Lebenshaus Schwäbische Alb - Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie e.V.

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15. August 2020 | Ökologie
Leonardo Boff: Post-covid-19: was in Kosmologie und Ethik zu berücksichtigen ist (III)

Lassen Sie uns den nachdenklichen Kommentar des Textes der Erdcharta vervollständigen, der besagt, dass wir einen Neuanfang suchen müssen, um eine nachhaltige Lebensweise auf dem Planeten Erde führen zu können. Dazu sei "ein neues Gefühl globaler Interdependenz erforderlich". Die Beziehung von allem mit allem und damit zur globalen Interdependenz stellt eine kosmologische Konstante dar. Alles im Universum ist Beziehung. Es ist auch ein quantenphysikalisches Axiom, nach dem alle Wesen interretro-verknüpft sind. Wir selbst, die Menschen, sind ein Rhizom (Wurzelzwiebel) von Beziehungen, die sich in alle Richtungen ausstrecken. Dies impliziert das Verständnis, dass alle Probleme: ökologisch, ökonomisch, politisch und spirituell, miteinander verbunden sind. Wir werden Leben nur retten, wenn wir uns nach dieser universellen Logik, der Logik des Universums und der Natur, ausrichten. Von Leonardo Boff.

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20. Juli 2020 | Internationales, Militär und Krieg
Frei Betto: Brief an Freunde im Ausland

In Brasilien gibt es einen Völkermord! Zum Zeitpunkt des Schreibens 16/7 hat Covid-19, das hier im Februar dieses Jahres aufgetaucht ist, bereits 76.000 Menschen getötet. Es sind bereits fast 2 Millionen infiziert. Bis Sonntag, den 19. Juli, werden wir 80.000 Todesfälle erreichen. Es ist möglich, dass Sie jetzt, wenn Sie diesen dramatischen Appell lesen, bereits 100.000 erreichen. Wenn ich mich erinnere, dass im Vietnamkrieg über 20 Jahre 58.000 Leben von US-Militärpersonal geopfert wurden, habe ich den Umfang der Ernsthaftigkeit dessen, was in meinem Land passiert. Dieser Schrecken verursacht Empörung und Aufruhr. Von Frei Betto.

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19. Juli 2020 | Gesellschaft
Der Pharmakomplex

Mit Covid-19 kehrt die Auseinandersetzung um Forschung und Entwicklung lebensnotwendiger Medikamente zurück: Schauplatz ist die WHO. Von Dr. Andreas Wulf.

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13. Juli 2020 | Gesellschaft
Der heilige Impfstoff

Covid-19: Wissenschaftler in aller Welt suchen fieberhaft nach einer Immunisierung gegen Corona. Im Eifer drohen jedoch ethische Bedenken unterzugehen. Von Ulrike Baureithel.

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12. Juli 2020 | Ökologie
Klimaschutz ist Gesundheitsschutz

Die Corona-Pandemie hat in Deutschland und weltweit zu einem massiven wirtschaftlichen Einbruch geführt, dessen Auswirkungen wir in seiner ganzen Dimension sicherlich noch nicht überblicken können. Überall schnüren Regierungen milliardenschwere Wirtschaftspakete, um die auftretende oder drohende Wirtschaftskrise abzuwenden oder zumindest abzufedern. Bereits Ende Mai hatte ein historisch einmaliger Zusammenschluss von 350 Gesundheitsorganisationen weltweit, der 40 Millionen Beschäftigte aus dem Gesundheitssektor - Ärzt*innen, Therapeut*innen, Pflegende - vertritt, dazu aufgefordert, diese massiven Wirtschaftsförderungen der kommenden Monate so auszurichten, dass Gesundheitsschutz und Gesundheitsförderung im Mittelpunkt aller Maßnahmen stehen. Das gelte vor allem für die Schlüsselsektoren Gesundheitswesen, Verkehr, Energie und Landwirtschaft. Von Hans-Josef Fell.

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04. Juli 2020 | Internationales, Militär und Krieg
Corona-Rüstungswelle

Die Bundesregierung missbraucht die Corona-Hilfen, um höhere Rüstungsausgaben durchzusetzen. Im Corona-Nachtragshaushalt sind allein rund 700 Millionen Euro für Militärzwecke versteckt. Zum Beispiel 70 Millionen Euro für ein Digitalisierungs- und Technologieforschungszentrum der Bundeswehr, oder 135 Millionen, um alte Liegenschaften der Bundeswehr wiederzueröffnen. Von Tobias Pflüger.

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29. Juni 2020 | Internationales, Militär und Krieg
Wie das Corona-Virus die WHO und die UNO stärkte

Die UNO feiert ihren 75. Geburtstag. Doch wie sieht ihre Zukunft aus? Ein utopischer Rückblick im Jahr 2045 auf die Welt von heute. Von Andreas Zumach.

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20. Juni 2020 | Gewalt, Gewaltfreiheit und Frieden
Beobachtungen zur Corona-Krise und Gedanken zur Befreiung vom 8. Mai 1945

Im Einleitungsartikel zum Lebenshaus-Rundbrief Nr. 105 geht Michael Schmid auf die Diffamierung von Kritikern und Andersdenkenden in der Corona-Krise ein. Außerdem thematisiert er die Befreiung Deutschlands am 8. Mai 1945 und Entwicklungen in Gesellschaft und Politik, die das Vermächtnis "Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!" auch heute aktuell machen.

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19. Juni 2020 | Ökologie
Leonardo Boff: Post-covid-19: Welche Kosmologie und welche Ethik sind einzubeziehen (II)

Viele Analysten prognostizieren, dass die Postpandemie eine extreme Radikalisierung der vorherigen Situation einleiten könnte, eine Rückkehr zum System des Kapitals und des Neoliberalismus, das versucht, die Welt durch elektronische Überwachung (Big Data) jeder Person weltweit zu dominieren, wie es bereits in China und den Vereinigten Staaten geschieht. Wir würden dann in eine Ära der Dunkelheit eintreten und unsere eigene Zerstörung riskieren, wie Rachel Carson in ihrem berühmten Buch "Silent Spring" vermutete. Daher die Forderung nach einer radikalen ökologischen Umkehr, deren Mittelpunkt aus der Erde, dem Leben und der menschlichen Zivilisation bestehen muss: einer Biozivilisation. Von Leonardo Boff.

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17. Juni 2020 | Ökologie
Leonardo Boff: Post-Covid-19: Wie sollten Kosmologie und Ethik reagieren? (I)

Es gibt etwas Schreckliches, den systemischen Angriff der Natur auf die Menschheit, durch ein mikroskopisches und unsichtbares Virus, das große Besorgnis hervorruft und Tausende von Menschen tötet. Angesichts dieser wahren menschlichen Tragödie müssen wir unsere Reaktion auf die Pandemie verstehen. Wie wirkt sich die Pandemie auf uns aus? Welche Lektion lehrt sie uns? Welche Kosmologie (Weltsicht) und welche Art von Ethik (Werte und Prinzipien) fordert sie uns auf zu entwickeln? Sicherlich müssen wir jetzt alles lernen, was wir hätten lernen sollen, aber vorher nicht gelernt haben. Wir hätten lernen müssen, dass wir Teil der Natur sind und nicht ihre "Herren und Besitzer" (Descartes). Es besteht eine Nabelschnurverbindung zwischen Mensch und Natur. Wir stammen vom selben kosmischen Staub wie alle anderen Wesen. Wir sind das bewusste Glied der Lebenskette. Von Leonardo Boff.

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16. Juni 2020 | Gesellschaft
Wie kommt die Ökonomie in Kopf und Seele?

Corona-Tagebuch, Teil 33. Ich habe mich ans tägliche Schreiben gewöhnt, vor allem an das improvisierende, provisorische, ungeschützte Schreiben, das die Form des Tagebuchs erlaubt. Eine Art Probeschreiben, ohne festen Fahrplan, ohne Ziel, ohne akademische Stoßdämpfer, Fußnoten und Quellenangaben. Ich lasse die Gehirnantilope nach Lust und Laune springen, oder besser: folge ihren Sprüngen. Gedankenspiele. Das liegt und gefällt mir außerordentlich, und ich kann mir im Moment ein Leben ohne diese Form des Schreibens nicht vorstellen. Und ja, das Schreiben hilft gegen die Angst, die immer schon da ist. Wenn ich schreibend Angst in Furcht verwandeln kann, ist schon etwas gewonnen. Von Götz Eisenberg.

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13. Juni 2020 | Gesellschaft
Die Wut explodiert

Corona-Tagebuch, Teil 32. Wolfgang Herrndorf, der sich im August 2013 erschoss, sprach Anfang 2013 noch vom "Abwehrzauber des Weiterarbeitens". Was bei ihm Weiterschreiben bedeutete. Mal sehen, wie lange der Abwehrzauber bei mir noch funktioniert. Von Götz Eisenberg.

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10. Juni 2020 | Gesellschaft
Die “Seuche der Anywheres”

Corona-Tagebuch, Teil 31. Wir waren über den Himmelfahrtsfeiertag für ein paar Tage im nordhessischen Kellerwald und sind viel umhergegangen. Rotmilane kreisten über uns, es duftete nach Harz und Holunderblüten. Die Idylle wurde dadurch getrübt, dass viele Fichten grau-braun sind und nach zwei trockenen Sommern absterben. Corona ist dort etwas ganz Abstraktes. Man hört davon, dass Leute sich infizieren und im Extremfall auch daran sterben, aber das ist weit weg und geschieht anderswo. Die gegen das Virus erlassenen Maßnahmen werden als Oktroi erlebt, wie Erlasse einer fremden Zentral- und Kolonialmacht. Von Götz Eisenberg.

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08. Juni 2020 | Gesellschaft
Meine Durchhalteprosa

Corona-Tagebuch, Teil 30. Ich denke im Moment, dass ich das Corona-Tagebuch langsam ausklingen lasse. Seit Mitte März, als Frau Merkel die Ausgangsbeschränkungen verkündete, schreibe ich unentwegt. Durchhalteprosa nenne ich für mich diese Form des Schreibens, ohne die ich es nicht aushalten könnte. Schreibend versuche ich, mir den ganzen Wahnsinn ein wenig vom Hals zu halten. Ich kann ja später auf das Tagebuch zurückkommen, falls die von Experten befürchtete zweite Welle über uns hereinbricht. Im Moment lassen die Leute alle Rücksichtnahmen fahren und verhalten sich, als wäre nichts gewesen.

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08. Juni 2020 | Gewalt, Gewaltfreiheit und Frieden
Von der Gutgläubigkeit zum Bleichmittel Clorox - wie wir den Totenkult endgültig hinter uns lassen

Wissenschaftler der ganzen Welt sehen die Menschheit jetzt hoffnungsvoller. Wir können diesem Wandel den Rücken stärken und eine neue Revolution aufbauen. Von Michael Nagler.

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07. Juni 2020 | Gewalt, Gewaltfreiheit und Frieden
Während der Pandemie sehen wir, dass Gandhis Vorstellung vom “praktischen Idealismus” verwirklicht werden kann

Aus den inspirierenden Reaktionen der Menschen in aller Welt auf diese noch nie da gewesene Katastrophe kann eine neue Gesellschaft entwickelt werden. Von Michael Nagler.

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05. Juni 2020 | Gesellschaft
Lob und Kritik des Zweifels

Corona-Tagebuch, Teil 29. Ich wandere durch meine Lieblingslandschaft. Margeriten, Wiesensalbei und Dotterblumen blühen und lassen die Wiesen in allen Farben des Frühlings leuchten. Da meine Lieblingsbank, die um diese späte Vormittagsstunde in der Sonne steht, besetzt ist, gehe ich weiter. Ich durchquere ein Tal, das ich bei mir das "Tal des mäandernden Baches" nenne. Karl Valentin: "Das machen sie gern, die Bäch." Bis sie begradigt werden.

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05. Juni 2020 | Ökologie
Konjunkturprogramme: Rolle rückwärts abgewendet, aber kein Aufbruch in eine zukunftsfähige Wirtschaft

Mit rund 130 Milliarden Euro will die Große Koalition die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise abfedern. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßt, dass Maßnahmen von gestern wie eine Kaufprämie für Autos mit reinen Verbrennungsmotoren nicht in dem Konjunktur- und Zukunftspaket enthalten sind. Doch ein Zukunftspaket für die Wirtschaft in Zeiten von Klimakrise und massivem Artensterben müsste gänzlich anders ausgestaltet werden.

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03. Juni 2020 | Gesellschaft
Der Wert des Menschen

Corona-Tagebuch, Teil 28. Lohnt es sich noch, wegen bestimmter Personengruppen Opfer zu bringen - Menschen, die vielleicht "sowieso bald gestorben wären"? Anders gefragt: Wir jung und gesund muss jemand sein, damit ihm die Gesellschaft das uneingeschränkte Existenzrecht zugesteht? Unterscheiden wir (wieder) zwischen wertem und unwertem Leben? Es ist schon traurig, dass wir uns über solche Fragen heute unterhalten müssen. Dass es Menschen gibt, von denen sie ernsthaft gestellt werden. Der Philosoph Immanuel Kant sagte, der Mensch müsse stets Zwecke, dürfe nie Mittel des Handelns sein. Dagegen wurde und wird massiv verstoßen. Nicht nur im Zusammenhang mit Corona, aber dort leider auch. Eine anspruchsvolle und sehr menschliche philosophische Betrachtung von Götz Eisenberg.

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02. Juni 2020 | Gesellschaft
Gesundheit zuerst: Coronabewältigung soll(te) Vorbild sein

Allzu oft verhinderten wirtschaftliche Interessen wirksame Maßnahmen zum Gesundheitsschutz und zur Prävention. Jetzt nicht mehr. Von Urs P. Gasche.

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30. Mai 2020 | Ökologie
Kein Steuergeld für Ladenhüter - BUND fordert Mobilitäts- statt Autogipfel und Zukunftsinvestitionsprogramm für nachhaltigen Verkehr statt Autoprämien

Nach der Absage des Autogipfels am Dienstag im Kanzleramt fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) einen Mobilitätsgipfel. Bei einem solchen Treffen muss es um Investitionen in nachhaltige Mobilität statt um eine Autokaufprämie gehen. Es bedarf eines Zukunftsinvestitionsprogramms für nachhaltigen Verkehr, in dem die Ziele der nachhaltigen Entwicklung und des Klimaschutzes im Bereich der Mobilität miteinander verknüpft werden. Eine Kaufprämie für Autos lehnt der BUND weiterhin strikt ab.

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30. Mai 2020 | Gesellschaft
“We Gotta Get out of This Place”

Corona-Tagebuch, Teil 27. Wird "nach Corona" alles anders sein? Oder eher genau wie vorher? Die Wahrheit liegt wohl in der Mitte: ähnlich wie vorher - nur schlimmer. Tendenzen, die sich schon vor der Krise andeuteten, kommen nun zu ihrer vollen Blüte: das betrifft die Entfremdung der Menschen zueinander mittels Technologie, das berührungslose Zahlen und eigentlich ein fast komplett berührungsloses Leben. Das betrifft aber leider auch die Tendenz, zwischen lebenswertem unwertem Leben zu unterscheiden. In welcher Welt werden wir nach diesem kollektiven Alptraum, in den wir eingetaucht sind, aufwachen?

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28. Mai 2020 | Internationales, Militär und Krieg
WHO-Patentpool für Covid-19-Produkte: Gesundheitsorganisationen fordern Bundeskanzlerin zur Unterstützung auf

Am kommenden Freitag wird die WHO gemeinsam mit Costa Rica einen "Call to Action" vorstellen, der zur Schaffung einer weltweiten "Technologie-Plattform" für Covid-19-Produkte aufruft. Die World Health Assembly hatte in ihrer Resolution vom 19.5.2020 bereits an die Internationale Gemeinschaft appelliert, die Einrichtung eines solchen Patentpools anzugehen. Mit der Plattform sollen nun Daten und Wissen zu Covid-19-Behandlungsmöglichkeiten, Impfstoffen und Medikamenten gesammelt und die geistigen Eigentumsrechte gebündelt werden, um die Produkte dann als "globales öffentliches Gut" verfügbar zu machen. Regierungen, Institutionen und Unternehmen werden aufgerufen, die Initiative unter Federführung der WHO zu unterstützen. Leider gibt es deutliche Signale aus Genf, dass Deutschland die Initiative nicht unterstützt und sogar andere Länder entmutigt, sich zu beteiligen.

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28. Mai 2020 | Gesellschaft
Das Virus ist kein Papiertiger

Corona-Tagebuch, Teil 26. Sind vielleicht nicht "alle" Menschen mit ihrem leichtsinnigen Verhalten Schuld an Corona, sondern vielmehr so genannte "Superspreader-Ereignisse"? Après-Ski-Gelage etwa, wie sie im österreichischen Ischgl stattgefunden haben müssen? "Feuchtfröhliche" Veranstaltungen, bei denen viele Menschen eng zusammen sind und sich - horribile dictu - sogar körperlich näher kommen? Es kann gut sein, dass die Neigung vieler Zeitgenossen, in großen Massen zusammenzuklumpen - die Auswüchse der "Spaßkultur" - an der Misere beteiligt war. Mittlerweile kehren viele schon wieder zu relativer Normalität zurück. Wenn man sich Aufnahmen von lauter Massenbespaßung mit billigster Musik und fortgeschrittenen Stadien der Alkoholvergiftung anschaut, möchte man schon die Frage stellen, ob wir uns auf die Zeit "danach" wirklich freuen sollten.

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27. Mai 2020 | Gesellschaft
Von Corona zum Gemeinwohl: Artenvielfalt, Corona und andere Gesundheitsgefahren

Der Wiener Buchautor und Initiator der international wachsenden Gemeinwohl-Ökonomie Christian Felber nimmt in seiner "Vlog"-Serie "Von Corona zum Gemeinwohl - Lehren aus der Krise" zur aktuellen Corona-Krise Stellung, indem er die weiteren Kontexte und Hintergründe beleuchtet. In der aktuellen Folge 4 greift er die Themen Artenvielfalt, Zoonosen, Gesundheitsgefahren im Vergleich und die Rolle mehr oder weniger relevanter politischer Leitkennzahlen auf. Wie immer, mit ganz konkreten Vorschlägen verbunden, zum Beispiel der Idee der "ökologischen Menschenrechte".

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26. Mai 2020 | Gesellschaft
Zeit der Monster

Corona-Tagebuch, Teil 25. Lockerungs-Befürworter vs. Lockerungs-Gegner. Dies ist die Frontlinie, die die derzeitigen Diskussionen über Corona prägt. Der Autor meldet Bedenken an, zu ungeduldig wieder zum "Normalbetrieb" überzugehen. Er sähe darin die Rückkehr eines "Primats der Wirtschaft" - einer Schieflage, die in einem eigentlich wirtschaftshörigen Land wegen Corona "plötzlich" nicht mehr zu gelten schien. Eine gewisse Dekadenzneigung der "erlebnishungrigen" Gesellschaft bricht sich Bahn, nachdem sie sich offenbar in den letzten Wochen zu sehr angestaut hatte. Die Menschen werden wieder leichtsinnig. Irrationale Theorien und Verhaltensweisen boomen.

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25. Mai 2020 | Ökologie
Leonardo Boff: Was könnte nach dem Coronavirus kommen?

Viele sehen es jetzt klar: Nach dem Coronavirus wird es nicht mehr möglich sein, den Kapitalismus als Produktionsweise und den Neoliberalismus als politischen Ausdruck fortzusetzen. Der Kapitalismus dient nur den Reichen, für alle anderen ist er Fegefeuer oder Hölle, und für die Natur ist der Kapitalismus ein endloser Krieg. Von Leonardo Boff.

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23. Mai 2020 | Gesellschaft
Die Häutung der Schlange

Corona-Tagebuch, Teil 24. Mainstream-Narrative, "alternative" Narrative - wem glauben? Bezüglich Corona schießen besonders viele einander widersprechende Informationen und Behauptungen ins Kraut. Dr. Drosten gegen Dr. Wodarg, Links gegen Rechs und beide gegen die so genannte bürgerliche Mitte. Götz Eisenberg ist weniger auf dem Gebiet der Spekulation als auf jenem der sorgfältigen Beobachtung zuhause. Er diagnostiziert: Die Zustände im Deutschland dieser Tage ähneln tatsächlich vielfach denen in Diktaturen. Gängelung ist eher die Ausnahme als die Regel. Dennoch ist nicht jede Verschwörungstheorie, die hinter den "Schutzmaßnahmen" der Regierung Schlimmes vermuten, korrekt. Und die Phantasie der Bürger findet wie zu allen Zeiten Tricks, um die allgegenwärtige Verbots- und Überwachungskultur zu umgehen.

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23. Mai 2020 | Ökologie
Waldrodungen erhöhen das Risiko für Pandemien

"Gesunde Ökosysteme und gesunde Wälder sind unser bester Schutz gegen Viren." Das sagt Luis Suárez vom World Wildlife Fund (WWF). "Wenn wir ein Ökosystem, einen Dschungel oder einen Wald zerstören, verändern wir die komplexen Beziehungen, die zwischen den verschiedenen Tieren und Lebewesen bestehen, die diese Viren und Krankheitserreger im Gleichgewicht halten." In seinem Appell verweist der Koordinator von WWF Spanien auf die weltweit hohe Abholzungsrate, welche die Ausbreitung von zoonotischen Krankheiten wie Covid-19 begünstigt. Von María José Sarzoza und Romano Paganini.

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22. Mai 2020 | Gesellschaft
Lieber Respekt als Angst

Manche haben Angst vor Corona. Manche fürchten eher, dass wir unsere Freiheitsrechte nie wieder bekommen und in eine Diktatur abdriften. Schließlich gibt es Menschen, die unter beiden Formen der Angst leiden - und noch unter einigen anderen. In allen Fällen ist die Angst, die ja angeblich kein guter Ratgeber ist, unser ständiger Begleiter. Über die politische Dimension ist viel gesprochen worden - "Angstmache". All diese Analysen sagen uns aber nicht, wie wir mit Angst umgehen, sie bezähmen, vielleicht sogar loswerden können. Die Sängerin und Autorin Nirit Sommerfeld geht mit dem Thema sehr persönlich um. Sie sagt, was ihr hilft und wie sie der Angst quasi ihren Schrecken nehmen konnte: zunächst indem sie sie annahm.

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21. Mai 2020 | Internationales, Militär und Krieg
Abschluss der WHO-Generalversammlung: Die Blockade der Kritiker

Zu viel Einfluss privater Geldgeber, zu wenig Kontrollen vor Ort - doch ausgerechnet die schärfsten Kritiker der WHO blockieren Reformen. Kommentar von Andreas Zumach.

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21. Mai 2020 | Gesellschaft
Der Kirchturm ist weg

Corona-Tagebuch, Teil 23. In alten Zeiten kamen viele Menschen nicht über den engen Kreis ihres Dorfes und Nachbardorfes hinaus. Die kleine Welt schenkte Geborgenheit, der Kirchturm war Hauptorientierungspunkt. So lange man ihn aus der Ferne sehen konnte, war man nicht verloren. Auch in Corona-Zeiten mussten und konnten wir räumliche Begrenzung kennenlernen. Die eigene Wohnung - und der Radius eines Spaziergangs - wurde zum alleinigen Aufenthaltsraum. Viele empfanden dies als extreme Freiheitsberaubung, viele aber auch als wohltuend. Denn die von Profit und der Sucht nach Erlebniskonsum getriebene "Mobilität" verlangt von unserer Seele wie unserer Umwelt einen hohen Preis. Von Götz Eisenberg.

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19. Mai 2020 | Internationales, Militär und Krieg
WHO-Konferenz: Kritik aus USA - Milliardenhilfe aus China

Im Schatten der eskalierenden Konfrontation zwischen den USA und China und der damit verbundenen Instrumentalisierung der Corona-Pandemie hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Montagmittag ihre diesjährige Generalversammlung begonnen. Statt wie üblicherweise zwei Wochen wird sie aber nur zwei Tage bis Dienstagabend dauern. Und statt am Genfer Hauptsitz der WHO kommen die Vertreter der 194 Mitgliedsstaaten auch nur per Videokonferenz zusammen. Von Andreas Zumach.

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16. Mai 2020 | Gewalt, Gewaltfreiheit und Frieden
Auch Gewalt ist pandemisch, nur unsichtbarer

Schulschließungen könnten zu einem massiven Anstieg von Gewalt gegen Kinder führen. In Deutschland gibt es ein großes Dunkelfeld. Von Ulrike Baureithel.

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14. Mai 2020 | Gesellschaft
Mummenschanz

Corona-Tagebuch, Teil 22. Maske ist ein vieldeutiger Begriff. Das "Vermummungsverbot" deutet auf Maskierung als Kennzeichen für kriminelle Absichten hin. Das derzeitige Vermummungsgebot, die Maskenpflicht, kriminalisiert dagegen den Normalfall, das "Gesicht-Zeigen". Letzteres ist für die gesellschaftlichen Verhältnisse wesentlich verräterischer. Unterliegen wir nicht eigentlich im öffentlichen Raum immer einer Maskenpflicht, also dem Zwang, uns zu verbergen und statt unserer eigenen, natürlichen eine gesellschaftlich geforderte Gestalt zu zeigen?

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13. Mai 2020 | Gesellschaft
Manipulation mit dem Reproduktionsfaktor R

Sicher kennen Sie aus den Medien der letzten Tage "Erzählungen", die ungefähr folgendes besagen: "Aufgrund zu früher, leichtsinniger Lockerungen der Corona-Maßnahmen hat die Krankheit wieder an Boden gewonnen. Die Reproduktionszahl steigt wieder. Jeder Infizierte steckt also mehr als einen weiteren Menschen an. Es droht eine zweite Welle von Corona-Erkrankungen. Vielleicht sind also wieder härtere und strengere Maßnahmen nötig." Bei solchen Aussagen kann einem leicht der Verdacht kommen, Politik, Leitmedien und eingebettete Wissenschaftler könnten sich so gar nicht vom Shutdown lösen und wollten die Angstmache so weit es geht verlängern, weil sich die Menschen damit leichter steuern lassen. Dies aber wäre reine (Verschwörungs-)Theorie. Es bräuchte schon Belege dafür, dass die Angaben zur Reproduktionszahl falsch sind. Der nachfolgende Text gibt Hinweise darauf, dass dem tatsächlich so sein könnte. Der Brief wurde verfasst von Prof. Christof Kuhbandner, Inhaber des Lehrstuhls für Pädagogische Psychologie VI. der Uni Regensburg.

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12. Mai 2020 | Flucht, Migration und Asyl
Von Politik zweiter Klasse - Niemand darf zurückgelassen werden!

Die Landesflüchtlingsräte, PRO ASYL und die Seebrücken-Bewegung legten am 11.05.2020 in einer Pressekonferenz dar, dass es gerade jetzt gilt, niemanden zurückzulassen und Lager zu schließen - ob in Moria oder Halberstadt. Während Menschen weltweit mit den Maßnahmen durch die Covid-19-Pandemie zu kämpfen haben, sind besonders jene, die erzwungenermaßen in Campstrukturen untergebracht sind, enormen Gefahren ausgesetzt. Schutzsuchende leben teils zu tausenden in Lagern, in denen Infektionsschutz und persönliche Bedarfsdeckung zwangsläufig nicht möglich sind. Mit Blick auf die Elendslager in Moria auf Lesvos oder weiteren Inseln, auf das Leid der Menschen in den Folterlagern Libyens, dem Schicksal der Menschen auf der Balkanroute und auch in Massenunterkünften in Deutschland lässt sich feststellen: Schutzsuchende werden dem Virus schutzlos ausgesetzt oder mit freiheitsentziehenden Maßnahmen belegt.

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12. Mai 2020 | Gesellschaft
Das Quaken der Frösche im Teich

Corona-Tagebuch, Teil 21. Was haben Frösche, das Gundermann-Kraut, die Philosophie Hegels, das "Soziale Kreditsystem" Chinas und die Anarchie gemeinsam? Antwort: Sie alle sind Gegenstand der höchst anregenden Betrachtungen Götz Eisenbergs. Corona hat eine Tendenz zur Überanpassung in der Gesellschaft hervorgebracht. Zwischen bedingungslosem Gehorsam und kindlichem Leichtsinn schienen die Menschen keinen rechten Ausgleich zu finden. Vielfach sind die Maßnahmen der Regierungen zur Erweiterung ihrer Machbefugnisse vorhersehbar. Ebenso die Scheinbegründungen, die sie dafür angeben. Vorhersehbarkeit, Kontrollierbarkeit sind im Grunde lebensfeindliche Bedürfnisse. So lange es in einem Gemeinwesen noch Leben gibt, gibt es auch Überraschungen. Der Weg des sensiblen Beobachters ist in diesen Zeiten oftmals einer, der in die Vereinzelung führt. Die aufmerksame Wahrnehmung der Natur hilft, im besten Sinne "zu sich" zu kommen.

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09. Mai 2020 | Gesellschaft
Corona-Paranoia oder: Die Hölle, das sind die anderen

Corona-Tagebuch, Teil 20. "Haben wir jetzt noch Corona oder nicht?" Die meisten Menschen tun sich schwer mit Übergangssituationen, mit Uneindeutigkeit. Es kommt daher in "Lockerungs"-Zeiten zu merkwürdigen Phänomenen, die der literarische Flaneur Götz Eisenberg scharfsinnig beschreibt. Einerseits bleibt der Schrecken, das Zurückweichen vor dem anderen, potentiell ansteckenden Menschen; andererseits breiten sich Corona-Müdigkeit - vor allem der Überdruss an den immer gleichen Medien-Erzählungen - und vielleicht verfrühter Leichtsinn aus.

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08. Mai 2020 | Zukunftsfähige Wirtschaft und soziale Gerechtigkeit
Armutsforscher Butterwegge: “Nötig wäre ein Corona-Soli”

"Man muss kein Prophet sein, um voraussagen zu können, dass die gesellschaftlichen Verteilungskämpfe sehr viel härter als zuvor werden." Das sagt der Armutsforscher Christoph Butterwegge im Interview mit den NachDenkSeiten. Der Politikwissenschaftler betont, dass demnächst darüber zu entscheiden sein wird, "wer die Kosten der Pandemie und des wochenlangen Shutdowns zu tragen hat." Er sieht nur zwei Alternativen: Entweder legt man Hand an den Sozialstaat an oder aber die Politik "bittet die Wohlhabenden, Reichen und Hyperreichen durch Steuererhöhungen zur Kasse." Von Marcus Klöckner.

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07. Mai 2020 | Gesellschaft
“Corona hemmt die Produktion” - Über realsozialistische und neoliberale Perversionen im Menschenbild.

Corona-Tagebuch, Teil 19. Deutschland im Lockerungsfieber. Selbst Markus Söder mutiert derzeit vom strengen Knecht Ruprecht zum gütigen Nikolaus und teilt aus dem Füllhorn seiner Gnade partielle Freiheiten für uns aus. Unter dem Aspekt der Freiheit ist das tatsächlich erfreulich. Aber sollte ein Sozialist nicht noch eine andere Dimension im Auge behalten? Vielleicht ist es nicht so sehr Liebe zur Freiheit - speziell für Unionspolitiker ist das ja ein eher fremdes Terrain -, was das Verhalten Söders, Merkels und anderer derzeit bestimmt, sondern ihre traditionelle Abhängigkeit von der Industrie, die über "Produktionsausfälle" stöhnt. Menschen, die zuhause bleiben, um sich gegenseitig vor gesundheitlichen Bedrohungen zu schützen, fallen als Produktionsfaktor aus. Vielleicht deshalb die Eile, sie wieder an die Werkbänke zu treiben.

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07. Mai 2020 | Internationales, Militär und Krieg
Corona-Impfung für Arm und Reich: EU muss Tatbeweis erbringen

Die EU kann mit der Corona-Geberkonferenz Verantwortung übernehmen. Aber vielleicht will sie sich nur global besser aufstellen. Von Andreas Zumach.

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05. Mai 2020 | Gesellschaft
Zurück zum Gesundheitswesen!

Corona-Tagebuch, Teil 18. Haben Sie es bemerkt? Schuld sind wieder mal wir. Die Politik in ihrem Privatisierungsfuror hat zwar noch bis unmittelbar vor der Corona-Krise das Gesundheitssystem kaputt gespart. Die Verantwortung wollen die beteiligten Politiker wie Jens Spahn aber nur ungern dafür übernehmen. Statt dessen müssen wir jetzt - wieder mal "alle zusammenhalten". Es kommt auf jeden einzelnen an. Und wenn das Gesundheitssystem zu kollabieren droht, dann sind diejenigen Schuld, deren Masken am Eingang zum Supermarkt verrutscht sind oder die sich widerrechtlich zu dritt im Park getroffen haben. Wenn wir in der Krise etwas gelernt haben, dann dieses: Unser Planet und der Wachstumszwang werden nicht beide noch lange weiterexistieren können. Einer von beiden muss sich verabschieden. Wir lösen die bestehenden Probleme nicht, indem wir mehr tun, sondern indem wir weniger tun: weniger produzieren und weniger konsumieren vor allem.

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03. Mai 2020 | Internationales, Militär und Krieg
Hilfsorganisation zu Geberkonferenz für Covid-19-Impfstoff: “Es geht nicht nur um Geld”

Insgesamt 7,5 Milliarden Euro soll eine Geberinitiative mobilisieren, die am kommenden Montag startet und von der Weltgesundheitsorganisation WHO, der EU, der Gates-Stiftung und weiteren Akteuren organisiert wird. Das Geld soll für die beschleunigte Entwicklung eines Impfstoffes und der Beforschung von Diagnose- und Therapiemöglichkeiten gegen das Covid-19-Virus bereitgestellt werden. Die Frankfurter Hilfs- und Menschenrechtsorganisation medico international begrüßt diese Anstrengungen. Es müsse aber jetzt um mehr gehen als schnelle Geldspritzen. "Wenn es eine globale Initiative für die Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten gibt, dann muss auch die Frage der Patente und der Verteilung verbindlich geregelt werden", so Anne Jung, Referentin für Globale Gesundheit bei medico international.

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03. Mai 2020 | Gesellschaft
Solidarität statt Bevormundung

#STAY AT HOME heißt die weit sichtbare Laufschrift auf dem Dach des Living Levels, eine der teuersten Immobilien am Berliner Spree-Ufer. Gut sehen können die Aufforderung auch die vielen Menschen, die in den Berliner Stadtteilen Kreuzberg und Friedrichshain in beengten Wohnverhältnissen oder sogar ohne Obdach auf der Straße überleben müssen. Nicht wenige sind durch Luxusbauprojekte wie Living Levels verdrängt worden und haben durch das Streben nach Gewinnmaximierung in der Immobilienwirtschaft ihre Wohnungen verloren. Von Peter Nowak und Matthias Coers.

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02. Mai 2020 | Internationales, Militär und Krieg
WHO wird bewusst schwach gehalten

Staaten halten sie an der kurzen Leine, Stiftungen und Pharma mischen stark mit. Die WHO ist trotzdem besser als ihr Ruf. Von Markus Mugglin.

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02. Mai 2020 | Ökologie
Zum 50. Earth Day: Stell dir eine gerechte, grüne, pandemiefreie Zukunft vor

Die Menschheit verzeichnet den 50. Jahrestag des Earth Days inmitten eines weltweiten Lockdowns, während sich der Zorn der Natur durch einen der kleinsten bekannten lebenden Partikeln ausbreitet, dem neuartigen Coronavirus.

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01. Mai 2020 | Gesellschaft
Verrückte Maßstäbe

Corona: In der Krise gehen Menschenleben vor Wirtschaft. Warum gilt das gleiche Prinzip nicht auch bei anderen globalen und nationalen Problemen? Von Daniela Dahn.

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30. April 2020 | Gesellschaft
Gelistete Ostereier

Corona-Tagebuch, Teil 17. Regulierungswut wurde den Deutschen schon immer zur Last gelegt. Alles muss bei ihnen geordnet und vorschriftsgemäß ablaufen. Alles wird in lange Listen eingetragen, gezählt und normiert. Auch Massenmord lief in Deutschland geordneter, bürokratischer ab als anderswo. Vor etwa 80 Jahren zum Beispiel. Der Autor erinnert sich sogar noch mit Schrecken an die Ostereier-Vorschriften, die sein Vater erlassen hatte. Was das Ganze mit Corona zu tun hat? Nun, auch in diesen Zeiten "funktionieren" die Deutschen wieder bestens. So gut sogar, dass sie von Merkel belobigt wurden - nicht ohne dass sie eine Ermahnung anfügte, wenn die Disziplin nachlasse, gebe es ein paar hinter die Löffel.

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28. April 2020 | Gesellschaft
Ostern ohne Familienfeste

Corona-Tagebuch, Teil 16. Wir "dürfen" derzeit keine Verwandtenbesuche machen und vor allem keine Familienfeste veranstalten. Aber spüren wir mal ganz ehrlich in uns hinein: Ist es nicht auch eine enorme Erleichterung, keine Familienfeste absolvieren zu müssen? Diese öden Pflicht-Zusammenkünfte an langen Tafeln, bei denen immer die lautesten und nervigsten Verwandten das große Wort führen… Endlich kann man sich dem mit einem plausiblen Grund entziehen: "Tut mir, leid, aber Du weißt ja - Corona…" Der Autor erzählt in diesem Eintrag aus seinem Tagebuch von eigenen traumatisierenden Jugenderfahrungen mit Familienfesten. Die führen zurück in dunkle Zeiten der deutschen Geschichte.

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27. April 2020 | Gesellschaft
Corona und Geflüchtete: Zweierlei Maß

Wenn man davon ausgeht, mit den Flüchtlingen auch die Seuche ausgrenzen zu können, ist das ein rassistischer Trugschluss. Von Ramona Lenz.

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25. April 2020 | Gesellschaft
Gedanken und Thesen zum Corona-Ausnahmezustand

Sich an bestimmte Regeln zu halten, um seine Mitmenschen und sich selbst so gut wie möglich zu schützen, dürfte angesichts der Corona-Epidemie und ihrer Gefahren absolut sinnvoll sein - wenn damit die Ausbreitung des Virus verlangsamt, das krank gesparte Gesundheitswesen vor Überlastung bewahrt und das Leben besonders gefährdeter Personen geschützt werden kann. Dennoch sollten wir die gegenwärtige alptraumhafte Situation im Gefolge des Corona-Virus kritisch hinterfragen sowie auf Verhältnis- und Verfassungsmäßigkeit überprüfen - gerade in Zeiten dirigistischer staatlicher Zwangsmaßnahmen, gerade in Zeiten allgemeiner Angst, Unsicherheit und Anpassung. Zumal die einschneidenden, unser aller Leben stark durchdringenden Maßnahmen letztlich auf Basis einer ungesicherten wissenschaftlichen Datenlage verhängt worden sind. Von Rolf Gössner.

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25. April 2020 | Gesellschaft
Die emotionale Pest

Corona-Tagebuch, Teil 15. Die Corona-Krise lässt auch eine große Angst vor allem Natürlichen und Kreatürlichen zum Vorschein kommen. Etwas Unkontrolliertes und schwer Kontrollierbares ist über uns hereingebrochen. Berührung wird unter diesen Umständen zum "Todeskuss", die Lebendigkeit (Feiern, unbefangen Sein, sich Vermischen) wird zur tödlichen Gefahr. Vom Sterilen, von der Askese, von der Beschneidung von Lebendigkeit erhoffen wir uns die Verlängerung eines Lebens, das man nur noch bedingt lebenswert nennen kann. Diese "Pest" gab es jedoch auch schon vorher: die Unterdrückung unserer Emotionalität, Menschenscheu, Vereinzelung, die Sucht, so viel wie möglich "online" zu erledigen, aus Furcht vor einer nicht keim- und risikofreien Offline-Welt. Diese Tendenzen sind keine Erfindungen der "Corona-Ära", sie wurden durch diese nur noch einmal extrem verstärkt.

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24. April 2020 | Gesellschaft
Corona versus Corona-Maßnahmen: Alternativen zu einem zweiten Lockdown

In der dritten Folge seines Video-Blogs "Von Corona zum Gemeinwohl: Lehren aus der Krise" schaut sich Christian Felber die wissenschaftliche Datengrundlage des Bedrohungspotenzials von Covid-19 näher an und folgert daraus die derzeitige doppelte Schlüsselfrage: 1.) Sind die Eingriffe in die Grundrechte verhältnismäßig? 2.) Sind allgemeine Ausgangsbeschränkungen und undifferenziertes Social Distancing weiterhin die effektivsten Maßnahmen zur Bewältigung der Covid19-Pandemie?

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24. April 2020 | Zukunftsfähige Wirtschaft und soziale Gerechtigkeit
Jahrestag des Rana Plaza-Einsturzes: Textilarbeiter ohne Schutz vor Corona-Folgen

Der 24. April 2013 erinnert uns an die Verantwortung deutscher Unternehmer und Konsumenten für die Arbeits- und Lebensbedingungen entlang der globalen Lieferketten. Am 24. April jährt sich der Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch zum siebten Mal. Bei dem Unglück kamen über 1100 Menschen zu Tode und mehr als 2000 wurden verletzt, die meisten von ihnen schwer. Die Frankfurter Hilfs- und Menschenrechtsorganisation medico international unterstützt seit dem Unglück einen Gewerkschaftsbund in Bangladesch, der auch Verletzte und Hinterbliebene des Unglücks vertritt. Derzeit berichtet die Organisation von den verheerenden sozialen Folgen der Covid-19-Epidemie für die Textilarbeiter in Bangladesch.

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24. April 2020 | Spiritualität
Leonardo Boff: Das Coronavirus erweckt den Menschen in uns

Die Coronavirus-Pandemie zwingt uns alle zum Nachdenken: Was zählt wirklich: Leben oder materielle Güter? Der Individualismus eines jeden für sich allein, ohne sich um den anderen zu kümmern, oder die Solidarität des einen mit dem anderen? Können wir die natürlichen Güter und Dienstleistungen gedankenlos weiter nutzen, um bequemer zu leben, oder können wir uns um die Natur, die Vitalität von Mutter Erde und um das Gute Leben kümmern, nämlich die Harmonie zwischen und mit allen Wesen der Natur? Hat es sich jemals für die kriegsliebenden Länder gelohnt, immer mehr Massenvernichtungswaffen anzuhäufen, jetzt, da sie vor einem unsichtbaren Virus in die Knie gezwungen werden, das die Ineffizienz all dieses tödlichen Apparats offenbart? Können wir unseren konsumbetonten Lebensstil fortsetzen und grenzenlosen Reichtum in den Händen Weniger auf Kosten von Millionen armer und elender Menschen anhäufen? Von Leonardo Boff.

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23. April 2020 | Gesellschaft
Ein Eisvogel betrachtet mich

Corona-Tagebuch, Teil 14. Zu den wenigen positiven Aspekten dieser politisch eher überschatteten Monate gehört die üppig sprießende Natur, seit Tagen meist von Sonne überglänzt. Zum Glück wohnt unser Autor Götz Eisenberg offenbar in einem fantastischen Biotop, in dem sich seltene Tiere wie Kormorane und Eisvögel tummeln. Und er hat ein Gefühl für all diese Schönheiten. Was aber tun die meisten "Normalbürger", wenn sie Tieren und Pflanzen begegnen? Tiere werden meist verscheucht, Pflanzen abgesäbelt. Eine tendenziell nekrophile Ordnungsliebe zeigt sich, letztlich die Angst vor "zu viel Lebendigkeit". Ob da ein Zusammenhang mit der extremen Ängstlichkeit vieler Zeitgenossen wegen Corona besteht, einer Ängstlichkeit, die bewirkt, dass man den Atem oder - Gott bewahre! - den Speichel entgegenkommender Menschen selbst auf mehrere Meter Entfernung fürchtet wie den Tod selbst - nun jeder Leser, jede Leserin mag eigene Schlussfolgerungen ziehen.

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22. April 2020 | Internationales, Militär und Krieg
Das Virus spielt für Team Trump

Der Präsident nutzt die Epidemie für seine Zwecke. Ungewollt Schwangere, Geflüchtete und die Umwelt zahlen den Preis dafür. Von Konrad Ege.

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21. April 2020 | Gesellschaft
Wir kleinen überspannten Säugetiere

Corona-Tagebuch, Teil 13. "Von der Linken kommt nichts. Es gibt keine revolutionäre Hoffnung", sagte Alain Badiou. Und Wolfgang Herrndorf: "Weltformel nicht gefunden, vermutlich alles sinnlos". Dieser Eintrag von Götz Eisenbergs Corona-Tagebuch ist nicht gerade ein Stimmungsaufheller. Es zeigt sich aber auch - mit Albert Camus -, dass das Leben eben jenen Sinn hat, den wir ihm geben. Übertragen auf die Corona-Krise: Wir als Kollektiv entscheiden, in welche Richtung die Energie nach dem Schock, der Atempause und dem für viele zu befürchtenden sozialen Abstieg gehen wird.

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18. April 2020 | Internationales, Militär und Krieg
Die WHO: Im Kreuzfeuer

Die Ereignisse zur WHO und ihrer Rolle in der Bewältigung der Coronavirus Pandemie eskalieren im Wochentakt: Donald Trump erhebt in der Woche vor Ostern die massivsten Vorwürfe  gegenüber der Weltgesundheitsorganisation WHO, die ein Staatschef je gegen diese UN-Organisation erhoben hat - inmitten einer globalen Gesundheitskrise, die in Umfang und Geschwindigkeit und mit ihren massiven Auswirkungen auf die globalen Wirtschaftsprozesse unvergleichlich ist. Und keine Woche später macht er seine Drohung wahr - die Mitgliedsbeiträge der USA werden ausgesetzt. Die WHO, so Trumps Vorwurf, stehe zu sehr auf Seiten Chinas und habe deshalb zu spät und unzureichend in der sich entwickelnden Gesundheitskrise reagiert. Chronisch unterfinanziert ist die Weltgesundheitsorganisation so abhängig von nationalstaatlichen und privatwirtschaftlichen Interessen wie nie zuvor. Von Dr. Andreas Wulf.

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18. April 2020 | Gesellschaft
Corona im Gefängnis

Corona-Tagebuch, Teil 12. Wie geht es in Zeiten von "Social Distancing" eigentlich den Strafgefangenen, die der unfreiwilligen Gemeinschaft mit anderen nicht ausweichen können? Sind sie der Epidemie hilflos ausgeliefert? Ist es - so könnte der brave Bürger fragen - um "solche" überhaupt schade? Oder freuen sie sich diebisch, weil alle Bürger, auch die unschuldigen, derzeit einen Knast mit Hafterleichterungen bewohnen? Der Autor kann sich die Situation in Gefängnissen gut vorstellen, denn er war über Jahrzehnte als Gefängnispsychologe tätig. Hier erzählt er die berührende Geschichte eines psychisch auffälligen Gefangenen, der in besonderer Weise Natur und Pflanzen liebte - hinter Gittern ein rares Gut. Mustafa, so sein Name, warnte davor, die Natur können gegen den Menschen "zurückschlagen". War der Mann ein Verrückter oder doch eher ein Weiser, ein Prophet?

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17. April 2020 | Gesellschaft
Die gesellschaftliche Produktion von Digital-Trotteln und Psychopathen

Corona-Tagebuch, Teil 11. In dieser Folge von Götz Eisenbergs Corona-Tagebuch geht es nur am Rande um Corona. Die Grundfrage ist jene nach der staatlichen Gestaltungsfähigkeit bzw. dem Gestaltungswillen. Wenn es um Maßnahmen rund um Corona geht, scheint diese derzeit groß. Selbst der Götze unserer Zeit, "die Wirtschaft", muss Gesundheitserwägungen weichen. In fast allen anderen Bereichen herrscht jedoch gefährliches Laissez-faire. Speziell auch, was die digitale Ausbeutung unseres Lebens und unserer Kulturvorlieben durch internationale Internet-Giganten betrifft. Der Autor identifiziert in seinem brillanten Essay auch eine neue Epidemie: digitale Vertrottelung. Ein Problem, für dessen Bewältigung wohl ein paar Wochen Quarantäne nicht ausreichen werden.

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17. April 2020 | Gesellschaft
Pandemie versus Demokratie - oder: die Einübung in den Ausnahmezustand

In diesen virusdurchseuchten Zeiten sind wohl viele in beklemmender Sorge um Familienangehörige, Freund:innen und Kolleg:innen. Eine Infizierung mit dem Coronavirus kann lebensgefährlich, gar tödlich verlaufen. Die Mortalitätsraten der Pandemie werden uns allabendlich länderbezogen zur Kenntnis gegeben. Es nimmt sich aus, als würde in dieser Krise angsterfüllt um das nackte Überleben gekämpft, die selbst Hamsterkäufe als notwendig geboten erscheinen lässt. Ausgangsbeschränkt ist man zuhause verbannt in einem allgemeinen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Stillstand und den politischen Verlautbarungen und der epidemiologisch-medizinischen Informationsflut nahezu hilflos ausgesetzt. Von Dirk Vogelskamp.

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16. April 2020 | Internationales, Militär und Krieg
USA will Zahlung an WHO einstellen: “Schritt in die falsche Richtung”

Der Präsident setzt den Beitrag für die Weltgesundheitsorganisation aus. Es gehe ihm um Partikularinteressen, kritisiert eine NGO. Von Andreas Zumach.

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15. April 2020 | Internationales, Militär und Krieg
Trump und WHO: Nationalismus in der Gesundheitspolitik hat tödliche Folgen

Die Frankfurter Hilfs- und Menschenrechtsorganisation medico international ist entsetzt über die Ankündigung des US-Präsidenten Trump, die Zahlungen an die WHO einzustellen.

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15. April 2020 | Gesellschaft
Vor sich hin sinnlosen

Corona-Tagebuch, Teil 10. Globalisten jetten um die Welt, sind immer busy, machen Party und verachten diejenigen, die in einsameren Gegenden vielleicht allein vor ihrer Hütte sitzen und die Sonne genießen. "Nichtstuer" womöglich noch. Der Mythos vom coolen Weltbürger hat jedoch in diesen Tagen einen Riss bekommen. Die Gefahr von Pandemien ist einer der Schatten der Globalisierung. Wer mit wenig auskommt und sowieso gern daheim bleibt, ist derzeit im Vorteil. Und wer einen zurückgezogenen Lebensstil hasst, wird unversehens zu einem solchen gezwungen. Es ist Zeit, den zerstörerischen Lebensstil unbegrenzter Mobilität zu überdenken - jedoch ohne einen Beigeschmack von schädlichem Nationalismus. Von Götz Eisenberg

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13. April 2020 | Gewalt, Gewaltfreiheit und Frieden
Innovative Ostermärsche ein voller Erfolg

Das Netzwerk Friedenskooperative zieht eine positive Bilanz der diesjährigen virtuellen Ostermärsche. Auch wenn die in mehr als 80 Städten angedachten traditionellen Ostermärsche aufgrund der gegenwärtigen Corona-Krise nicht stattfinden konnten, haben Friedensbewegte zahlreiche kreative Wege gefunden, um ihren Protest in die Öffentlichkeit zu tragen. Als großer Erfolg wird gewertet, dass sich die Ostermärsche 60 Jahre nach dem ersten Ostermarsch in Deutschland noch einmal vollkommen neu erfinden konnten. Zentrale Forderungen waren bei den Ostermärschen 2020 Abrüstung, eine atomwaffenfreie Welt und die Beendigung der katastrophalen humanitären Situation an der EU-Außengrenze. Insbesondere die Forderung "Gesundheit statt Rüstung" wurde bei den diesjährigen Ostermärschen vielfach von Aktivist*innen gefordert.

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12. April 2020 | Gesellschaft
Sozialdarwinismus versus Solidarität

Corona-Tagebuch, Teil 9. "Das ganze Theater - nur wegen ein paar alten Leuten, die sowieso bald gestorben wären." Auch solche Meinungen hört man in den Corona-Tage. Besonders scheint es viele zu schmerzen, dass Senioren auf diese Weise - mehr noch als ohnehin schon - zu "Wirtschaftsschädlingen" werden. Götz Eisenberg, der die staatsoffizielle Haltung zu Corona sonst durchaus hinterfragt, widerspricht hier vehement. Jedes Leben ist zu schützen, und wer erst damit beginnt, nach der Nützlichkeit und Verwertbarkeit menschlichen Lebens zu fragen und dementsprechende Rankings einzuführen, der öffnet eine Büchse der Pandora, aus der neue Exzesse der Unmenschlichkeit quellen könnten. Von Götz Eisenberg.

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10. April 2020 | Gesellschaft
Das Leben ändern?

Corona-Tagebuch, Teil 8. Kann uns Corona zur Besinnung bringen? Wird die Erfahrung, auf uns selbst - auf die Einsamkeit - zurückgeworfen zu sein und gar durch die Bedrohung die Nähe des Todes zu spüren, dazu führen, dass viele ihre Prioritäten überdenken? Ja, der Verlust von Freiheiten, von körperlicher Gemeinschaft, von "Spaß"-Angeboten tut weh. Und die Auswüchse gegenseitigen Misstrauens, die Epidemie von Kontrolle und Konformität, die wir derzeit erleben, werden wir "nach Corona" kaum vermissen. Dennoch hat die Sehnsucht danach, dass alles wieder so wird wie vorher, ihre Tücken. "Vorher", das war ganz normaler Wahnsinn, war die systematische Zerstörung unserer Lebensgrundlagen, war Zerstreuung um jeden Preis, nur um die eigene ausgehöhlte Innenwelt mit "irgendetwas" auszufüllen. Es wäre wünschenswert, wenn sich im Leben vieler Menschen ein tatsächlicher Neustart vollziehen würde. Von Götz Eisenberg.

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10. April 2020 | Zukunftsfähige Wirtschaft und soziale Gerechtigkeit
Noam Chomsky: “Wir werden die Coronakrise überstehen, aber wir haben noch viel ernstere Krisen vor uns”

Noam Chomsky, ein bekannter 91-jähriger amerikanischer Linguist und politischer Analytiker, hat aus Arizona, wo er sich in Selbstisolation befindet, mit Srecko Horvat von DiEM25 TV gesprochen. Chomsky ist der Meinung, dass die Corona-Krise eine erste Krise mit ersthaften gesundheitlichen Konsequenzen ist. Sie ist allerdings nur temporär, während die Menschheit von zwei weiteren ernsteren Krisen bedroht wird: Atomkrieg und Erderwärmung. In seiner Analyse hebt er hervor, dass diese Bedrohungen durch neoliberale Politik verstärkt würden und, dass nach Ende der Krise zwei Möglichkeiten beständen: Entweder totalitäre, brutale Staaten oder ein radikaler Umbau der Gesellschaft mit humaneren Bedingungen.

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09. April 2020 | Internationales, Militär und Krieg
Trumps durchsichtiges Ablenkungsmanöver

US-Präsident Donald Trump hat der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf am Dienstag "massive Fehler" bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie vorgeworfen und mit einem vorläufigen Stopp der US-Beitragszahlungen an die größte Sonderorganisation des UNO-Systems gedroht. Seine Kritik lenkt von eigenen Fehlern ab. Von Andreas Zumach.

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08. April 2020 | Gesellschaft
Das Primat der Politik und die Chance eines wirklichen Neustarts

Corona-Tagebuch, Teil 7. Merken Sie etwas? Der Staat handelt in diesen Tagen massiv gegen die Interessen der Wirtschaft. Lange Zeit hatte es so ausgesehen, als wäre es den Damen und Herren in den Chefetagen egal, wer unter ihnen Deutschland regiert. Nun müssen selbst Geldinteressen offenbar hinter gesundheitlichen Erwägungen zurückstehen. Während auf der einen Seite Warnungen vor zu stark staatsautoritärem Handeln berechtigt scheinen, könnten die gegenwärtigen Ereignisse auch eine Chance bergen. Gewählte staatliche Instanzen könnten sich auch in anderen Belangen von den Zwängen zu großer Rücksichtnahme auf Profitinteressen befreien und im Sinne der Gemeinschaft handeln. Dies gilt insbesondere für die Belange der Öko- und Klimakatastrophe, die "nach Corona" wieder mit Macht ins Bewusstsein rücken wird. Götz Eisenberg.

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08. April 2020 | Spiritualität
Leonardo Boff: Coronavirus: Gaias Reaktion und Rache?

Alles hängt mit allem zusammen: Das ist jetzt ein Datenpunkt im kollektiven Bewusstsein derjenigen, die eine integrale Ökologie entwickeln, wie z. B. Brian Swimme, viele andere Wissenschaftler sowie Papst Franziskus, in seiner Enzyklika "Über die Sorge des gemeinsamen Hauses". Alle Wesen des Universums und der Erde, einschließlich uns, der Menschen, sind Teil des komplizierten Netzes von Beziehungen, die in alle Richtungen gesponnen werden, sodass außerhalb dieser Beziehungen nichts existiert. Das ist auch die Grundthese der Quantenphysik von Werner Heisenberg und Niels Bohr. Von Leonardo Boff.

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07. April 2020 | Internationales, Militär und Krieg
Wankender Riese

Corona: Die Krise überrollt die USA. Millionen verlieren ihre Jobs, Hilfe erreicht vor allem die Bessergestellten. Von Konrad Ege.

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04. April 2020 | Gesellschaft
Zum Verhältnis von innerer und äußerer Polizei

Corona-Tagebuch, Teil 6. Die Polizei kann nicht überall sein. Eine Tatsache, die den Staatsorganen heutzutage besonderes Kopfzerbrechen bereitet. Was hilft, sind verinnerlichte Normen und Verbote. Sigmund Freud nannte es auch das "Überich". Leider kam es in den letzten Jahrzehnten zu einer massiven Erosion des Gefühls für "natürlichen Anstand". Das machen uns die Weltenlenker aus Politik und Wirtschaft sogar vor, indem sie in allen Belangen Geld über Moral stellen. Einziger Ausweg aus dem Dilemma scheint zu sein: mehr Überwachung und Polizei. Als willkommene Gelegenheit, die Menschen daran zu gewöhnen, dient derzeit Corona. Und wo "mehr Polizeipräsenz" nicht mehr hilft, greift ohnehin zunehmende die smarte Form der Repression: digitale Überwachung und Verhaltenssteuerung. Nur eines scheint undenkbar: dass Bürger der "freien Welt" tatsächlich tun, was sie selber wollen. Von Götz Eisenberg.

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02. April 2020 | Gesellschaft
Zaungäste des Fortschritts oder: Meine Quarantäne

Corona-Tagebuch, Teil 5 . Wer kommt gut damit zurecht, von seinem Staat in Isolationshaft genommen zu werden? Und wer leidet erheblich, zerbricht vielleicht sogar daran? Es kommt sicher darauf an, wie man seinen Charakter in der Zeit "vorher" entwickelt hat. Mit Corona schlägt eigentlich die Stunde der Introvertierten. Sie haben gelernt, gut mit dem Daheimsein, dem Alleinsein, mit Büchern und ihren eigenen Gedanken zurecht zu kommen. Die meisten anderen können sich nur durch das noch reichlich vorhandene digitale Angebot "retten", das ihnen die Angst vor der inneren Leere nimmt. Ist andauernde menschliche Gesellschaft überhaupt so erstrebenswert, vor allem wenn man überwiegend von "Normopathen" umgeben ist? Gerade unter den Dichtern und Denkern gab es etliche, die die Wonnen der Einsamkeit ständiger Umtriebigkeit vorzogen. Götz Eisenberg erinnert an einige von ihnen.

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01. April 2020 | Zukunftsfähige Wirtschaft und soziale Gerechtigkeit
Corona macht’s möglich: Menschenrechtsverbrechen in Textilfabriken

Eigentlich sollten der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Gerd Müller (CSU), und Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) am Dienstag letzter Woche ein Lieferkettengesetz vorlegen, mit dem deutsche Unternehmen endlich auf die Einhaltung der Menschenrechte in den Ländern des globalen Südens verpflichtet worden wären - ein erster, teilweise weitreichender Entwurf war bereits im letzten Jahr öffentlich geworden. Jetzt haben das Bundeskanzleramt und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier das Vorhaben gestoppt. "In Zeiten von Corona", so ließen Bundeskanzleramt und der Bundesminister der deutschen Wirtschaft verlauten, "dürfe man deutsche Unternehmen nicht noch mehr belasten."  Von Thomas Seibert.

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31. März 2020 | Gesellschaft
In Wohn-Haft

Corona Tagebuch, Teil 4. Corona bedeutet Knast für Millionen Menschen - Unschuldige. Mit einem etwas erweiterten Gefängnishof, des bis zum nächsten Lebensmittelladen reicht oder bis zum nächsten Park. Aber, mal abgesehen von der Frage, ob das alles verhältnismäßig ist - könnte man der erzwungenen Isolation nicht auch Positives abgewinnen? War es nicht eigentlich längst fällig, dass Menschen mal mehr "zu sich kommen" und die vielfältigen Aktivitäten drosseln, mit der sie sonst ihre innere Leere zu überspielen pflegen? Götz Eisenberg war von Beruf Gefängnispsychologe. Er erklärt, dass es grundsätzlich zwei Gruppen von Menschen gibt, die verschieden auf Gefangenschaft reagieren: die einen werden zu Weisen, die anderen rasten aus. Von Götz Eisenberg.

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31. März 2020 | Flucht, Migration und Asyl
Humanitäre Gesten sind nicht genug

"Statt Ressourcen und Menschen auf die Bewachung der Grenzen zu verschwenden, sollten wir alle Kraft auf die Bekämpfung des Virus im Inneren legen", sagt selbst Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery. Und dennoch wird die Quelle der Gefahr durch das Coronavirus derzeit vor allem im Außen und bei den Anderen verortet. Unabhängig davon, wo sich das Epizentrum der Corona-Pandemie befindet, werden mit dem Argument, die Ausbreitung des Virus stoppen zu wollen, weitreichende Maßnahmen des Ausschlusses von Migrant*innen und Geflüchteten gerechtfertigt. Von Ramona Lenz.

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29. März 2020 | Gesellschaft
Ein Lackmustest für die Demokratie

Corona-Tagebuch, Teil 3. Es geht jetzt nur noch um die Eindämmung des Virus. Alles andere ist nachrangig. Wirklich? Ist der angekündigte Tod vieler kleiner Läden, tausender Existenzen, das Schließen der Gärten und - materiell gesehen noch schlimmer - der Tafeln ein hinnehmbarer Kollateralschaden? Hat man im Panikmodus wirklich alles bedacht und ein sorgfältige Güterabwägung vorgenommen? Derzeit spielen sich - ungesehen - viele tragische Schicksale ab. Wenn das Ausmaß der Verwüstungen im Nachhinein deutlich werden wird, kann es für viele zu spät sein. Wer wägt das alles ab? Wer teilt Millionen Menschen ihre Schicksale zu? In diesen Tagen triumphiert der "starke Staat", triumphieren Befehlston und Zwang. Und die Menschen? "Wir verwandeln uns aus mündigen Bürgern in Untertanen zurück", analysiert der Autor. Er betrachtet die gegenwärtige Situation als einen großen Test für uns alle. Werden wir den bestehen? Von Götz Eisenberg.

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27. März 2020 | Internationales, Militär und Krieg
UNO legt globalen Corona-Plan vor

Die Vereinten Nationen wollen durch das Coronavirus besonders gefährdete Länder unterstützen. Dafür hofft die UNO auf 2,2 Milliarden Spenden. Von Andreas Zumach.

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27. März 2020 | Gewalt, Gewaltfreiheit und Frieden
Afrika darf nicht zurückgelassen werden

"Es besteht die Gefahr, dass Afrika das Opfer einer gigantischen Entsolidarisierung wird. Die Corona-Pandemie führt dazu, dass wir in den Ländern des reichen Nordens mehr denn je mit uns selbst beschäftigt sind. Dabei rollt die Welle der Infektionen gnadenlos auf die Subsahara-Länder zu. Der Direktor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus schlägt zu Recht Alarm", betont Jean Djamba, Sprecher der pax christi-Kommission "Solidarität mit Zentralafrika".

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27. März 2020 | Gesellschaft
Operation gelungen, Patient unfrei

Ausnahmezustand: Im Kampf gegen das Virus werden Freiheitsrechte außer Kraft gesetzt - für die Sicherheit. Es gilt zu hinterfragen: Sicherheit - für wen? Und wie lange? Von Thomas Gebauer.

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26. März 2020 | Gesellschaft
Das Virologen-Orakel

Corona-Tagebuch 2: Satire wird schwierig, wenn das, was man sich in seinen morbiden Vorstellungen ausmalt, ständig von der Wirklichkeit eingeholt wird. Götz Eisenberg berichtet in dieser Folge seines Tagebuchs u.a. von einer durch den Krieg um Klopapier motivierten Gewalttat. Corona-Vorsicht betrachtet er als eine Frage der Mathematik. Dennoch stellt er als kritischer Zeitgenosse die Frage: Wollen die Mächtigen mit ihren Notstandsmaßnahmen nur exekutieren, wonach sie sich schon lange gesehnt haben? Von Götz Eisenberg.

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25. März 2020 | Gesellschaft
Bärlauch in den Zeiten von Corona

Corona-Tagebuch Teil 1. Auch große historische Veränderungen zeigen sich oft in vermeintlich kleinen Details des Alltags. Götz Eisenberg ist ein schreibender Flaneur, der am scheinbar Zufälligen das Wesentliche und Signifikante herauszuarbeiten versteht. Was sagt das Verhalten der Menschen unter dem Druck der Corona-Krise über die in unserem Land herrschende Mentalität aus? Muss man die Regierung für ihre rigiden Maßnahmen kritisieren oder eher die "Spaßgesellschaft", die ungeachtet medizinischer Notwendigkeit ihre Ignoranz zelebriert? Beides, zeigen die differenzierten Betrachtungen des Autors. Schlimmes und schon überwunden Geglaubtes zeigt sich im Krisenmodus. Selbst menschenverachtende Ansichten der Art: "Es sterben ja nur ein paar Alte, Hauptsache die Starken überleben". Götz Eisenberg wird in der nächsten Zeit weitere Folgen seines "Corona-Tagebuchs" veröffentlichen. Götz Eisenberg.

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25. März 2020 | Gesellschaft
Universale Solidarität - angesichts von Corona

Spätestens am Abend des 13. März 2020 war klar, dass die Bundes- und Landesregierungen weitergehende Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie ergreifen würden. Stellungnahmen von Politiker*innen und Anderen folgten auf dem Fuß. Seitdem "überschlagen sich die Ereignisse". All das einzuordnen, fällt schwer. Wir möchten hier nur auf einen Punkt aufmerksam machen und zwar, was Solidarität bedeutet und unter den aktuellen Umständen weiterhin bedeuten muss. Ihre Notwendigkeit wird kaum bezweifelt werden. Genauso wenig wie die Notwendigkeit, bestimmte Formen sozialer Kontakte dramatisch zu reduzieren: Abstand halten. Die selbstverständliche Verbindung von beidem darf nicht einfach so gesetzt werden. Von Andreas Hellgermann und Julia Lis.

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24. März 2020 | Internationales, Militär und Krieg
Sogar die Covid-19-Krise wird von der EU geopolitisch genutzt

Es gibt nichts, das es nicht gibt. So gibt es zum Beispiel die "East StratCom Task Force" seit 2015. Sie ist Teil des "European External Action Service (EEAS)", hat ein Jahresbudget von 3 Millionen Euro und beschäftigt 16 Leute vollamtlich. Eine "Task Force" ist eine Einsatztruppe. "StratCom" ist die Abkürzung für "Strategische Kommunikation". "East" zeigt, gegen wen diese strategische Kommunikation gerichtet ist: gegen Osten, sprich: gegen Russland. Diese spezielle EU-Einsatztruppe für die politische Kommunikation Richtung Osten behauptet, Russland desinformiere absichtlich. Von Christian Müller.

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23. März 2020 | Gesellschaft
Teure Gesundheit

Corona: Mit dem Virus verbreitet sich die Unsicherheit über den Globus. Sie macht Grenzen wieder sichtbar, die der reiche Westen gerne vergisst. Von Ulrike Baureithel.

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18. März 2020 | Gewalt, Gewaltfreiheit und Frieden
Kriegsmanöver Defender Europe 20 vom Corona Virus “eingefroren”

Es werden keine weiteren amerikanischen Soldaten nach Europa kommen, das hat das Pentagon verfügt. Die bereits angekommenen 5.500 amerikanischen Soldaten sollen bereits durch Deutschland durchgezogen sein und ihre Zielstandorte erreicht haben. In Sachsen werden wahrscheinlich die für die 12. und 17. Kalenderwoche angekündigten Truppentransporte reduziert. Die Bundeswehr sagte am Freitagabend ihre Übungsbeteiligung auf den Truppenübungsplätzen Bergen-Munster für einen Übungsabschnitt ab, der vom 16. bis 30. April gemeinsam mit US United States-Streitkräften geplant war. Die Absage diene der Fürsorge für die Gesundheit der beteiligten Soldatinnen und Soldaten und der Menschen in Deutschland.

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14. März 2020 | Ökologie
Franz Alt: Klimaschutz und Corona: Es hilft nur Solidarität!

"Jüngere Menschen gefährdet das Coronavirus weniger als ältere. Um die Alten zu schützen, sollten die Jungen jetzt das zeigen, was sie von den Alten in Bezug aufs Klima fordern: Verzicht." Das schreibt die "Spiegel" Kolumnistin Samira El Quassil. Die Kollegin hat Recht, wenn sie einen "altenfreundlichen kategorischen Imperativ" einfordert: "Lebe so, dass die Ältesten in deiner Umgebung durch deine Handlungen nicht fahrlässig in Gefahr gebracht werden". Solidarität kann dann gelingen, wenn sie keine Einbahnstraße ist. Nur die Bundesregierung lässt die Jungen in ihrer Sorge ums Klima noch immer völlig allein. Auch hier hilft nur ein "kategorischer Imperativ fürs Klima": Schütze das Klima so, dass auch Kinder und Enkel noch ein angenehmes Leben führen können. Von Franz Alt.

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27. Februar 2020 | Gesellschaft
Quarantäne mit Augenmaß?

Der Virus hat Europa erreicht, die Panik nimmt zu. Dr. Andreas Wulf über Erfahrungen, die jetzt zu beherzigen wären.

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