lächerlich. Bin ich mit meinem bisherigen Leben einigermaßen zufrieden? Ja, das bin ich. Wenn ich durch ein Wunder wieder, sagen wir, 14 sein und den ganzen langen Weg noch einmal gehen könnte,...

Uri Avnery: Kreuzfahrer und Zionisten

Vor ein paar Tagen war ich in Cäsarea, saß dort in einem Restaurant und sah aufs Meer hinaus. Die Sonnenstrahlen tanzten auf den kleinen Wellen, die geheimnisvollen Ruinen der alten Stadt standen hinter mir. Es war heiß, aber nicht zu...

Uri Avnery: Das Ei des Kolumbus

Ich weiß weder, wann das Rad erfunden worden ist noch wer es erfunden hat. Ich zweifele jedoch nicht daran, dass es immer wieder neu erfunden worden ist und dass sich viele glückliche Erfinder den Ruhm teilen müssen. Dasselbe gilt für...

Uri Avnery: "Nur nicht Bibi!"

Die Geier kreisen. Sie sehen den Verletzten auf dem Boden liegen und warten auf sein Ende. Ebenso die menschlichen Raubtiere - die Politiker. Sie singen sein Lob, schwören, ihn mit aller Kraft zu verteidigen - aber in ihren Köpfen stellen...

Uri Avnery: Sehnsuchtsvolle Blicke

Die ganze Welt beobachtete mit angehaltenem Atem, wie die Tage vergingen. Dann die Stunden. Dann die Minuten. Die Welt sah zu, wie der verurteilte Muhammad Abu-Ali aus Qalqiliya auf seine Hinrichtung wartete. Abu-Ali war ein für schuldig befundener Terrorist. Von...

Uri Avnery: "Marsch der Torheit"

Mein verstorbener Freund Nathan Yellin-Mor, der politische Führer der LECHI-Untergrundbewegung, sagte einmal von einem gewissen Politiker, er sei "kein großer Intellekt und kein kleiner Narr". An diesen Satz erinnere ich mich jedes Mal, wenn ich über unseren Minister für öffentliche...

Uri Avnery: "Westeuropa ist verrückt!"

Der amerikanische Multimilliardär George Soros macht Benjamin Netanjahu viele Schwierigkeiten. In diesem besonderen Augenblick kann Netanjahu nicht noch mehr Schwierigkeiten gebrauchen. Eine riesige Korruptions-Affäre um in Deutschland gebaute Unterseeboote rollt langsam und unaufhaltsam auf ihn zu. Soros ist ungarischer Jude...

Uri Avnery: Abraham, Isaak & Bibi

Das Ganze hätte ein Schabernack sein können, wenn es nicht echt gewesen wäre. Ganz Israel ist reingefallen. Die Linke, die Rechte und das Zentrum. Alle Zeitungen und Fernsehsender ohne Ausnahme. Da hatten wir es also: Die UNESCO hatte die Höhle...

Uri Avnery: Geblendet in Gaza

Ich muss ein ganz besonderes Bekenntnis ablegen: Ich mag Gaza. Ja, ich mag diesen entlegenen Winkel von Palästina, den schmalen Streifen auf dem Weg nach Ägypten, in dem zwei Millionen Menschen zusammengepfercht sind und der der Hölle näher ist als...

Uri Avnery: Der bizarre Fall Baschar

Der Schöpfer des legendären Sherlock Holmes Conan Doyle hätte seine Geschichte über diesen Zwischenfall Der bizarre Fall Baschar al-Assad genannt. Und bizarr ist er in der Tat. Es geht um die Übeltat des syrischen Diktators: Er bombardierte sein eigenes Volk...

Uri Avnery: Ein Wort aus vier Buchstaben

Wenn ein Brite oder Amerikaner von einem "Wort aus vier Buchstaben" spricht, meint er einen vulgären sexuellen Ausdruck, ein Wort, das man in guter Gesellschaft nicht ausspricht. In Israel haben wir auch so ein Wort, ein Wort aus vier Buchstaben....

Uri Avnery: Die neue Welle

Als ich jung war, kursierte ein witziger Spruch: "Niemand ist wie du - und das ist gut so!" Den Spruch können wir jetzt auf Donald Trump anwenden. Er ist einzigartig. Das ist tatsächlich gut so. Aber ist er wirklich einzigartig?...

Uri Avnery: Wer seine Missetat bekennt und lässt, der wird Barmherzigkeit erlangen

Im Tumult anlässlich des 50. Jahrestages der "Vereinigung" Jerusalems in den letzen Tagen wurde in einem Artikel behauptet, dass "selbst der Friedensaktivist Uri Avnery" in der Knesset für die Vereinigung der Stadt gestimmt habe. Das ist richtig. Ich habe in...

Uri Avnery: Grüße an Diana Buttu

Vor ein paar Wochen wurde eine fast namenlose palästinensische Frau auf ungewöhnliche Weise geehrt. Einer ihrer Artikel wurde oben auf der ersten Seite der auf der Erde am höchsten geachteten Zeitung veröffentlicht: der New York Times. Die Herausgeber stellten die...

Uri Avnery: Der Besuch

Gott sei gedankt für Oren Chasan. Ohne ihn wäre es ein äußerst langweiliger Besuch gewesen. Israels Minister waren zum offiziellen Empfang von Präsident Donald Trump in der brennenden Sonne am Fuße der Fluggasttreppe angetreten. Es war sehr heiß, es gab...

Uri Avnery: Parlamentarisches Gesindel

Als ich zum ersten Mal in die Knesset kam, war ich über das niedrige Niveau der Debatten erschrocken. Die Reden waren voller Klischees, hohler Phrasen und Parteiparolen, der intellektuelle Inhalt war dem Nullpunkt nahe. Das war vor 52 Jahren. Zu...

Uri Avnery: Ein seltsamer Nationalstaat

Die amtierende israelische Regierungskoalition besteht aus 67 (von 120) Abgeordneten der Knesset. Jeder Abgeordnete möchte wieder- (und wieder und wieder) gewählt werden. Um wiedergewählt zu werden, muss er die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich lenken. Wie macht er das? Das...

Uri Avnery: Eins, zwei - freut euch!

In diesem Jahr war der Unabhängigkeitstag - am letzten Dienstag - keine sehr fröhliche Angelegenheit. Ich erinnere mich an die ersten Unabhängigkeitstage gleich nach der Gründung des Staates Israel. Da gab es spontanen Jubel, wir waren alle auf der Straße...

Uri Avnery: Der israelische Macron

Ein Treffer Seufzer der Erleichterung, direkt aus dem Herzen. Als ich zehn Jahre alt war, floh meine Familie aus Nazi-Deutschland. Wir hatten Angst, dass die Gestapo hinter uns her war. Als wir uns der französischen Grenze näherten, nahm unsere Angst...

Uri Avnery: Palästinas Nelson Mandela

Ich muss ein Geständnis ablegen: Ich mag Marwan Barghuti. Ich habe ihn einige Male in seinem bescheidenen Haus in Ramallah besucht. In unseren Gesprächen ging es um den israelisch-palästinensischen Frieden. Wir hatten dieselben Gedanken: den Staat Palästina neben dem Staat...

Uri Avnery: Das Nessoshemd

In ein paar Wochen feiert Israel den 50. Jahrestag des Sechstagekrieges. Millionen Worte - die meisten davon Schall und Rauch - werden sich über das Land ergießen. Wie üblich. Aber das Ereignis verdient etwas Besseres. Es ist ein einzigartiges Drama...

Uri Avnery: Universität für Terror

Vor ein paar Tagen beging ein Mann eine terroristische Handlung im Zentrum Londons, einer Stadt, die ich liebe. Er überfuhr einige Menschen auf der Westminster Bridge, erstach einen Polizisten und näherte sich den Toren des Parlaments. Dort wurde er erschossen....

Uri Avnery: Das nationale Rätsel

Was ist der Unterschied zwischen einem "Unternehmen" und einer "Behörde"? Das wissen Sie nicht? Dann befinden Sie sich in Gesellschaft von 8,5 Millionen Israelis; die wissen es auch nicht. Es ist ein nationales Rätsel. Das ganze Land ist darein vertieft....

Uri Avnery: Die moralischste Armee

VOR EIN paar Tagen stieß ich zufällig auf den ausgezeichneten britischen Film Testament einer Jugend. Er hat die Erinnerungen von Vera Brittain zur Grundlage. Vera erzählt ihre Geschichte. Es ist die Geschichte eines britischen Mädchens, das in einer bürgerlichen Familie...

Uri Avnery: Vielleicht kommt ja der Messias

Wenn mir vor 50 Jahren jemand erzählt hätte, die Führer von Israel, Jordanien und Ägypten hätten sich im Geheimen getroffen, um Frieden zu schließen, hätte ich gedacht, ich träume. Wenn man mir erzählt hätte, dass die Führer von Ägypten und...

Uri Avnery: Napoleons Kanonen

Napoleon kam in eine deutsche Stadt und wurde nicht mit den traditionellen Artillerie-Salven empfangen. Wütend ließ er den Bürgermeister kommen und verlangte eine Erklärung. Der Deutsche zog eine lange Papierrolle hervor und sagte: "Ich habe eine Liste von 99 Gründen....

Uri Avnery: Die große Kluft

Ich glaube, ich war der Erste, der empfahl, dass der Soldat Elor Asaria, der Mörder von Hebron, begnadigt werden sollte. Aber diese Empfehlung hing von der Erfüllung einiger Bedingungen ab: zunächst der, dass der Soldat offen und uneingeschränkt sein Verbrechen...

Uri Avnery: Wie hat es angefangen?

Wie zum Teufel hat nun alles angefangen? In der letzten Woche habe ich versucht, über den Krieg von 1948 zu berichten, der mit dem Beschuss eines jüdischen Busses am Tag nach der Teilungs-Resolution der UN angefangen hat. Einige Leser haben...

Uri Avnery: Genau so war es!

Auf meinen letzten Artikel hin, in dem ich schrieb, dass die Araber nach der Teilungs-Resolution der UN den Krieg von 1948 angefangen hätten, bekam ich einige wütende Mitteilungen. Die Schreiber, die (vermute ich) nach den Ereignissen geboren sind, beschuldigen die...

Uri Avnery: Achtet die Grüne Linie!

Die prägnanteste Analyse des israelisch-palästinensischen Konflikts, die ich jemals gelesen habe, hat der jüdisch-polnisch-britische Historiker Isaak Deutscher geschrieben. Sie besteht aus einem einzigen Bild. Ein Mann lebt im Obergeschoss eines Gebäudes, das in Brand gerät. Um sein Leben zu retten,...

Uri Avnery: Präsident Kong

Ich wusste doch, dass er mich an jemanden erinnert, aber ich wusste nicht genau, an wen. Wer war es doch gleich noch, der sich mit solcher Kraft auf die Brust trommelte? Dann fiel es mir wieder ein. Es war der...

Uri Avnery: Willkommen Mr. Chance

Präsident Donald Trump - wir müssen uns an die Zusammenstellung dieser drei Wörter gewöhnen. Das Einzige, was mit einiger Sicherheit gesagt werden kann, ist, dass nichts sicher ist. Dass dieser Mann vollkommen unberechenbar ist. Dass wir uns in einer Unsicherheit...

Uri Avnery: Bekenntnisse eines Größenwahnsinnigen

Der arabische Taxifahrer, der mich nach Ramallah brachte, hatte keine Mühe mit den israelischen Grenzposten. Er fuhr einfach um sie herum. Das spart viel Mühe. Ich war vom Präsidenten der Palästinensischen Behörde (ebenso der PLO und der Fatah-Bewegung) Mahmood Abbas...

Uri Avnery: Wir können es schaffen!

Im Zweiten Weltkrieg, als deutsche Bomber Britannien in Angst und Schrecken versetzten, bot ihnen eine kleine Gruppe tapferer Flugzeugführer die Stirn. Ihre Lebenserwartung war in Tagen zu bemessen. Einmal entwarf ein Genie des Propagandaministeriums ein Plakat, auf dem gefragt wurde:...

Gush Shalom: Der Soldat Azaria ist ein kleiner Komplize, hauptschuldig ist die Besetzung

Die Politiker, die die Militärregierung über die Palästinenser fortsetzen, hätten neben dem jungen Soldaten, den sie nach Hebron geschickt hatten, damit er dort ihre schmutzige Arbeit tut, auf der Anklagebank sitzen müssen....

Uri Avnery: Antisemitische Zionisten

Was mich wirklich erwischt hat, war der Applaus. Da saßen sie am runden Tisch, die Vertreter der ganzen Welt, und applaudierten ihrer Hände Werk, der Resolution, die sie einstimmig angenommen hatten. Der Sicherheitsrat ist ebenso wenig wie die Knesset Applaus...

Uri Avnery: Schick ihn uns nicht!

Donald Trump hat mir ins Gesicht gespuckt. Nicht nur mir, sondern wenigstens der halben israelischen Bevölkerung. Er hat einen Fachanwalt für Insolvenzrecht namens David Friedman zum Botschafter der USA in Israel ernannt. Das klingt wie ein schlechter Witz. Aber es...

Uri Avnery: Denkt an Nabot!

In Jerusalem wird jetzt über eine unglaubliche Rechtsvorschrift debattiert. Das Land beschäftigt sich mit einer Siedlung namens Amona. Dort haben tief in den besetzten Gebieten ein paar Dutzend jüdische Familien illegal eine Siedlung errichtet - illegal sogar nach israelischem Gesetz,...

Uri Avnery: Ruf der Nation

Eine dunkle Welle überschwemmt die Demokratien der gesamten westlichen Welt. Es fing in Britannien an, einem Land, das immer als die Mutter der Demokratie angesehen wurde, als eine Heimat besonders vernünftiger Leute. Es entschied sich in einer Volksabstimmung, die Europäische...

Bank für Sozialwirtschaft kündigt Konto einer jüdischen Friedensorganisation

Infolge des Drucks einer rechtsnationalistischen Schmutzkampagne kündigte die Bank für Sozialwirtschaft das Konto des Vereins "Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost".  Bankangehörige verletzten dabei das Bankgeheimnis. Namhafte Politiker und Organisationen protestieren gegen diesen Angriff auf die Meinungsfreiheit....

Uri Avnery: Das waren die Araber!

Als meine Eltern unmittelbar vor dem Ersten Weltkrieg in Deutschland heirateten, war unter den Geschenken ein Dokument, das bescheinigte, in ihrem Namen sei in Palästina ein Baum gepflanzt worden. Mein Vater war ein früher Zionist. Der jüdische Volkshumor in Deutschland...

Uri Avnery: Der Ruf des Muezzin

Der erste Muezzin stand während des Exils des Propheten aus Mekka auf dem Dach von dessen Haus in Medina und rief die Gläubigen zum Gebet. Er ging auch die Straßen entlang und tat dort dasselbe. Als der Islam zu einer...

Antwort von Professor Rolf Verleger auf das anonyme Flugblatt des "Referats gegen Antisemitismus" der Uni Freiburg

Am 10.11.2016 hielt Prof. Dr. Rolf Verleger, Vorsitzender des Bündnisses zur Beendigung der israelischen Besatzung, auf Einladung von Cafe Palestine an der Universität Freiburg einen Vortrag zum Thema "Ist der Einsatz für Menschenrechte in Palästina antisemitisch?" Vor Beginn der Veranstaltung...

Uri Avnery: Der künftige Präsident

Der erste Schreck ist vorüber. Der künftige Präsident: Trump. Allmählich gewöhne ich mich an den Klang dieser Worte. Wir betreten eine Ära vollkommener Unsicherheit. Wir Israelis und die ganze Welt. Vom Schuhputzer bis zum Staatsoberhaupt. Niemand weiß etwas. Aber zuerst...

Uri Avnery: Oh mein Gott, Trump!

Präsident Trump. Ich bin immer noch starr vor Schreck. Aber besser, ich gewöhne mich daran. Das war nicht einfach nur eine weitere US-Wahl. Ich habe in meinem Leben viele gesehen. Die Ergebnisse einiger mochte ich, die anderer nicht. Aber diese...

Uri Avnery: Das kleinere Übel

Wer wird in drei Tagen die Wahlen in den USA gewinnen? Ich weiß es genau. Wir brauchen die moderne Entsprechung der römischen Wahrsager, die die Eingeweide von Tieren deuteten, und der moderneren Wahrsager, die aus dem Kaffeesatz lesen, die öffentlichen...

Uri Avnery: Die israelische Trumpin

Was wird Donald Trump tun, wenn er in eineinhalb Wochen die Wahlen verliert, worauf  die meisten Umfragen hindeuten? Er hat schon erklärt, dass er die Ergebnisse anerkennen wird - aber nur, wenn er gewinnt. Das klingt wie ein Witz. Aber...

Uri Avnery: Der Begräbnis-Krawall

Schimon Peres hätte seine Freude daran gehabt: Eine Schlacht in der Öffentlichkeit anlässlich seines Begräbnisses. Die arabischen Abgeordneten der Knesset nahmen nicht daran teil. Na und? Ich nahm auch nicht daran teil. Wir mochten einander nie, und wenn ich am...

Uri Avnery: Die Kissinger-Story

Ich schreibe dieses (Gott möge mir verzeihen) am Jom Kippur. Genau vor 43 Jahren, in eben diesem Augenblick, gingen die Sirenen. Wir saßen im Wohnzimmer, von dem aus man auf eine von Tel Avivs Hauptstraßen hinuntersieht. Die Stadt war vollkommen...

Uri Avnery: Sisyphus' Triumph

David Ben-Gurion wurde nicht in der Abteilung Große Männer der Nation auf dem Nationalfriedhof in Jerusalem begraben, sondern neben seiner Frau in Sede Boker, der Siedlung im Negev, die er liebte. Sein Schüler und Nachfolger Schimon Peres wurde nicht neben...

Uri Avnery: Abu-Masens Bilanz

Mahmoud Abbas war nicht dabei, als ich mich während der Belagerung Beiruts im Ersten Libanonkrieg zum ersten Mal mit Jasser Arafat traf. Man bedenke, dass das das erste Treffen Arafats mit einem Israeli war. Einige Monate später, im Januar 1983,...

Uri Avnery: Die Sage von Sisyphus

Simon Peres ist ein Genie. Ein Genie im Auftreten. Sein ganzes Leben lang hat er an der Darstellung seiner Person in der Öffentlichkeit gearbeitet. Das Image ersetzte den Menschen. Fast alle Artikel, die über ihn geschrieben wurden, seit er krank...

Uri Avnery: Ja, es ist möglich

Der Zionismus war eine revolutionäre Idee. Er beabsichtigte, ein neues jüdisches Gebilde im Land Palästina zu schaffen. Das zionistische Projekt war in der Tat sehr erfolgreich. 1948 war die Embryo-Nation so stark, dass sie einen Staat schaffen konnte: Israel wurde...

Uri Avnery: Der große Eisenbahn-Skandal

Ich bin ja nicht von der neidischen Art, aber ich beneide die Deutschen. Ich beneide sie um Angela Merkel. Merkel hat etwas getan, das ihren politischen Interessen vollkommen entgegen ist. Sie hat die Tore Deutschlands für fast eine Million Flüchtlinge...

Uri Avnery: Bürgerkrieg

Etwas Seltsames geschieht mit den Chefs des Israelischen Inneren Sicherheitsdienstes Schin Bet, sobald sie im Ruhestand sind. Der Sicherheitsdienst ist per definitionem eine tragende Säule der israelischen Besetzung. Er wird von (jüdischen) Israelis bewundert, von Palästinensern gefürchtet und überall respektiert....

Uri Avnery: Bibi hat Glück

Glück kann ein großer Wohltäter sein. Es kann auch die Ursache von Katastrophen sein. Ich erinnere mich undeutlich an einen dieser übelwollenden griechischen Götter - oder war es eine Göttin? -, der seine menschlichen Opfer dadurch zugrunde richtete, dass er...

Uri Avnery: Olympische Juden?

Die Szene auf dem Flughafen Ben-Gurion diese Woche war recht überraschend. Mehr als tausend junge männliche Fans waren gekommen, um zwei israelische Judokämpfer willkommen zu heißen - einen Judokämpfer und eine Judokämpferin - die bei den Olympischen Spielen in Rio...

Uri Avnery: Die Zukunft gehört den Optimisten

Wenn ich Karikaturenzeichner wäre, würde ich Israel als Wasserschlauch zeichnen. Am einen Ende fließen Juden hinein. Sie werden von Antisemiten und einem großen zionistischen Apparat dazu angeregt. Am anderen Ende fließen junge enttäuschte Israelis hinaus und lassen sich in Berlin...

Uri Avnery: Der Schuss, der im ganzen Land gehört wurde

Zwei junge Palästinenser griffen in einer Siedlung extremistischer Juden in Tel Rumaida  im Zentrum Hebrons einen israelischen Soldaten mit einem Messer an. Der Soldat wurde leicht verletzt. Auf die Attentäter wurde geschossen. Einer starb sofort, der andere wurde schwer verletzt...

Uri Avnery: Der orange Mann

So steht es also: Entweder wird Donald Trump oder Hillary Clinton unser nächster Präsident oder unsere nächste Präsidentin. "Unser"? Ich bin kein Bürger der USA und das möchte ich auch nicht sein. Aber ich lebe in einer Welt, in der...

Uri Avnery: Der große Graben

Der Staat Israel war noch jung, als zwei berühmte Schauspieler eine kurze Szene spielten: Zwei Araber stehen am Strand und verfluchen ein Boot, das neue jüdische Einwanderer bringt. Dann stehen zwei neue Einwanderer am Strand und verfluchen ein Boot, das...

Uri Avnery: Willkommen! Bienvenue!

Für mich ist Frankreich das Land der Freiheit. Ich war erst zehn Jahre alt, als meine Familie aus Nazideutschland nach Frankreich floh; wir waren auf dem Weg nach Palästina. Wir hatten Angst, an der Grenze festgenommen zu werden. Als unser...

Uri Avnery: Grenzenloser Hass

Ein palästinensicher Jugendlicher bricht in eine Siedlung ein, geht in das nächstbeste Haus, ersticht ein 13jähriges Mädchen im Schlaf und wird getötet. Drei Israelis entführen einen zufällig aufgegriffenen 12jährigen Palästinenser, bringen ihn auf ein offenes Feld und verbrennen ihn bei...

Uri Avnery: Was zum Teufel ...?

Was zum Teufel ist mit ihnen los? Sind sie verrückt geworden? Ausgerechnet die Briten? Ich war immer anglophil. Selbst als junger Mann, als ich einer terroristischen Organisation angehörte, die sich der Aufgabe gewidmet hatte, die Briten aus unserem Land zu...

Uri Avnery: Wiederkunft?

Plötzlich erscheint ein vertrautes, schon fast vergessenes Gesicht auf dem Fernseh-Bildschirm. Nun gut, nicht ganz vertraut, weil es jetzt einen markanten schwarzen Bart trägt. (Wenn ich er wäre, würde ich ihn schnell abrasieren.) Ja, da war er. Der ehemalige Stabschef...

Uri Avnery: Belanglose Korruption

Vor vielen Jahren bekam ich einmal einen Anruf aus dem Büro des Ministerpräsidenten. Man sagte mir, Jizchak Rabin wolle mich unter vier Augen sprechen. Rabin machte mir selbst die Tür auf. Er war allein in der Wohnung. Er führte mich...

Uri Avnery: Nur ein Trick

Vom damaligen schwedischen Botschafter in Paris hörte ich einmal die folgende Geschichte: "Als 1947 in den UN der Plan für die Teilung Palästinas diskutiert wurde, war ich Mitglied des Unter-Komitees, das sich mit Jerusalem befasste. Eines Tages schickten die Juden...

Uri Avnery: Die Tage der Nashörner

Vor Kurzem habe ich das deutsche Wort "Gleichschaltung" genannt, eines der Wörter, die für das Nazi-Vokabular besonders typisch sind. Das Wort bedeutet, dass alles im Staat auf dieselbe Weise, nämlich die Nazi-Weise, miteinander verschaltet wird. Das war ein wesentlicher Teil...

Uri Avnery: Ein praktischer Vorschlag, um Israel vor Netanjahu zu retten

Wenn die jungen Knesset-Abgeordneten der Zionistischen Union sich erheben und eine neue Partei bilden, könnte es noch Hoffnung geben. Von Uri Avnery....

Uri Avnery: Die Mitte hält nicht stand

In Israel setzt sich wie in den meisten modernen Demokratien die Mitte aus zwei oder mehr etablierten Parteien zusammen: Eine ist ein wenig links und die andere ein wenig rechts. Die Linken bilden in Israel die klassische Arbeitspartei und verstecken...

Uri Avnery: Ich war an Ort und Stelle

"Bitte schreibe nicht über Jair Golan!", bat mich ein Freund. "Alles, was ein Linker wie du über ihn schreibt, wird ihm nur schaden!" Also tat ich es ein paar Wochen lang nicht. Aber jetzt kann ich nicht noch länger schweigen....

Uri Avnery: Ein Dokument mit einer Mission

Als David Ben-Gurion am 14. Mai  1948 Israels Unabhängigkeitserklärung (offiziell: "Erklärung der Errichtung des Staates Israel") verlas, war ich im Kibbuz Hulda. Meiner Kompanie der (noch unbenannten) israelischen Armee war befohlen worden, in der Nacht das arabische Dorf al-Kubab nahe...

Uri Avnery: Diese komischen Antisemiten

Über Antisemiten muss ich lachen. Sie sind so komisch. Ich weiß, dass viele diese Äußerung für frivol, wenn nicht gar anstößig, halten werden, wenn man all das Schreckliche bedenkt, das Antisemiten die Jahrhunderte hindurch angerichtet haben, darunter den Holocaust. Aber...

Uri Avnery: Der andere Gandhi

Im Jahre 1975 wurde ich vor meiner Wohnungstür in die Brust gestochen. Der Attentäter verfehlte mein Herz um Millimeter. Er wurde von meinen Nachbarinnen festgehalten und eingesperrt. Es stellte sich heraus, dass er keine politischen Motive gehabt hatte - er...

Uri Avnery: Die Quadratur des Kreises

Ich mag den israelischen Staatspräsidenten Reuven ("Rubi") Rivlin. Ich mag ihn sehr. Das könnte etwas seltsam erscheinen, da er ein Mann der Rechten ist. Er ist Mitglied der Likud-Partei. Er glaubt an das, was wir hebräisch "das ganze Land Israel"...

Uri Avnery: Der Fall des Soldaten A

Alles mögliche wurde über den Vorfall, der Israel erschüttert, so scheint es, bereits gesagt, geschrieben, verkündet, bestätigt und abgestritten. Alles außer der Hauptsache. Bei dem Vorfall handelt es sich um "den Soldaten von Hebron". Die Militär-Zensur gestattet nicht, dass sein...

Uri Avnery: Unter den Linden

Ein berühmter Vers der deutschen Dichtung lautet: "Und grüß mich nicht unter den Linden". Der jüdisch-deutsche Dichter Heinrich Heine bittet seine Geliebte, ihn nicht in der Öffentlichkeit zu "blamieren", indem sie ihn auf der Flaniermeile Berlins grüßt. Israel nimmt die Stellung...

Uri Avnery: Was ist nur mit den Juden geschehen?

Plötzlich erinnere ich mich, wo ich das schon einmal gesehen habe. Genau dieselbe Art Gesicht. Dasselbe nach vorn geschobene Kinn, um damit den Eindruck von Stärke und Entschlossenheit zu erwecken. Dieselbe Art zu sprechen: Ein Satz und dann eine Pause,...

Uri Avnery: Mein Terrorist, dein Terrorist

Ist die Hisbollah nun also eine terroristische Organisation? Natürlich nicht. Warum hat dann die Arabische Liga entschieden, sie sei eine? Weil die meisten Mitgliedsstaaten der Liga sunnitische Muslime sind, während die Hisbollah eine schiitische Organisation ist, die den schiitischen Iran...

Uri Avnery: Die große BDS-Debatte

Hilfe! Ich betrete ein Minenfeld. Ich kann nicht anders. Das Minenfeld hat einen Namen: BDS - Boykott, Kapitalabzug (Devestitionen), Sanktionen. Oft werde ich gefragt, welche Haltung ich dieser internationalen Bewegung gegenüber einnehme. Sie wurde von palästinensischen Aktivisten ins Leben gerufen...

Uri Avnery: Das Känguru

Ein Bauer kommt zum ersten Mal in die große Stadt. Er geht in den Zoo und steht stundenlang wie festgewurzelt vor dem Känguru-Käfig. "So ein Tier gibt es nicht!", ruft er immer wieder. Ich muss gestehen, dass ich dasselbe empfunden...

Uri Avnery: Heiliges Wasser

Er kam aus dem Nichts. Buchstäblich. Die israelische Polizei brauchte einen neuen Kommandanten. Der letzte war ans Ende seiner Dienstzeit gelangt, einige höhere Offiziere waren beschuldigt worden, ihnen untergebene Frauen belästigt zu haben, und einer hatte, nachdem er wegen Korruption...

Uri Avnery: Wenn Gott verzweifelt

Gleich nach der Gründung Israels erschien Gott David Ben-Gurion und sagte zu ihm: "Du hast meinem Volk Gutes getan. Nenne mir einen Wunsch und ich will ihn erfüllen!" "Ich wünsche mir, dass Israel jüdisch und demokratisch ist und dass es...

Uri Avnery: Die Dame mit dem Lächeln

Es ist nicht leicht, in Israel Araber zu sein. Es ist nicht leicht, in einer arabischen Gesellschaft eine Frau zu sein. Es ist nicht leicht, Araber in der israelischen Politik zu sein. Noch weniger leicht ist es, eine arabische Frau...

Uri Avnery: Optimismus des Willens

Nun haben wir also einen weiteren Antisemiten. Masál Tow (wörtlich: gutes Glück), wie wir auf Hebräisch sagen. Sein Name ist Ban Ki-Moon und er ist der Generalsekretär der Vereinten Nationen. Faktisch ist er der höchste internationale Beamte, so etwas wie...

Uri Avnery: Der Rattenfänger von Zion

Die kleine Stadt Hameln ist nicht weit von meinem Geburtsort entfernt. Einmal litt sie unter einer Rattenplage. In ihrer Verzweiflung wandten sich die Bürger an einen Rattenfänger und versprachen ihm tausend Gulden, wenn er sie von der Rattenplage befreien würde....

Uri Avnery: Extrem, extremer am extremsten

Es ist wohlbekannt, dass Israel ein "jüdischer und demokratischer Staat" ist. Das ist die offizielle Bezeichnung. Nun gut... WAS "jüdisch" angeht: Es ist eine neue Art Judentum, eine Mutation. Seit etwa 2000 Jahren sind die Juden dafür bekannt, dass sie...

Uri Avnery: Die Kluft wird breiter

In jeder Liste mit den 100 wichtigsten Frauen Israels wird Ilana Dajan eine bedeutende Stellung einnehmen. Dajan (Sie steht in keiner verwandtschaftlichen Beziehung zum verstorbenen General mit der Augenklappe) ist die Gastgeberin einer der angesehensten Fernsehsendungen. Während das Fernsehen im...

Uri Avnery: Furcht vor Assimilierung

Das israelische Bildungsministerium hat ein Buch von der Leseliste der Studenten gestrichen. Das ist keine große Sache. In Russland, China und im Iran passiert das jeden Tag. Aber es ging nicht um das revolutionäre Werk eines feuerfressenden Rebellen. Es geht...

Uri Avnery: Ein Fall von Bestechung

Als der Staat Israel gegründet wurde, tat der Außenminister Mosche Scharett etwas, das damals recht selbstverständlich zu sein schien: Er verkaufte seine Privatwohnung. In seinem neuen Amt wurde ihm eine offizielle Residenz zugestanden. Überflüssig zu sagen: eine bescheidene. Scharett dachte,...

Uri Avnery: Die Erfindung der Nationen

Vor zwei Wochen ist Benedict Anderson gestorben. Oder, wie wir hebräisch sagen: "Er ging in seine Welt." Anderson war ein in China geborener Ire, er wurde in England erzogen, sprach fließend einige südasiatische Sprachen und übte großen Einfluss auf meine...

Uri Avnery: Ein einsamer Rechtsanwalt

Inzwischen hat jeder Israeli den Fernseh-Clip einige Male gesehen: Ein vierzehnjähriges arabisches Mädchen wird in der Nähe des Großmarktes im jüdischen Jerusalem erschossen. Die Geschichte kennt jeder: Zwei Schwestern, eine 14 die andere 16 Jahre alt, haben beschlossen, Israelis anzugreifen....

Uri Avnery: König Bibi

Benjamin Netanjahu ist unser lebenslanger Ministerpräsident. So scheint es. Das glaubt offenbar er. Er glaubt es nicht nur. Er handelt auch entsprechend. Um das sicherzustellen, hat er zwei dafür notwendige Dinge getan: (a) jeden möglichen Konkurrenten ausgeschaltet und (b) sich...

Uri Avnery: Gedanken am Meeresufer

Es war wunderbar. Ich ging zum ersten Mal nach meiner Operation vor drei Wochen wieder zum Strand. Es sind fünf Minuten zu Fuß von meiner Wohnung. Das Meer war ruhig und glatt. Eine milde Sonne schien nahe am Horizont, es...

Uri Avnery: Die Herrschaft der Absurdiotie

So etwas wie "internationalen Terrorismus" gibt es nicht. Dem "internationalen Terrorismus" den Krieg erklären ist Unsinn. Politiker, die das tun, sind entweder Narren oder Zyniker und wahrscheinlich sind sie beides. Terrorismus ist eine Waffe. Wie eine Kanone. Wir würden über...

Leben mit dem Schwert auf einem Pulverfass

Auf Tel Avivs Dizengoff-Straße sah ich Anfang dieser Woche eine Taxi-Plakatwand mit einer riesigen israelischen Flagge, unter der der Slogan stand: "Zusammen werden wir gewinnen!" Es ist kein neues Phänomen. In den letzten Jahren - in Zeiten mit wachsender Krise,...

Uri Avnery: Ariels Katzen

Jedes Mal, wenn wir denken, wir haben das Limit erreicht, taucht plötzlich etwas Neues auf und das Limit verschiebt sich. Man mag gedacht haben, dass die Hitler-Mufti-Geschichte das absolute Limit an Verrücktheit war. Aber da kommt Uri Ariel einher und...

Uri Avnery: Der Mufti

Einige meiner Freunde haben sich bei mir beklagt, mein letzter Artikel enthalte eine terminologische Ungenauigkeit, so hätte es jedenfalls Churchill ausgedrückt. Ich habe geschrieben, dass beim Hitler-Husseini-Treffen die Juden nicht erwähnt worden wären. Das ist eine grobe Übertreibung. Jeder, der...

Uri Avnery: Adolf, Amin und Bibi

Es ist nicht sehr angenehm, wenn sich ernst zu nehmende Leute in aller Welt - Historiker, Psychiater, Diplomaten - fragen, ob mein Ministerpräsident vollkommen zurechnungsfähig sei. Aber genau das geschieht gerade. Und nicht nur im Ausland. Immer mehr Leute in...

Uri Avnery: Weine, geliebtes Land

Manchmal kann ein geringfügiges Ereignis die Dunkelheit zerreißen und ein erschreckendes Bild freigeben. Dies geschah am letzten Sonntag in Beerscheba, der Hauptstadt des Negev. Das Bild war wirklich erschreckend. Das Ereignis begann als Routine-Angriff, als einer der vielen, an die...

Uri Avnery: Das Preußen der Siedler

Die israelische Demokratie rutscht abwärts. Sie rutscht langsam, gemütlich, aber unverkennbar. Wohin rutscht sie ab? Alle wissen es: in Richtung extremen Nationalismus, Rassismus und extremer Religiosität. Wer führt die Fahrt an? Nun, natürlich die Regierung. Von Uri Avnery....

Uri Avnery: Ein Führer ohne Ruhm

Zum ersten Mal bin ich Mahmoud Abbas Anfang 1983 in Tunis begegnet. Ich wusste, dass er in der PLO-Führung für israelische Angelegenheiten zuständig war. Die PLO-Delegierten Said Hamami und Issam Sartawi, mit denen ich seit 1974 in ständigem Kontakt stand,...

Uri Avnery: Nasser und ich

Diese Woche vor 45 Jahren starb Gamal Abd-al-Nasser mit nur 52 Jahren. Das ist jedoch kein Ereignis, das der Vergangenheit angehört. Es hat weiterhin auch auf die Gegenwart sehr großen Einfluss und wird wahrscheinlich auch die Zukunft beeinflussen. 1948 bin...

Uri Avnery: Das Furcht-Ministerium

Furcht ist auch ein Werkzeug der Herrscher. Schaffe Furcht und herrsche. Das ist seit Ewigkeiten eine Maxime von Königen und Diktatoren. In Israel ist das die leichteste Sache der Welt. Man braucht nur den Holocaust (oder auf Hebräisch: die Schoah)...

Uri Avnery: "Red keinen Zionismus!"

In den frühen 1950er Jahren veröffentlichte ich eine Geschichte meines Freundes Miko Almaz. Der neue Staat Israel war damals in einer ernsten Notlage. Seine Führer wussten nicht, wie sie das Essen für den nächsten Monat bezahlen sollten. Jemand erinnerte sich,...

Uri Avnery: Die wirkliche Gefahr

Ich habe Angst. Ich schäme mich nicht, es zuzugeben: Ich habe Angst. Ich habe Angst vor der Bewegung Islamischer Staat, alias ISIS, alias Daesh. Diese Bewegung ist die einzige reale Gefahr, die Israel droht, die der Welt droht, die mir...

Uri Avnery: Das Gesicht eines Jungen

Die Verbrechen von Napoleons Besatzungsarmee in Spanien wurden nicht fotografiert. Die Fotografie war noch nicht erfunden. Die tapferen Kämpfer gegen die Besetzung mussten sich mit Francisco Goyas unvergänglicher Kunst seiner Gemälde vom Widerstand begnügen. Die Partisanen und Untergrundkämpfer gegen die...

Uri Avnery: Die weich gewordenen Drei

Ich muss zugeben, Mosche "Bogie" Ja'alon stand nicht eben ganz oben auf der Liste meiner Lieblingspolitiker. Der ehemalige Stabschef der Armee und gegenwärtige Verteidigungsminister erschien mir als bloßer Lakai Natanjahus und als eindimensionaler Militarist. Viele Leute nennen ihn einen "bock",...

Uri Avnery: Der Zauberlehrling

Man kann es sich aussuchen: Benjamin Netanjahu ist entweder unglaublich schlau oder unglaublich dumm. Nehmen wir einmal die Iranpolitik. Tatsächlich haben wir keine große Auswahl. Netanjahu hat keine andre Politik. Nach ihm stellt der Iran für Israel eine tödliche Gefahr...

Uri Avnery: Jüdische Terroristen

Einige meiner besten Freunde verlangen, dass ich einen Artikel schreibe, in dem ich die "Verwaltungshaft" jüdischer Terroristen bedingungslos verurteile. Drei als Terroristen Verdächtigte wurden schon dementsprechend verhaftet. Sie sind Mitglieder einer Gruppe, die den Lehren Rabbi Meir Kahanes folgt. Kahane...

Uri Avnery: Divide et Impera

Benjamin Netanjahu ist nicht gerade als klassischer Gelehrter bekannt, aber auch ohne das hat er die römische Maxime übernommen: Divide et Impera, teile und herrsche. Das Haupt- (und vielleicht einzige) Ziel seiner Politik ist es, die Herrschaft Israels als des...

Uri Avnery: Auf der Suche nach einem Helden

Vor etwa 60 Jahren schrieb der damals neue ägyptische Machthaber Gamal Abd-al-Nasser ein Buch über "Die Philosophie der Revolution". In Nachahmung des Stückeschreibers Luigi Pirandello (Sechs Personen suchen einen Autor) behauptete er, dass die Aufgabe der Vereinigung der arabischen Welt...

Uri Avnery: Sheldons Handlanger

In Japan in der guten alten Zeit hätte Benjamin Netanjahu inzwischen Harakiri verübt. Im England derselben guten alten Zeit hätte der König ihn als Gouverneur auf das entfernteste kleine Eiland im Pazifischen Ozean geschickt. In Israel werden seine Umfragewerte immer...

Uri Avnery: Der Vertrag

Und was ist, wenn das ganze Drama nur ein Täuschungsmanöver war? Was ist, wenn das hinterlistige Persien nicht einmal im Traum daran gedacht hätte, eine Atombombe zu bauen, sondern die Drohung nur dazu benutzt hätte, seinen wahren Zielen näherzukommen? Was...

Uri Avnery: Ich bin eine Griechin

Alle haben bisher ihre Meinung über die griechische Krise zum Ausdruck gebracht, unabhängig davon, ob sie nun eine Meinung haben oder nicht. Also fühle ich mich gezwungen, auch meine Meinung zu diesem Thema zu äußern. Die Krise ist enorm kompliziert....

Uri Avnery: Die zweite Schlacht von Trafalgar

Diese Woche fand eine mächtige Schlacht auf den Wellen des Mittelmeeres statt. Sie wird als Äquivalent von Salamis oder Trafalgar in die Geschichte eingehen. In einem gewagten Manöver fing die Marine des Staates Israel den Feind ab: Er bestand aus...

Avnery: Lasst die Gaza Flotilla durch, öffnet den Hafen von Gaza bei internationaler Überwachung

Der ehemalige Knesset-Abgeordnete Uri Avnery von Gush Shalom (Israelischer Friedensblock) appelliert an Ministerpräsident Netanjahu und den Verteidigungsminister Ja'alon, solange noch Zeit sei, ernsthaft über die Angelegenheit nachzudenken und der "Schwedischen Flotilla" die Landung im Hafen von Gaza zu gestatten....

Uri Avnery: Kriegsverbrechen? Wir???

"Krieg ist die Hölle!" rief bekanntlich William Tecumseh Sherman, General im Amerikanischen Bürgerkrieg, aus. Im Krieg geht es darum, den "Feind" zu töten, um ihm den eigenen Willen aufzuzwingen. Darum ist "humaner Krieg" ein Oxymoron. Krieg ist an sich ein...

Uri Avnery: Isratin oder Palestrael?

Da gab es einmal diesen Burschen, der eine erderschütternde Erfindung machte: ein Flugzeug, das mit Wasser betrieben wurde. Kein Kerosin. Keine Luftverschmutzung. Keine astronomischen Flugpreise. Man muss es einfach mit Wasser volltanken und es fliegt bis ans Ende der Welt....

Uri Avnery: BDS, der neue Feind

Benjamin Netanjahu hat sich den Kopf zerbrochen. Seine ganze Karriere gründet sich auf Panikmache. Da die Juden seit Jahrtausenden in Angst und Panik leben, kann man sich leicht darauf berufen. Sie sind Süchtige. Seit Jahren baut Netanjahu seine Karriere auf...

Uri Avnery: Die Nakba, wie sie wirklich war

Vor drei Wochen war der Nakba-Tag - der Tag, an dem Palästinenser innerhalb und außerhalb Israels ihrer "Katastrophe" gedenken, des Exodus von mehr als der Hälfte des palästinensischen Volkes aus den Gebieten, die Israel im 1948er Krieg besetzte. Jede der...

Uri Avnery: Die Landkarte an der Wand

Ein ehemaliger Minister, eine (nichtsdestoweniger) intelligente Person, fragte mich neulich: "Nehmen wir einmal an, Ihr Plan wird verwirklicht. Ein palästinensischer Staat entsteht Seite an Seite mit Israel. Selbst so etwas wie eine Föderation. Dann kommt dort nach ein paar Jahren...

Uri Avnery: Wer wird Israel retten?

Die Schlacht ist vorbei. Der Pulverdampf hat sich verzogen. Eine neue Regierung - zum Teil lächerlich, zum Teil Furcht einflößend - wurde errichtet. Es wird Zeit, Bilanz zu ziehen. Das Netto-Ergebnis: Israel hat jeden Anspruch, Frieden zu wollen, aufgegeben und...

Uri Avnery: Die Kriegsnarren

Vor ein paar Tagen sendete der israelische Fernsehkanal 10 eine Untersuchung über den israelischen Angriff auf den Libanon 2006, der "Libanon-Krieg II" genannt wird. Die Sendung war zwar nicht sehr tiefgründig, aber sie bot doch ein gutes Bild dessen, was...

Uri Avnery: Ein Tag- und Nacht-Albtraum

Benjamin Netanjahu scheint inzwischen von allen verabscheut zu werden. Fast ebenso sehr wie seine sich ständig einmischende Ehefrau Sarah'le. Vor sechs Wochen noch war Netanjahu der große Sieger. Im Gegensatz zu den Meinungsumfragen errang er im letzten Augenblick einen Überraschungssieg,...

Uri Avnery: Ein Junge namens Bibi

Es gibt zwei unterschiedliche Meinungen über Benjamin Netanjahu. Kaum zu glauben, dass es sich dabei um dieselbe Person handelt. Eine Meinung ist, dass Netanjahu ein geistloser Politiker sei, der weder Ideen noch Überzeugungen habe und der einzig und allein von...

Uri Avnery: Hunde und Katzen in einem Sack

Es ist ein ziemlich ekelhaftes Schauspiel. Die israelische Rechte hat einen umwerfenden Sieg errungen. (Bei näherer Betrachtung war der Sieg nicht ganz so umwerfend. Tatsächlich war es überhaupt kein Sieg. Der Likud hat seinen umwerfenden Sieg ausschließlich auf Kosten anderer...

Uri Avnery: "Es gibt noch Richter..."

Diese Woche habe ich eine zweifelhafte Auszeichnung bekommen: Ein bahnbrechendes Urteil des Obersten Gerichtshofes wurde nach mir benannt. Es ist eine Ehre, auf die ich gerne verzichtet hätte. Von Uri Avnery....

Uri Avnery: Nationale Einheit

Meine erste Reaktion nach den Wahlen war: "Nur keine Einheitsregierung!" Einen großen Teil meines ersten Artikels nach der Wahl widmete ich der Gefahr einer Regierung der "nationalen Einheit". Zu der Zeit war allerdings die Möglichkeit einer solchen Regierung, die sich...

Uri Avnery: Wer hat Angst vor der bösen Bombe?

Ich muss mit einem schockierenden Bekenntnis beginnen: Ich habe keine Angst vor der iranischen Atombombe. Ich weiß, das macht mich zu einer abartigen Person, fast schon zu einem Freak. Aber was kann ich machen? Es ist mir unmöglich, Furcht zu...

Uri Avnery: Die israelische Heilsfront

Die Wahl 2015 war ein riesiger Schritt in Richtung Selbstzerstörung Israels. Die eindeutige Mehrheit hat für einen Apartheidsstaat zwischen dem Mittelmeer und dem Jordan gestimmt, für einen Staat, aus dem die Demokratie langsam verschwinden wird. Noch ist die Entscheidung nicht...

Uri Avnery: Der Messias ist nicht gekommen

Der Messias ist nicht gekommen und Bibi ist nicht gegangen. Das ist das traurige Ergebnis. Traurig, aber nicht das Ende der Welt. Wie ein amerikanischer Spruch lautet: "Heute ist der erste Tag des Rests deines Lebens." Ich würde sagen: "Heute...

Uri Avnery: Wen soll ich wählen?

Einmal ging ein Sowjetbürger wählen. Man gab ihm einen versiegelten Umschlag und sagte ihm, er solle ihn in die Wahlurne werfen. "Dürfte ich vielleicht sehen, wen ich wähle?", fragte er schüchtern. "Aber natürlich nicht!", antwortete der Beamte entrüstet. "Wir in...

Uri Avnery: Die Rede

Ganz plötzlich erinnerte sie mich an etwas. Ich sah mir DIE Rede Benjamin Netanjahus vor dem Kongress der Vereinigten Staaten an. Eine Reihe wie die andere von Männern in Anzügen (und einige vereinzelte Frauen) sprang auf und ab, auf und...

Uri Avnery: Eine kostspielige Rede

Winston Churchill sagte bekanntlich: Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen - abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind. Alle, die etwas mit politischem Leben zu tun haben, wissen, dass das britisches Understatement ist....

Uri Avnery: Anti-Was?

Antisemitismus ist auf dem Vormarsch. In ganz Europa erhebt er sein hässliches Haupt. Die Juden sind überall in Gefahr. Sie müssen sich beeilen und heim nach Israel kommen, ehe es zu spät ist. Wahr? Unwahr? Unsinn. Von Uri Avnery....

Uri Avnery: Die Kasinorepublik

Wer regiert Israel? Natürlich Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Falsch. Der wahre Regent Israels ist ein Sheldon Adelson, 81 Jahre alt, amerikanischer Jude, Kasinokönig, der als einer der zehn reichsten Männer der Welt gilt und der wenigstens 37,2 Milliarden Dollar wert ist....

Uri Avnery: Flaschenpost

Jeder weiß, worum es in den Wahlen in Israel geht. Die Entscheidung ist krass: auf der einen Seite der Traum von einem Großisrael "vom Meer bis zum Fluss", das in der Praxis ein Apartheids-Staat wäre, auf der anderen Seite ein...

Uri Avnery: Lauter Zionisten

Oft fragen mich Leute: "Sind Sie Zionist?" Meine Standardantwort ist: "Es kommt darauf an, was Sie unter Zionismus verstehen." Das meine ich ganz ernst. Der Ausdruck Zionismus kann sehr Unterschiedliches bedeuten. Wie zum Beispiel auch der Ausdruck Sozialismus. François Hollande...

Uri Avnery: Galants tapfere Tat

Es gab einmal einen Witz über einen Sadisten und einen Masochisten. "Tu mir weh! Schlag mich! Tritt mich!", fleht der Masochist den Sadisten an. Der Sadist lächelt grausam und antwortet genüsslich: "Nein!" Das spiegelt mehr oder weniger die derzeitige Situation...

Israelische Ärzte werfen Israel Verstöße gegen Völkerrecht vor

Die israelische Organisation "Ärzte für Menschenrechte" wirft der israelischen Regierung in einem gestern veröffentlichten Bericht zahlreiche Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht vor. Diese hätten zu hohen Opferzahlen unter der palästinensischen Zivilbevölkerung während des Gaza-Krieges im Sommer 2014 geführt. Anlässlich dieser...

Uri Avnery: In der vordersten Reihe gehen und winken

Wenn sie die Folgen erlebt hätten, wären die drei islamischen Terroristen sicherlich sehr stolz auf sich gewesen. Indem sie zwei (nach israelischen Maßstäben ganz gewöhnliche) Anschläge verübten, verbreiteten sie Panik in ganz Frankreich, brachten Millionen Leute auf die Straße und...

Uri Avnery: Die Hälfte von Schas

Die Schas-Partei hat sich in zwei Teile gespalten. Nach Meinungsumfragen liegen beide Teile um die 3,12%-Hürde herum, die eine Partei jetzt nehmen muss, um in die Knesset zu kommen, nachdem die Mindestgrenze von der letzten Knesset angehoben worden ist. Viele...

Uri Avnery: Der Felsen unserer Existenz

Wie viele andere Angehörige meiner Generation habe ich mich von Jugend auf sehr stark für Archäologie interessiert. Ich werde zu erklären versuchen, warum das so ist. Wenn sich einige von Ihnen fragen, welche Beziehung ich zur Archäologie haben mag, wird...

Uri Avnery: Meine ruhmreichen Brüder

Als ich 15 und Mitglied der Untergrundorganisation Irgun (nach heutigen Kriterien einer waschechten Terroristenorganisation) war, sangen wir "(In der Vergangenheit) hatten wir die Helden Bar Kochba und die Makkabäer / Jetzt haben wir neue Helden / Die nationale Jugend" nach...

Uri Avnery: Splendid Isolation

Fast tausend israelische Persönlichkeiten haben schon einen Appell an europäische Parlamente unterzeichnet, dass sie ihre Regierungen dazu veranlassen sollten, den Staat Palästina anzuerkennen. Ich habe die Ehre, zu den Unterzeichnern zu gehören. Auch ehemalige Minister und Abgeordnete der Knesset, Diplomaten...

Uri Avnery: Kann der Herzog König werden?

Am Montag stimmte die 19. Knesset dafür, sich aufzulösen, und das weniger als zwei Jahre nach ihrer Wahl. Für viele der Abgeordneten war es ein trauriger Tag, etwas wie ein politisches Harakiri. Sie haben keine Chance, wiedergewählt zu werden. Einige...

Uri Avnery: Der Volksentscheid

Die Israelis haben von Benjamin Netanjahu die Nase voll. Sie haben von der Regierung die Nase voll. Sie haben von allen politischen Parteien die Nase voll. Sie haben von sich selbst die Nase voll. Sie haben die Nase voll. Das...

Ehemaliger Mossad-Chef: Zum ersten Mal fürchte ich für die Zukunft des Zionismus

Seit ich mir eine eigene Meinung bilden kann, mache ich mir heute zum ersten Mal Sorgen über die Zukunft des zionistischen Projekts. Ich mache mir einerseits über die kritische Masse der Drohungen gegen uns und andererseits über die Blindheit und...

Uri Avnery: Der Sohn meiner Augen

Der Präsident Israels war fassungslos. Ruwi Riwlin, der kürzlich in das hohe, aber weitgehend zeremonielle Amt gewählt worden ist, ist alles andere als ein Linker. Im Gegenteil, dieser Spross einer Familie, die seit sieben Generationen in Jerusalem lebt, glaubt an...

Adam Keller: Der Konflikt bewältigt uns

Für irgendwann im Dezember oder Januar wird ein Resolutionsentwurf über Palästina auf der Tagesordnung des UN-Sicherheitsrates stehen. Dann müssen die USA entscheiden, ob sie ein Veto einlegen oder nicht. Die Entscheidung der Amerikaner wird wahrscheinlich Mahmoud Abbas' Schicksal in der...

Uri Avnery: Die unheilige Stadt

In seiner langen und wechselvollen Geschichte wurde Jerusalem von Dutzenden von Eroberern besetzt. Babylonier und Perser, Griechen und Römer, Mamelucken und Türken, Briten und Jordanier - um nur einige zu nennen. Der neueste Besetzer ist Israel, das Jerusalem 1967 erobert...

Uri Avnery: Wein, Blut und Benzin

Das Dorf KAFR KANA in der Nähe von Nazareth ist wahrscheinlich der Ort, an dem Jesus - so erzählt es das Neue Testament - Wasser in Wein verwandelt hat. Jetzt ist es ein arabisches Dorf, in dem die israelische Polizei...

Das Recht der Palästinenser und ihre Pflicht, Widerstand zu leisten

Man stelle sich vor, ein Palästinenser zu sein; vielleicht ein Bewohner Ost-Jerusalems. 47 schwierige Jahre liegen hinter einem; eine große deprimierende Dunkelheit liegt vor einem. Die israelische Tyrannei, die dein Schicksal dem Untergang weiht, erklärt arrogant, dass alles so auf...

Uri Avnery: Kommt ISIS?

Wenn sich ISIS in dieser Woche den Grenzen Israels genähert hätte, hätte das niemand im Land bemerkt. Israel war von einem Gerichtssaal-Drama fasziniert. Dort stand im Jerusalemer Bezirksgericht der ehemalige Ministerpräsident Ehud Olmert seiner ehemaligen Sekretärin Schula Saken gegenüber. Niemand...

Reuven Moskovitz: Brief zum jüdischen Neuen Jahr

Oft denke ich daran, was überhaupt noch zu sagen wäre und ob in meinen zahlreichen Briefen an Euch noch etwas fehlt. In diesem Abwägen treibt mich bei aller Empörung über die existierende Realität mein Wunsch, dass es doch noch gelingen...

Uri Avnery: Muhammad, wo bist du?

Es klingt wie ein Witz, aber es ist keiner. Am Vorabend des jüdischen Neujahrfestes vor einem Monat veröffentlichte das Statistikamt der Regierung eine Reihe interessanter Punkte über die Bevölkerung des Staates. Es sollte ein Geschenk für die Bürger sein. Die...

Uri Avnery: Angemessener Respekt

Wenn das britische Parlament eine Resolution zugunsten der israelischen Besetzung des Westjordanlandes angenommen hätte, wäre die Reaktion in unseren Medien die folgende gewesen: "In einer Atmosphäre großer Begeisterung nahm das britische Parlament mit riesiger Mehrheit (274 dafür und nur 12...

Uri Avnery: Kreuzfahrer und Zionisten

Neuerdings treten die Wörter "Kreuzfahrer" und "Zionisten" immer häufiger als Zwillinge auf. In einer Dokumentation über ISIS, die ich eben gesehen habe, tauchten sie in fast jedem Satz auf, der von islamistischen Kämpfern, darunter auch Jugendlichen, geäußert wurde. Vor ungefähr...

Uri Avnery: Zwei Reden

Wenn ich zwischen den beiden Redner-Gladiatoren wählen könnte, wäre es mir lieber, wenn Mahmoud Abbas Israel und Netanjahu die andere Seite vertreten würde. Abbas stand fast bewegungslos und verlas seine Rede (in Arabisch) mit ruhiger Würde. Keine Kunstgriffe. Netanyahu wandte...

Für einen gerechten Frieden!

Udi Segal sollte seinen Militärdienst in der israelischen Armee (Tsahal) am 28. Juli 2014 antreten, nach Gesetzeslage besteht diese Verpflichtung direkt nach seinem Gymnasialabschluss. Er hat verweigert und seine Begründung am 30. Juli veröffentlicht. Als "Refuznik"(in Hebräisch: sarvan, von sirev:...

Uri Avnery: Ja, wenn ich 25 wäre!

Im heutigen Israel ist es jedoch schon fast unanständig, im politischen Diskurs das Wort "Frieden" zu gebrauchen. Es ist ein Vier-Buchstaben-Wort (das ist es tatsächlich in Hebräisch und in Arabisch). Man darf zwar noch den Wunsch nach einer "politischen Lösung"...

Uri Avnery: Schottland am Euphrat

Zwei Länder wetteiferten in dieser Woche um den ersten Platz in den Nachrichten in aller Welt: Schottland und der Islamische Staat im Irak und in Syrien. Es könnte keinen größeren Unterschied geben als den zwischen diesen beiden Ländern. Schottland ist...

Uri Avnery: Hannibal ad Portas

Der letzte Krieg ist zu Ende, der nächste hat noch nicht angefangen, lasst uns also die Zeit nutzen, um über vieles zu sprechen. Zum Beispiel über Hannibal. Hannibal? War das nicht der Mann mit den Elefanten? Genau der! Der kathargische...

Uri Avnery: Gott will es!

Seit sechs Jahrzehnten warnen meine Freunde und ich unser Volk: Wenn wir nicht mit den nationalistischen arabischen Kräften Frieden schließen, werden wir es mit islamischen arabischen Kräften zu tun bekommen. Der israelisch-palästinensische Konflikt wird zu einem jüdisch-muslimischen Konflikt. Der nationale...

Jüdische Holocaust-Überlebende aus aller Welt fordern Gerechtigkeit in Gaza

40 jüdische Überlebende des Nazi-Holocaust und 287 Nachkommen von Überlebenden und Opfern haben in dieser Woche einen Offenen Brief veröffentlicht (siehe unten), in dem sie die Aktionen Israels in Gaza verurteilen. "Als jüdische Überlebende und Nachkommen von Überlebenden und Opfern...

Uri Avnery: Der Krieg um nichts

Nach 50 Tagen ist der Krieg vorbei. Halleluja. Auf der palästinensischen Seite: 2.143 Tote, mehr als 577 von ihnen Kinder, 263 Frauen und 102 Alte. 11.230 Verletzte. 10.800 Gebäude zerstört. 8.000 Gebäude teilweise zerstört. Etwa 40.000 beschädigte Wohnungen. Unter den...

Uri Avnery: Sohn des Todes

Der Krieg war vorüber. Die Familien kehrten in ihre Kibbuze in der Nähe von Gaza zurück. Die Kindergärten machten wieder auf. Ein Waffenstillstand war in Kraft und wurde immer wieder verlängert. Offenbar waren beide Seiten erschöpft. Und dann kam der...

Uri Avnery: Geblendet in Gaza

Das Dumme am Krieg ist, dass er zwei Seiten hat. Alles wäre so viel einfacher, wenn der Krieg nur eine Seite hätte. Natürlich unsere. Da entwirft man einen wunderbaren Plan für den nächsten Krieg, bereitet den Krieg vor und trainiert...

Uri Avnery: Untergrundbahn Gaza

Tel Aviv hat keine Untergrundbahn. Jahrzehntelang ist davon gesprochen worden. Aufeinanderfolgende Bürgermeister haben eine versprochen. Leider gibt es immer noch keine Untergrundbahn. Als die israelische Armee in den Gazastreifen einzog und dort ein erstaunliches System unterirdischer Tunnel vorfand, griff eine...

Rolf Verleger: Nächstenliebe ist nicht Judenhass

Israels maßloser Versuch, die Hamas als Vertretung Palästinas ein für allemal zu liquidieren, treibt in Deutschland einen schon lange schwärenden Widerspruch auf die Spitze: Sympathie für Menschenrechte oder für Israel? Unsere Politiker reagieren schablonenhaft und die jüdische Gemeinschaft wirkt ratlos;...

Rolf Verleger: Kaddisch für Gasa / Kaddish for Gaza

Prof. Dr. Rolf Verleger hat in einer Rede auf der von der Deutsch-Arabischen Gesellschaft organisierten Kundgebung am 30. Juli 2014 vor Schloss Bellevue in Berlin kritisch hinterfragt, ob das Unrecht, das seinen in KZ's ermordeten Verwandten angetan worden sei, es...

Wir sind israelische Reservisten. Wir verweigern den Dienst bei der Armee

Immer wenn die israelische Armee die Reservisten einberuft, die sich aus ehemaligen Soldaten zusammensetzen, gibt es unter den zum Krieg Einberufenen Andersdenkende, Verweigerer und unerlaubt Abwesende/Deserteure. Jetzt, da Israel wieder Soldaten nach Gaza geschickt hat und Reservisten einberufen worden sind,...

Rolf Verleger: Israels Unrecht auf geraubtem Land

Seit 2005 ist Gaza ein großes Gefängnis; Israel hat es verriegelt, Ägypten bewacht den Hinterausgang. Israel erlaubt Ein- und Ausfuhren nur insoweit, dass niemand verhungert. Boote dürfen nur bis drei Meilen vor die Küste fahren, den EU-finanzierten Flughafen hat Israel...

Uri Avnery: Begegnung in einem Tunnel

In England gab es einmal ein Dorf, das sehr stolz auf seine Bogenkunst war. In jedem Hof stand eine Schießscheibe, die die Geschicklichkeit ihres Besitzers anzeigte. Auf einer dieser Scheiben hatte jeder einzelne Pfeil ins Schwarze getroffen. Ein neugieriger Besucher...

Felicia Langer: "Die Palästinenser werden allein gelassen"

Die international bekannte Anwältin Felicia Langer fordert in einem Interview mehr Druck auf Israel für ein Ende des Gaza-Krieges. Israel begehe Kriegsverbrechen in Gaza. Aber die Welt verstehe nicht, dass das Völkermord sei, was dort geschehe. Schon sieben Jahre würden...

Uri Avnery: Ein für alle Mal!

In diesem Krieg haben beide Seiten dasselbe Ziel: Sie wollen der Situation ein Ende setzen, die vor dem Beginn des Krieges geherrscht hat. Ein für alle Mal! Sie wollen dem Beschuss Israels mit Raketen aus dem Gazastreifen ein Ende machen....

Uri Avnery: Wer gewinnt?

Wenn Weltgeschichte im Stil unserer jetzigen israelischen Kriegspropaganda geschrieben würde, hörte sie sich so an: Churchill war wirklich ein Bösewicht. Er hat die Londoner Bevölkerung unter dem unaufhörlichen Beschuss durch die deutsche Luftwaffe gehalten. Er benutzte die Einwohner Londons in...

Rolf Verleger: Pogrom 2014

Als 1903 der junge Michail Rybatschenko bei Kischinew (heute Moldawien, damals Zarenreich) ermordet aufgefunden wurde, stellten dort die "guten Christenmenschen" die Juden als blutrünstige Monster dar. "Tod den Juden" wurde geschrieben, gepredigt, gebrüllt und tatkräftig umgesetzt. Das war das erste...

Uri Avnery: Die Gräueltat

Es regnet Bomben auf Gaza und Raketen auf Israel, Menschen sterben und Häuser werden zerstört. Wieder einmal. Wieder ohne jeden Sinn und Zweck. Wieder mit der Gewissheit, dass, wenn es vorüber ist, alles im Wesentlichen so sein wird, wie es...

Uri Avnery: Die Wacht am Jordan

Die arabische Welt ist in Aufruhr. Syrien und der Irak brechen auseinander, der tausend Jahre alte Konflikt zwischen muslimischen Sunniten und muslimischen Schiiten erreicht einen neuen Höhepunkt. Ein historisches Drama spielt sich um uns herum ab. Und wie reagiert unsere...

Uri Avnery: Sisyphus wird erlöst

Wenn es einen Gott gibt, muss er eine Menge Humor haben. Die Karriere von Schimon Peres, der gerade seine Amtszeit als Präsident von Israel beendet, ist ein eindeutiger Beweis dafür. Er ist sein Leben lang Politiker gewesen und hat niemals...

Reuven Moskovitz: Pfingstbrief 8. Juni 2014

Ich schicke diesen Brief zwischen jüdischem und christlichem Pfingsten an meine jetzigen und vielleicht künftigen Freunde. Dieses kurze Begleitschreiben zu meinem Brief, den ich 1989 schrieb, kann leider nicht den Optimismus, die Zuversicht und die Hoffnung von damals wiederholen. Vor...

Von Uri Averny: Ein Staatsstreich? Unsinn!

Das Vorhandensein einer Armee in einem wahrhaft demokratischen Staat stellt ein Paradox dar. Die Armee soll der gewählten Regierung gehorchen. Dieser Gehorsam ist bedingungslos. Aber die Armee (bestehend aus Land-, See- und Luftstreitkräften) ist die einzige mächtige bewaffnete Kraft in...

Uri Avnery: Gut für die Juden?

Wie stellt ein Fußballklub sein Team zusammen? So, wie es gewöhnlich gemacht wird, ist es am einfachsten: Jede Seite hat ihren Trainer und der stellt das Team zusammen. Ganz einfach. Jetzt hat die israelische Regierung einen neuen Weg eingeschlagen: Unser...

Uri Avnery: Patagonische Träume

Bei seinem kurzen Israelbesuch legte Papst Franziskus einen Kranz auf Theodor Herzls Grab. Das war eine ungewöhnliche Geste. Ausländische Staatsoberhäupter sind verpflichtet, Jad Waschem zu besuchen, wie es der Papst auch getan hat, aber nicht Herzls Grab. Damit ist es...

Uri Avnery: Im eigenen Saft

Einer Pressemeldung zufolge hat Präsident Barack Obama beschlossen, Benjamin Netanjahu und Mahmoud Abbas "im eigenen Saft schmoren zu lassen". Das klingt, als wäre es fair. Die Vereinigten Staaten haben sich sehr darum bemüht, Frieden zwischen Israel und Palästina zu stiften....

Uri Avnery: Lieber Salman

Vor Jahren war ich einmal zu einer UN-Konferenz über palästinensische Flüchtlinge eingeladen. Ich sollte die Debatte als Israeli eröffnen, nachdem der Vertreter der Palästinenser, der Flüchtling aus einem Beduinenstamm im Negev Salman Abu Sitta, sie als Palästinenser eröffnet hatte. Vor...

Uri Avnery: Ein Nationalheld

Unmittelbar vor Israels 66. Unabhängigkeitstag hat das Land einen neuen Nationalhelden bekommen. Es stimmt: Jede Nation bekommt den Nationalhelden, den sie verdient; es war ein ziemlich trauriges Schauspiel. Das Video, das David Adamow aus einem anonymen Soldaten zu einer nationalen...

Uri Avnery: Ein schmähliches Kapitel

Wie würden die USA auf die Erklärung der Palästinenser reagieren, sie würden nicht mit einer israelischen Regierung verhandeln, in der halb-faschistische Parteien vertreten sind? Natürlich mit Entrüstung. Wie reagieren die USA auf eine israelische Äußerung, Israel werde nicht mit einer...

Uri Avnery: Worte, Worte, Worte

Stellen sie sich vor, ein Krieg zwischen Israel und Jordanien bräche aus. Innerhalb von zwei oder drei Tagen besetzte die israelische Armee das gesamte Gebiet des haschemitischen Königreichs. Was täte die Besatzungsbehörde als Erstes? Eine Siedlung in Petra errichten? Land...

Uri Avnery: Ein Oslo-Verbrecher

Der Tod Ron Pundaks, eines der ursprünglichen israelischen Architekten der Oslo-Vereinbarung von 1993, hat dieses historische Ereignis wieder in den Blick der Öffentlichkeit gerückt. Gideon Levy erinnert uns daran, dass die rechten Volksverhetzer in ihrem wütenden Angriff auf die Vereinbarung...

Uri Avnery: Mit einem Wort: puff!

Armer John Kerry. In dieser Woche stieß er einen Laut aus, der ausdrucksvoller als seitenweises diplomatisches Geschwätz war. In seiner Bekundung vor dem Ausschuss für Auswärtige Beziehungen im Senat erklärte er, wie die Handlungen der israelischen Regierung den "Friedensprozess" torpediert...

Uri Avnery: Das Monstrum auf dem Hügel

Nichts ist besser als wöchentlich ein Skandal. Ein saftiger Skandal regt die Leute auf, gibt den Medien etwas zu tun und lenkt uns von Themen wie Krieg und Frieden, Besetzung und Apartheid ab. Wie panem et circenses (Brot und Spiele)...

Uri Avnery: Fahnenwechsel

Neuseeland hat beschlossen, seine Fahne zu wechseln. Das wurde in den Medien hier nur kurz erwähnt. Aber es ist für uns ein wichtiges Vorbild. Die alte Fahne gründete sich auf die britische, den Union Jack, der die Vereinigung von England,...

Uri Avnery: Eine Gegenkoalition

Etwas sehr Wichtiges hat sich in dieser Woche ereignet, und zwar an einem für etwas Wichtiges äußerst unwahrscheinlichen Ort: in der Knesset. Auf der Tagesordnung standen drei Gesetze, eins immer schlimmer als das andere. Von Uri Avnery....

Uri Avnery: Gott segne Putin

Benjamin Netanjahu kann sehr gut Reden halten, besonders vor Juden, Neokonservativen und dergleichen. Die springen dann auf und ab und applaudieren wie wild allem, was er sagt, und sei es, dass morgen die Sonne im Westen aufgeht. Die Frage ist:...

Uri Avnery: Captain Boycott reitet wieder

Es war immer mein geheimer Ehrgeiz zu erreichen, dass ein Bagatz meinen Namen trage. Bagatz ist das hebräische Akronym für den "Obersten Gerichtshof", die israelische Entsprechung eines Verfassungsgerichts. Im öffentlichen Leben Israels spielt es eine sehr wichtige Rolle. Wenn eine...

Uri Avnery: Drei Frauen

DIES IST eine Liebeserklärung. Ich liebe Achinoam Nini. Ich liebe sie von Weitem. Ich bin ihr nie begegnet. Ich liebe sie für das, was sie vor ein paar Wochen getan hat. Die israelische Organisation der Komponisten und Schriftsteller hat sie...

Uri Avnery: Noch ein Hirngespinst

Was spricht gegen die Forderung, dass die palästinensische Führung Israel als "Nationalstaat des jüdischen Volkes" anerkenne? So gut wie alles. Staaten erkennen einander an. Sie erkennen nicht die ideologische Prägung des jeweils anderen Staates an. Ein Staat ist eine Realität....

Uri Avnery: Komm zurück, oh Schulamit!

Pete Seeger hat nur einmal mein Leben berührt. Aber wie! Es war ein paar Tage vor dem Sechstagekrieg 1967. Nach fast drei Wochen steigender Spannung war das Kriegsfieber nahe am Bruchpunkt. Ich wusste, dass der Krieg nur ein paar Tage,...

Uri Avnery: Es geschieht nichts Neues unter der Sonne

Israel wurde buchstäblich von der zionistischen Bewegung geschaffen. Es war eine der revolutionärsten der Revolutionen, wenn nicht überhaupt die weitestgehende von allen. Sie erstrebte nicht nur einen Regimewechsel wie Mandela in Südafrika. Und auch nicht nur eine tiefgreifende Gesellschaftsveränderung wie...

Uri Avnery: Der Imperator

Mitte der 70er Jahre bat mich Ariel Scharon, etwas für ihn zu arrangieren - ein Treffen mit Jasser Arafat. Ein paar Tage zuvor hatten die israelischen Medien entdeckt, dass ich regelmäßig Kontakt mit der PLO-Führung hatte. Die PLO stand damals...

Uri Avnery: Bibi & Libie

Vielleicht bin ich ja nur zu dumm, aber ich verstehe einfach den Sinn der israelischen Forderung nicht, die Palästinenser sollten Israel als jüdischen Staat anerkennen. An der Oberfläche erscheint es als schlauer Trick Benjamin Netanjahus, mit dem er die Aufmerksamkeit...

Uri Avnery: Neutral - zu wessen Gunsten?

Jemand sagte einem ehemaligen israelischen Armee-Stabschef, einem Mann mit eingeschränkter Intelligenz, eine gewisse Person sei Atheist. Da fragte der Offizier: "Ja, aber ein jüdischer oder ein christlicher Atheist?" Lenin erkundigte sich in seinem Schweizer Exil einmal nach der Parteizugehörigkeit eines...

Uri Avnery: Mandela: Der Film

Eben habe ich den neuen Film Mandela gesehen und er hat mich so sehr beeindruckt, dass ich nicht anders kann, als meine Eindrücke niederzuschreiben. Es ist ein sehr guter Film mit sehr guten Schauspielern. Aber das ist nicht die Hauptsache....

Uri Avnery: Engelsgesicht

Wenn man ihr Gesicht auf dem Fernsehschirm sieht, ist man von ihrer Schönheit beeindruckt. Es ist das Gesicht eines Engels, rein und unschuldig. Dann macht sie den Mund auf und heraus dringt etwas Abscheuliches und Hässliches: die rassistische Botschaft der...

Uri Avnery: Selbstboykott

Kann ein Land sich selbst boykottieren? Die Frage mag zwar töricht klingen, sie ist es aber nicht. Beim Gedenkgottesdienst für Nelson Mandela, dem "Riesen der Geschichte", wie Barack Obama ihn nannte, war Israel durch keinen seiner Führer vertreten. Der einzige...

Uri Avnery: (Un)heiliger Fluss

Jetzt kommt John Kerry also zum soundsovielten Mal (wer zählt da schon mit?), um Frieden zwischen uns und den Palästinensern zu schaffen. Es ist eine höchst lobenswerte Bemühung. Leider gründet sie sich auf eine falsche Prämisse, nämlich die, dass die...

Uri Avnery: Das Debakel

Die größte Gefahr für Israel ist nicht die vermutete iranische Atombombe. Die größte Gefahr ist die Dummheit unserer Führer. Dieses Phänomen ist nicht ausschließlich israelisch. Sehr viele Führer in der Welt sind einfach dumm und waren es schon immer. Um...

Uri Avnery: Der Titanenkampf

Dies ist nicht nur ein Kampf zwischen Israel und den USA. Es ist auch nicht nur ein Kampf zwischen dem Weißen Haus und dem Kongress. Es ist ebenso ein Kampf zwischen intellektuellen Titanen. Auf der einen Seite sind es die...

Grüße vom Internationalen Jüdischen Komitee für Interreligiöse Beziehungen an die 10. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen

Rede von Rabbi David Fox Sandmel (Chicago, Internationales Jüdisches Komitee für Interreligiöse Beziehungen) vor der 10. ÖRK-Vollversammlung in Busan, Südkorea, am 4. November 2013. Er spricht zum christlich-jüdischen Verhältnis und zur Versöhnung zwischen Juden und Palästinensern....

Uri Avnery: Der Mord

Vom ersten Augenblick an hatte ich nicht den leisesten Zweifel, dass Yasser Arafat ermordet worden ist. Es war eine einfache Frage der Logik. Von Uri Avnery....

Uri Avnery: Die Judaisierung Israels

An meinem 16. Geburtstag sauste ich zur Distrikt-Meldestelle der britischen Regierung von Palästina, um dort offiziell meinen Namen zu ändern. Ich legte den deutschen Namen ab, den man mir bei meiner Geburt gegeben hatte, und nahm den hebräischen Vor- und...

Uri Avnery: 90 Jahre später

Wird Israel in 90 Jahren noch existieren? Eben diese Frage ist typisch für Israel. Weder in England noch in Deutschland und nicht einmal in Staaten, die wie wir ihre Entstehung der Einwanderung verdanken - z. B. Australien und USA -,...

Uri Avnery: Apartheid untersuchen

Ist Israel ein Apartheidsstaat? Diese Frage weicht nicht. Sie erhebt alle paar Monate ihr Haupt. Der Ausdruck "Apartheid" wird oft bloß zu Propagandazwecken verwendet. Apartheid ist ebenso wie Rassismus und Faschismus ein rhethorischer Ausdruck, den man oft benutzt, um Gegner...

Uri Avnery: Absteiger

Die an der Geschichte der Kreuzzüge Interessierten fragen sich: Wie kam es zum Untergang der Kreuzritter? Wenn wir uns die Überbleibsel ihrer stolzen Festungen überall im Land ansehen, möchten wir das gerne wissen. Die herkömmliche Antwort ist: Der Grund ist...

Uri Avnery: Ovadjas Entscheidung

Als Rabbi Ovadja Josef zum ersten Mal die nationale Szene betrat, seufzte ich tief erleichtert auf. Dies war ein Mann, von dem ich bis dahin nur geträumt hatte: ein charismatischer Führer der orientalischen Juden, ein Mann des Friedens, Träger einer...

Uri Avnery: Killjoy Was Here

Benjamin Netanyahu erregt mein Mitleid. Ich war 10 Jahre Abgeordneter in der Knesset und weiß daher, wie unangenehm es ist, vor einem leeren Saal zu sprechen. Seine eingefleischten Anhänger - ein kläglicher Rest von Kasinobesitzern und ausgebrannten zionistischen Rechten -...

Uri Avnery: Die wahre Bombe

Vor einigen Jahren enthüllte ich eines der größten Geheimnisse über den Iran: Mahmoud Ahmadinejad war ein Agent des Mossad. Plötzlich schienen alle seltsamen Einzelheiten seines Verhaltens einen Sinn zu ergeben. Seine in der Öffentlichkeit vorgetragenen Fantasien über das Verschwinden Israels....

Uri Avnery: Gestohlene Kriege

Wenn Ihnen jemand etwas Kostbares stiehlt - sagen wir, einen Diamanten -, macht Sie das vermutlich wütend. Das sagt sogar Gott. Als er einen Wurm schickte, der den Rizinusstrauch annagte, der dem Propheten Jona in der Wüste Schatten gespendet hatte,...

Uri Avnery: Ein guter Krieg

Noch ein jüdischer Witz: Ein hungernder junger Jude sieht eine Mitteilung am Zirkus, der gerade im Ort gastiert: Jeder, der auf den 50 Meter hohen Mast klettert und in eine Zeltbahn springt, gewinnt einen Preis von tausend Rubeln. Da er...

Uri Avnery: Zurück nach Oslo

Israel liebt Jahrestage. Die Medien füllen sich mit Enthüllungen und Erinnerungen an das Ereignis, dessen gedacht wird, Augenzeugen erzählen zum zigsten Mal ihre Geschichten, alte Fotos überschwemmen die Seiten der Zeitungen und die Fernsehschirme. In den kommenden Tagen werden zwei...

Uri Avnery: Armer Obama

Armer Obama. Er tut mir leid. Gleich am Beginn seiner Begegnung mit der Geschichte hielt er DIE REDE in Kairo. Eine großartige Rede. Eine erhebende Rede. Eine erbauliche Rede. Er sprach zur gebildeten Jugend der ägyptischen Hauptstadt. Er sprach über...

Uri Avnery: Weine, geliebtes Land

Diesen Artikel wollte ich nicht schreiben, aber ich musste. Ich liebe Ägypten. Ich liebe das ägyptische Volk. Ich habe dort einige der glücklichsten Tage meines Lebens verbracht. Mir blutet das Herz, wenn ich an Ägypten denke. Und ich denke in...

Uri Avnery: Ein neuer Guinness-Rekord

Ich weiß nicht, ob das Guinness-Buch der Weltrekorde eine besondere Sparte für Chuzpe hat. Wenn es die noch nicht hat, wird es höchste Zeit dafür. Das wäre eine Disziplin, in der wir einige Goldmedaillen mit nach Hause nehmen könnten. Die...

Uri Avnery: Eine Föderation - warum nicht?

Avraham Burg (58) war Mitglied der Arbeitspartei und eine Zeit lang Vorsitzender der Knesset. Sein verstorbener Vater war lange Zeit Minister und Führer der Nationalreligiösen Partei, bevor diese zu einer fanatischen, messianischen Meute wurde. Die Beziehungen zwischen Burg Senior und...

Uri Avnery: Bürgerkrieg?

Es ist jetzt Mode zu sagen: "Die Zweistaatenlösung ist tot". Oder: "Die Zeit für die Zweistaatenlösung läuft ab." Warum tot? Wie tot? Das gehört zu den Dingen, die man nicht zu beweisen braucht. Es genügt, wenn man sie sagt. Wenn...

Uri Averny: Der Truthahn unterm Tisch

Wenn zwei Parteien miteinander im Konflikt sind, ist ja klar, wie man den lösen kann: Man setzt sie zusammen in einen Raum und lässt die Differenzen so lange aufeinanderprallen, bis die Parteien mit einer für beide Seiten akzeptablen Lösung herauskommen....

Uri Avnery: Ein Geschenk Europas

Zu meinem 70. Geburtstag bekam ich ein Geschenk von Jitzhak Rabin: Er unterzeichnete das Dokument, das nach jahrzehntelanger Leugnung die Existenz des palästinensischen Volkes anerkannte. Und er erkannte die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) als Vertretung dieses Volkes an. Viele Jahre lang...

Uri Avnery: Das große Dilemma

Vielleicht stehen Sie ja vor demselben moralischen Dilemma wie ich: Wie denken Sie über Syrien? Wie denken Sie über Ägypten? Wir wollen mit Syrien beginnen. Als es anfing, war meine Entscheidung eindeutig. Es gab da einen bösen Diktator, dessen Familie...

Uri Avnery: Menschlicher Frühling

Ich komme noch einmal auf eine Geschichte des Führers der Kommunistischen Partei Chinas Zhou Enlai zurück. Als er einmal gefragt wurde, was er über die Französische Revolution denke, antwortete er bekanntermaßen: "Es ist zu früh, etwas darüber zu sagen." Man...

Uri Avnery: Kerry und Chuzpe

Wenn Sie auf dem Ben-Gurion-Flughafen zufällig John Kerry in die Arme laufen, dann fragen sie sich vielleicht, ob er gerade kommt oder gerade geht. Vielleicht fragt er sich das ja selbst. Seit vielen Wochen widmet er den größten Teil seiner...

Uri Avnery: Wenn die Götter lachen

Wäre das Leben von Shimon Peres ein Theaterstück gewesen, hätte man es nur schwer definieren können. Eine Tragödie? Eine Komödie? Eine Tragikomödie? 60 Jahre lang sah es so aus, als ob er unter einem Fluch der Götter steht, so ähnlich...

Uri Avnery: Besatzung? Welche Besatzung?

Jede Person ist mit einem gewissen Verleugnungsmechanismus ausgestattet, den sie anwendet, um Scham, Furcht, Schuld und Schmerz nicht sichtbar zu machen, in das sie mit ihrem unlauteren Handeln verwickelt ist. Statt ihrem Versagen in die Augen zu sehen und die...

Uri Avnery: Schmetterlinge in Damaskus

Während des Spanischen Bürgerkriegs von 1936 berichtete eine Geschichte über den Tod von 82 Marokkanern, 53 Italienern, 48 Russen, 34 Deutschen, 17 Engländern, 13 Amerikanern und acht Franzosen. Auch einein Spanier. "Geschieht ihm recht", kommentierten die Leute in Madrid, "warum...

Uri Avnery: Die falsche Fackel

Yair Lapid, der Freshman-Parlamentarier und Finanzminister, hat erklärt, dass er von jetzt ab alle wichtigen Reden außerhalb der Knesset halten und sein Erscheinen in der Knesset auf rein rechtliche Erfordernisse beschränken will. Der Grund: Mitglieder der Opposition unterbrechen ihn. Und...

Uri Avnery: Wessen Staat?

Kann ein Gesetz lächerlich und gefährlich sein? Natürlich. Man erlebe die gerade laufende Initiative unserer israelischen Regierung mit, die ein Gesetz erlassen will, das den Staat Israel zu einem "Nationalstaat des jüdischen Volkes" erklären würde. Von Uri Avnery....

Uri Avnery: Die Frauen der Klagemauer

Eine Gruppe feministischer jüdischer Frauen (natürlich meist amerikanischen Ursprungs) bestehen darauf, an der Klagemauer zu beten und zwar mit Gebetsschal (Talith) und den Gebetsriemen (Tefellin). Sie werden physisch von den Orthodoxen angegriffen, die Polizei musste sie in Schranken halten, die...

Uri Avnery: Der Esel des Messias

"Die Zwei-Staaten-Lösung ist tot!", dieses Mantra ist in letzter Zeit von so vielen zuverlässigen Kommentatoren so oft wiederholt worden, dass es wahr sein muss. Nun, das ist es nicht. Ich erinnere an ein oft wiederholtes Zitat von Mark Twain: "Der...

Uri Avnery: Nein, wir können nicht!

Ein Botschafter ist ein ehrenwerter Mann, der ins Ausland gesandt wird, um dort zum Besten seines Landes zu lügen, schrieb ein britischer Staatsmann vor etwa 400 Jahren. Das trifft natürlich auf alle Diplomaten zu. Die Frage ist nur, ob der...

Uri Avnery: Die Russen kamen

Als uns die große Einwanderungswelle um 1990 aus der Sowjetunion erreichte, waren wir froh. Zunächst, weil wir glauben, dass jede Einwanderung für das Land gut sei. Ich bin davon überzeugt, dass dies für alle Länder der Fall ist. Zweitens, weil...

Uri Avnery: Ein Lob auf die Emotion

Es war eine bewegende Erfahrung. Momente, die nicht nur den Verstand berührten, sondern auch - und vor allem - das Herz. Am letzten Sonntag, am Vorabend von Israels Gedenktag für die Gefallenen unserer Kriege, war ich zu einer Veranstaltung eingeladen,...

Uri Avnery: "Rund um uns wütet der Sturm..."

"Rund um uns wütet der Sturm / Aber unser Haupt wird sich nicht beugen...", sangen wir, als wir jung waren, bevor der Staat Israel geboren wurde. Am Vorabend von Israels 65.Geburtstag am kommenden Dienstag könnten wir dieses erhebende Lied wieder...

Uri Avnery: Geht in den Schuhen der anderen

Obama in Israel. Jedes Wort richtig. Jede Geste echt. Jedes Detail an seinem richtigen Platz. Perfekt. Obama in Palästina. Jedes Wort falsch. Jede Geste unpassend. Jedes einzelne Detail am falschen Ort. Perfekt. Es begann mit dem ersten Augenblick. Von Uri...

Uri Avnery: Ideokratie

Endlich hat sich unser Ministerpräsident für die "Einsatzfehler", die zum Tode von neun Türken während des Angriffs auf die Mavi Marmara geführt haben, bei den Türken entschuldigt. Es war das Schiff, das die israelische Blockade des Gazastreifens zu brechen versuchte....

Uri Avnery: Die Rede, die nicht gehalten wurde

Uri Avnery schrieb diesen Text am Mittwoch, einen Tag vor Obamas Rede in Jerusalem. Wie sich herausstellte, kam er näher an seine aktuelle Rede, als er hoffte. Diese Passagen sind fast identisch. Einige Leser wollen vielleicht die Texte vergleichen, um...

Uri Avnery: Den Siegern die Beute

In den Tagen nach den israelischen Wahlen ließ Yair Lapid, der große Sieger, wissen, dass er der nächste Außenminister sein möchte. Kein Wunder. Es ist ein höllischer Job. Man kann nichts falsch machen, weil der Außenminister für nichts verantwortlich ist....

Uri Avnery: "Ich bin ein Bil'iner!"

Dies geschieht nicht alle Tage: ein Kulturminister freut sich öffentlich, weil ein Film seines Landes NICHT mit dem Oscar ausgezeichnet wird. Und nicht nur ein Film, sondern zwei. Es geschah in dieser Woche. Limor Livnat, noch Kulturministerin der letzten Regierung,...

Uri Avnery: Die Dritte Intifada

Ist dies die Dritte Intifada? Diese Frage wurde in dieser Woche von einer Anzahl israelischer Sicherheitsexperten gestellt. Und nicht nur von ihnen - ihre palästinensischen Kollegen waren fast genauso perplex. Überall in der Westbank warfen palästinensische Jugendliche Steine auf israelische...

Uri Avnery: Frieden und Wassermelonen

Eine der interessantesten und längsten privaten Debatten meines Lebens führte ich mit dem großartigen Dr. Nahum Goldmann. Das Thema: Amerikanische Friedensinitiativen. Es war natürlich eine ungleiche Debatte. Goldmann war 28 Jahre älter als ich. Während ich nur Herausgeber eines israelischen...

Humanitäres Schweigegeld

Die großzügige Hilfe, die den Palästinensern über verschiedene Kanäle zukommt, ist die Belohnung, die von westlichen Staaten im Austausch für die Toleranz gegeben wird, die sie gegenüber israelischer Apartheid zeigen. Von Amira Hass....

Uri Avnery: Die Suabis

Der einzige Beitrag von Yair Lapid zu israelischer Folklore ist bis jetzt sein Ausspruch, er werde keinen Schritt machen, um Benjamin Netanyahu zu blockieren, da dies bedeuten würde, sich mit "den Suabis" zu verbinden. Das muss ausländischen Lesern erklärt werden....

Uri Avnery: Wehe dem Sieger!

"Vae Victis!", sagten die Römer - Wehe dem Besiegten. Ich würde das Sprichwort leicht verändern: Wehe dem Sieger - "Vae Victori!" Das bemerkenswerte Beispiel ist der erstaunliche Sieg, den Israel im Juni 1967 gewann. Nach Wochen eines sich nähernden Verhängnisses...

Uri Avnery: Ein Schritt zur Mitte hin

Es war die Nacht für die Optimisten. Dienstag um 22 Uhr eins, eine Minute nachdem die Wahllokale geschlossen wurden, verkündeten die drei Fernsehprogramme das Ergebnis ihrer Hochrechnungen, die unmittelbar nach dem Verlassen der Wahllokale durchgeführt wurden. Die verheerenden Voraussagen der...

Uri Avnery: Wen wählen?

In drei Tagen werden die Wahlen in Israel stattfinden, und sie sind langweilig, langweilig, langweilig. Tatsächlich so langweilig, dass sogar über ihre Langweiligkeit zu reden, langweilig ist. Aus Mangel an irgendeiner Debatte über die wirklichen Probleme werden Medienexperten dahingehend reduziert,...

Uri Avnery: Willkommen, Chuck!

Chuck Hagel gefällt mir sehr. Ich bin nicht ganz sicher, warum. Vielleicht ist es sein Kriegserlebnis. Er wurde für seine Tapferkeit im Vietnam-Krieg (den ich verabscheute) ausgezeichnet. Er war nur ein Sergeant. Da ich nur ein Korporal in unserm Krieg...

Uri Avnery: Eigenartige Wahlen

In ein paar hundert Jahren wird ein Professor, der ein besonderes esoterisches Thema sucht, seine Studenten bitten, die israelischen Wahlen von 2013 zu untersuchen. Die Studenten werden mit einem einmütigen Bericht zurückkommen: "Die Ergebnisse unserer Forschung sind unglaublich." Von Uri...

Durch Angst die Opposition zum Schweigen bringen

Die meisten Israeli glauben, dass ein permanenter Ausnahmezustand gerechtfertigt ist und eine große Armee von Wehrdienstpflichtigen und Reservisten hilft, sie gegen die Feinde um sie herum abzusichern, die Israel auslöschen und "uns ins Meer treiben" wollen. Da das israelische Gesetz...

Uri Avnery: Eine Person, die man Niemand nennt

Plötzlich wird mir bewusst, dass ein neuer Stern am politischen Firmament Israels erschienen ist. Bis gestern wusste ich nicht einmal etwas von seiner Existenz. Eine geachtete öffentliche Meinungsumfrage stellte eine nixoneske Frage: Von welchem Politiker würden Sie einen Gebrauchtwagen kaufen?...

Noam Chomsky: Was die amerikanischen Medien uns nicht über Israel erzählen

Die brutale Bestrafung des Gazastreifens durch Israel stellt lediglich die letzte Episode dar. Die Verbrechen gehen zurück bis 1948, als Hunderttausende Palästinenser vor Schrecken flohen oder nach Gaza vertrieben wurden, als Israels Armee das Land eroberte - und sie tut...

Uri Avnery: Das Meer und der Fluss

"Palästina vom Jordan bis zum Meer gehört uns!", erklärte Hamas-Führer Khaled Meshal letzte Woche bei der großen Siegesrallye in Gaza. "Eretz Israel vom Meer bis zum Jordan gehört uns!", erklären israelische Politiker bei jeder Gelegenheit. Die beiden Statements scheinen dieselben...

Uri Avnery: Kalte Rache

"Rache ist ein Menü, das man am besten kalt zu sich nimmt", sagt eine Redensart, die Stalin zugeschrieben wird. Ich weiß wirklich nicht, ob er es so gesagt hat. Alle möglichen Zeugen wurden schon vor langer Zeit exekutiert. Auf jeden...

Uri Avnery: Der Starke und das Süße

Es war ein Tag der Freude. Freude für das palästinensische Volk. Freude für all die, die auf Frieden zwischen Israel und der arabischen Welt hoffen. Und - auf bescheidene Weise - auch für mich persönlich. Die UN-Vollversammlung, das höchste Forum...

Noam Chomsky: Demütigen und degradieren - Eindrücke aus dem Gazastreifen

Es genügt, eine einzige Nacht im Gefängnis zu verbringen, um einen Eindruck zu bekommen, was es bedeutet, sich unter der totalen Kontrolle einer externen Macht zu befinden. Und man braucht kaum mehr als einen Tag im Gazastreifen, bis einem bewusst...

Uri Avnery: Ein für alle Mal

Das Mantra dieser Runde war: "Ein für alle Mal". "Wir müssen dem ein Ende setzen (den Raketen, der Hamas, den Palästinensern, den Arabern), ein für alle Mal!" Dieser Schrei aus tiefstem Herzen wurde Dutzende Male im Fernsehen von den geplagten...

Ein Land im Krieg verschwendet keine Gedanken für die Kinder des Feindes

Die israelische Organisation "Die andere Stimme" ist eine Gruppe aus Sderot und Gemeinden in der Nachbarschaft des Gazastreifens, die einen anhaltenden Kontakt mit Bewohnern des Gazastreifens halten und nachbarliche Beziehungen und Dialog führen. Anfang November schrieben Mitglieder der "'Anderen Stimme"...

Uri Avnery: Noch ein überflüssiger Krieg

Wie hat er angefangen? Eine dumme Frage! Auseinandersetzungen entlang des Gazastreifens beginnen nicht. Sie sind nur eine anhaltende Kette von Vorfällen, von denen behauptet wird, sie seien nur "Vergeltungen" für den letzten Vorfall. Einer Aktion folgt eine Re-Aktion, der wieder...

Uri Avnery: Adieu, lieber Krieg!

Benjamin Netanjahu und sein Schirmherr Sheldon Adelson setzten auf Mitt Romney und benützten den Staat Israel als ihren Chip. Sie haben verloren. Für Adelson, den Casino-Magnaten, bedeutete das nicht viel. Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man. Für Netanjahu ist das...

Uri Avnery: Das System

Für einen Ausländer wie mich sieht das Wahlsystem der USA etwas komisch aus. Der Präsident wird von einem "Wahlausschuss" gewählt, der nicht notwendigerweise den Willen des Volkes reflektiert. Dieses System, das in den Realitäten des 18. Jahrhunderts seinen Ursprung hat,...

Uri Avnery: Dürre in Texas

Jeder in Israel kennt diese Geschichte. Als Levy Eshkol Ministerpräsident war, liefen seine Assistenten in Panik zu ihm: "Levy, es herrscht Dürre!". "In Texas?" fragte Eshkol ängstlich. "Nein, in Israel!", sagten sie. "Dann macht es nichts", beruhigte sie Eshkol. "Wir...

Uri Avnery: Der Mann mit der Uzi

Es war einmal ein junger Israeli, der von Kannibalen gefangen worden war. Sie steckten ihn in einen Kochtopf und waren dabei, unter diesem ein Feuer anzuzünden, als er noch einen letzten Wunsch zum Ausdruck brachte: "Bitte, gib mir noch eine...

Uri Avnery: Das schwarze Loch füllen

Wir haben also zwei Wahlkampagnen in den nächsten drei Monaten - eine in den USA und eine in Israel. Ich weiß nicht, welche von ihnen für unser Leben bedeutender ist. In vielerlei Hinsicht sind die beiden Wahlen sehr verschieden. Aber...

Israel zwischen Eritrea und Iran

Wenn es Ahmadinejad nicht gäbe, dann würde Israel ihn erfinden. Dank Israels Gangsterrhetorik ("Haltet mich zurück, sonst schieße ich!") richtet sich die internationale Aufmerksamkeit auf die brutale Moslemdiktatur im Iran und ermöglicht Israel, sich still und heimlich selbst in eine...

Uri Avnery: Die große Unterlassung

Ich sitze hier, um diesen Artikel auf die Minute genau zu schreiben, als vor 39 Jahren die Sirenen zu heulen anfingen. Eine Minute vorher herrschte totale Ruhe so wie jetzt. Kein Verkehr, keine Aktivitäten auf der Straße, wenn man von...

Uri Avnery: Die Botschaft von Romneyahu

Es war einmal, dass Präsident Richard Nixon einen gewissen Juristen für das Oberste US-Gericht ernennen wollte. "Aber dieser Mann ist ein kompletter Trottel!", rief ein Senator aus. "Ja und?", antwortete ein anderer, "es gibt eine Menge Trottel in den USA,...

Uri Avnery: Protest in Ramallah

Als ich kürzlich nach mehreren Monaten Abwesenheit Ramallah besuchte, war ich von der anhaltenden Bautätigkeit sehr beeindruckt. Überall neue Hochhäuser, und viele sind sehr schön (Araber scheinen ein angeborenes Talent für Architektur zu haben, wie jede Weltanthologie von wichtigen Gebäuden...

Uri Avnery: Der Marsch der Torheit

Nichts könnte beängstigender sein, als der Gedanke, dass dieses Duo - Benjamin Netanjahu und Ehud Barak - in einer Position ist, den Beginn eines Krieges zu entscheiden, dessen Dimensionen und Folgen unberechenbar sind. Es ist nicht nur beängstigend wegen ihrer...

Uri Avnery: Meister des Unfugs

Avigdor Lieberman hat ein unruhiges Wesen. Von Zeit zu Zeit muss er etwas tun, irgendetwas. Als Minister für auswärtige Angelegenheiten sollte er in den auswärtigen Angelegenheiten wirklich etwas tun. Das Problem ist, dass die auswärtigen Angelegenheiten von andern geregelt werden....

Uri Avnery: Der ewige Quell

Ich war nicht interessiert an Paul Ryan, dem Mann, der von der Republikanischen Partei für das Amt des Vizepräsidenten der USA nominiert werden soll, bis der Name Ayn Rand auftauchte. Von Ayn Rand - wurde gesagt - ginge eine wichtige...

Uri Avnery: Wahnsinnig oder verrückt?

Benjamin Netanjahu mag verrückt sein, aber er ist nicht wahnsinnig. Ehud Barak mag wahnsinnig sein, aber er ist nicht verrückt. Also: Israel wird den Iran nicht angreifen. Ich habe es schon früher gesagt und ich werde es wieder sagen, selbst...

Uri Avnery: Die größte Schau auf Erden

Um die Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele mit einem Wort zusammenzufassen: Kitsch. Um die Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele mit zwei Wörtern zusammenzufassen: wunderbarer Kitsch. Ehrliches Eingeständnis: Ich bin anglophil, einer der alles Englische mag. Von Uri Avnery....

Uri Avnery: Zionismus reden

"Er redet Zionismus" war während meiner Jugendzeit üblicherweise ein sehr abfälliger Kommentar. Es bedeutete, dass ein älterer Funktionär gekommen war, um mit einer langweiligen Rede, die weithin aus leeren Phrasen bestand, unsere Zeit zu verschwenden. Das war vor der Gründung...

Uri Avnery: Divide et impera: Teile und herrsche!

Was um alles in der Welt geschieht nur mit der sozialen Protestbewegung? Eine gute Frage! Sie wird nicht nur im Ausland, sondern auch in Israel gestellt. Im letzten Jahr erreichte die Bewegung mit einer riesigen Demonstration ihren Höhepunkt. Hunderttausende gingen...

Uri Avnery: Zwei Gesichter

Zwei frühere Ministerpräsidenten Israels sind in diesen Tagen in den Medien. Sie symbolisieren zwei der vielen Gesichter Israels. Es stellt sich auch eine universelle Frage: Wer ist vorzuziehen - ein ehrenhafter Fanatiker oder ein korrupter Pragmatiker? Von Uri Avnery....

Uri Avnery: Vergiftung Arafats

Für mich war es keine Überraschung. Vom allerersten Tag an war ich davon überzeugt, dass Yasser Arafat von Ariel Sharon vergiftet worden ist. Ich schrieb sogar einige Male darüber. Es war eine einfache, logische Schlussfolgerung. Von Uri Avnery....

Uri Avnery: Daphni ist wieder da

Sag es keinem, dass ich bei vielen Demonstrationen insgeheim wünschte, dass die Polizei kommen und uns zusammenschlagen würde - denn wir standen und proklamierten unsere Botschaft des Friedens und der Gerechtigkeit und wussten, dass keines der Worte in den Medien...

Uri Avnery: Unsere muslimischen Brüder

Jeder weiß jetzt, warum wir in Palästina stecken. Als Gott Moses den Auftrag gab, Pharao zu bitten, sein Volk ziehen zu lassen, sagte Moses zu ihm, dass er für den Job nicht geeignet sei: "Ach Herr, ich bin von jeher...

Jüdisches FORUM für Frieden: Offener Brief an Bundesregierung

Das Jüdische FORUM für Frieden hat sich in einem Offenen Brief an die Bundesregierung gewandt und gefordert, diese solle die Initiative zu Nahost-Friedensgesprächen unter der Begleitung von erfahrenen Friedensforschern ergreifen. Dieses Anliegen, den Frieden in der Region durch verantwortliche Eigeninitiative...

Uri Avnery: Menschenjagd

"Wir werden kein normales Volk sein, bevor wir hier nicht jüdische Huren und jüdische Diebe haben", sagte unser Nationaldichter Chaim Nachman Bialik vor etwa 80 Jahren. Dieser Traum hat sich erfüllt. Wir haben jüdische Mörder, jüdische Räuber und jüdische Huren...

Uri Avnery: Der Krieg der Lügen

In dieser Woche sind es 30 Jahre her, dass die israelische Armee die Grenze zum Libanon überquerte und den dümmsten Krieg in Israels Geschichte begann. Er dauerte 18 Jahre. Über 1.500 israelische Soldaten und unzählige Libanesen und Palästinenser wurden getötet....

Uri Avnery: Israelischer Senf

Es ist eine wahre Geschichte. Ich hab sie schon einmal erzählt und werde sie noch einmal erzählen. Einer meiner Freunde in Warschau, dessen einer Elternteil jüdisch war, riet einem wohl bekannten polnischen Journalisten, Israel zu besuchen, um es selbst zu...

Die "Rassentumulte" in Tel Aviv sagen viel aus über Israel

Die "Rassentumulte" in der vergangenen Woche in Tel Aviv - eine Massendemonstration, die sich zu einem Pogrom gegen die rund 60.000 Asylsuchenden entwickelte, von denen die überwiegende Mehrheit aus Eritrea kommt, der Rest hauptsächlich aus Sudan (Darfur und Südsudan) und...

Uri Avnery: Aus der Vogelperspektive

Am 15. Mai, dem Jahrestag der Gründung des Staates Israel, begehen die arabischen Bürger einen Tag der Trauer für die Opfer der Nakba ("Katastrophe") - den Massenauszug des halben palästinensischen Volkes aus dem Gebiet, das Israel wurde. Wie jedes Jahr...

Uri Avnery: Der neue Protest

Der Rabin-Platz in Tel Aviv hat viele Demonstrationen gesehen, aber keine war wie die am letzten Samstag. Sie hat nichts mit dem Ereignis zu tun, das ihm den Namen gab: Die riesige Rallye für Frieden, an deren Ende die Ermordung...

Uri Avnery: Operette in fünf Akten

Der Zaubermeister hat noch ein Kaninchen aus dem Zylinder gezogen. Ein sehr lebendiges Kaninchen. Er hat jeden verblüfft, einschließlich den Führer aller Parteien, die politischen Topexperten und seine eigenen Kabinettsminister. Er hat auch gezeigt, dass sich in der Politik -...

"Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost" erklärt Solidarität mit den palästinensischen Gefangenen im Hungerstreik

Die Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost protestiert mit den palästinensischen Gefangenen in israelischer Haft gegen deren inhumane Behandlung und gegen das Schweigen der europäischen Medien und Regierungen....

Uri Avnery: Ein Putsch gegen den Krieg

Generäle und Geheimpolizeichefs tun sich zusammen, um die Politiker anzugreifen. In einigen Ländern verhaften sie den Präsidenten, besetzen die Regierungsbüros, Fernsehstationen und annullieren die Verfassung. Sie veröffentlichen dann das Kommuniqué Nr.1 und erklären die dringende Notwendigkeit, die Nation vorm Verderben...

Uri Avnery: Bekenntnis eines Optimisten

Ich bin ein Optimist. Punkt. Kein Wenn und kein Aber. Kein Vielleicht. Vielleicht ist dies vererbt. Mein Vater war ein Optimist. Selbst dann, als er im Alter von 45 Jahren aus seiner Heimat Deutschland in ein primitives, kleines Land im...

Uri Avnery: "Dumm, gemein, brutal"

Eine Gruppe junger internationaler pro-palästinensischer Aktivisten entschied, gegen die Schließung dieser Straße zu demonstrieren. Sie luden ihre palästinensischen Freunde zu einer fröhlichen Fahrradtour auf dieser Straße ein. Sie wurden von einer israelischen Armee-Einheit angehalten. Einige Minuten standen sie sich gegenüber,...

Uri Avnery: Günter der Schreckliche

Das Gedicht von Grass kann und muss kritisiert werden, aber es gibt nichts, das ernste Verurteilung verlangt. Ich denke nicht, dass sich die Deutschen der Kritik Israels enthalten sollten. Es gibt in diesem Text nichts, das den Staat Israel de-legitimiert,...

Uri Avnery: "Gieße aus Deinen Zorn!"

Ich schreibe dies am Freitagabend, am Vorabend von Pessach. In diesem Augenblick sind in der ganzen Welt Millionen von Juden um den Familientisch versammelt, begehen den Sederabend und lesen laut aus demselben Buch: der Haggadah, die die Geschichte des Exodus...

Uri Avnery: Der neue Mandela

Marwan Barghouti hat seine Meinung geäußert. Nach langem Schweigen sandte er eine Botschaft aus dem Gefängnis. Für israelische Ohren klingt diese Botschaft nicht angenehm. Aber für die Palästinenser und für die Araber im Allgemeinen ist sie logisch. Seine Botschaft könnte...

Uri Avnery: Das Ghetto im Inneren

Rassistische Hassverbrechen sind besonders hässlich. Wenn sie von einem Araber gegen jüdische Kinder begangen werden, sind sie auch unglaublich dumm. Genau das wurde diese Woche wieder demonstriert. Falls tatsächlich ein arabischer Al-Qaida-Sympathisant schuldig ist, in Toulouse drei jüdische Kinder und einen...

Uri Avnery: Im Süden nichts Neues

Die "Runde" dieser Woche, wie die Armee dies gerne nennt, folgte einem bekannten Muster, so förmlich wie ein religiöses Ritual. Es begann mit der Ermordung (oder "gezielter Tötung") eines bis jetzt unbekannten palästinensischen Widerstands- (Terroristen)-Führers im Gazastreifen. Die Palästinenser erwiderten...

Uri Averny: Israel wird nicht angreifen

Israel wird den Iran nicht angreifen. Punkt. Die Vereinigten Staaten werden den Iran nicht angreifen. Punkt. Die USA werden nicht angreifen. Nicht in diesem Jahr und nicht in den kommenden Jahren. Aus einem Grund, der bedeutender ist als wahltaktische Gründe...

Uri Avnery: "Eine jüdische Seele"

Am Ende der Verabschiedungsfeier für die Präsidentin des Obersten Gerichtshofes in Israel wurde die Nationalhymne gesungen. Die Kamera schwenkte langsam von Gesicht zu Gesicht. Einen Moment lang ruhte sie auf dem Gesicht des Richters Salim Jubran. Er stand respektvoll wie...

Uri Avnery: Das lachende Biest

Wenn ich dem Ruf meines Herzens folgte, würde ich an unsere Regierung appellieren, die israelische Armee nach Syrien zu senden, die Assad-Gang aus Damaskus zu vertreiben, das Land der syrischen Opposition oder der UN zu übergeben und nach Hause zurückzukehren....

Uri Avnery: Adnans Sieg

Ein palästinensisches Dorf, irgendwo im Norden in der Westbank. Mitten in der Nacht ein hartes Klopfen an der Tür und Schreie auf Arabisch: "Die israelische Armee. Türe auf!" Irgendjemand - meistens die Mutter der Familie - öffnet die Tür. Schwer...

Uri Avnery: Du sollst nicht töten (auch nicht Dich selbst)

Nach der Gründung Israels erschien Gott dem David Ben Gurion und sagte zu ihm: "Du hast für mein auserwähltes Volk in meinem Heiligen Land einen Staat geschaffen. Du verdienst eine große Belohnung. Sag mir, was du wünschst - und ich...

Uri Avnery: Sturm über Hebron

Anscheinend gibt es keine Grenzen für das Unheil, das die Stadt Hebron verursacht. Dieses Mal ist der Grund so unschuldig, wie er nur sein kann: die organisierten Besuche von Schulkindern zur Machpela-Höhle, in der unsere Vorfahren angeblich beerdigt wurden. Von...

Uri Avnery: Der widerwillige Prophet

Am letzten Montag wurde ich für mein "Lebenswerk" mit dem Leibowitz-Preis ausgezeichnet. Der Preis war von der Yesh Gvul-Friedenssoldaten-Organisation initiiert. Ich war nicht in der Lage, eine Rede vorzubereiten. Also sprach ich frei und muss nun meine Bemerkungen aus dem...

Uri Avnery: Hurra für Ägypten!

Das Unmögliche ist geschehen. Das ägyptische Parlament, demokratisch von einem freien Volk gewählt, hat sich zu seiner ersten Sitzung zusammen gefunden. Für mich war das ein wunderbares, freudiges Ereignis. Für viele Israelis war dies ein beunruhigender, ein bedrohlicher Anblick. Ich...

Uri Avnery: Die Blockbrecher

"Israel hat keine Außenpolitik, es hat nur eine Innenpolitik", bemerkte Henry Kissinger einmal. Dies hat vielleicht für jedes Land mehr oder weniger gegolten - seitdem es die Demokratie gibt. Doch in Israel scheint dies noch mehr zuzutreffen. Um unsere Außenpolitik...

Uri Avnery: Leuchtende Fackel

"Leuchtende Fackel" klingt wie der Name eines Indianerhäuptlings (oder sollte man sagen, eines eingeborenen amerikanischen Häuptlings?). Im Hebräischen ist dies der Name unserer letzten politischen Sensation: Ja'ir Lapid. In dieser Woche verkündete er seine Absicht, in die Politik zu gehen...

Uri Avnery: Der gestohlene Krieg

Gibt es keine Grenze für die Niederträchtigkeit der Hamas? Anscheinend nicht. In dieser Woche tat sie etwas nahezu Unverzeihliches. Sie stahl einen Krieg. Seit einigen Wochen hat unser fast neuer Generalstabschef Benny Gantz bei fast jeder möglichen Gelegenheit verkündet, ein...

Uri Avnery: Danke, Israel!

Wenn islamistische Bewegungen in der Region zur Macht kommen, sollten sie ihre Dankesschuld dem gegenüber abtragen, der ihnen ein Gräuel ist, Israel. Ohne die aktive oder passive Hilfe von auf einander folgenden israelischen Regierungen wären sie nicht fähig gewesen, ihre...

Uri Averny: Der Herzog von Nablus

Jeder Konflikt schafft Mistrauen, Vorurteile, Hass und Dämonisierung. Wenn dieser über Generationen hinweg geht wie dieser zwischen Israelis und Palästinensern, muss all dies multipliziert werden. Um Frieden zu machen, muss dies überwunden werden. Deshalb sind Menschen wie Munib al-Masri so...

Uri Avnery: "Mit Freunden wie diesen ..."

Mein Gott, was für seltsame Typen sind doch diese republikanischen Anwärter für die US-Präsidentschaft! Was für ein jämmerlicher Haufen von Dummköpfen und ausgesprochen Verrückten! Oder bestenfalls was für ein Haufen von Betrügern und Zynikern! Ist dies das Beste, was eine...

Uri Avnery: Die Panikmacher

Am Jahrestag von Ben Gurions Todestag wurde eine Gedenkfeier an seinem Grab in Sde Boker abgehalten, in dem Dorf in der Negevwüste, wo er in seinem Ruhestand lebte. Es gibt dort keinen Friedhof - nur sein Grab und das seiner...

Uri Avnery: Des Königs Rede

Mitte der 80er-Jahre übermittelte mir ein deutscher Diplomat eine überraschende Botschaft. Ein Mitglied der jordanisch-königlichen Familie würde mich gerne in Amman sprechen. In jener Zeit war Jordanien offiziell noch im Krieg mit uns. Irgendwie erhielt ich eine offizielle Erlaubnis von...

Uri Avnery: Ein Tag im November

Dieser Dienstag wird der 64. Jahrestag eines schicksalhaften Tages für unser Leben sein. Ein Tag im November. Ein Tag zum Erinnern. Am 29. November 1947 nahm die Vollversammlung der Vereinten Nation mit 33 gegen 13 Stimmen (und 10 Enthaltungen) den...

Uri Avnery: Weimar wiederholt sich

"Du und dein Weimar!", rief einmal einer meiner Freunde ärgerlich aus, "nur weil du selbst den Zusammenbruch der Weimarer Republik als Kind miterlebt hast, siehst du hinter jeder Ecke Weimar." Die Anklage war nicht ganz unberechtigt. 1960, während des Eichmann-Prozesses,...

Gideon Levy: Wahnsinn, nicht Vernunft leitet Israels Führung

Falls der Iran wagt, einen nuklearen Angriff gegen Israel auszuführen, wird der Iran einen allgemeinen, schmerzhaften Massenselbstmord begehen. Israel wird antworten, und die Welt wird nicht ruhig sein. Jerusalem weiß das, und was noch wichtiger ist, auch Teheran weiß das....

Uri Avnery: "Haltet mich zurück!"

Jeder kennt die Szene aus der Schule: ein kleiner Junge streitet mit einem größeren. "Haltet mich zurück!", schreit er zu seinen Kameraden hin, "bevor ich seine Knochen breche!" Die israelische Regierung scheint sich in dieser Weise zu benehmen. Jeden Tag...

Uri Avnery: Wir, die Verräter

"Es gibt Situationen, in der ein wirklicher Patriot keine Alternative hat, als ein Verräter zu sein", schrieb Rudolf Augstein in einer Rezension von einem meiner Bücher in den späten 80er-Jahren. Das Buch "Mein Freund, der Feind" beschrieb u.a. meine Begegnung...

Uri Avnery: "Viel Feind, viel Ehr"

Ein altes Foto aus dem 1. Weltkrieg zeigt eine Kompanie deutscher Soldaten, die in einen Zug einsteigen, der sie zur Front bringt. An die Wagenwand hatte jemand gekritzelt: "Viel Feind, viel Ehr". In jenen Tagen, ganz am Anfang des Krieges,...

Uri Avnery: Meuterei auf der Titanic

Hier ist eine Geschichte, die niemals vorher erzählt wurde. Als die Titanic auf ihrem Weg über den Atlantik war, meuterte ihre Mannschaft. Sie verlangte höhere Löhne, weniger beengte Unterkünfte, bessere Ernährung. Sie versammelte sich auf dem unteren Deck und weigerte...

Uri Avnery: Abu Mazens Glücksspiel

Eine wunderbare Rede. Eine schöne Rede. Die Sprache geschliffen und elegant. Die Argumente klar und überzeugend. Der Vortrag tadellos. Ein Kunstwerk. Die Kunst der Heuchelei. Fast jedes Statement in der Passage, in der die israelisch-palästinensischen Probleme angesprochen wurden, war eine...

Israel wünscht keinen palästinensischen Staat. Punkt.

Was werden vor der UNO erzählen? Was könnten wir sagen? Ob in der Vollversammlung oder vor dem Sicherheitsrat, werden wir in all unserer Nacktheit dastehen: Israel wünscht keinen palästinensischen Staat. Punkt. Und es hat kein einziges überzeugendes Argument gegen die...

Palästinensischer UN-Antrag ist neue Chance für den Nahost-Friedensprozess

Die sozialmedizinische Hilfs- und Menschenrechtsorganisation medico international und ihre Partner Ärzte für Menschenrechte - Israel und die israelische Reservistenorganisation Breaking the Silence bewerten den palästinensischen Antrag auf Aufnahme in die Vereinten Nationen als neue Chance für den stockenden Nahost-Friedensprozess....

Uri Avnery: Traurig und glücklich

"Wird dies der glücklichste Tag in Ihrem Leben sein?", fragte mich ein lokaler Interviewer in Bezug auf die bald kommende Anerkennung des Staates Palästina durch die UN. Ich war überrascht. "Warum denken Sie so?", fragte ich. "Warum, seit 62 Jahren...

Uri Avnery: Daphne und Itzik

Es klingt wie der Titel eines romantischen Films. "Daphne, Itzig und all die anderen." Er beginnt mit einer Freundschaft zwischen zwei jungen Menschen, er ist Anfang dreißig, sie Mitte zwanzig. Dann streiten sie sich. Er geht. Sie bleibt. Die Zuschauer...

Uri Avnery: Kriegshunde

So grauenerregende Hunde sind seit Sherlock Holms Hund von Baskerville nicht mehr gesehen worden. Sie sind von einem leidenschaftlichen Bewunderer, dem verstorbenen "Rabbi" Meir Kahane herangezogen worden, der vom israelischen Obersten Gerichtshof als Faschist gebrandmarkt wurde. Ihre Aufgabe ist es,...

Uri Avnery: Die Rückkehr der Generäle

Seit beginn des Konfliktes haben sich die Extremisten beider Seiten gegenseitig immer wieder in die Hände gespielt. Die Zusammenarbeit zwischen ihnen war immer wirksamer als die Bande zwischen den entsprechenden Friedensaktivisten. "Können zwei mit einander gehen, es sei denn sie...

Uri Avnery: Dichters Gesetz

"Das Volk verlangt soziale Gerechtigkeit!", riefen 250.000 Demonstranten am Samstag unisono in Tel Aviv. Aber was sie brauchen  - um einen amerikanischen Künstler zu zitieren - sind "mehr arbeitslose Politiker". Glücklicherweise ist die Knesset für drei Monate in verlängerte Ferien...

Die Israelis haben die Nase voll - aber wovon?

Als kleiner Kolumnist stehe ich vor einem Rätsel. Zehn Jahre lang schreibe ich über das Leben in Israel und finde, dass das immer schwieriger wird: nichts ändert sich. Wie oft kann man über die gleichen Dinge etwas Neues schreiben? Andererseits...

Uri Avnery: "Wie fein sind Deine Zelte"

Vor drei Wochen sagte eine junge Frau mit Namen Daphni Liff und einem unwahrscheinlichen Männerhut über ihrem Haar zu sich selbst: "Genug!" Sie war von ihrer Vermieterin rausgeworfen worden, weil sie sich die Miete nicht leisten konnte. Sie stellte ein...

Uri Avnery: Der neue Anti-Semitismus

Der Nazi-Propagandaminister Dr. Joseph Goebbels ruft seinen Boss Adolf Hitler über das Höllentelefon an: "Mein Führer", ruft er aufgeregt, "neue Nachrichten aus der Welt. Es scheint, wir waren auf der richtigen Fährte, Anti-Semitismus erobert Europa!". "Gut!", sagt der Führer, "das...

Streitfrage: Boykott israelischer Waren - legitim oder unerhört?

Der Palästina-Konflikt - kaum ein Thema sorgt in der deutschen Linken für mehr Aufregung. Ein Boykott gegen israelische Produkte ist besonders umstritten. Boykott-Befürworter wollen auf die Besatzung der palästinensischen Gebiete hinweisen. So auch die Kampagne Boykott, Desinvestment und Sanktionen (BDS)....

Uri Avnery: Die Attacke der New York Times - Oder: Bakschisch für den Torhüter

Ein Rätsel: Welche Flotte erreichte ihr Ziel nicht und erfüllte trotzdem ihre Mission? Nun, es ist die Gaza-Solidaritäts Flottilla. Man könnte natürlich auch sagen, die "kleine Flotte" des letzten Jahres. Auch die wäre ein guter Kandidat. Diese Flotillas erreichten Gaza...

Uri Avnery: Es kann hier geschehen

Am letzten Montag wurde das "Boykott-Gesetz" erlassen und ließ einen noch nie da gewesenen Sturm im Lande losbrechen. Schon am Dienstagmorgen reichte Gush Shalom beim Obersten Gerichtshof ein 22-seitiges Gesuch ein, dieses Gesetz zu annullieren. Das "Boykott-Gesetz" ist ein sehr...

Dinge, die man sagen kann - Dinge, die man nicht sagen kann

Das Anti-Boykottgesetz wurde Montagabend verabschiedet. Viel ist gesagt worden, was die amerikanische Regierung - die immer blind für die Realitäten des Nahen Ostens ist - als "interne Angelegenheit" bezeichnet. Lassen Sie mich gerade hinzufügen: meine Leser mögen sich daran erinnern,...

Uri Avnery: Eingeflößtes Gedächtnis

Seit mehreren Wochen befinden sich unsere Armee und Marine in einem hohen Alarmzustand, um tapfer eine tödliche Bedrohung unserer bloßen Existenz zu verhindern: zehn kleine Boote versuchen, Gaza zu erreichen. In den Booten sitzt eine gefährliche Bande bösartiger Terroristen, in...

Uri Avnery: Die jüdischen Ayatollas

Der Erzbischof von New York verkündet, dass jeder Katholik, der eine Wohnung an einen Juden vermietet, eine tödliche Sünde begeht und die Exkommunikation riskiert. Ein protestantischer Pastor in Berlin erklärt, dass ein Christ, der einen Juden anstellt, aus seiner Gemeinde...

Gideon Levy: Israel ist eine Gesellschaft der Gewalt und Brutalität geworden

Woran sollen Israelis denken, wenn sie mit gruseligen Geschichten über die Flotilla gefüttert werden, wenn nicht an die Anwendung von Gewalt? Diese Aktivisten wollen die IDF-Soldaten töten? Wir werden uns erheben und sie zuerst töten. Von Gideon Levy....

Uri Avnery: Heilige Mantras

Die Palästinenser planen etwas Widerwärtiges: sie beabsichtigen sich an die UN-Vollversammlung zu wenden wegen eines eigenen Staates. Warum ekelhaft? Jeder israelische Sprecher (ganz zu schweigen von Sprecherinnen) wird euch prompt antworten: weil es ein "einseitiger" Schritt ist. Wie können sie...

Uri Avnery: Leugnen, Leugnen

Dieser Unsinn mit der Anerkennung Israels als "jüdischer Staat", das reicht mir jetzt. Er gründet sich auf eine Reihe hohler Phrasen und ungenauer Definitionen, ohne irgendeinen realen Inhalt. Er dient vielen verschiedenen Zwecken; fast alle sind böse. Von Uri Avnery....

Uri Avnery: Ein rothaariger junger Mann

Mein Held des Jahres ist (bis jetzt) ein junger rothaariger palästinensischer Flüchtling, der in Syrien lebt und Hassan Hejazi heißt. Er war einer von Hunderten von Flüchtlingen, die die Demonstration auf der syrischen Seite des Golan-Grenzzaunes zur Erinnerung an die...

Uri Avnery: RACHEL

Ich hatte das unverdiente Glück, 58 Jahre lang mit Rachel Avnery zusammen zu leben. Am Samstag, den 21. Mai, nahm ich Abschied von ihr. Sie war im Tode genau so wunderbar, wie sie es im Leben war. Ich konnte meine...

Uri Avnery: Bibi und die Jojos

Es war alles ziemlich ekelhaft. Sie waren dort, die Mitglieder der höchsten Legislative der größten Supermacht der Welt und sprangen auf und nieder wie so viele Jojos, applaudierten alle paar Minuten oder Sekunden wild zu den unverschämtesten Lügen und Verdrehungen...

Offener Brief an Bundesregierung: Palästinensischen Staat unverzüglich nach Ausrufung anerkennen

Auf Initiative der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost e.V. und der Palästinensischen Gemeinde Deutschland - Hannover e.V.) richteten Dr. Yazid Shammout und Prof. Dr. Rolf Verleger am 11. Mai einen gemeinsamen Offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)...

Uri Avnery: Der Gummimann

Ich konnte mich nicht beherrschen. Obwohl ich allein im Zimmer war, brach ich in lautes Gelächter aus. Ich las einen Zeitungsbericht über die letzten Umfragen. Die Leute wurden nach der Bewertung der Führer der Nation befragt. Es scheint, dass der...

Uri Avnery: "Freue dich nicht ..."

Natürlich ist es normal, froh zu sein, wenn jemandes Feind besiegt wird, und der Durst nach Rache ist leider ein menschlicher Zug. Aber sich hämisch freuen - auf Deutsch Schadenfreude -, ist etwas völlig anderes. Es ist hässlich. Von Uri...

Uri Avnery: Ein Wort

Mit einem Wort: Bravo! Die Nachrichten über das Versöhnungsabkommen zwischen der Fatah und der Hamas sind gut für Frieden. Wenn die letzten Schwierigkeiten ausgebügelt sind und ein volles Abkommen von den beiden Führern unterzeichnet ist, wird es für die Palästinenser...

Tachrir-Platz, Tel Aviv

Eine neue Bewegung der Art, wie wir sie benötigen, muss aus dem Nirgendwo herkommen. Aus der Vision und Entscheidung einer Gruppe junger Führer mit einer neuer Weltanschauung, die zu den Bedürfnissen von Israels Zukunft passt. Eine Gruppe, die in neuer...

Vik zum Gedenken

Es ist kaum zwei Wochen her, dass  ich Juliano Mer Khamis, einen Freund und Mitstreiter, verloren habe, da muss ich um meinen Free Gaza-Schiffskameraden Vittorio Arrigoni trauern. Er wurde gestern Abend in Gaza von religiösen Extremisten brutal ermordet, Vik, der...

Tödliche Dummheit: Israel muss die Hamas-Regierung im Gazastreifen anerkennen

Im Alter kehrt ein Mann zum kindischen Gehabe zurück, sagte Shakespeare. Etwas Ähnliches geschieht im Staat Israel. Die neue Runde von Feindseligkeiten entlang des Gazastreifens war schrecklich. Eine Rakete wurde auf einen israelischen Schulbus abgefeuert und verletzte einen Teenagerjungen schwer....

Uri Avnery: Der Siedlerstaat

Vor ein paar Wochen schrieb ich, dass nicht die Annexion der Westbank an Israel das Problem sei, sondern die Annexion Israels durch die Westbanksiedler. Einige Leser reagierten mit einem Lächeln. Es schien wie ein Scherz. Das war es nicht. Nun...

Juliano

Irgendjemand fand die Aktivitäten von Juliano Mer-Khanis im Jeniner Flüchtlingslager sehr störend. So beunruhigend, um maskierte Mörder zu schicken, die ihn erschossen. Julianos bemerkenswerte Persönlichkeit und seine besondere Botschaft machten ihm von rechts und links Feinde. Von Adam Keller....

Gideon Levy erinnert sich an Juliano Mer-Khamis: Ein Araber, ein Jude, ein Mensch

Juliano Mer-Khamis war einer der talentiertesten Schauspieler, den es je hier gab, und  er war auch der Mutigste  unter ihnen. Von Gideon Levy...

Uri Avnery: Das Gold und der Stein

In der Person von Richard Goldstone liegt etwas Tragikomisches. Zuerst gab es einen wahren Sturm der Entrüstung, als der ursprüngliche Goldstone-Bericht herauskam. Was für ein böser Feind! Goldstone - ursprünglich Goldstein - ein Jude, der behauptet, ein Zionist zu sein...

Uri Avnery: Wer annektiert wen?

In einer selten späten Nachtsitzung nahmen die Knessetabgeordneten endgültig zwei widerlich rassistische Gesetze an. Beide sind klar gegen Israels arabische Bürger gerichtet, ein Fünftel der Bevölkerung....

Uri Avnery: Die Zwerge

Jerusalem ist voll brillanter neuer Ideen. Die besten Köpfe unseres politischen Establishments schlagen sich mit dem Problem herum, das die anhaltende arabische Revolution geschaffen hat, die die Landschaft rund um uns neu gestaltet. Hier ist die letzte Ernte unglaublich origineller...

Uri Avnery: Die falsche Seite

Barack Obama warnte in seiner historischen Rede, die er in Kairo zu Beginn seiner Amtszeit gehalten hat, die Nationen davor, sich "auf die falsche Seite der Geschichte" zu stellen. Es scheint, dass die arabischen Nationen diesem Ratschlag mehr Beachtung geschenkt haben,...

Uri Avnery: Der irre Prophet

Die Ereignisse in Tunesien, Ägypten, Libyen und in den anderen Ländern auf israelischen, amerikanischen oder deutschen Sendern zu sehen, sind wie ein Kuss durch ein Taschentuch. Diese Ereignisse auf Al-Jazeera zu sehen, ist, das Richtige zu fühlen. Mein ganzes Leben...

Uri Avnery: Tsunami in Ägypten

Bis zum letzten Augenblick versuchte die israelische Führung, Hosni Mubarak an der Macht zu halten. Es war hoffnungslos. Sogar die mächtigen Vereinigten Staaten waren machtlos, als sie sich diesem Tsunami, einer Volksempörung, gegenübersahen. Am Ende kam es zum zweitbesten Ergebnis...

Das Dorf, der Wald und ein bisschen über Gott

Gestern wurden um 7 Uhr große Polizeikräfte, Bulldozer und viele LKWs an der Kama-Kreuzung nordwestlich von Ber Sheba beobachtet. Bewohner von Al Arakib verstanden sofort, dass sie das Ziel dieser Kräfte waren. AlArakib ist schon zwölfmal innerhalb eines knappen Jahres...

Uri Avnery: Eine Villa im Dschungel

Wir sind inmitten eines geologischen Geschehens. Ein Erdbeben von historischen Dimensionen verändert die Landschaft unserer Region. Berge werden zu Tälern, Inseln tauchen aus dem Meer auf, Vulkane bedecken das Land mit Lava. Die Menschen fürchten sich vor der Veränderung. Wenn...

Uri Avnery: Der Al-Jazeera-Skandal

Iich dachte immer, dies wäre ein spezifisch israelischer Zug: wann immer ein Skandal nationaler Proportion ausbricht, ignorieren wir die entscheidenden Punkte und lenken unsere Aufmerksamkeit auf zweitrangige Dinge. Dies erspart uns, uns mit den eigentlichen Problemen zu befassen und schmerzliche...

Uri Avnery: Die Welt ist kein Golem

Israeel ist, wie allgemein bekannt, das Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten. Zum Beispiel streiken in Israel die Diplomaten. Ein Streik der Diplomaten? Aber das ist doch unmöglich. Postboten streiken. Hafenarbeiter streiken. Aber Diplomaten? Die konservativsten Leute, die Angehörigen des Establishments? Die...

Crazy Country: Irren ist menschlich

Am ersten Tag des Neuen Jahres, am 1. Januar ist die Bewohnerin Bilins Jawaher Abu Rahmah gestorben, nachdem sie während einer Demonstration gegen die Mauer am Tag zuvor große Mengen Tränengas eingeatmet hatte. Die Armee drückte zuerst ihr Bedauern aus...

Uri Avnery: Die Krone und die Kohlen

Der Libanon steckt in einer Krise. Was ist daran neu? Seit der Gründung des Staates vor 90 Jahren ist das Wort "Krise" untrennbar mit seinem Namen verbunden. Aus israelischer Perspektive hat diese Krise eine doppelte Bedeutung. Erstens gefährdet sie die...

Tod einer palästinensischen Frau durch israelisches Tränengas

Es geschah während einer friedlichen Demonstration gegen die Separationsmauer in der Westbank (Bil'in). Israelische und palästinensische Augenzeugen sowie das Krankenhauspersonal im Hospital von Ramallah sagen aus, dass Jawaher Abu Rahma starb, nachdem sie große Mengen Tränengas eingeatmet hatte. Das Tränengas...

Die Brutalität des US-Imperialismus, Teil II

Das könnte auch Israel passieren. Mossad-Direktor Dagan könnte recht behalten. Die USA könnten einen Politikwechsel vollziehen - wenn sie entsprechend unter Druck geraten und beschließen würden, sich der Haltung der Welt anzuschließen und den internationalen Konsens bezüglich der Zwei-Staaten-Lösung zu...

Uri Avnery: Hi, Joe!

Guten Morgen, Joe. In den USA ist Dein Name Dreck. Aber hier in Israel kannst Du Dich jetzt wirklich wie zu Hause fühlen. Zu Deiner Zeit gelang es Dir, die ganze USA mit Hysterie anzustecken. Unter jedem Bett fand man...

Uri Avnery: Interim - für immer

Im Gegensatz zu allem, was man denkt, wünscht Lieberman Frieden, ja er sehnt sich nach Frieden. So sehr, dass er Tage und Nächte verbrachte, um einen ganzen eigenen Friedensplan zu produzieren. In dieser Woche zitierte er Israels 170 ranghöchste Diplomaten,...

Rassismus - rabbinischer und sonstiger Rassismus

Im Rahmen der israelischen Orgie des Rassismus und Faschismus seit der Bildung der weit rechts stehenden Koalition unter Premierminister Benjamin Netanyahu vor fast zwei Jahren haben Dutzende israelischer rassistischer Rabbiner (RR) ein Edikt unterzeichnet, das Juden im Land Israel verbietet,...

Die Brutalität des US-Imperialismus

Das amerikanische Imperium, der Nahe/Mittlere Osten und andere globale Themen. Auszug aus einem Gespräch mit Noam Chomsky im Juni 2010, Teil I....

Uri Avnery: "Die Dunkelheit vertreiben"

Es ist leicht, angesichts der schmutzigen Welle von Rassismus, die uns überschwemmt, zu verzweifeln. Die Medizin gegen die Verzweiflung ist die wachsende Anzahl junger Leute, Söhne und Töchter der neuen israelischen Generation, die sich vereinigt, um sich dem Kampf gegen Rassismus...

Uri Avnery: Das Narrenschiff 2

Der Ausdruck "Narrenschiff" wurde von einem Schweizer Theologen vor 515 Jahren als Titel eines Buches verwendet, das die katholische Kirche seiner Zeit scharf kritisierte. Ihre Unmoral, die er voraussah, würde in eine Katastrophe führen. Ich benützte diese Phrase in den...

Uri Averny: Eine Generalüberholung

Um Israel in einen modernen Staat zu verwandeln, benötigen wir eine allgemeine Veränderung des ganzen Establishments. Statt uns mit leeren Slogans zu beschäftigen, wie "ein jüdischer und demokratischer Staat", sollten wir sehen, dass Israel vor allem ein Staat wird, der...

Uri Avnery: "Der Islam ist die Lösung"

Was Israel betrifft, so sind die Aussichten trostlos. Die Aussicht auf eine fundamentalistische arabische Welt mit vollkommen neuen und populären Führern, die uns von allen Seiten umgibt, mit der stetig abnehmenden Power Amerikas, ist eine erschreckende Aussicht. Wenn ich in...

Uri Avnery: Die Ur-Sünde

Heutzutage gibt es in Israel drei religiöse Bildungssysteme. Alle lehren ihre Schüler nur die Geschichte des jüdischen Volkes, nichts über die Weltgeschichte, über andere Völker, erst recht nicht über andere Religionen. Der typische Absolvent dieser Systeme weiß, dass die Juden...

Uri Avnery: Wer lacht?

Wie konnte es den Peace-Now-Führern in den Sinn kommen, ausgerechnet mit dem stellvertretenden israelischen Außenminister Danny Ayalon zu treffen und ihm so Legitimität gewähren? Es könnte behauptet werden, dass Ayalon als Dorftroddel bekannt ist, so dass man ihm kein Maß...

Uri Avnery: Vox Taxi - Vox Dei

Das hebräische Sprichwort, "die Stimme der Massen ist wie die Stimme Gottes" kommt aus dem Lateinischen "Vox populi, vox Dei". Es wurde das erste Mal von einem angelsächsischen Geistlichen vor fast 1200 Jahren in einem Brief an Kaiser Karl den...

Noam Chomsky: Gaza wurde verraten

Die USA sagen, sie seien dem Frieden - in Israel und in den Palästinensergebieten - verpflichtet, doch ihre Handlungsweise straft sie Lügen. Von Noam Chomsky....

Uri Avnery: Der Edelmann und das Pferd

"Halb und halb" habe der verstorbene Ministerpräsident Levi Eshkol geantwortet, als er gefragt worden sei, ob er Tee oder Kaffee wünschte. Dieser Scherz sollte seine zögerliche Haltung am Vorabend des Sechs-Tage-Krieges parodieren. Die amerikanische Öffentlichkeit ähnelt jetzt dem Mann in...

Uri Avnery: Brot und Spiele

Ich war überrascht, als ich gegen Ende des Jahres 1975 eine Einladung vom Ministerpräsident Yitzhak Rabin erhielt, ich möge ihn in seiner Residenz aufsuchen. Er öffnete mir selbst die Türe, goss mir ein Glas Whisky ein, auch sich selbst, und...

Uri Avnery: Der Staat des Bla-Bla-Bla

Die Knesset ist dabei, ein Gesetz zu verabschieden, das von jedem Nicht-Juden, der die israelische Staatsbürgerschaft wünscht, verlangt, dem Staat Israel, dem "Nationalstaat des jüdischen Volkes" Treue zu schwören. Es scheint, dass unsere unbedarften Gesetzgeber darin nichts Fragwürdiges sehen....

Uri Avnery: Der Sohn seines Vaters

Wer ist der wirkliche Netanyahu? Bibi, der Schwächling, ohne Rückgrat, der jedem Druck nachgibt und der einmal nach links und einmal nach rechts geht, je nachdem, woher der Druck kommt, ob aus den USA oder von seinem Koalitionspartner? Der trickreiche...

Uri Avnery: Zwei Finger

Ehud Olmert hob seine beiden Hände, die beiden Zeigefinger berührten sich beinahe, und er sagte: "Wir waren so nah!" Er sprach über die Verhandlungen, die er persönlich mit Mahmoud Abbas geführt hatte, kurz bevor er selbst gezwungen wurde, das Amt...

Ein jüdisches Schiff nach Gaza verlässt den Hafen von Zypern

Ein Schiff, organisiert von jüdischen Gruppen weltweit und beladen mit Hilfsgütern für die Bevölkerung Gazas, hat am 26. September 2010 um 13.30 Uhr Ortszeit den Hafen von Zypern verlassen. Das Schiff mit dem Namen Irene (Frieden) segelt unter britischer Flagge...

Uri Avnery: Hochmut kommt vor dem Fall

In der Hauptdurchgangsstraße unter meinem Fenster war absolute Stille. Nicht ein einziges Fahrzeug fuhr dort. Wir waren mit einem unserer Freunde in ein Gespräch vertieft, als etwas Unglaubliches geschah. Die Alarmsirenen fingen zu heulen an. Innerhalb von Minuten begannen Autos...

Geburtstag von Uri Avnery: Wie eine Feuersäule

Am 10. September wird ein bedeutender Israeli seinen 87. Geburtstag feiern. Auch wenn er im selben Alter des israelischen Präsidenten ist und sein Einfluss auf Israels Geschichte nicht geringer als des letzteren ist, wird das Cameri-Theater keinen Galaabend zu seinen...

Uri Avnery: Schadensbegrenzung

Eine holländische Journalistin bat mich am letzten Mittwoch, die Gedanken Binyamin Netanjahus auf seinem Weg nach Washington zu erraten. Anscheinend war sie mit dem Ergebnis zufrieden, weil sie mich dann darum bat, auch die Gedanken von Mamoud Abbas zu erraten....

Uri Avnery: Rot und grün

KANAL 10, einer von Israels drei Fernsehkanälen, strahlte in dieser Woche einen Bericht aus, der sicherlich viele Leute in Schrecken versetzte. Sein Titel war "Wer organisiert den weltweiten Hass gegen die Israel-Bewegung?" und sein Inhalt war: Dutzende von Gruppen verschiedener...

Uri Avnery: Wenn du nein sagst - oder: Giftpilze

In letzter Zeit tauchen Verbände zur Verteidigung des Zionismus auf wie Pilze nach dem Regen. Giftpilze. Alle Arten amerikanisch-jüdischer Multimillionäre - viele von ihnen Casino-Könige, Bordell-Mogule, Geldwäscher und Steuerhinterzieher - finanzieren "patriotische" israelische Gruppen in Israel, um den heiligen Krieg...

Uri Avnery: Harakiri?

Wenn Gott will, dann kann sogar ein Besenstiel schießen - so schrieb ich nach der Ernennung der Turkel-Kommission. Ich zitierte ein jüdisches Sprichwort in der Hoffnung, dass trotz allem etwas herauskommen würde. Von Uri Avnery....