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Avnery: Lasst die Gaza Flotilla durch, öffnet den Hafen von Gaza bei internationaler Überwachung

Der ehemalige Knesset-Abgeordnete Uri Avnery von Gush Shalom (Israelischer Friedensblock) appelliert an Ministerpräsident Netanjahu und den Verteidigungsminister Ja’alon, solange noch Zeit sei, ernsthaft über die Angelegenheit nachzudenken und der "Schwedischen Flotilla" die Landung im Hafen von Gaza zu gestatten. "Vier kleine Boote, die medizinisches Gerät und Sonnenkollektoren zur Stromerzeugung geladen haben, bedrohen Israels Sicherheit nicht im Mindesten. Die Ankunft der Boote mit humanitären Hilfsgütern in Gaza wäre eine bescheidene Geste des guten Willens vonseiten des Staates Israel. Im Gegensatz dazu wäre die Entsendung eines bewaffneten Kommandos mit dem Befehl, die Boote auf See aufzubringen, ein weiterer Akt bloßer Gewalt, der das Bild Israels als eines aggressiven und gewalttätigen Goliaths noch tiefer verankern würde. Dieses Bild ist der Hauptgrund für den zunehmenden Boykott in aller Welt gegen Israel."

Avnery erinnerte daran, dass der Staat Israel bei wenigstens vier Ereignissen in der Vergangenheit die Ankunft von Schiffen mit humanitärer Hilfe in Gaza gestattet habe. Das geschah, bevor die Entscheidung getroffen wurde, eine Politik bloßer Gewalt auszuüben, einer Politik, die bei der katastrophalen Marmara-Affäre zu Blutvergießen führte. Zum Beispiel gestattete die Regierung von Israel im November 2008 zwei Booten mit 44 Aktivisten aus 17 Ländern an Bord die Landung im Hafen von Gasa. Damals hieß es in der vom israelischen Außenministerium veröffentlichten Verlautbarung: "Wir werden diesen Leuten, die die öffentliche Aufmerksamkeit erregen wollen, gestatten, nach Gaza zu kommen und ihnen damit den Erfolg ihrer provozierenden Pressearbeit verderben." Damals wurde die israelische Marine instruiert, zwar den Booten zu folgen, sie jedoch nicht bei der Weiterfahrt und der Landung in Gaza zu behindern - und das war alles. "Der Text des Kommunikees von 2008 findet sich noch in den Computern des Außenministeriums und kann heute noch einmal Wort für Wort veröffentlicht werden", schlägt Avnery vor.

"Über den besonderen Fall dieser Flotilla hinaus ist es höchste Zeit, den Hafen von Gaza zu öffnen und die Wirtschaft des Gazastreifens von der Abschnürung zu befreien, die seine Bewohner in Arbeitslosigkeit und furchtbare Armut treiben, die zur Brutstätte für Extremismus und Hass geworden sind. Es ist durchaus bekannt, dass internationale Parteien dazu bereit sind, eine Vereinbarung über eine internationale Überwachung des Hafens von Gaza zu vermitteln und die Führung der Hamas ist willens, eine solche Vereinbarung zu erreichen", sagt Avnery.

Aus dem Englischen von Ingrid von Heiseler

Quelle: Gush Shalom - Pressemitteilung vom 28.06.2015. Kontakt: Adam Keller, Tel.+972-(0)54-2340749, info@gush-shalom.org.

Veröffentlicht am

29. Juni 2015

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