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Bündnis Klinikrettung zieht Bilanz: Notstand in der stationären Versorgung

Auf seiner Bilanzpressekonferenz am 21. Dezember 2021 in Berlin machte das Bündnis Klinikrettung auf den Notstand in der Krankenhausversorgung aufmerksam. Auch im Jahr 2021 wird der Kahlschlag in der deutschen Kliniklandschaft fortgesetzt. So sind 2021 bundesweit insgesamt neun Klinikschließungen zu verzeichnen, hinzu kommen 22 Fälle von Teilschließungen. Teilschließungen leiten erfahrungsgemäß meist eine spätere komplette Schließung ein. Das Bündnis Klinikrettung stellte dar, dass es schon jetzt die Zahl der Kliniken die die Allgemeinversorgung (z.B. die Behandlung von COVID-19-PatientInnen) übernehmen, bei nur 1.039 liegt und jetzt schon deutlich kleiner ist, als allgemein angenommen. Die offiziell angestrebte weitere Reduktion um 700 Krankenhäuser könnte die Zahl der Kliniken mit Notfallversorgung auf unter 500 absenken - weniger als die Hälfte gegenüber heute. VertreterInnen von drei Initiativen schilderten die Situation, wenn vor Ort eine Schließung erfolgt ist oder aktuell droht. Zum Schluss machte das Bündnis Finanzierungsvorschläge zum Erhalt der Krankenhäuser.

Laura Valentukeviciute, Sprecherin Bündnis Klinikrettung: "Im Takt der andauernden Krankenhausschließungen verschlechtert sich die gesundheitliche Versorgungslage in Deutschland weiter. Spätestens mit dem Bericht des Bundesgesundheitsministeriums zur Auswertung des Krankenhausstrukturfonds vom 30. November wurde deutlich, dass die meisten Schließungen ein systematisches, staatlich geplantes und bezahltes Vorhaben sind. Dr. Karl Lauterbach hat unsere Petition gegen Klinikschließungen am 30. Mai dieses Jahres unterschrieben - als Gesundheitsminister hat er jetzt die Macht und auch die Aufgabe, die Schließungen zu stoppen."

Charlotte Rutz-Sperling, Sprecherin der Initiative Wenckebach-Krankenhaus muss bleiben!: "Die Schließung des Wenckebach-Klinikums wäre nur der Einstieg in weitere große Umstrukturierungen mit Schließungen und Bettenabbau bei Vivantes. Das Land Berlin hat unser Krankenhaus kaputtgespart und die gesetzliche Pflicht auf Zahlung von 100% Investitionskosten verweigert. Das Tempelhofer Wenckebach-Klinikum muss mit seinen über 400 genehmigten Betten als Landeskrankenhaus erhalten bleiben für die gesundheitliche Versorgung."

Klaus Emmerich, Klinikvorstand i.R. dazu: "Unsere Kernforderung zur Finanzierung der Krankenhäuser ist eindeutig: Krankenhäuser müssen selbstkostendeckend finanziert werden, dann gäbe es keine Gewinne und keine Verluste. Der Entzug von Geldern aus dem Gesundheitssystem würde gestoppt. Zusätzlich würde verhindert, dass Krankenhäuser zur Vermeidung von Verlusten ihr Leistungsangebot massiv einschränken. Verbleiben würden stabile Krankenhäuser, die nicht um ihre Existenz bangen müssen, und die sich auf ihre PatientInnen konzentrieren können."

Anke Görtz, stellvertretende Vorsitzende im Verein Pro Krankenhaus Havelberg e.V.:
"Die Gesundheit und das Wohlergehen der Bevölkerung sollte das wichtigste Anliegen in der Gesundheitspolitik sein. Im Fall von Krankenhaus Havelberg haben wir genau das Gegenteil erlebt. Die Politiker bedienen seit Jahren die Profitinteressen von privaten Krankenhausbetreibern. Das muss endlich aufhören."

Quelle: Gemeingut in BürgerInnenhand - Pressemitteilung vom 21.12.2021.

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Veröffentlicht am

23. Dezember 2021

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