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Aufruf an Europa

Angesichts der israelischen Militäroffensive spitzt sich derzeit die Situation im Gazastreifen dramatisch zu. Der israelische Friedensblock Gush Shalom weist in einem "Aufruf an Europa" auf die drohende weitere Eskalation hin und ruft die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten auf, "sofort und tatkräftig gegen die bedrohliche israelisch-palästinensische Krise zu intervenieren. Es macht Sinn, diesen Aufruf zu nehmen und ihn in Schreiben mit entsprechendem Nachdruck an die Bundesregierung und einzelne Abgeordnete weiterzuleiten, damit diese sich aktiv für die Umsetzung der von Gush Shalom erhobenen Forderungen einsetzen.

Aufruf an Europa

Von Gush Shalom

Der international gepriesene israelische Abzug aus dem Gazastreifen hat die Besatzung dort nicht beendet. Sie wurde in Form eines Würgegriffs über Gazas Verbindungen zur Außenwelt fortgesetzt. Der Gazastreifen ist in ein riesiges Freiluft-Gefängnis verwandelt worden.

Mit der Weigerung der israelischen Regierung, mit der gewählten palästinensischen Regierung Gespräche zu führen, blieb jetzt nur noch ein Dialog übrig, der der Bomben, oft auf zivile Ziele auf beiden Seiten der Grenze.

Ohne internationale Intervention kommt es zu einer fast unvermeidlichen Eskalation.

Wir, israelische Patrioten und Friedensaktivisten, rufen die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten auf, möglichst auch in Verbindung mit anderen Ländern, sofort und tatkräftig gegen die bedrohliche israelisch-palästinensische Krise zu intervenieren. Ganz besonders nötig wäre:

  1. Einen Vertreter im Range eines Ministers zu ernennen, um die sich entwickelnden Geschehnissen zu verfolgen und die EU zu sofortigen Maßnahmen aufzufordern, wenn die Situation sie erfordert.
  2. Die schweren von Europa der palästinensischen Behörde als Strafe auferlegten Sanktionen zu beenden, nachdem die Palästinenser ihr demokratisches Recht, eine Regierung nach eigener Wahl zu wählen, wahrgenommen haben. Die Sanktionen an sich sind schon eine brutale Intervention zu Gunsten der Besatzung.
  3. Mit der Regierung Israels und dem gewählten palästinensischen Präsidenten und der palästinensischen Regierung einen ernsthaften Dialog mit der Absicht aufzunehmen, die gegenwärtige Krise zu beenden und den Weg für echte, sinnvolle Friedensverhandlungen zu ebnen.
  4. Die Grenzunterstützungsmission der EU, die schon erfolgreich am Rafah-Grenzübergang tätig ist, auf alle Grenzübergänge zwischen Israel und dem Gazastreifen zu erweitern, um den regelmäßigen Transport von Lebensmitteln, Medikamenten und anderen Waren in beiden Richtungen sicher zu stellen, unabhängig von politischen und militärischen Entwicklungen.
  5. Als permanenter Vermittler bei akuten Krisen wie z.B. im Falle des israelischen Kriegsgefangenen Gilad Shalit, einzugreifen.
  6. Beiden Seiten eine permanente, europäische, friedenserhaltene Truppe zwischen dem Gazastreifen und Israel anzubieten.
  7. Die Einberufung einer internationalen Konferenz zur Beendigung des israelischen Konfliktes in Betracht zu ziehen.

EUROPA KANN ES SICH NICHT LEISTEN, SICH IN SCHWEIGEN ZU HÜLLEN.

Gush Shalom, der israelische Friedensblock
POB 3322, Tel Aviv 61033, www.gush-shalom.org , info@gush-shalom.org

Aus dem Englischen: Ellen Rohlfs

Veröffentlicht am

07. Juli 2006

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