Lebenshaus Schwäbische Alb - Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie e.V.

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Ihre Suche nach "Gideon Levy" ergab 86 Treffer

21. Mai 2019 | Gesellschaft
Deutschland, Schande über dich und deinen Anti-BDS-Beschluss!

Deutschland hat eben die Gerechtigkeit kriminalisiert. Eine Mischung aus gerechtfertigten Schuldgefühlen, die durch zynische und manipulative israelische Erpressung inszeniert und in ekelhafte Extreme getrieben wurden, veranlasste den Bundestag am Freitag, eine der empörendsten und bizarrsten Resolutionen seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs zu verabschieden. Der Bundestag hat die Bewegung für Boykott-, Desinvestitionen und Sanktionen gegen Israel als antisemitisch bezeichnet. Benjamin Netanyahu und Gilad Erdan haben sich gefreut. Deutschland sollte sich schämen. Von Gideon Levy.

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06. Juni 2017 | Internationales, Militär und Krieg
Gideon Levy: Was ich selber gesehen habe!

Sechs Tage Krieg im Juni 1967 - und danach fünfzig Jahre von Israel besetztes Land. Die Stimme eines Augenzeugen vor Ort. Von Christian Müller.

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09. November 2014 | Internationales, Militär und Krieg
Das Recht der Palästinenser und ihre Pflicht, Widerstand zu leisten

Man stelle sich vor, ein Palästinenser zu sein; vielleicht ein Bewohner Ost-Jerusalems. 47 schwierige Jahre liegen hinter einem; eine große deprimierende Dunkelheit liegt vor einem. Die israelische Tyrannei, die dein Schicksal dem Untergang weiht, erklärt arrogant, dass alles so auf immer bleibt. Deine Stadt wird unter Besatzung bleiben - auf immer und ewig. Der Verteidigungsminister, der zweite in der Regierung, die dich unterwirft, sagt, es wird niemals ein palästinensischer Staat errichtet werden. Von Gideon Levy.

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15. August 2014 | Internationales, Militär und Krieg
Leitmedien - FAZ und SZ zu Gaza

Eine mit modernsten Zerstörungsmitteln ausgerüstete Armee überfällt zu Wasser, zu Lande und zur Luft eine dicht besiedelte, abgeriegelte und durch jahrelange Handels- und Reiseblockaden ausgepowerte Enklave, tötet rund 1900 Menschen - zu mindestens zwei Dritteln unbewaffnete Zivilisten, darunter rund 400 Kinder - und erklärt dies zu einer Operation gegen den Terror. Wie spiegelt sich dies in deutschen "Qualitätsmedien" wie der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) und der Süddeutschen Zeitung (SZ)? Von Matthias Jochheim.

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31. Juli 2014 | Gewalt, Gewaltfreiheit und Frieden
Mohssen Massarrat: Aufruf an die Friedensbewegung - Warum kämpft Hamas trotz militärisch hoffnungsloser Unterlegenheit weiter?

Die Hamas provoziere mit ihren Raketen gegen israelische Städte, die Hamas benütze die eigene Bevölkerung als menschliche Schutzschilde, Hamas verstecke Waffen in Wohnhäusern, in Moscheen und Krankenhäusern, sie kalkuliere zynisch die toten palästinensischen Zivilisten einschließlich deren Kinder in ihre Strategie mit ein, um durch die steigende Empörung der Weltöffentlichkeit Israel unter Druck zu setzen - je mehr Tote, desto größer der Druck. Mit diesen oder ähnlichen Mutmaßungen in nahezu allen westlichen Medien sollen Israels Kriegsverbrechen in Gaza heruntergespielt und Hamas auf die Anklagebank gesetzt werden. Von Mohssen Massarrat.

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15. November 2011 | Internationales, Militär und Krieg
Gideon Levy: Wahnsinn, nicht Vernunft leitet Israels Führung

Falls der Iran wagt, einen nuklearen Angriff gegen Israel auszuführen, wird der Iran einen allgemeinen, schmerzhaften Massenselbstmord begehen. Israel wird antworten, und die Welt wird nicht ruhig sein. Jerusalem weiß das, und was noch wichtiger ist, auch Teheran weiß das. Aber in Teheran - so wird uns vom Morgen bis Abend gesagt - könnte die "verrückte" Führung die Karten mischen. Und so könnte es sein, dass Israel Teheran zu bombardieren droht, bevor es zu spät ist, und viele Israelis wären sogar dafür. Von Gideon Levy.

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23. September 2011 | Internationales, Militär und Krieg
Israel wünscht keinen palästinensischen Staat. Punkt.

Was werden vor der UNO erzählen? Was könnten wir sagen? Ob in der Vollversammlung oder vor dem Sicherheitsrat, werden wir in all unserer Nacktheit dastehen: Israel wünscht keinen palästinensischen Staat. Punkt. Und es hat kein einziges überzeugendes Argument gegen die Errichtung und die internationale Anerkennung eines solchen Staates. Was werden wir also sagen, warum wir dagegen sind? Von Gideon Levy.

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02. Juli 2011 | Internationales, Militär und Krieg
Gideon Levy: Israel ist eine Gesellschaft der Gewalt und Brutalität geworden

Woran sollen Israelis denken, wenn sie mit gruseligen Geschichten über die Flotilla gefüttert werden, wenn nicht an die Anwendung von Gewalt? Diese Aktivisten wollen die IDF-Soldaten töten? Wir werden uns erheben und sie zuerst töten. Von Gideon Levy.

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10. April 2011 | Internationales, Militär und Krieg
Gideon Levy erinnert sich an Juliano Mer-Khamis: Ein Araber, ein Jude, ein Mensch

Juliano Mer-Khamis war einer der talentiertesten Schauspieler, den es je hier gab, und  er war auch der Mutigste  unter ihnen. Von Gideon Levy

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15. September 2010 | Internationales, Militär und Krieg
Geburtstag von Uri Avnery: Wie eine Feuersäule

Am 10. September wird ein bedeutender Israeli seinen 87. Geburtstag feiern. Auch wenn er im selben Alter des israelischen Präsidenten ist und sein Einfluss auf Israels Geschichte nicht geringer als des letzteren ist, wird das Cameri-Theater keinen Galaabend zu seinen Ehren geben, noch werden die Hohen und Mächtigen ihn mit nichtssagenden Gesten der Liebe einhüllen. Wahrscheinlich wird sein Geburtstag nicht einmal bemerkt werden. Von Gideon Levy.

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01. Juni 2010 | Gewalt, Gewaltfreiheit und Frieden
Die Gaza-Flottille treibt Israel in ein Meer der Dummheit

Die israelische Propagandamaschine hat neue Höhepunkte ihrer hoffnungslosen Raserei erreicht. Sie hat Menus aus den Gaza-Restaurants mit Falschinformationen ausgeteilt. Sie beschämt sich selbst, indem sie sich an sinnlosen PR-Schlachten beteiligt, mit denen man besser nie angefangen hätte. Sie will die unwirksame, illegale und unethische Belagerung des Gazastreifens aufrecht erhalten und die "Friedensflottille" an der Gaza-Küste nicht andocken lassen. Da gibt es nichts zu erklären, gewiss nicht einer Welt, die das Gespinst von Erklärungen, Lügen und Taktiken nie abkaufen wird. Von Gideon Levy.

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06. April 2010 | Internationales, Militär und Krieg
Israel sollte Obama danken, denn er handelte wie ein Freund

Wenn Israel ein wirkliches Friedenslager hätte, wenn die schweigende Mehrheit ihr ekelhaftes Schweigen gebrochen hätte, wenn mehr Israelis sich mit der Situation als Kollektiv befassen würden und nicht nur als Individuen, die sich nach den nächsten Ferien oder dem nächsten Auto sehnen, wenn mehr Israelis sich weigerten, blind die Täuschungen der israelischen Diplomatie und Propaganda zu akzeptieren, dann wäre der Rabin-Platz gestern mit Demonstranten voll gewesen. Von Gideon Levy.

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19. März 2010 | Internationales, Militär und Krieg
Danke, Eli Yishai, dass du die Friedensprozess-Maskerade aufgedeckt hast

Hier ist jemand, dem für alles die Schuld gegeben werden kann: Ely Yishai. Schließlich wollte Benyamin Netanyahu es so sehr, Ehud Barak gab sich so große Mühe, Shimon Peres übte seinen Einfluss aus - und nun kommt der Innenminister und ruiniert alles. Da sind wir nun am Rand einer neuen (fast) historischen Veränderung. Das Reden mit den Palästinensern war zum Greifen nah. Der Frieden klopfte an die Tür, die Besatzung näherte sich ihrem Ende - und dann kommt so ein Shas-Schurke, der von Timing und Diplomatie keine Ahnung hat und alle Friedenskarten durch einander bringt. Von Gideon Levy.

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11. Februar 2010 | Internationales, Militär und Krieg
Die Botschaft ist klar: Israel soll den Iran nicht angreifen

Im Meer von Gehirnwäsche, Einschüchterung und Klischees, die uns umgeben, lohnt es sich zuweilen, auf eine Stimme von außen zu achten, eine nicht weniger fähige als die der israelischen "Experten" über Sicherheitsfragen und den Iran: auf die Stimme der Vernunft. Solch eine Stimme war die des ranghohen europäischen Diplomaten, der fünf Jahre lang als Botschafter in Teheran diente, und der diese Woche Israel besuchte. Seine Botschaft war klar und scharf - Israel solle den Iran nicht angreifen. Von Gideon Levy.

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05. Januar 2010 | Internationales, Militär und Krieg
Gideon Levy: 28 Kilometer Apartheidstraße

Diese Schnellstraße erzählt die ganze Geschichte. Sie pflasterten eine Straße, enteigneten palästinensisches Land und der Oberste Gerichtshof genehmigte die Enteignung mit den Worten: "vorausgesetzt, dass es für die lokale Bevölkerung ist." Danach hinderte man die "lokale Bevölkerung" daran, diese Straße zu nutzen und schließlich baute man eine Mauer, die mit Wiesen und Bächen bemalt wurde, damit wir nicht sehen, dass wir auf einer Apartheidstraße fahren, dass wir auf der Achse des Bösen reisen.

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06. Dezember 2009 | Internationales, Militär und Krieg
Gideon Levy: Warum können wir mit Hamas über Shalit reden, aber nicht über Frieden?

Warum ist es gestattet, über das Schicksal eines gefangenen Soldaten und mehrere hundert andere Gefangene mit der Hamas zu reden, aber verboten, mit ihnen über das Schicksal von zwei Völkern zu reden? Nie war Israels Logik so verzerrt.

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22. Oktober 2009 | Internationales, Militär und Krieg
Gideon Levy: Die Golda-Kriege

Diejenigen, denen die Schuld gegeben werden muss, sind gefunden worden: "Die Goldstoners". Nicht die Besatzung, nicht die Siedlungen, nicht die israelische Aggressivität oder Brutalität: es ist nur Goldstone. Nach Ari Shavit (Haaretz, 8.10.2009) wird uns der Geist des Richters Richard Goldstone den nächsten Krieg bringen und er wird der Goldstone-Krieg genannt werden.

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19. August 2009 | Internationales, Militär und Krieg
Gideon Levy: Unter Hassenden

Die Haredim hassen die Lesben, die Lesben die Haredim; die Siedler die Linken, die Linken die Siedler; die Ashkenazim hassen die Mizrahim, die Mizrahim hassen die Ashkenazim; die Säkularen hassen die Haredim, die Haredim hassen die Säkularen; die Reichen hassen die Armen, die Armen hassen die Reichen; die Jekkes hassen die Ostjuden, die Ostjuden hassen die Jekkes; Hapoel-Fans hassen die Maccabi-Fans, Maccabi-Fans hassen die Hapoel-Fans und alle zusammen hassen die Araber. Und alle sind sich sicher, dass die ganze Welt sie grundlos hasst.

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15. Juli 2009 | Internationales, Militär und Krieg
Gideon Levy: Unsere israelischen Verteidigungskräfte (IDF)

Die mutigen Schiffskommandeure übernahmen mitten auf dem Meer die Kontrolle eines rostigen, klapprigen, unbewaffneten schaukelnden Bootes. Genau deshalb haben wir ein Marinekommando: um Boote zu kontrollieren, die humanitäre Hilfe an Bord haben. ‘Der Wächter Israels schläft noch schlummert nicht’. Die militärischen Korrespondenten berichteten mit Verwunderung, die nur sie aufbringen können. Selbst sie konnten für die Operation kein Feigenblatt liefern. Die IDF haben noch einmal ihre Macht benützt, um Schwache zu besiegen. Die Flotte hat noch einmal wie Piraten gehandelt. Die Arion wurde abgeführt im Rahmen von Israels Sicherheit für alle Ewigkeiten zu sichern. Blah blah blah.

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19. Juni 2009 | Internationales, Militär und Krieg
Gideon Levy: Eifersüchtig auf die Iraner

Es macht einen ganz grün vor Neid. Die Szenen aus dem Iran beweisen, dass einige Nationen versuchen, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Einige Nationen treiben nicht auf der Oberfläche ekelhafter Gleichgültigkeit, einige schauen sich nicht in endloser Selbstzufriedenheit um. Und einige folgen ihren Führern nicht blind wie eine Herde. Es gibt Augenblicke in der Geschichte bestimmter Nationen, wo die Menschen sagen: es ist genug - so geht es nicht weiter.

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02. Juni 2009 | Internationales, Militär und Krieg
Ein Freund Israels

Es wird schon deutlich. Der US-Präsident ist ein Freund Israels. Wenn Barack Obama so weitermacht, wie er in dieser Woche begonnen hat, dann könnte es sich erweisen, dass er der freundlichste Präsident Israels ist, den es je hatte. Richard Nixon rettete Israel 1973 vor den arabischen Staaten und Obama ist dabei, Israel vor sich selbst zu retten. Nixon sandte uns in einer kritischen Zeit Waffen und Munition und Obama schickt uns in einer nicht weniger kritischen Zeit die Unterlagen zu einem kompletten Friedensplan, ein Plan, der Israel retten wird. Von Gideon Levy.

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12. Mai 2009 | Internationales, Militär und Krieg
Der Propaganda-Minister

Löst das neue Informations- und Diasporaministerium auf, verzichtet auf den neuen Außenminister, man kann auch die Informationsabteilungen beim Likud und Israel-Beiteinu schließen - wir haben einen neuen Propaganda-Minister. Wir hatten mehr und weniger erfolgreiche Präsidenten, aber einen Präsidenten, der als Propagandist der Regierung fungiert, hatten wir noch nicht. Jetzt haben wir einen: Shimon Peres hat sich selbst für dieses untaugliche Amt ernannt. Von Gideon Levy.

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28. April 2009 | Internationales, Militär und Krieg
Gideon Levy: Der Holocaust und die israelische Besatzung können nicht mit einander verglichen werden

Es ist nicht klar, wer damit angefangen hat. Vielleicht wir. Aba Eban, der legendäre Labor-Außenminister nannte einmal die Grenzen, die nach dem Sechs-Tage-Krieg gezogen wurden "Auschwitz-Grenzen" - nicht weniger. Jahrzehnte später sagte Benyamin Netanyahu, dass der iranische Präsident Mamoud Achmadinejad ein "moderner Hitler" sei - nicht weniger. Der portugiesische Autor Jose Saramago war auch in der Versuchung, einen Vergleich zu machen. Nachdem er 2002 die besetzten Gebiete besucht hatte, sagte er, sie ähneln Auschwitz. Das Knesset-Mitglied Issam Makhoul hob einmal über dem Knesset-Podium seinen Arm und rief "Heil Sharon!". Von rechts wie von links, in Israel und im Ausland werden immer mehr Vergleiche gemacht. All diese Vergleiche sollten zurückgewiesen werden. Von Gideon Levy.

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21. April 2009 | Internationales, Militär und Krieg
Gideon Levy: Eine Randerscheinung

Die 18. Knesset ist anders als alle ihr Vorgänger. Es ist die erste, die kein einziges Knessetmitglied hat, dem es das Anliegen ist, gegen die Besatzung zu kämpfen.

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08. April 2009 | Internationales, Militär und Krieg
Gideon Levy: Beseitigte Gerechtigkeit

Jeder, der sich sorgenvolle Gedanken um die Rechtsstaatlichkeit und das moralische Image Israels macht und beunruhigt ist, dass seine Soldaten im Gaza-Krieg Kriegsverbrechen begangen haben, kann nun erleichtert aufatmen. Der militärische Generalanwalt Brigade-General Avichai Mendelblit gab die Order, die Untersuchung der Aussagen der Soldaten über ihre Erfahrungen in der Operation Cast Lead einzustellen. Eine Blitzoperation unmittelbarer Justiz beerdigte eine Geschichte, die die Welt erschütterte. Es gab keine wirkliche Untersuchung - der Fall wurde sofort ad acta gelegt. Von Gideon Levy.

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24. März 2009 | Internationales, Militär und Krieg
Gideon Levy: Shalit ist nicht wichtig genug

Die Lügenkanone erschien (schon) bei der Eröffnung zum ersten Akt. Eine Woche nachdem Gilad Shalit entführt wurde, sagte Ministerpräsident Ehud Olmert beim Kabinettstreffen am 2. Juli 2006: "Ich möchte etwas zur Freilassung des Soldaten sagen: Wir sollten nicht mit der Hamas wegen Gefangenenentlassung reden, weder direkt noch indirekt." Olmerts erste Lüge genügte, um seine komplette Einstellung in der Shalit-Affäre anzuzeigen; aber wir tendieren dahin, jede Lüge zu vergeben, selbst eine so eklatante, selbst wenn sie vom Ministerpräsidenten geäußert wurde.

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15. März 2009 | Internationales, Militär und Krieg
Gideon Levy: Die Herrschaft der Angst

Während Benjamin Netanjahu zur Macht kommt, hat er nur eine Botschaft: die der Angst vor einem Holocaust im Namen des Iran. Auch Avigdor Liberman taucht siegreich auf: seine Botschaft ist die, dass israelische Araber ein Krebsgeschwür seien. Niemals zuvor wurde eine Regierung derart und nur auf Angst aufbauend errichtet. Ohne Versprechen (auf Positives) und ohne Hoffnung bietet die neu formierende Regierung nur Prophezeiungen apokalyptischen Ausmaßes an, auf deren Welle sich die Rechten zur Macht tragen lassen. Das ist die einzige Agenda der Rechten.

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16. Februar 2009 | Internationales, Militär und Krieg
Gideon Levy: Legitimiert der Zionismus jede Art von Gewalt?

Die israelische Linke starb im Jahr 2000. Seitdem lag ihr Leichnam unbeerdigt herum bis endlich ihre Todesurkunde veröffentlicht, unterzeichnet, besiegelt und am Dienstag veröffentlicht wurde. Der Henker von 2000 war auch der Totengräber von 2009: der Verteidigungsminister Ehud Barak. Es war der Mann, dem es gelang, die Lüge zu verbreiten, es gebe keinen Partner. In diesen letzten Wahlen reiften die Früchte seiner Taten.

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07. Februar 2009 | Internationales, Militär und Krieg
Gideon Levy: Das Schweigen der Juristen

Ein Stillschweigen, unter allem andren schändlichen Stillschweigen, war so besonders laut zu vernehmen - das Stillschweigen der Juristen. Die 41.000 Anwälte im Staat Israel haben die Aufgabe übernommen, sein Image als das eines Rechtsstaates zu schützen. Und diese ausgedehnte und große Armee hat wieder einmal ihre Aufgabe verfehlt. Es gibt in aller Welt schwerwiegenden Verdacht, dass Israel eine Reihe von Kriegsverbrechen begangen hat - und die Juristen unseres Landes schließen darüber ihren Frieden.

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06. Februar 2009 | Internationales, Militär und Krieg
Lasst Netanyahu gewinnen

Benjamin Netanyahu wird wahrscheinlich Israels nächster Ministerpräsident werden. An dieser Tatsache gibt es auch etwas, das Mut macht. Netanyahus Wahl wird Israel von der Last der Täuschungen befreien: Falls er eine Regierung des rechten Flügels aufstellen kann, würde (endlich) der Schleier gelüftet und ihren Bürgern und dem Rest der Welt - einschließlich der arabischen Welt - das wahre Gesicht der Nation enthüllt. Zusammen mit der Welt werden wir sehen, welcher Führung wir gegenüber stehen und wer wir wirklich sind. Die Maskerade, die einige Jahre lang geführt wurde, wird endlich zu einem Ende kommen. Von Gideon Levy.

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20. Januar 2009 | Internationales, Militär und Krieg
Gideon Levy: Offener Antwortbrief an A. B. Yehoshua

Gideon Levy antwortet auf einen offenen Brief des israelischen Schriftstellers A.B. Yehoshua. Dabei kritisiert er dessen Position, mit der er "den brutalsten Krieg, den Israel jemals geführt hat" rechtfertige und sich "so mit der Betrügerei zufrieden" gebe, "die Besatzung des Gazastreifens" sei "vorbei". Er rechtfertige auch "Massentötungen mit dem Heraufbeschwören solcher Ausreden wie: ‘Hamas mischt seine Kämpfer absichtlich unter die zivile Bevölkerung’."

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19. Januar 2009 | Internationales, Militär und Krieg
Gideon Levy: Der Krieg - wie ein Kinderspiel

Der Kampf im Gazastreifen ist ein De-Luxe-Krieg. Verglichen mit den vorausgegangenen Kriegen ist er wie ein Kinderspiel - Piloten bombardieren ungehindert, und - als ob es eine Probe wäre beschießen Soldaten aus Panzern und die Artillerie Häuser und Zivilisten, Kampftruppen zerstören ganze Straßen aus ihren Fahrzeugen ohne auf einen ernsten Widerstand zu stoßen. Eine große, umfassende Armee kämpft gegen eine hilflose Bevölkerung und eine schwache, in sich zerrissene Organisation, die aus den Kampfzonen geflüchtet ist und noch nie solch einen Kampf durchgefochten hat. All dies muss offen gesagt werden, bevor wir damit beginnen, über unser Heldentum und unsern Sieg zu frohlocken.

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11. Januar 2009 | Internationales, Militär und Krieg
Die Zeit der Selbstgerechten

Dieser Krieg legt - vielleicht mehr als seine Vorgänger - die wahren, grundlegenden Lebensadern unserer israelischen Gesellschaft bloß. Rassismus, Hass, Blutdurst und der Impuls, sich zu rächen, spuken in den Köpfen herum. Militärkorrespondenten beschreiben es im Fernsehen so: "Der Kommandeur", der IDF "ist (jetzt) darauf aus, soviele wie möglich zu töten." Selbst wenn sich dieser Satz auf die Hamas-Kämpfer bezieht, ist er Gänsehaut erregend. Von Gideon Levy.

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20. Oktober 2008 | Internationales, Militär und Krieg
Die Juden Akkos warnen

Eine junge Frau mit Kopftuch und einem Baby im Arm stand gestern hinter einem vergitterten Fenster und schrie: "Holt die Araber hier raus! Wir wollen sie nicht … sie haben unser Leben hier zur Hölle gemacht …". Die Rollläden der benachbarten Wohnung sind zerschmettert. Ihre früheren Bewohner, die Familie von Mahmoud Samary, sind weggegangen; sie sind vorrübergehend vor dem Steinhagel auf ihre Wohnung geflohen. Die junge Frau schreit weiter: "Sie sollen weggehen. Die Araber holen sich unsere Mädchen." Es war Samstagnachmittag in der Nr. 18 der Burlastraße in Akko - Teil eines übervölkerten, schändlich vernachlässigten Wohnprojekts, in dem drei arabische und 29 jüdische Familien in einem einzigen Gebäude wohnen. Von Gideon Levy.

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12. Oktober 2008 | Internationales, Militär und Krieg
Mit verbundenen Augen

Wir sahen, wie dieser Mann am Havara-Kontrollpunkt verhaftet wurde. Bingo - es ist das Spiel der Soldaten am Checkpoint. Wir kannten seinen Namen nicht, auch nicht, warum er verhaftet wurde und wann er entlassen wurde - wie üblich. Aber wir bemerkten seine stolze Haltung - allein und aufrecht. Seine Augen waren schon mit einem IDF-Flanelltuch verbunden, ein Tuch, womit man sonst die Gewehrläufe reinigt. Man war dabei, ihm Plastikhandschellen umzulegen. Wir schienen uns, über seine plötzliche Verhaftung mehr aufzuregen als er. Nach 41 Jahren waren die Palästinenser daran gewöhnt, dass an einem gewöhnlichen Tag, auf dem Weg zur oder von der Arbeit, alles plötzlich auf den Kopf gestellt werden kann. Von Gideon Levy.

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06. August 2008 | Internationales, Militär und Krieg
Weder Offizier noch Gentleman

Brigadegeneral General Moshe "Chiko" Tamir ist ein hingebungsvoller und liebender Vater, der seinen 14-jährigen Sohn ein militärisches Geländefahrzeug (ATV) fahren lässt. Da die IDF eine gesetzestreue Organisation ist, untersuchte sie den Vorfall und nannte ihn schwerwiegend. Die Folge davon: Tamirs Beförderung kann sich verzögern und er kann unter Anklage gestellt werden. Ein Brigadekommandeur, der versucht, den Unfall seines Sohnes durch Lügen zu vertuschen, verdient bestraft zu werden. Aber der Kommandeur der Gaza-Brigade verdient viel mehr für Taten, die viel schwerwiegender sind und die die Welt Kriegsverbrechen nennt - und für die bis jetzt noch niemand verantwortlich gemacht wurde. Von Gideon Levy.

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25. Juli 2008 | Internationales, Militär und Krieg
Der General der Zwiebeln und des Knoblauchs

Hier ist also das “nächste Ding” im Krieg gegen den Terror: der Krieg gegen die Friseure. Nachdem die Hamas die Hälfte des palästinensischen Volkes übernahm - vor allem auf Grund von Israels Maßnahmen (mit Waffen, Belagerung, Zerstörung und Töten, Massenarresten und Deportationen) haben die IDF und der Shin Bet-Sicherheitsdienst etwas Neues erfunden: einen Krieg gegen Einkaufszentren, Bäckereien, Schulen und Waisenhäuser. Von Gideon Levy.

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17. Juli 2008 | Internationales, Militär und Krieg
Immer mit Bombardements leben

Wie die Dinge jetzt aussehen, ist dies der Weg, den Israel für seine Zukunft wählt: jedes Mal, wenn ein nahöstliches Land versucht, eine Nuklearwaffe zu bekommen, wird Israel bombardieren. Bombe - bombardieren. Abgesehen von der problematischen Annahme, dass es uns erlaubt sei, was anderen nicht erlaubt ist und was in unseren Händen sicher sei, aber gefährlich in den Händen der anderen - diese Art der Einstellung wird in die Katastrophe führen. Wir haben schon zwei Mal versucht - im Irak und in Syrien - und es funktionierte. Es ist allerdings fraglich, ob es erforderlich war. Nun sieht es so aus, als ob wir es ein drittes Mal versuchen, diesmal gegen den Iran. Von Gideon Levy.

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30. April 2008 | Internationales, Militär und Krieg
Wie ein Bandenkrieg

Auf beiden Seiten des Zaunes, der den Gazastreifen einschließt, ist ein Krieg der Verzweiflung im Gange. Hamas kämpft gegen die unerträgliche Belagerung, unter welcher der Gazastreifen nun seit vielen Monaten leidet - und das israelische Militär (IDF) ist meistens damit beschäftigt, Hamas-Aktionen zu rächen. Beide Seiten sind damit beschäftigt, Macht und Rache zur Schau zu stellen. Von Gideon Levy.

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13. Februar 2008 | Internationales, Militär und Krieg
Die Lichter sind abgeschaltet worden

Ein Licht nach dem anderen wird abgeschaltet und eine moralisch düstere Stimmung stellt sich bei uns ein, da wir am Rande eines Abgrundes stehen. Letzte Woche wurden drei weitere Lichter abgeschaltet. Der Winograd-Bericht sprach nicht deutlich genug gegen die Tatsache, dass Israel einen sinnlosen Krieg begonnen hat; der Oberste Gerichtshof genehmigte kollektive Bestrafung und der Generalstaatsanwalt beschloss, dass das Töten von 12 israelischen Bürgern und einem Bewohner aus den besetzten Gebieten (2000) durch die Polizei keine Anklage vor Gericht rechtfertigt. Von Gideon Levy.

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01. Februar 2008 | Internationales, Militär und Krieg
Stark, was Zahlen betrifft

Hier haben wir den Maßstab für den Erfolg an Sicherheit: die Zahl der getöteten Palästinenser. Wie in den meisten urzeitlichen Kriegen rühmte sich der Chef des Verteidigungsestablishments der Zahlen, die Israel getötet hat. Ihr Job ist es, für die Sicherheit der Bewohner zu sorgen. Und wie wir wissen, erhalten die Bewohner von Gaza nicht diesen Schutz. So wurde die Todesrate zum Maßstab ihres Erfolges. Von Gideon Levy.

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03. November 2007 | Internationales, Militär und Krieg
Die Bedeutung eines verfehlten Gipfels

Man sollte das Gipfeltreffen in Annapolis nicht klein reden. Trotz all der Prophezeiungen eines Scheiterns - ob sie gerechtfertigt sind oder nicht - dieses Gipfeltreffen könnte noch einen wichtigen Beitrag zur Geschichte der israelisch-palästinensischen Verhandlungen bringen. Es ist das erste Mal, dass kristallklar wird, wer wirklich auf Frieden hofft und noch wichtiger, wer den Frieden wie Feuer meidet. Von Gideon Levy.

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24. Oktober 2007 | Internationales, Militär und Krieg
Mohammed al Dura lebt weiter

Das Interesse, das Israel für das Schicksal eines palästinensischen Jungen zeigt, ist bewegend. Welches Theater wird doch um den Mord von Mohammed Al-Dura gemacht. Für das Schicksal der anderen getöteten Kinder interessiert man sich nicht. Nur gerade der kleine Mohammed verfolgt Israel weiter. Aber die Frage, wer Al-Dura erschossen hat, ist unwichtig. Einige Exzentriker meinen sogar, dass er lebt. Vielleicht hat er Selbstmord begangen, wie die seltsamen Untersuchungen leicht vermuten lassen. Von Gideon Levy.

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28. September 2007 | Internationales, Militär und Krieg
Dank der Washington Post

Gäbe es die amerikanischen Medien nicht, wäre in Israel nichts von jener Aktion der israelischen Luftwaffe über Syrien bekannt geworden. Nur wegen der USA beginnt sich der Nebel zu lüften. Es ist ein Zeichen von Schwäche, dass wir erst 10 Tage nach der Aktion, die von der israelischen Luftwaffe unternommen wurde - oder nicht unternommen wurde - weiter im Dunkeln tappen müssen oder auf die amerikanischen Medien angewiesen sind, als ob es hier keine lokalen Medien gibt. Von Gideon Levy.

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08. August 2007 | Internationales, Militär und Krieg
Jenin bei Nacht

“Heute Abend solltest du kein Journalist sein, heute Nacht solltest du ein Poet sein”, sagt unser Gastgeber Jamal Zbeidi, nachdem wir angekommen waren. Es ist früher Abend und ein schwaches Licht hüllt die Häuser im Lager ein, während eine angenehme Briese um die Gesichter der noch draußen spielenden Kinder weht. Das Jeniner Flüchtlingslager bereitet sich für die Nacht vor. Von Gideon Levy.

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29. Juni 2007 | Internationales, Militär und Krieg
Flucht aus Gaza - der Letzte möge das Licht ausschalten

Kurz vor Schabbatbeginn am Freitagabend erreichte der US-Bürger G. die palästinensische Seite des Erez-Überganges. G., Direktor einer Privatschule in Gaza, mag der letzte aus dem Westen gewesen sein, der den Streifen verließ. Der letzte hat dann wirklich das Licht ausgemacht. Von Gideon Levy.

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21. Juni 2007 | Internationales, Militär und Krieg
“Jetzt bist Du gelähmt, wie versprochen”

“Jetzt wird ein bisschen Sport getrieben”, sagte der verhörende Geheimdienst-Mann. So begannen vier Tage ununterbrochenen Verhörs und grausamer körperlicher Folter. Ergebnis: Lo’ai Ashqar kann nicht mehr auf seinen Beinen stehen. Von Gideon Levy.

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19. Juni 2007 | Internationales, Militär und Krieg
Kleine Ahmadinejads

Es gibt nicht nur in Teheran einen Satan. Er lebt hier mitten unter uns. Israel wird überflutet von einem schmutzigen Strom blau-weißer Ahmadinejads: wenn der Präsident des Iran vorschlägt, Israel zu zerstören, schlagen sie, die ja kleiner als er sind, nur vor, die Dörfer auszuradieren, dem Boden gleich zu machen, die ganze Bevölkerung auszuhungern und eben nur sie umzubringen. Von Gideon Levy.

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30. Mai 2007 | Internationales, Militär und Krieg
Schrei geliebtes Land

Pretoria, Südafrika - Es war wie in einem Film. Nur dass da auf einmal ein stummes Bild plötzlich lebendig wurde. Wir standen im Gedenkmuseum in Soweto neben einem Foto eines toten Jungen und anderen Kindern um ihn herum. Das Foto ist am Eingang des Museums, das zum Gedächtnis des Kampfes der Schwarzen gegen die Apartheid hier gebaut wurde, wo der Kampf begonnen hatte. Das Bild kam uns so bekannt vor. Wir hatten alle dieselben Assoziationen: Hector ist Mohammed al-Dura; die weißen Soldaten, die auf Kinder schießen, sind wir. Von Gideon Levy.

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07. Mai 2007 | Internationales, Militär und Krieg
Wer ist frei auf der Hallalimkreuzung?

Augenzeuge: Die als Araber verkleideten israelischen Soldaten zogen Ashraf Haneishe aus seinem Taxi, schossen ihm in die Knie, zogen ihn verwundet an den Straßenrand und schossen ihn in den Kopf und in die Brust. Der Armeesprecher: “Während einer versuchten Verhaftung zog er eine Waffe.” Von Gideon Levy und Miki Kretzmann.

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21. April 2007 | Internationales, Militär und Krieg
Dorf der Märtyrer

Am Hang oberhalb des Friedhofes - südlich von Jenin - wurde 1948 Al Shuhada, das “Dorf der Märtyrer” von beduinischen Flüchtlingen gegründet. Etwa 2000 ihrer Nachkommen leben heute hier. Ende letzter Woche wurde dort ein neues Grab gegraben. Ahmed Asasa wurde in die Erde des Dorfes gelegt. Er war von einem israelischen Scharfschützen von weitem ins Genick geschossen worden. Zwei seiner Freunde, die versuchten, ihm zur Hilfe zu kommen, wurden auch vom Scharfschützen angeschossen und verletzt. Asasa war 15 und war in der 10. Klasse. Er verblutete zu Tode. Von Gideon Levy.

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11. April 2007 | Internationales, Militär und Krieg
Israel wünscht keinen Frieden

Die Stunde der Wahrheit ist gekommen, und es muss gesagt werden: Israel wünscht keinen Frieden. Das Arsenal der Ausreden ist leer und der Chor israelischer Zurückweisung klingt hohl. Bis vor kurzem konnte man noch den israelischen Refrain akzeptieren: “Es gibt keinen Partner” für Frieden, und es ist nicht der richtige Zeitpunkt, um mit unsern Feinden zu verhandeln. Die neue Realität von heute lässt vor unseren Augen keine Zweifel aufkommen und der längst überdrüssig gewordene Refrain “Israel unterstütze den Frieden” ist zerplatzt. Von Gideon Levy.

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03. April 2007 | Internationales, Militär und Krieg
Ein gefährlicher Maskenball

Die Regeln des Anstands werden eingehalten: Ein Willkommen an die US-Außenministerin, dem UN-Generalsekretär, die hierher gekommen sind und auch der deutschen Bundeskanzlerin. Aber die Regeln der Logik werden weniger eingehalten. Wir müssen fragen: “Warum kommen sie eigentlich?” Alle drei erklärten, sie kommen, um eine Lösung des Konfliktes zu fördern. Aber diese ganze Schau ist nichts anderes als ein lächerlicher Maskenball: mit ihren zwecklosen und unnötigen Besuchen lassen sie den Konflikt nur weiterbestehen und festigen ihn sogar. Es ist der Konflikt, der den Weltfrieden am meisten bedroht. Von Gideon Levy.

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01. April 2007 | Internationales, Militär und Krieg
Getötet zu werden, ohne zu wissen warum

Die Leute, die vor dem Winograd-Komitee erscheinen, haben eine Menge zu verbergen. Es gibt zwei Möglichkeiten: entweder haben sie vor dem Komitee gelogen oder vor der Öffentlichkeit. Die Schlacht, um die Veröffentlichung der Zeugenaussagen mit der skandalösen Ermutigung des Komitees und entgegen den Regeln des Obersten Gerichthofes zu blockieren, ist eine schändliche Schlacht. Sie demonstriert, dass diesen Leuten nicht klar ist, dass die Information in ihren Händen dem ganzen Volk gehört. Von Gideon Levy.

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30. März 2007 | Internationales, Militär und Krieg
Nach ihr!

Als alles vorüber war, gaben ihr die israelischen Soldaten Keks und etwas Halva. Und um ganz sicher zu sein, fügten sie noch eine Drohung hinzu: “Wage nur nicht, dies deinen Eltern zu erzählen, sonst bringen wir dich um!” Dies sagten sie zu ihr, bevor sie sie gehen ließen; denn sie wussten, dass sie etwas Schreckliches getan hatten. Aber die kleine Jihan erzählte es ihren Eltern. Die IDF benützt kleine Kinder als menschliche Schutzschilde. Von Gideon Levy.

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12. März 2007 | Internationales, Militär und Krieg
Ein erst 12-jähriges Beduinenmädchen

Um 6 Uhr wacht das Hirtenmädchen auf, isst ein paar Bissen und bereitet die Schafherde für die Weide vor und geht, begleitet von ihrer Großmutter und ihrer Cousine den Schafen voraus. Nur zwei Stunden von Tel Aviv entfernt - doch eher wie 2000 Jahre von Tel Aviv entfernt - stehen zwei aus alten Gipssäcken aufgebaute Zelte mitten im Nirgendwo, eine Pferdefamilie, ein primitives Schafpferch und ein Wassertank. Jeden Morgen gehen die drei Hirtinnen, Großmutter Fadiya Anami, 60, Cousine Salama Anami, 12, und Hanan Anami, auch 12, mit den Schafen auf die Weide, die in der Nähe des Zeltes liegt. Salama und Hanan gehen nicht mehr zur Schule des nicht anerkannten Beduinendorfes von Abu Krinat im Dimona Gebiet, das noch ziemlich weit entfernt liegt. Der letzte Mittwoch begann wie jeder andere Tag. Von Gideon Levy.

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14. Februar 2007 | Internationales, Militär und Krieg
Genau nach Anweisung

Das Tor wurde um 19 Uhr geschlossen und 16.000 Menschen, Bewohner der palästinensischen Dörfer Beit Furik und Beit Dajan waren bis um 6 Uhr früh wie in einem Gefängnis eingeschlossen. Das ist das Verfahren, so sind die Vorschriften. Wenn eine Frau den Kontrollpunkt mitten in der Nacht überqueren will, dann muss sie zu Fuß gehen und auf eine Soldatin warten, die eine Körperkontrolle macht, auch dann, wenn sie kurz vor einer Geburt steht. Und nur Wagen mit Passierscheinen wird es erlaubt, nach Nablus zu fahren, selbst wenn Sterbende darin sitzen; auch das ist nach Vorschrift. Kein Soldat weicht von den Vorschriften ab, alles wird genau nach den Anweisungen im Buch, dem Buch der Besatzung gemacht. Von Gideon Levy.

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29. Januar 2007 | Internationales, Militär und Krieg
Ich habe mein Herz verloren

Von der israelischen Grenzpolizei wurde die elfjährige Abir erschossen. Ihr Vater ist ein Aktivist der “Kämpfer für den Frieden”, einer Organisation von Leuten von beiden Seiten, Israelis und Palästinensern, die sich entschieden haben, ihre Uniformen auszuziehen, ihre Waffen beiseite zu legen und über Frieden zu reden. Bassam Aramin - Abirs Vater - hat in den letzten Monaten an vielen Orten im ganzen Land gesprochen, in Wohnzimmern, in Schulen und Universitäten, von Hatzor Haglilit bis Kfa Sava. Nun gehört er auch zu den trauernden Vätern. Im Trauerzelt hielt er einen langen Monolog. So etwas hat man schon lange nicht mehr gehört. Von Gideon Levy.

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12. Januar 2007 | Internationales, Militär und Krieg
Todesurteil

Was mag jetzt durch den Kopf des Soldaten gehen, der eine durchgeladene Waffe auf einen Jungen gerichtet und ihn erschossen hat? Was mag er gedacht haben, als er auf seinen Kopf zielte? Wird er überhaupt noch an sein Opfer denken? Warum wird überhaupt scharfe Munition gegen Kinder angewandt, selbst wenn sie Steine gegen schwer gepanzerte Militärfahrzeuge werfen? Haben Soldaten keine anderen Mittel zur Strafe? Von Gideon Levy.

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05. Januar 2007 | Internationales, Militär und Krieg
Tali D’Arc

Tali Fahima wurde am 3. Januar nach drei Jahren aus dem Gefängnis entlassen, und die meisten israelischen Nachrichtenprogramme erfüllten ihre Informations-Pflicht in ziemlich spärlichen Meldungen. Keine grundsätzliche Diskussion über die Schwere der Strafe, keine Fragen, warum sie eigentlich im Gefängnis saß, niemand erinnerte daran, dass ein israelischer Verteidigungsminister mit Namen Shaul Mofaz diese Frau mit übler Nachrede belastete, als er sie auf skandalöse Weise, ohne irgendwelche Anhaltspunkte, beschuldigte, sie habe “teilgenommen an der Planung eines Angriffs auf Israel”, nicht weniger. Von Gideon Levy.

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28. November 2006 | Internationales, Militär und Krieg
Ein Gebet im Paradies

Die Kindergärtnerin liegt blutend auf einer Tragbahre. Der Minibus parkt am Straßenrand. Irgendwo von links schießen Kanonen Granaten ab. Die Kinder liegen alle neben einander auf dem Boden. So beschreibt eines der Kinder den Morgen, als sie zu ihrem Kindergarten nach Beit Lahia fuhren und eine Granate oder Rakete des israelischen Militärs - dieses weigert sich, Genaueres zu sagen - einige Meter davon entfernt explodierte und die Kindergärtnerin vor ihren Augen tödlich traf. Von Gideon Levy.

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29. Oktober 2006 | Internationales, Militär und Krieg
Was gibt es zum Mittagessen?

Wir können mit dem Badezimmer beginnen, obwohl dies ein Artikel über einen Feiertag ist. Das Badezimmer hat keine Tür, ein sehr deutliches Zeichen für Armut und Elend. Ohne Tür kein Intimbereich - und dies in einem Haus, in dem dreizehn Personen leben! Nun gibt es auch kein Wasser im Badezimmer. Seitdem Israel Ende Juni das einzige Elektrizitätswerk des Gazastreifens bombardierte, gibt es aus den Wasserhähnen fast kein Wasser mehr. Von Gideon Levy.

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19. Oktober 2006 | Internationales, Militär und Krieg
Das Rätsel Amerika

Im Nahen Osten hätte die USA eine Möglichkeit, sein Image vollständig zu ändern: von einem Kriegstreiber zu einem Friedensstifter. Und wie reagiert die USA auf diese Herausforderung? Sie senden Rice, damit sie dem aufgeregten Ehud Olmert erzählt, wie leicht sie bei den unnötigen und lächerlichen Flügen in den Nahen Osten und vom Nahen Osten einschlafen kann. Von Gideon Levy.

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10. Juli 2006 | Internationales, Militär und Krieg
Wer hat begonnen?

"Wir sind aus dem Gazastreifen abgezogen und nun feuern sie Qassams". Es gibt keine genauere Formulierung der vorherrschenden Ansicht über die augenblickliche Runde des Konfliktes. "Sie haben begonnen", ist die Routineantwort gegenüber jedem, der zu behaupten versucht, dass z.B. Stunden bevor die erste Qassam auf die Schule in Ashkalon fiel (und keinen Schaden verursachte), Israel an der Islamischen Universität in Gaza viel Zerstörung anrichtete. Israel verursachte Stromausfall, belagert, bombardiert und beschießt mit Artillerie, mordet und verhaftet, tötet und verwundet Zivilisten, einschließlich Kindern und Babys in erschreckender Zahl - aber "sie haben begonnen." Von Gideon Levy.

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27. Juni 2006 | Internationales, Militär und Krieg
Man fragt nicht mehr

In Israel haben wir aufgehört zu fragen. Die Presse, deren Job es wäre zu fragen, stellt kaum mehr Fragen; die Knesset stellt keine Fragen mehr; der Oberstaatsanwalt stellt keine Fragen mehr; der Oberste Gerichtshof fragt nicht; kaum ein Lehrer, Arzt, Student und Intellektueller stellt Fragen; die Verantwortlichen der Armee und des Verteidigungsestablishments stellen gewiss auch keine Fragen - sie fragen nie. Nichts ist symptomatischer für die Krankheit einer Gesellschaft als die Tatsache, dass die Gesellschaft aufgehört hat, Fragen zu stellen. Von Gideon Levy.

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20. Juni 2006 | Internationales, Militär und Krieg
Und nun lebenslang gelähmt

Das Gewirr von Röhren und das Beatmungsgerät, das direkt mit ihrer Luftröhre verbunden ist, können nicht ihre Schönheit verbergen. Ein kleines 3-jähriges Mädchen liegt auf der Intensivstation der Kinderklinik im Sheba-Medical-Zentrum. Maria Amans traurige braunen Mandelaugen sind weit offen, ihre Lippen murmeln leise: "Ich möchte etwas essen", aber alle ihre Glieder sind auf immer gelähmt. Maria ist nicht Opfer der Wochenendoperation, sondern das einer vorausgegangenen Operation: Opfer einer Ermordung aus der Luft vor drei Wochen in Gaza. Von Gideon Levy.

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06. Juni 2006 | Internationales, Militär und Krieg
Ein Bündnis der Tyrannen

Das erneuerte Bündnis, das zwischen dem israelischen Ministerpräsidenten und dem amerikanischen Präsidenten geschmiedet wurde, ist ein Bündnis der Tyrannen, von zwei Tyrannen, die glauben, ihnen sei alles erlaubt, was sonst in der Welt verboten ist. Amerika und Israel können nach Herzenslust alle möglichen Waffen benützen und gleichzeitig jeden bedrohen, der dasselbe versucht. Von Gideon Levy.

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18. April 2006 | Internationales, Militär und Krieg
In Gaza ist keine Hungersnot

Die wirkliche humanitäre Katastrophe begann für die Palästinenser schon vor langer Zeit. Derjenige, der das benachbarte Volk als menschliche Wesen sieht, weiß das sehr wohl. Das Aufhören des Geldflusses der Geberstaaten, nachdem die Hamas an die Macht kam, wird die wirtschaftliche Situation noch weiter belasten - doch allein der Gedanke, wenn sie nur genug Lebensmittel haben, dann seien ihre Bedürfnisse befriedigt, und wir können ein reines Gewissen haben, ist ungeheuerlich. Von Gideon Levy.

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29. März 2006 | Internationales, Militär und Krieg
Eine rassistische Nation

Eine absolute Mehrheit der Mitglieder in der 17. Knesset wird eine Position einnehmen, die auf einer Lüge beruht: Israel hat keinen Partner für den Frieden. Eine absolute Mehrheit der Knessetmitglieder der nächsten Knesset glaubt nicht an Frieden, ja wünscht ihn nicht einmal - genau wie ihre Wähler. Schlimmer noch: sie sehen die Palästinenser nicht als gleichwertige Menschen an. Rassismus hatte nie so viele freimütige Unterstützer. Dies ist der wirkliche Hit dieser Wahlkampagne. Von Gideon Levy.

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15. Februar 2006 | Internationales, Militär und Krieg
Nur ein kleiner Telefonanruf - oder die Rolle Amerikas im Nahostkonflikt Eine dramatische Veränderung der blutenden Region Naher Osten - also das Ende der Besatzung - wäre jetzt nur möglich, wenn eine von drei Bedingungen erfüllt werden: Eine besonders mutige israelische Führung; noch eine blutige Runde, schlimmer als die vorausgegangene; oder eine entschlossene amerikanische Regierung. Die Wahrscheinlichkeit einer kühnen israelischen Führung scheint sehr schwach. Die Möglichkeit noch einer Runde Blutvergießen ist sehr grausam. Also bliebe nur die 3. Möglichkeit. Das Problem ist nur, dass der Frieden im Nahen Osten für den im Weißen Haus sitzenden Präsidenten keine oberste Priorität hat. Von Gideon Levy. (mehr...)
14. Januar 2006 | Internationales, Militär und Krieg
Blinde Liebe Ein Konzept wird geboren - das “Sharon-Vermächtnis”. Wie sein Vorgänger, das “Rabin-Vermächtnis” wird es auch eine Person vertreten, die völlig anders ist als die wirkliche Person. Deshalb wollen wir diese seine nicht-mythische Person - einen Moment, bevor aus Ministerpräsident Ariel Sharon das “Sharon-Vermächtnis” wird, der “Held des Friedens und des Abzugs”, der, wenn er seine Rolle nur ein wenig länger gespielt hätte, Israel angeblich den Frieden gebracht hätte - ohne beschönigende Worte skizzieren. Von Gideon Levy. (mehr...)
19. Dezember 2005 | Internationales, Militär und Krieg
Absurdes Theater Das absurde Theater der Besatzung bringt eine neue Szene, die an alte erinnert. Am letzten Donnerstag hat Yosef Abu-A’adi den Soldaten Nir Kahana am Qalandia-Kontrollpunkt mit einem Messer angegriffen und getötet. Der Kontrollpunkt wurde sofort geschlossen, und viele tausend Palästinenser durften den Kontrollpunkt nicht mehr passieren. Qalandiya ist ein “Mega-Checkpoint” in den besetzten Gebieten, nicht etwa zwischen diesen Gebieten und Israel. Die grausame Kollektivbestrafung, die verordnet wurde, verurteilte Zehntausende Unschuldiger, denen es sowieso schon schlecht geht, zu noch mehr Schikane. Der Checkpoint kann dennoch passiert werden. Indem man, statt ein paar hundert Meter zu gehen, mit einer sehr teuren und langen Taxifahrt von fast 50 km den Kontrollpunkt umfährt. Von Gideon Levy. (mehr...)
01. Dezember 2005 | Internationales, Militär und Krieg
Mofaz’ Mitleid Selbst wenn es so aussieht, als seien schon alle Rekorde von Zynismus und Unverschämtheit gebrochen worden, dann taucht ein neuer Politiker mit einem neuen Rekord auf: der Verteidigungsminister Shaul Mofaz spricht über Mitleid. Man kann es kaum glauben, aber nachdem er seine neue sozial orientierte Ministerkleidung übergezogen hatte, griff Mofaz Benyamin Netanyahu an und behauptete, “von Mitleid sei er weit entfernt”. Hat Mofaz denn etwas mit Mitleid zu tun? Da gibt es keine Eigenschaft, die ihm mehr mangelt. Von Gideon Levy. (mehr...)
11. November 2005 | Internationales, Militär und Krieg
Dämonen an Gazas Himmel Dieses Wort gibt es im hebräischen Wörterbuch nicht, aber eine alt-neue Waffe aus dem raffinierten Waffenarsenal, die gegen die Palästinenser gerichtet wird, ist plötzlich wieder aufgetaucht. Auch wenn sie nicht tödlich ist, so ist sie teuflisch: die Schallmauer durchbrechenden Knallbomben. Die beste Luftwaffe der Welt macht sich einen Spaß daraus, Angst und Hilflosigkeit in einer (zu Tode) erschrockenen Zivilbevölkerung zu verursachen. Eltern in Gaza sprachen über die Ängste ihrer Kinder, unter denen sie in den vergangenen Wochen gelitten haben, über die Alpträume, das Bettnässen. Ehemänner berichteten von den erlebten panischen Angstzuständen ihrer schwangeren Ehefrauen. Fensterscheiben gingen nach einander zu Bruch. Von Gideon Levy. (mehr...)
31. Oktober 2005 | Internationales, Militär und Krieg
Apartheid auf den Straßen der Westbank (Enough Palestinian cars) Es gibt auf den Straßen der Westbank ein Apartheidsystem, das keine Verbindung hat zum Krieg gegen den Terror. Und die Entscheidung, diesen oder jenen Plan der Eventualitäten herauszuziehen, ist sinnlos. Lange Zeit lebten die Palästinenser in diesem Land ohne Autos und es gibt keinen Grund, nicht in diese Zeiten zurückzukehren, besonders wenn Straßen “nur für Juden” über ihr Land hinweg gebaut wurden. Aber verglichen mit den alten Zeiten ist es heute auch schwierig mit einem Esel oder zu Fuß voranzukommen. Von Gideon Levy. (mehr...)
14. Juli 2005 | Internationales, Militär und Krieg
Einen Weg, den die Welt nicht folgt Die Welt geht mit der Welle der Terrorakte in London um, als sei sie ein deterministisches Ereignis, ein unvermeidliches Produkt des absolut Bösen, ein Akt von Satans Abgesandten. Trotzdem erheben sich gewisse Zweifel. Vielleicht ist es nicht nur reine Bosheit? Vielleicht sollten wir uns fragen, was die “Kinder der Finsternis” wünschen? Was drängt sie, solch grausame Akte zu tun? Wie ist es möglich, dass so viele Leute solche Taten unterstützen? Ist es wirklich wahr, dass es nur einen Weg gibt, sie zu bekämpfen - nämlich mit Gewalt und immer mehr Gewalt? Von Gideon Levy. (mehr...)
02. Juni 2005 | Internationales, Militär und Krieg
Im Schatten von Gush Kativ Rafah, kein Stadtteil, in dem es ein einziges Haus gibt, das nicht beschädigt wurde, keine Wohnung, die nicht aufgerissen, keine einzige Mauer ohne Einschusslöcher wie Pockennarben. Bewohner, die in Gebäudeskeletten leben, nachdem ihre früheren Wohnungen zerstört wurden. Da gibt es Familien, die seit Jahren nachts im Hof eines Krankenhauses Schutz finden, weil sie Angst haben, in ihren Häusern beschossen zu werden. Flüchtlinge - zum zweiten oder dritten Mal, deren elende Flüchtlingshütte sogar zerstört wurde. Traumatisierte Kinder, die sich noch nicht an die verhältnismäßige Ruhe der letzten Wochen gewöhnt haben. Von Gideon Levy. (mehr...)
26. Februar 2005 | Internationales, Militär und Krieg
Guten Morgen Gruß an die israelische Linke Einen wunderschönen Guten Morgen an die israelische Linke. Nach einer halben Ewigkeit im Winterschlaf, hört man nun, wie sie langsam erwacht. Erst wenn ihr der Wind wieder ins Gesicht weht - nicht etwa, weil sie aufgrund eigener Aktionen dafür verantwortlich wäre - wagt es die außerparlamentarische Linke aus ihrem Bau herauszukommen, in den sie sich vor mehr als vier Jahren verkrochen hatte. Von Gideon Levy. (mehr...)
18. Januar 2005 | Internationales, Militär und Krieg
Die IDF untersucht die Sache ? oder: Wie viel Verlust kann ein Mensch verkraften? Vier Kinder liegen nun im Shifa-Krankenhaus in Gaza. Jedes von ihnen verlor beide Beine - die Hälfte des menschlichen Körpers. Drei von ihnen sind bei Bewusstsein, eines wird beatmet. Zu Hause in Beit Lahia im nördlichen Gazastreifen trauern die Eltern um ihre toten Brüder. Am ersten Tag des Opferfestes verloren Maryam und Kamal in einen einzigen Augenblick ihre drei Söhne, zwei Neffen und einen Enkel. Ein anderer Sohn liegt auf Intensivstation, nachdem er zwei Beine, eine Hand und ein Auge verloren hat und am Sauerstoffgerät liegt. Sein Vater weiß noch nicht, dass dem Sohn beide Beine amputiert wurden. Wie viel Verlust kann ein Mensch verkraften? Von Gideon Levy. (mehr...)
03. Januar 2005 | Internationales, Militär und Krieg
Zwei Arten von Katastrophen Die Welt hat sich schon verpflichtet, Milliarden für die verwüsteten Regionen in Südostasien zu geben. Wenn es sich um eine Naturkatastrophe handelt, zeigt die Welt eine größere Freigebigkeit und Bereitwilligkeit, als in Fällen, in denen Menschen die Katastrophe verursachen. Dabei starben weniger Menschen bei all den Erdbeben, die die Welt im 20. Jahrhundert getroffen haben, als in einem entfernten Krieg in Biafra und viel weniger als die Zahl derer in einem anderen unbeachteten Krieg im Kongo. Während niemand den Tsunami in Asien oder das Erdbeben im Iran hatte verhindern können, können Kriege verhindert oder gestoppt werden. Von Gideon Levy. (mehr...)
24. Dezember 2004 | Internationales, Militär und Krieg
Brief an einen Soldaten Gideon Levy beantwortet den Brief eines israelischen Soldaten: Eines Tages wirst du das, was du jetzt in den besetzten Gebieten zwischen Hawara und der Kasbah getan hast, in einem anderen Lichte sehen - und wenn du tatsächlich ein Mensch mit Gewissen bist, dann wirst du schlaflose Nächte haben, viele Nächte, jahrelang. Dann wirst du dich nicht mehr im Namen der Erhaltung der Sicherheit für all dies entschuldigen können, so wie du es jetzt versuchst. Wahre Sicherheit für die Bewohner von Tel Aviv wird nur dann erreicht werden, wenn es auch Sicherheit für die Bewohner der Kasbah gibt - und nicht eine Minute früher. (mehr...)
21. Oktober 2004 | Internationales, Militär und Krieg
Kinder zu töten, ist keine große Sache mehr Mehr als 30 palästinensische Kinder wurden in den ersten zwei Wochen der “Operation Tage der Sühne” im Gazastreifen getötet. Während in der Gesamtzählung aller Intifada-Opfer das Verhältnis drei getötete Palästinenser zu einem getöteten Israeli ist, kommt es bei den Kindern zu einem Verhältnis von 5:1. Mit solch erschreckenden Statistiken sollte die Frage, wer ein Terrorist ist, schon für jeden Israeli längst eine sehr belastende Frage sein. Dennoch gelten als Kindermörder immer noch nur die Palästinenser, die Soldaten verteidigen uns und sich. Von Gideon Levy. (mehr...)
09. Oktober 2004 | Internationales, Militär und Krieg
Nur eine kranke Gesellschaft demütigt und schikaniert sterbende Patienten Seit zehn Tagen versucht F., eine 28jährige Frau aus Gaza, ins (israelische) Sheba Medical Center in Tel Hashomer zu gelangen - zu einer dringend nötigen Chemotherapie in der Onkologischen Abteilung. Was sie in diesen zehn schrecklichen Tagen durchmachte, ist eine unglaubliche Geschichte. Die Realität übertrifft selbst die wildesten Vorstellungen. Von Gideon Levy. (mehr...)
05. September 2004 | Internationales, Militär und Krieg
Der Anfang vom Anfang vom Ende der Besatzung? Gideon Levy meint, etwas von der Kritik an Israel zeige langsam Wirkung. In der Maske der Selbstgerechtigkeit, die Israel seit 37 Jahren trage, würden sich erste Risse zeigen. Die schlechte Nachricht: Die Risse seien ausschließlich Ergebnis internationalen Drucks. Die gute Nachricht: Der Druck wachse. Während die Hoffnung schwinde, daß Israel von allein zur Vernunft komme, müsste es hoffen, daß die Welt nicht aufgebe, bevor es wieder ein gerechtes Land sei. (mehr...)
22. Juli 2004 | Internationales, Militär und Krieg
Wenn es umgekehrt wäre … Gideon Levy unternimmt den Versuch zu demonstrieren, dass in Israel Information über palästinensische Opfer zurückgehalten wird und dass dies etwas die Doppelmoral und Heuchelei zu tun hat. Er beklagt, dass es in den Augen von Israelis nur ein Opfer gibt - die auf der eigenen Seite. Alle anderen werden nie als Opfer betrachtet. (mehr...)
12. Juli 2004 | Internationales, Militär und Krieg
“Ich bedaure, dass Ihr zu Mördern wurdet” Vor zwei Monaten, am 15.Mai, dem dritten Jahrestages seines “Unfalls”, entschied sich Issa Suf, ein palästinensischer Friedensaktivist, einen offenen Brief an die zwei anonymen Soldaten zu schreiben, die ihn damals angeschossen haben und deretwegen er nun lebenslang im Rollstuhl sitzen muss. Ein bewegendes Dokument. (mehr...)