Lebenshaus Schwäbische Alb - Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie e.V.

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13. Juli 2019 | Gewalt, Gewaltfreiheit und Frieden
Erwin Kräutler: Kämpfer für den Amazonas

Heute, am 12. Juli 2019, feiert der österreichisch-brasilianische Bischof Dom Erwin Kräutler seinen achtzigsten Geburtstag. Als junger katholischer Ordensgeistlicher ging er 1965 nach Brasilien an den Rio Xingu, wo er 1985 zum Bischof geweiht wurde. Erwin Kräutler gilt als einer der profiliertesten und engagiertesten Bischöfe im Kampf für die Rechte der indigenen Völker und darin auch für den Erhalt des amazonischen Regenwaldes. Kräutler wurde aus diesem Grunde wie viele andere auch mehrfach verhaftet, misshandelt und mit dem Tode bedroht. Für sein Engagement erhielt er 2010 den alternativen Nobelpreis.

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28. Mai 2019 | Internationales, Militär und Krieg
Bischof Kräutler zur Amazonien-Synode

Im Interview mit dem vatikanischen Onlineportal "Vatican News" (Freitag, 17. 5. ) kritisiert der brasilianisch-österreichische Bischof Erwin Kräutler, dass Brasiliens Staatspräsident Jair Bolsonaro die Amazonasregion vor allem als Wirtschaftsressource betrachtet, sie für multinationale Konzerne öffnet und die Rechte der dort lebenden Indigenen beschneidet. "Er denkt nur vom Export, von der wirtschaftlichen Dimension her. Die Indios existieren für ihn eigentlich nicht", sagte der 79jährige emeritierte Bischof von Altamira-Xingu. "Ich sage auch ganz klar, er kennt Amazonien gar nicht", charakterisiert Kräutler den seit Januar 2019 amtierenden Staatspräsidenten.

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19. Mai 2019 | Spiritualität
Leonard Boff: Auferstehung des Gefolterten und Gekreuzigten

Dieses Jahr feiern wir Ostern im Kontext eines Staates, in dem fast jeder durch eine extrem rechtsgerichtete Regierung mit radikal neoliberalen sozialpolitischer Politik erstickt wird. Dies ist eine erbarmungslose und herzlose Regierung, die den Fortschritt und die Rechte von Millionen von Arbeitern und Menschen anderer sozialen Kategorien zerstört. Die Regierung verkauft die Naturgüter, die zur Souveränität des Landes gehören. Sie akzeptiert die Wiederkolonisierung Brasiliens und versucht, unseren Reichtum auf kleine, mächtige Gruppen im In- und Ausland zu übertragen. Sie hat weder Solidarität noch Empathie für die Ärmsten oder diejenigen, deren Leben von Gewalt und sogar vom Tod bedroht ist, weil sie in den Favelas leben, Schwarze, Indigene, Quilombolas sind oder eine andere sexuelle Orientierung haben. Von Leonardo Boff.

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30. April 2019 | Internationales, Militär und Krieg
Wer die Umwelt schützt, riskiert sein Leben

Fast alle zwei Tage werden in Lateinamerika Aktivisten ermordet, weil sie sich gegen Ausbeutung und Zerstörung der Natur wehren. Von Romano Paganini.

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21. April 2019 | Internationales, Militär und Krieg
Leonardo Boff: Hass zu verbreiten und dabei “Gott über alles” zu verkünden ist Blasphemie

Ich wünschte, ich bräuchte diesen Artikel nicht zu schreiben. Doch die akute gegenwärtige politische Krise und der Missbrauch, der in Gottes Namen begangen wird, fordern die öffentliche Funktion der Theologie heraus. Wie in jedem anderen Bereich hat auch die Theologie eine soziale Verantwortung. Es gibt Zeiten, zu denen der Theologe von seinem Katheder herabsteigen und ein paar Worte in die politische Arena richten muss. D. h. Missbräuche anzuprangern und gute Taten publik zu machen, selbst wenn diese Rolle des Theologen von manchen Gruppierungen missverstanden oder als Parteilichkeit angesehen werden kann, obwohl dies nicht der Fall ist. Von Leonardo Boff.

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07. April 2019 | Internationales, Militär und Krieg
Leonardo Boff: Karneval: die Feier der Lebensfreude

Brasilien erlebt zurzeit eine der traurigsten, wenn nicht die makaberste Phase seiner Geschichte. Die Korruption der Oligarchen ist offensichtlich. Eine Korruption, die in Brasiliens Geschichte stets präsent war als ein patriarchalischer (kolonialistischer, elitärer, gegen das Volk gerichteter und sklavenhalterischer) Staat, der Jahrhunderte lang durch Domination und Manipulation der öffentlichen Meinung dem Volk Besitz und Wissen vorenthielt. Korruption war nicht nur fast ausschließlich der Arbeiterpartei (PT) vorbehalten, wie es in den letzten Jahren immer wieder behauptet wird. Im Gegenteil: Es gab sie schon immer. Und während es stimmt, dass einige führende Köpfe der PT korrupt waren, so wurden sie zum Sündenbock gemacht, um die massive Korruption der Privilegierten zu maskieren. Von Leonardo Boff.

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05. Januar 2019 | Internationales, Militär und Krieg
Geisterstunde

Tote beginnen zu reden und tun es mit fremder Zunge. Auf ihren Grabsteinen stehen Namen wie Péron, Trujillo, Duvalier, Vargas, Somoza. Der Kies knirscht. Als Gespenster turnen sie herum und sind ganz aus dem unterirdischen Häuschen - in ihrem Namen könnte wieder einer das sein, was sie einst waren. Wenn sich Brasiliens neuer, am 1. Januar vereidigter Präsident Jair Bolsonaro (63) als "Messias" empfiehlt, rumort die Erinnerung.Er weckt Assoziationen an den "Caudillo", der Südamerika zuweilen heimsucht. Von Lutz Herden.

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04. Januar 2019 | Internationales, Militär und Krieg
Brasilien-Interview: Milieu der Angst

Der Aktivist und Oppositionspolitiker Guilherme Boulos über Brasilien unter dem rechtsradikalen Präsidenten Bolsonaro und mögliche Gegenstrategien.

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16. Dezember 2018 | Gewalt, Gewaltfreiheit und Frieden
Leonardo Boff: Schreie aus Gefangenschaft und nach Befreiung am Black Awareness Day (Tag des Schwarzen Bewusstseins)

Die Passion Christi setzt sich seit Jahrhunderten unaufhörlich in den Körpern der Gekreuzigten fort. Jesus wird bis ans Ende der Welt in Qualen liegen, solange auch nur ein einziger Seiner Brüder oder Schwestern zum Kreuzesopfer wird, wie die buddhistischen Bodhisattvas (die Erleuchteten), die an der Schwelle zum Nirwana verharren, nicht eintreten, sondern in die Welt des Leidens - Samsara - zurück kehren in Solidarität mit allen Leidenden: Menschen, Tieren und Pflanzen. Von Leonardo Boff.

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09. November 2018 | Internationales, Militär und Krieg
1968, als katholische Geistliche eine Revolution ansagten

Warum erinnert niemand an "Medellin 1968", wo die lateinamerikanische Bischofskonferenz der Kirche einen Wandel verordnete? Von Christian Müller.

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27. April 2018 | Internationales, Militär und Krieg
Ein langer Weg zu Recht und Gerechtigkeit

Vor knapp einem Jahr wurden in Pau D´Árco im brasilianischen Bundesstaat Pará zehn Kleinbäuerinnen und -bauern von Polizisten erschossen. Nun begann in der Kleinstadt Redenção der Prozess. Ein Bericht direkt aus dem Gerichtssaal. Von Thomas Bauer.

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30. März 2018 | Internationales, Militär und Krieg
Intrige der Großfarmer: Pater Amaro, Koordinator der Landpastoralkommission (CPT) in Anapu, Pará, verhaftet

Pater José Amaro Lopes de Sousa wurde am 27. März in Anapu im brasilianischen Bundesstaat Pará verhaftet. Er arbeitete über fünfzehn Jahre lang mit Schwester Dorothy Stang zusammen, die am 12. Februar 2005 in Anapu auf dem Weg zu den Bauern brutal erschossen wurde. Daraufhin hatte er mit großer Angst zu kämpfen, aber wie er selbst im Interview erzählt: "als wir ihren Körper nach der Obduktion in Belem vom Flugplatz abgeholt haben, habe ich geschworen das ich die Mission auf keinen Fall abgeben werde." Wir veröffentlichen nachfolgend die Öffentliche Mitteilung der Landpastoralkommission (CPT), die gegen die Verhaftung von Pater Amaro protestiert und seine Freilassung fordert. Von Thomas Bauer.

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16. März 2018 | Spiritualität
Leonardo Boff: Dom Pedro Casaldáliga wird 90 Jahre alt: Armut und Befreiung

Der Pfarrer, Prophet und Poet Dom Pedro Casaldáliga feiert am 16. Februar 2018 seinen 90. Geburtstag. Wir möchten ihn gern mit einigen Gedanken ehren, die meiner Meinung nach den roten Faden aufzeigen, der sich durch sein Leben als Christ und Bischof zieht: das Verhältnis, das er zu Armut und Befreiung entwickelte. Unter Gefährdung seines eigenen Lebens erlebte und beobachtete er sowohl Armut als auch Befreiung der am meisten Unterdrückten, der Indigenen und der Landleute, die im Bereich von São Felix del Araguaia of Mato Grosso, Brasilien, ihres Landes beraubt wurden. Von Leonardo Boff.

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10. März 2018 | Gewalt, Gewaltfreiheit und Frieden
Für eine Kultur des Widerstands

"Widerstehen heißt gestalten, widerstehen heißt verändern" lautet das Motto des 14. Weltsozialforums vom 13. bis zum 17. März im brasilianischen Salvador de Bahia. Zehntausende Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus allen Teilen der Welt werden zu diesem Festival der sozialen Bewegungen erwartet.

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08. März 2018 | Internationales, Militär und Krieg
Verneigung vor Frauenpower

Am 8. März wird der Internationale Frauentag gefeiert. Doch viel mehr als ein Tag zum Feiern sollte es ein Tag des Nachdenkens sein. An diesem Tag, im Jahr 1857, wurden 130 Frauen in einer Weberei in New York verbrannt. Der Grund? Sie streikten und beanspruchten ihre Rechte. Im Jahr 1910 wählte die UNO dieses Datum, im Gedenken an diese fürchterliche Tat. Damals wie heute sind es meist Frauen, die sich im Widerstand und Kampf ihrer Rechte an vorderster Front einsetzen. Von Thomas Bauer.

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19. Februar 2018 | Gewalt, Gewaltfreiheit und Frieden
Ein Prophet wird 90 Jahre!

Leider gibt es nicht mehr viele Menschen wie den emeritierten Bischof Pedro Casaldáliga. Vertreter der lateinamerikanischen Befreiungstheologie, widmet er sein Leben bis heuten den Ärmsten in den hintersten und in Vergessenheit geratenen Ecken dieses Landes. Seit Jahrzehnten unterstützt er die Bauern, Landlosen, Indigenen, all diejenigen die nichts haben. Von Thomas Bauer.

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31. Januar 2018 | Internationales, Militär und Krieg
Brasilien: Ein Mitstreiter - Marcinho do MST - wurde erschossen

Heute vor einer Woche, am 24. Januar 2018, haben sie Márcio Oliveira Matos, 33 Jahre, getötet. Márcio, Mitstreiter der Landlosenbewegung (MST) in Iramaia/Bahia, wurde vor seinem 6-jährigen Sohn im eigenen Heim regelrecht hingerichtet. Laut dem zuständigen Polizeichef gab es für ihn kein Entkommen. Fünf Kugeln trafen in direkt im Brust und Kopfbereich. Von Thomas Bauer.

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07. August 2017 | Internationales, Militär und Krieg
Leonardo Boff: Ihrem Gewissen können die Korrupten nicht davonlaufen

Es gibt eine Stimme in uns, die wir niemals zum Verstummen bringen können. Es ist die Stimme unseres Gewissens. Sie steht über der etablierten Order und den geltenden Gesetzen. Es gibt kriminelle Handlungen wie Gewaltausübung gegen Unschuldige, hungrigen Menschen das Brot zu verweigern, das ihr Leben retten könnte, Diebstahl aus dem Fonds für Gesundheit und Erziehung, solcherart praktizierte Korruption in Form von Plünderung Millionen von für die Infrastruktur bestimmten Reales (brasilianische Währung, A.d.Ü.) und andere grausame Verbrechen. Die Straffälligen gewöhnen sich so sehr an solche Praktiken, dass sie zu ihrer zweiten Natur wird und zur Denkweise: "Da es allen gehört und niemandem im Besonderen, kann ich es mir aneignen:" Von Leonardo Boff.

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27. Juli 2017 | Internationales, Militär und Krieg
Leonardo Boff: Die politische Kraft der Hoffnung

Wir leben in Zeiten großer sozialer Unruhen. Es gab eine Art Erdbeben, das nicht durch die Natur, sondern durch die Politik hervorgerufen wurde. Die vermögende Klasse führte einen Staatsstreich in Brasilien durch. Ihre Privilegien waren bedroht durch die Begünstigten der Sozialpolitik der Regierungen der Arbeiterpartei PT (Partido dos Trabalhadores), die ihnen Zugang zu Orten verschaffte, die ihnen zuvor verwehrt waren. Von Leonardo Boff.

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24. Juni 2017 | Zukunftsfähige Wirtschaft und soziale Gerechtigkeit
Leonardo Boff: Erklärung der Rechtswidrigkeit von Armut vor den Vereinten Nationen

Die skandalöse Zunahme der weltweiten Armut war Anlass für soziale Bewegungen, dieses Elend in der Menschheit auslöschen zu wollen. Am 9. Mai gab es eine Veranstaltung an der Staatlichen Universität von Rosario, Argentinien, organisiert vom Vorsitzenden der Wasser-Wissenschaften, einer Abteilung der Fakultät der Sozialwissenschaften, koordiniert durch Professor Anibal Faccendi, um eine Erklärung über die Rechtswidrigkeit von Armut abzufassen. Ich hatte die Gelegenheit, daran teilzunehmen und einen Einführungsvortrag zu halten. Es geht darum, Unterstützung vom Nationalkongress zu erhalten, von der breiten Öffentlichkeit und von Menschen aus dem ganzen Kontinent, um diese Forderung den Vereinten Nationen vorzulegen, die ihr die höchste Priorität geben sollen. Von Leonardo Boff.

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03. Mai 2017 | Internationales, Militär und Krieg
Brasilien ist nichts für Anfänger! Gedanken zum Generalstreik!

Über 90% der Brasilianerinnen und Brasilianer sind mit der Regierung Temer unzufrieden. Eigentlich dürfte es für so eine überwältigende Mehrheit kein Problem sein, sich gegen einen derart unpopulären und kriminell an die Macht gekommenen Präsidenten und seinen Komparsen zur Wehr zu setzen, oder? Von Thomas Bauer.

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24. April 2017 | Internationales, Militär und Krieg
Massaker in Mato Grosso (Teil 2)

Sebastião Ferreira de Souza, Izaul Brito dos Santos, Hezekiah Oliveira Santos, Edson Alves Antunes, knarrte Valmir do Nascimento, Samuel Antonio da Cunha, Francisco Chaves da Silva, Fabio Rodrigues dos Santos und Aldo Aparecido Carlini. Das sind die Namen der neun Männer, Landarbeiter und Familienväter, die am Mittwoch den 19 April im Gebiet Taquaruçu do Norte, in Colniza, Mato Grosso kaltblütig ermordet wurden. Von Thomas Bauer.

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23. April 2017 | Internationales, Militär und Krieg
Massaker in Mato Grosso

Während die Welt ihre Aufmerksamkeit nach dem furchtbaren Anschlag auf Paris richtet, ereignete sich am Mittwoch, 19. April, in Colniza, im Bundestaat Mato Grosso in Brasilien ein schreckliches Massaker. Man spricht von mindestens zehn Ermordeten, darunter auch Kinder und ältere Menschen, die dabei ums Leben gekommen sind. Von Thomas Bauer.

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28. Februar 2017 | Internationales, Militär und Krieg
Leonardo Boff: Der Gott Brasiliens ist Moloch, der seine Kinder verschlingt

Es heißt, Gott ist Brasilianer. Es ist nicht der Gott der Zärtlichkeit oder der Demütige, sondern der Moloch der Kanaaniter und der Phönizier, der seine Kinder verschlingt. Wir sind eines der ungleichsten, ungerechtesten und gewalttätigsten Länder der Welt. Theologisch gesehen leben wir in einer Situation sozialer und struktureller Sünde im Gegensatz zu Gottes Plan. Es reicht schon zu bedenken, was in den Gefängnissen von Manaus, Rondonia und Roraima geschah. Das ist pure Barbarei: Wut enthauptet, sticht die Augen aus und zerstört das Herz. Von Leonardo Boff.

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17. Januar 2017 | Internationales, Militär und Krieg
Brasilien - Alle eineinhalb Stunden ein Frauenmord

Die Zahl der in Brasilien getöteten Frauen ist elfmal so hoch wie im vom Krieg zerrütteten Syrien. Gewalt gegen Frauen ist ein globales Problem, das vor allem in lateinamerikanischen Ländern wie Brasilien dramatisch zugenommen hat. Von Frederico Füllgraf.

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30. Dezember 2016 | Internationales, Militär und Krieg
Leonardo Boff: Weihnachten zur Zeit des Herodes

Dieses Jahr wird Weihnachten anders sein. Normalerweise ist es ein Fest, an dem sich die Familie trifft. Christen feiern das Christkind, das kam, um unser Menschsein anzunehmen und es besser zu machen. In Wahrheit jedoch ist es der Ort, an dem die schreckliche Figur des Herodes des Großen (73 v.Chr. - 4 n. Chr.) auftrat, den man mit dem Ermorden der unschuldigen Kinder in Verbindung bringt. Als er hörte, dass in seinem Königreich Judäa ein neuer König geboren worden war, fürchtete er um seine Macht. So befahl er das Ermorden aller kleinen Jungen unter zwei Jahren. Die Geschichte vom Ermorden der Unschuldigen geht in anderer Form weiter. Von Leonardo Boff.

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26. Dezember 2016 | Spiritualität
Kardinal Paulo Evaristo Arns: Lehrer, gebildeter Intellektueller, Freund der Armen

Ich habe einen Lehrer verloren, einen Mäzen, Beschützer und engen Freund. Ausführliche Schilderungen werden über Kardinal Paulo Evaristo Arns geschrieben werden, der am 14. Dezember 2016 verstarb. Das werde ich nicht tun. Ich werde nur meine persönliche Erfahrung mit ihm schildern. Von Leonardo Boff.

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22. Oktober 2016 | Internationales, Militär und Krieg
Leonardo Boff: Zehn mögliche Lehren aus der Amtsenthebung von Präsidentin Dilma Rousseff

Vermutlich ist es noch zu früh, um Lehren aus der fragwürdigen Amtsenthebung zu ziehen, die ein neues Paradigma von Klassenputschen mithilfe des Parlaments eröffnet hat. Diese ersten Lektionen könnten denjenigen nützlich sein, denen an Demokratie gelegen ist und die die Souveränität des Volkes respektieren, welche sich in freien Wahlen ausdrückt, sowie der Arbeiterpartei, PT, und ihren Verbündeten. Diejenigen, die im Besitz von Geld, Macht und Bildung sind und die golpistas (Putschisten) unterstützen, erkennt man an ihrer fehlenden Wertschätzung der Demokratie und ihrer bereitwilligen Ignoranz der frappierenden Ungleichheit innerhalb des brasilianischen Volkes. Von Leonardo Boff.

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10. Oktober 2016 | Internationales, Militär und Krieg
Leonardo Boff: Die Putsche von 1964 und 2016: durchgeführt von derselben Gesellschaftsklasse

Die Staatsstreiche in Brasilien von 1964 und 2016 sind in ihrer Struktur verwandt. Beide wurden durch bestimmte Klassen durchgeführt, und zwar von Geld- und Machthabern: der erste bediente sich des Militärs, der zweite des Parlaments. Die Mittel unterschieden sich, doch die Resultate waren dieselben: Ein Putsch, der die Demokratie vernichtet und die Souveränität des Volkes verletzt. Von Leonardo Boff.

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06. Oktober 2016 | Internationales, Militär und Krieg
Leonardo Boff: Brasiliens traurigster Tag: der parlamentarische Putsch

Und es geschah in jenen Tagen, dass angeheuerte Attentäter sich als Senatoren verkleideten, zumindest eine große Anzahl von ihnen, wenn auch nicht alle, und beschlossen, eine ehrenhafte und unbestechliche Frau, die deren Weg zur Staatsmacht blockierte, anzugreifen. Wenn sie erst einmal an der Macht wären, könnten sie tun, was sie schon immer getan hatten: die öffentlichen Güter zu ihrer eigenen Bereicherung nutzen, dem Arm des Gesetzes entkommen und wie immer weiterhin ihre privilegierte Situation auf Kosten des Volkes genießen, das sie ausschließen und an den Rand drängen wollen, quasi Sklaven als nützliche Reservistenarmee, zu ihren Diensten. Von Leonardo Boff.

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06. Oktober 2016 | Internationales, Militär und Krieg
Leonardo Boff: Amtsenthebung einer unschuldigen Präsidentin: Korruption und Korrupte

Die Amtsenthebung von Präsidentin Dilma Rousseff wird durch ein Sondergericht für einen Nationalkongress durchgeführt, dessen Mitglieder zu 60 % wegen krimineller Handlungen angeklagt sind. Dem Senat, der über sie urteilt, fehlt es an moralischer Autorität: Mehr als die Hälfte seiner Mitglieder, nämlich 49 Senatoren, werden unterschiedliche Verbrechen zur Last gelegt. Und nicht ein einziges Verbrechen konnte Präsidentin Rousseff nachgewiesen werden. Aus diesem Grund wurden weitere Ausreden erfunden, wie "das Gesamtwerk", das dem widerspricht, was die Kammer hervorbrachte: lediglich wenige Maßnahmen der Regierung aus dem Jahr 2015. Von Leonardo Boff.

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14. September 2016 | Internationales, Militär und Krieg
Leonardo Boff: Die Amtsenthebung einer würdevollen und unschuldigen Präsidentin durch ein mental und finanziell korruptes Pack

Es war einmal eine Nation, die groß war in Bezug auf ihr Territorium und ihre fröhliche Bevölkerung, welche jedoch ungerecht behandelt wurde. Das Volk litt Not vor allem in den großen Peripherien der Städte und im tiefen Landesinneren. Jahrhundertelang wurde es von einer kleinen reichen Elite regiert, der das Geschick der Armen nie am Herzen lag. Wie ein Historiker, ein Mulatte, es ausdrückte, war das Volk sozial "wieder und wieder kastriert; wieder und wieder am Ausbluten". Doch allmählich begannen sich die Armen Brasiliens zu organisieren. Von Leonardo Boff.

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14. September 2016 | Internationales, Militär und Krieg
Leonardo Boff: Gelegentlich proben die Superreichen einen Staatsstreich

Die brasilianische Plutokratie (laut der IPEA sind dies 71.440 Multimillionäre) hat wenig Phantasie. Sie bedient sich derselben Methoden, derselben Sprache, derselben pharisäischen Zuflucht zum Moralismus und zur Bekämpfung der Korruption, um ihre eigene Korruption zu verbergen und einen Coup gegen die Demokratie zu landen, mit dem Ziel, ihre Privilegien zu schützen. Jedes Mal, wenn eine Demokratie auftrat, die sich für soziale Fragen öffnet, erfüllt dies die Oberen Zehntausend mit Angst. Sie bündeln dann Kräfte, die den politischen Sektor einschließt, die Staatsanwaltschaft, die Bundespolizei und vor allem die konservative und reaktionäre Presse wie im Fall des Konglomerats O Globo. Das Gleiche geschah bei Getulio Vargas, Joao (Jango) Goulart und nun mit Lula da Silva und mit Dilma Rousseff. Von Leonardo Boff.

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02. September 2016 | Internationales, Militär und Krieg
Brasilien - Dilma Rousseff und der Tag danach

Am Vorabend der Senatsabstimmung über Präsidentin Dilma Rousseffs politisches Schicksal verglich der Schriftsteller Luis Veríssimo in seiner Kolumne in O Globo, das seit April 2016 laufende Amtsenthebungsverfahren gegen die Staatschefin mit dem lächerlichen Trauerspiel unter einem Zirkusdach: "Unsere Lage ist wie in der Oper ´Pagliacci´, eine Tragikomödie, burlesk und traurig zugleich". Veríssimos Metapher wurde tatsächlich bestätigt. Von Frederico Füllgraf.

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25. Juli 2016 | Internationales, Militär und Krieg
Leonardo Boff: Gibt es noch Rettung für das heutige Brasilien?

Jeder, der sich die politisch-sozioökonomische Situation anschaut, fragt sich: "Gibt es noch Rettung für das heutige Brasilien?" Eine Diebesbande, verkleidet als Senatoren und Richter, ist entgegen aller das Gegenteil belegenden Argumente darauf aus, eine unschuldige Frau, Präsidentin Dilma Roussef, zu verdammen, die weder der unrechtmäßiger Aneignung öffentlicher Güter noch irgendeiner persönlichen Korruption anzuklagen ist. Von Leonardo Boff.

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27. Juni 2016 | Gewalt, Gewaltfreiheit und Frieden
Leonardo Boff: Die Atombombe und die Olympischen Spiele

Zu genau dem Zeitpunkt, an welchem die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro am 6. August 2016 um 8:00 Uhr abends beginnen, wird in Hiroshima (Japan) um 8:15 Uhr morgens des entsetzlichen Abwurfs der Atombombe auf diese Stadt gedacht werden. Diese Bombe forderte 242.437 Opfer einschließlich derer, die sofort starben, und derer, die später an den Folgen der radioaktiven Strahlung starben. Es gibt einen zutiefst menschlichen Vorschlag aus Sao Paulo, Brasilien, dass am 6. August zum Zeitpunkt der Eröffnung der Olympischen Spiele eine Schweigeminute eingehalten werden soll, um der Opfer von Hiroshima zu gedenken. Von Leonardo Boff.

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01. Juni 2016 | Internationales, Militär und Krieg
Leonardo Boff: Amtsenthebungsverfahren als Gegenrevolution

Ich bin einer der Wenigen, die sagten und immer wieder darauf hinwiesen, dass der Anstieg der Arbeiterpartei (PT) und ihrer Verbündeten zur Zentralgewalt des Staates bedeutet, dass zum ersten Mal eine gewaltfreie Revolution in Brasilien stattfand. Florestan Fernandes schrieb, dass die bürgerliche Revolution in Brasilien die Übernahme durch die post-koloniale Business-Initiative war mit einem Organisationmodell der Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur, welches Lohnarbeit verallgemeinerte, mit einer auf Wettbewerb ausgerichteten Ordnung und einer Marktwirtschaft, die auf einer monetären und kapitalistischen Basis beruht. Von Leonardo Boff.

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29. Mai 2016 | Internationales, Militär und Krieg
Das Schweigen zum Putsch in Brasilien

Was in diesem Monat in Brasilien geschah, wurde dem deutschen Medienpublikum als eine der üblichen politischen Krisen in Südamerika präsentiert. Doch seit den jüngsten Enthüllungen vom Montag dieser Woche kann man die Vorgänge dort, im fünftgrößten Staat der Erde, kaum mehr anders, denn als einen Putsch bezeichnen, ausgeführt von konservativen, zum Teil korrupten Kräften. Doch davon erfuhr man hierzulande nur in kurzen Agenturmeldungen oder aber gar nicht - wie etwa bei Spiegel Online, ARD und ZDF. Von Paul Schreyer.

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16. Mai 2016 | Internationales, Militär und Krieg
Leonardo Boff: Die an der Wahlurne scheiterten, wollen die Macht mit illegalen Mitteln ergreifen

Mitten in der aktuellen Diskussion über Korruption müssen wir aufdecken, was vor dem unkritischen Auge verborgen oder übersehen wird. Was ist verborgen? Der anhaltende Wille der beherrschenden Gruppen, die nicht akzeptieren, dass es den Volksmassen immer mehr gelingt, sich die minimalen Bürgerrechte anzueignen, und die diese am liebsten dort behalten würden, wo sie schon immer gehalten wurden: am Rand der Gesellschaft als billige Reservearmee zu ihren Diensten. Von Leonardo Boff.

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05. Mai 2016 | Internationales, Militär und Krieg
Leonardo Boff: Die Krise Brasiliens und die Weltgeopolitik

Es wäre ein Fehler zu denken, die aktuelle Krise Brasiliens ginge nur Brasilien an. Diese Krise fügt sich in das Gleichgewicht der Weltmächte, das den sogenannten neuen Kalten Krieg ausmacht und vor allem aus den Vereinigten Staaten und China besteht. Die Spionage der USA, wie von Snowden ans Licht der Öffentlichkeit gebracht, erreichte die Petrobras und die Reserven von Pré-Sal und hat auch Präsidentin Dilma Roussef nicht ausgelassen. Dies ist Teil der Strategie des Pentagon, um alle Gebiete unter dem Slogan "Eine Welt, ein Reich" zu vereinen. Im Folgenden einige Punkte, die uns zum Nachdenken bringen. Von Leonardo Boff.

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03. Mai 2016 | Internationales, Militär und Krieg
Leonardo Boff: Was für ein Brasilien wollen wir: ein gerechtes oder nur ein reiches?

Die aufgeheizte Stimmung der politischen Parteien und der Gesellschaft erschweren es zu erkennen, worum es zurzeit wirklich geht: Was für ein Brasilien wollen wir? Ein gerechtes Land oder nur ein reiches Land? Logischerweise wäre es ideal, ein Land zu haben, auf das beides zutrifft. Doch wir müssen uns entscheiden zwischen den unterschiedlichen Wegen zu diesem Ziel. Einige behindern diesen Weg, andere machen ihn möglich. Von Leonardo Boff.

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25. April 2016 | Internationales, Militär und Krieg
Brasilien: Gesetz der Serie?

Sollten Dilma Rousseff und ihre Arbeiterpartei scheitern, könnte in Südamerika nach einer Ära linker Regierungen aus dem Rechtstrend unwiderruflich ein Rechtsruck werden. Von Lutz Herden.

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31. März 2016 | Internationales, Militär und Krieg
Brasilien: Im freien Fall zu Olympia

Der Abstieg aus der Topliga der Weltwirtschaftsmächte ist unverkennbar und momentan unaufhaltsam. Von Michael Krätke.

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10. Februar 2016 | Internationales, Militär und Krieg
Leonardo Boff: Wir müssen Brücken bauen zwischen dem Leben und der Politik

Wir beobachten im heutigen Brasilien unter den Menschen eine ernstzunehmende Aufspaltung aus parteipolitischen Gründen. Da gibt es solche, die aufhörten, an den gemeindlichen Weihnachtsfeiern teilzunehmen, weil es unterschiedliche politische Auffassungen gab: die einen aus Gründen der Kritik an der Regierungspartei, da diese in der Wahlkampagne gelogen haben soll; die anderen wegen der exzessiven Korruption, die wichtigen Gruppen der Arbeiterpartei PT angelastet wird. Einige sind starke Verfechter für die Amtsenthebung von Präsidentin Dilma Rousseff. Andere halten das berühmte "pedaladas" (Pedale-Treten) für keinen ausreichenden Grund, sie aus dem höchsten Staatsposten zu heben, den sie durch die Wahl der Mehrheit des Volkes errang. Von Leonardo Boff.

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17. Januar 2016 | Gewalt, Gewaltfreiheit und Frieden
Leonardo Boff: Das Unheilsjahr 2015 zerstört nicht die Hoffnung

Das kürzlich beendete Jahr 2015 verdient die lateinische Bezeichnung: annus nefastus. (Unheilsjahr). Andere nennen es annus horribilis (Schreckensjahr). Es gab so viele Katastrophen, dass es nicht nur beängstigend, sondern besorgniserregend ist. Die größte Sorge gilt dem Erdüberlastungstag, den wir am 13. September erreichten. Dies bedeutet, dass an diesem Tag die Kapazität der Erde überschritten wurde, die für das Fortbestehen des Lebens- und des Erdsystems notwendigen Mittel bereitzustellen. Die Erde verlor ihre Biokapazität. Sie ist die Grundlage für all unsere Projekte. Da die Erde ein Super-Wesen darstellt, bestehen die Signale, die sie uns sendet, da sie ihr Limit erreicht hat, aus Dürren, Fluten, Taifune und weltweit wachsender Gewalt. Von Leonardo Boff.

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18. September 2015 | Internationales, Militär und Krieg
Brasilien: Die wundersame Landvermehrung

Ihr kennt die Geschichte aus der Bibel mit den 5 Broten und 2 Fischen? Wie Jesus damit mehr als 2000 Leute gespeist hat? Ich erzähle Euch heute die Geschichte eine wundersamen Landvermehrung. Die allerdings bei weitem nicht so heilig ist, wie das vertraute Gleichnis aus dem Neuen Testament. Von Thomas Bauer.

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24. August 2015 | Internationales, Militär und Krieg
Gegen Widerstände der lokalen Bevölkerung weitet Brasilien Uranabbau nach Ceará aus

Wenn es um Uranabbau und den anschließenden Verarbeitungsprozess des Uranerzkonzentrates "Yellow Cake" geht, verbinden uns überall auf der Welt, sei es im Niger, Frankreich, Brasilien oder sonstigen Ländern, ähnliche Probleme. Vor allem die absolut fehlende Transparenz und der äußerst unverantwortliche und vielfach kriminelle Vorgang gegenüber den lokalen Bevölkerungsgruppen von Seiten der Politik mit ihren Lobbyisten in Zusammenarbeit mit staatlichen Konzernen wie AREVA, URENCO, INB, … die sich dabei hohe Gewinne und geopolitischen sowie militärischen Einfluss versprechen, sind milde ausgedrückt einfach unverschämt. Von Thomas Bauer.

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23. Juni 2015 | Internationales, Militär und Krieg
Leonardo Boff: Es muss einen Weg aus der aktuellen Krise geben

Die Politik- und Wirtschaftskrise, die wir zurzeit erleben, schafft eine Gelegenheit zu wahrhaft tiefgehenden Veränderungen, wie z. B. einer Politik-, Zins- und Agrar-Reform. Um das Richtige im Blick zu haben, ist es wichtig, zunächst einige Fakten zu bedenken. Als erstes müssen wir die Krise als Teil der großen Krise der Menschheit als Ganze ansehen, statt sie innerhalb unserer Situation und außerhalb des aktuellen Laufes der Geschichte anzusiedeln. Die Krise Brasiliens zu betrachten und dabei die Weltkrise außer Acht zu lassen heißt, nicht über die Krise Brasiliens nachzudenken. Von Leonardo Boff.

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13. Februar 2015 | Internationales, Militär und Krieg
10 Jahre nach der Ermordung von Schwester Dorothy - oder, wie viel kostet ein Auftragsmord

Der Bundesstaat Pará (Brasilien) ist seit vielen Jahren einer der absoluten Spitzenreiter was die Agrarrkonflikte betrifft. Insgesamt haben hier in den letzten 28 Jahren 428 Menschen dabei ihr Leben verloren. Mit ein Grund für die brutalen Ermordungen ist die Straflosigkeit der Verantwortlichen, denn nur in 21 all dieser Fälle kam es zu Verurteilungen. Von Thomas Bauer.

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01. Februar 2015 | Internationales, Militär und Krieg
Leonardo Boff: Intoleranz im heutigen Brasilien und in der Welt

Der jüngste Mord an den Karikaturisten von Charlie Hebdo in Frankreich und die letzten Wahlen in Brasilien zeigten einen latenten Umstand der brasilianischen Kultur und der Welt auf: Intoleranz. Ich will mich hier auf die Intoleranz in der brasilianischen Kultur beschränken, denn mein voriger Artikel handelte von dem, was sich in den Mordanschlägen bei Charlie Hebdo gezeigt hat. Die brasilianische Intoleranz ist Teil dessen, was Sérgio Buarque de Holanda als "vom Herzen kommend" bezeichnete in dem Sinn, dass Hass und Vorurteile ebenso wie Gastfreundschaft und Sympathie vom Herzen kommen. Von Leonardo Boff.

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09. Dezember 2014 | Internationales, Militär und Krieg
Leonardo Boff: Politik und Dialog im Kontext der Wiederwahl Dilma Roussefs

Die Wiederwahl Dilma Roussefs verlangt nach einem Überdenken der diversen Formen von Parteipolitik. Sich in der Politik zu engagieren heißt, nach Macht zu streben oder sie auszuüben. Dies beleuchtet, was Max Weber in seinem berühmten Vortrag "Politik als Beruf" sagte: "Wer sich in der Politik engagiert, strebt nach Macht; Macht als ein Mittel, anderen Zwecken zu dienen oder Macht im Eigeninteresse, um sich des Ansehens zu erfreuen, das sie mit sich bringt." Die letztgenannte Art von politischer Macht wurde die meiste Zeit über während unserer Geschichte durch die Herrschaftseliten ausgeübt, zu deren Eigennutz und unter Vernachlässigung der Tatsache, dass alle Macht dem Volk gegeben ist. Von Leonardo Boff.

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27. November 2014 | Internationales, Militär und Krieg
Leonardo Boff: Wie “herzlich” ist das brasilianische Volk?

Die Bezeichnung "herzlicher Mensch" für einen Brasilianer geht auf den Schriftsteller Ribeiro Couto zurück. Dieser Ausdruck wurde durch Sergio Buarque de Holanda mit seinem bekannten Buch "Die Wurzeln Brasiliens" (raices de Brasil, 1936) verbreitet. Im Gegensatz zu Cassiano Ricardo, der unter "Herzlichkeit" so etwas wie Güte und Feingefühl versteht, sagte er, dass "unsere gewöhnliche Form von sozialem Zusammenleben in ihrem Kern das genaue Gegenteil von Feingefühl" sei. Sergio Buarque versteht unter Herzlichkeit im strikten etymologischen Sinn das, was von Herzen kommt. Die Brasilianer sind mehr vom Herzen als von der Vernunft gesteuert. Vom Herzen kann sowohl Liebe als auch Hass kommen. "Nun", sagt der Autor, "Feindschaft kann ebenso herzlich sein wie Freundschaft, denn beides entsteht im Herzen". Von Leonardo Boff.

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16. November 2014 | Internationales, Militär und Krieg
Leonardo Boff: Für das Verständnis des Wahlsiegs von Dilma Rousseff

In dieser Präsidentschaftswahl waren Brasilianer und Brasilianerinnen mit der biblischen Situation konfrontiert, von der der Erste Psalm spricht. Sie hatten zwischen zwei Wegen zu wählen: dem einen, der für Erfolg und mögliche Freude steht, und dem anderen, der zu Fehler und unvermeidbarem Unglück führt. Alle Voraussetzungen waren gegeben für einen perfekten Sturm mit Verzerrungen und Verleumdungen, die durch die Massenmedien und die sozialen Netzwerke verbreitet wurden. Von Leonardo Boff.

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11. November 2014 | Internationales, Militär und Krieg
Leonardo Boff: Durch die Wahl für Dilma die demokratische Revolution konsolidieren

Etwas Grundlegendes in der brasilianischen Geschichte steht in der zweiten Runde der aktuellen Präsidentschaftswahl auf dem Spiel: unsere erste demokratische und friedliche Revolution des Volkes, die mit der Präsidentschaftsübernahme von Luiz Inacio Lula da Silva (Lula) durch Wahlen umgesetzt wurde. Dies war nicht nur ein Machtwechsel, sondern ein Wechsel der Gesellschaftsklasse. Ein Repräsentant der Verarmten und der beständig an den Rand Gedrängten schaffte es ins höchste Amt der Nation. Das war die Frucht der Arbeiterpartei PT, ihrer Verbündeten und der ausgezeichneten Kombination von sozialen Bewegungen und Gewerkschaften, und dies wurde von Dilma Rousseff fortgeführt. Von Leonardo Boff.

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07. November 2014 | Zukunftsfähige Wirtschaft und soziale Gerechtigkeit
Leonardo Boff: Die Bedeutung von Bio-Ökonomie oder Öko-Entwicklung

Die aktuellen Präsidentschaftswahlen in Brasilien haben die Frage nach der Entwicklung, einem klassischen Thema der globalisierten Makro-Ökonomie, in den Vordergrund gestellt. Entweder aus Unwissenheit oder weil die Kandidaten sich dessen bewusst waren, dass sie dann alles ändern müssten, war keine Rede von so wichtigen Themen wie die Bedrohungen des Lebens und unserer Zivilisation, die durch nukleare, chemische und biologische Prozesse zerstört werden könnten, oder durch die ständig wachsende, irgendwann abrupt ansteigende Erderwärmung, die, wie viele Wissenschaftler annehmen, einen großen Teil des Lebens, wie wir es kennen, zerstören und die Menschheit selbst gefährden würde. Von Leonardo Boff.

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27. Oktober 2014 | Internationales, Militär und Krieg
Die Wahlen im Licht der gegen das Volk gerichteten Geschichte

Die aktuellen Wahlen lassen sich aus keinem besseren Blickwinkel beobachten als aus dem der brasilianischen Spannungsgeschichte zwischen den Eliten und dem Volk. Dazu möchte ich den folgenden Beitrag hinzuziehen, der von einem ernstzunehmenden Historiker stammt, Pater José Oscar Beozzo. Er hat in Rom, Löwen und an der USP von São Paulo studiert und ist einer der brillantesten Denker unseres Klerus. Von Leonardo Boff.

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07. Oktober 2014 | Internationales, Militär und Krieg
Leonardo Boff: Glaube und Politik jenseits von Fundamentalismus

Wir befinden uns in einer Wahlperiode. Viele Bereiche der verschiedenen Kirchen, einschließlich der römisch-katholischen Kirche, engagieren sich für Projekte für das Land und für Kandidaten, die mehrere Stellen besetzen sollen. Dies ist der Augenblick für die Klärung des Verhältnisses zwischen Glauben und Politik. Von Leonardo Boff.

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14. Juli 2014 | Internationales, Militär und Krieg
Der Weltmeister - oder der Wunsch nach Elefanten mit “schlanken Füßen”

Aus und vorbei, die deutsche Elf hat das Finalspiel und somit die Fußball-WM in Brasilien gewonnen. Die Zeitungen sind überfüllt von positiven Nachrichten und die Spieler und ihr Betreuerstab haben ohne Zweifel große Sympathie während dieser Tage in Brasilien gewonnen. Sei es wegen ihrer konsequenten Vorbereitung, ihrem Umgang mit der lokalen Bevölkerung im Camp Bahia oder natürlich auch auf dem Rasen. Davon könnten einige transnationale deutsche Konzerne in Brasilien einiges lernen. Von Thomas Bauer.

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05. Juli 2014 | Gewalt, Gewaltfreiheit und Frieden
Rose Marie Muraro: die Geschichte einer unmöglichen Frau

Am 21. Juni endete in Rio de Janeiro die irdische Pilgerreise einer der bedeutendsten Brasilianerinnen des 20. Jahrhunderts: Rose Marie Muraro (1930-2014). Sie kam fast blind zur Welt, doch sie verwandelte dieses Manko zur großen Herausforderung ihres Lebens. Schon bald wurde ihr intuitiv bewusst, dass nur das Unmögliche die Türen zu Neuem öffnet; dass nur das Unmögliche Neues schaffen kann. Von Leonardo Boff.

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26. Juni 2014 | Internationales, Militär und Krieg
Leonardo Boff: Wer Brasilien im In- und Ausland beschämt

Es ist ein Bestandteil der heutigen Fußballkultur, dass manche Fußballspieler und Schiedsrichter ausgebuht werden sowie etwaige anwesende Regierungsmitglieder. Doch was hier an Beleidigungen, Flüchen und Obszönitäten auch von Kindern gehört werden konnte, hat es im brasilianischen Fußball bisher noch nicht gegeben. Sie richteten sich an die höchste Autorität des Landes, Präsidentin Dilma Roussef, die sich im hinteren Bereich der offiziellen Tribüne befand. Von Leonardo Boff.

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07. April 2014 | Internationales, Militär und Krieg
Leonardo Boff: Brasilien am Scheideweg: Verlängerung der Abhängigkeit oder Fertigstellung seiner Neu-Erfindung?

Wir müssen zugeben, dass die heutige brasilianische Gesellschaft bedeutende Fortschritte unter den Regierungszeiten der Arbeiterpartei PT erlebt hat. Der erreichte Grad an sozialer Inklusion und die Sozialpolitik, von der Millionen von Brasilianern profitieren, die immer an den Rand gedrängt waren, hat eine historische Dimension erreicht, deren Bedeutung wir noch nicht voll ermessen haben, insbesondere im Vergleich zu vorigen historischen Phasen, als die traditionellen Eliten die Hegemonie aufrecht erhielten, denn sie nutzten stets die Staatsgewalt zu ihrem eigenen Nutzen. Doch diese Vorteile sind unverhältnismäßig in Bezug auf die Größe unseres Landes und unseres Volkes. Von Leonardo Boff.

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24. März 2014 | Spiritualität
Leonardo Boff: Die Geburt des brasilianischen Volkes, die Universität und die Weisheit des Volkes

Die Geburt des brasilianischen Volkes ist noch nicht abgeschlossen. Bestehend aus Menschen mit einer Herkunft aus 60 unterschiedlichen Ländern, vermischen sich hier Repräsentanten aller Völker in einem offenen Prozess und tragen zum Werden eines neuen Volkes bei, das eines Tages geboren werden wird. Von Leonardo Boff.

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24. April 2013 | Internationales, Militär und Krieg
Münchener Rück: Profite auf Kosten von Mensch und Umwelt

Anlässlich der morgigen Hauptversammlung der Münchener Rück fordert ein breites Bündnis aus Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen mehr Verantwortung von dem Rückversicherer. Denn obwohl sich der Konzern gern als nachhaltig agierendes Unternehmen präsentiert, ist er aktuell in die Absicherung eines der umstrittensten Energieprojekte weltweit verstrickt.

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12. März 2010 | Internationales, Militär und Krieg
Ausruf der Entrüstung: Ein Überfall auf die Gemeinschaftsweide-Fläche durch eine richterliche Amtsperson

Um das Weidegebiet von Areia Grande in der Gemeinde Casa Nova, im Hinterland von Bahia (Brasilien) gibt es seit längerer Zeit einen massiven Konflikt. Die Gemeinschaft der Ziegenbauern leistet Widerstand gegen die Versuche, sie zu vertreiben, um dort Anbau für Ölpflanzen zur Produktion von Biodiesel Platz zu machen. Investoren versuchen, sich durch illegalen Landhandel die Weideflächen anzueignen. Im vergangenen Jahr war der Kleinbauer José Campos Braga, eine Symbolfigur des Widerstandes im Kampf um die Landrechte der traditionellen Kleinbauern-Gemeinschaften, ermordet worden. Jetzt gab es einen erneuten Zwischenfall, wie einem Bericht verschiedener Organisationen aus Brasilien zu entnehmen ist.

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31. Mai 2009 | Internationales, Militär und Krieg
Dom Luiz Cappio: Mutiger Einsatz gegen ein menschenverachtendes System

Anfang Mai 2009 wurde der brasilianische Bischof Dom Luiz Cappio in Freiburg von der Freiburger Kant-Stiftung für seinen Einsatz gegen das Ableitungsprojekt der brasilianischen Regierung am Rio São Francisco mit dem Kant-Weltbürgerpreis bedacht. Am Abend zuvor berichtete er bei der Kooperation Brasilien (KoBra) in einem vollen Saal über die Widerstandsbewegung. Dom Cappio wurde international bekannt, als er 2005 und 2007 gegen das Großvorhaben am Rio São Francisco in Hungerstreik ging.

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25. April 2009 | Gewalt, Gewaltfreiheit und Frieden
Verleihung des Kant-Weltbürgerpreis an Dom Luiz Cappio

Nachdem er im Oktober 2008 den Friedenspreis von Pax Christi verliehen bekam, wird der Bischof der Diözese Barra in Brasilien, Dom Luiz Cappio, ein weiteres Mal geehrt. Am 9. Mai erhält Dom Cappio in Freiburg, Deutschland, den Kant-Weltbürgerpreis der Kant-Stiftung. Inspiriert von der Kant’schen Philosophie ehrt er Persönlichkeiten, die sich durch ihr mutiges Eintreten zugunsten der Menschenrechte von politisch und sozial marginalisierten Bevölkerungsgruppen und für die sozialen, natürlichen und kulturellen Grundlagen des Lebens hervorgetan haben. Dom Cappio erhält den Kant-Weltbürgerpreis für seinen gewaltlosen Kampf mit der betroffenen Bevölkerung gegen die Verlegung und Vereinnahmung ihrer wichtigsten Lebensgrundlage, des Rio Sao Francisco.

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17. März 2009 | Internationales, Militär und Krieg
Brasilien: Landlose Frauen protestieren

Am 9. März beteiligten sich Frauen von Via Campesina und der Bewegung der Landlosen Arbeiter (MST) an Protestaktionen, die überall in Brasilien stattfanden. Mit diesen ‘direkten Aktionen’ wurde des Internationalen Frauentages gedacht. Die Aktionen richteten sich gegen die kontinuierliche Unterstützung der brasilianischen Regierung für das multinationale Agrobusiness im Land. Von Michael Fox.

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08. Februar 2009 | Internationales, Militär und Krieg
Brasilien: Bauer aus Areia Grande im Hinterland von Bahia ermordet

Der Kleinbauer José Campos Braga, 56 Jahre, wurde am Mittwoch den 4. Februar im Weidegebiet von Areia Grande in der Gemeinde Casa Nova, im Hinterland von Bahia erschossen aufgefunden. José Campos, Vater von 10 Kindern, war eine Symbolfigur des Widerstandes im Kampf um die Landrechte der traditionellen Kleinbauern-Gemeinschaften. Er leistete Widerstand gegen die Versuche, die Gemeinschaft der Ziegenbauern zu vertreiben, um dort Anbau für Ölpflanzen zur Produktion von Biodiesel Platz zu machen. Investoren versuchen, sich durch illegalen Landhandel der Weideflächen anzueignen.

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17. November 2008 | Ökologie
Was hat Armut und Umwelt mit Frieden zu tun?

Wer mit dem Auto die Transamazonika entlang fährt, der sieht und spürt es am eigenen Leib, dass es gewaltvoll zugeht in dieser Weltregion. Tausende von Hektar verbrannte Erde, angekohlte Baumreste und flüchtende Tiere. Stattdessen Tausende Rinder, um die Welt mit Fleisch zu versorgen. Gewalt gegen die Natur … die das Gesicht Amazoniens verändert. Von Gerd Rathgeb.

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17. November 2008 | Ökologie
Brasilien will Regenwald zur Zerstörung freigeben

Brasiliens Kongressabgeordnete entscheiden am 19. November über die Zukunft des Amazonasregenwaldes. Stimmen sie einer Änderung des bestehenden Waldnutzungsgesetzes zu, besiegeln sie die großflächige Zerstörung eines der letzten großen Regenwaldgebiete.

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16. Oktober 2008 | Internationales, Militär und Krieg
Wasser für den Frieden - Dom Luiz Cappio bekommt einen internationalen Preis verliehen

Vom 16. bis 19. Oktober werden in Sobradinho im Norden von Bahia (Brasilien) tausende von Menschen zur fünften Wasser-Wallfahrt (Romaria das Águas) erwartet. Als Höhepunkt der Wallfahrt wird Dom Luiz Cappio und den Organisationen und Sozialen Bewegungen, Völkern und traditionellen Gemeinschaften, die sich für die Wiederbelebung des São Francisco und gegen das Umleitungsprojekt stark machen, der Internationale Friedenspreis von Pax Christi International verliehen.

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16. Oktober 2008 | Gewalt, Gewaltfreiheit und Frieden
Welttag des Fastens für Frieden und Ernährungssouveränität “Wasser für den Frieden”

Während der Welternährungswoche werden die sozialen Bewegungen der Rio São Francisco Region und des Nordostens Brasiliens, die Via Campesina Brasilien und Pax Christi International, am 18. Oktober einen Welttag des Fastens für Frieden und Ernährungssouveränität durchführen. Dieser Aktionstag ist eingebunden in die Kampagne der Via Campesina gegen genetisch veränderte Pflanzen und führt die Bewegung des solidarischen Fastens fort, die aus Solidarität mit Bischof Dom Cappio entstanden ist, der Ende 2007 mit 24 Tagen des Fastens und Betens gegen das Projekt der Ableitung von Wassers des Rio São Francisco protestierte. Die teilnehmenden Organisationen rufen dazu auf, sich dem Welttag des Fastens für Frieden und Ernährungssouveränität anzuschließen und damit für die Verteidigung des Zugangs zu Wasser und gesunden Lebensmitteln als Menschenrecht, sowie für die kleinbäuerliche Landwirtschaft einzutreten.

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14. Juni 2008 | Internationales, Militär und Krieg
Protestaktionen gegen das geplante Projekt der Ableitung des Rio São Francisco

Am 10.06.2008 besetzten ca. 700 Personen verschiedener sozialen Bewegungen und Landlosen-Organisationen ab 6.00 Uhr morgens das Wasserkraftwerk Sobradinho, im Norden des Bundesstaats Bahia. Diese Protestaktion ist Teil der Aktionswoche der Via Campesina (Dachorganisation der ländlichen sozialen Bewegungen und Landlosen-Organisationen) gegen das Entwicklungsmodell der Regierung für die semiaride Region des Nordostens, gegen Großprojekte, den Bau von neuen Staudämmen und die Ableitung des Rio São Francisco.

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15. Mai 2008 | Ökologie
Hilfswerke und Verbände kritisieren Energievertrag mit Brasilien

Kritik an Plänen der Bundesregierung zur Ausweitung der Agrosprit-Importe aus Entwicklungsländern bekräftigt - Gravierende Probleme in Brasilien beklagt - Bundeskanzlerin Merkel um Gespräch gebeten.

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15. Mai 2008 | Internationales, Militär und Krieg
Regierungseklat in Brasilien - Umweltministerin Silva tritt direkt vor Merkels Besuch zurück

“Bundeskanzlerin Merkel steht bei ihrem Staatsbesuch in Brasilien vor einem weiteren Scherbenhaufen deutscher Umwelt- und Energiepolitik”, erklärt Klaus Schenck vom Verein Rettet den Regenwald. “Ende April hatten Umweltminister Sigmar Gabriel und seine brasilianische Amtskollegin Marina Silva noch die “Nachhaltigkeit” der brasilianischen Agrospritproduktion beteuert und ein bilaterales Energieabkommen mit Schwerpunkt Agrokraftstoffe angekündigt. Der Rücktritt der brasilianischen Umweltministerin Marin Silva am 13. Mai 2008 zeigt, dass diese Beteuerungen nichts mehr sind als schöne Worte.”

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13. Mai 2008 | Internationales, Militär und Krieg
“Die Fortsetzung des deutsch-brasilianischen Bombengeschäfts mit anderen Mitteln”

Die Umweltminister Deutschlands und Brasiliens, Sigmar Gabriel und Marina Silva, kündigten Ende April 2008 die Unterzeichnung eines deutsch-brasilianischen bilateralen Energieabkommens noch im Mai dieses Jahres, anläßlich des Besuchs von Bundeskanzlerin Merkel in Brasilien, an. Der Bundesumweltminister zeigte sich angetan von den brasilianischen Beteuerungen, “nur 1 Prozent der Ackerfläche” Brasiliens werde für Ethanolkraftstoffanbau genutzt, und “bestehende Kriterien” würden die “Nachhaltigkeit” brasilianischen Ethanols gewährleisten. “Von dem, was ich gehört habe, können wir am Import festhalten”, sagte Gabriel. Soziale Bewegungen und Organisationen Brasiliens laufen gegen die Äußerungen der beiden Umweltminister und das geplante Abkommen Sturm.

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12. Mai 2008 | Ökologie
Regenwaldrodung per Regierungsabkommen

Bundeskanzlerin Angela Merkel will den Import von Agrarsprit aus Übersee durch ein Energieabkommen zwischen Deutschland und Brasilien fördern, damit Deutschland die hohen Beimischungsziele einhalten kann. Am 12. Mai fliegt Merkel nach Brasilien, um den Pakt zur Vernichtung des Regenwaldes zu unterschreiben. In einem offenen Brief an die Kanzlerin protestieren deutsche und brasilianische Organisationen gemeinsam gegen das Abkommen und die Zerstörung von Regenwäldern für die Rohstoffversorgung Deutschlands und der EU.

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11. März 2008 | Internationales, Militär und Krieg
Die Rückkehr der Militärdiktatur in Riacho Grande, Minizip Casanova

Seit einiger Zeit erlebt die Region des Flussbeckens des São Francisco Ereignisse, die an die Zeit der Militärdiktatur erinnern, nicht nur wegen der Großprojekte (wie z.B. Ableitung des Flusses und Staudämme, etc), sondern wegen der Methoden die angewendet werden. Am 6.3.2008 erschien eine Gruppe von ca. 100 Polizeibeamten der Militärpolizei, Zivilpolizei, Bundespolizei und einer Spezialgruppe, die ausgebildet ist für die Zerstörung des Haschischanbaus in der Caatinga, im Dorf Riacho Grande im Landkreis Casa Nova-Bahia und zerstörten die Häuser der kleinbäuerlichen Familien, die Stallungen der Tiere, Zäune, usw.

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21. Dezember 2007 | Internationales, Militär und Krieg
Dom Luiz Cappio beendet sein Fasten

Dom Luiz Cappio, Bischof von Barra, erklärte am Donnerstag  (20.12.2007) nach der Abendmesse in Sobradinho sein Fasten offiziell für beendet. Aus Protest gegen die von der Regierung mit zweifelhaften Methoden in Angriff genommene Umleitung des Rio São Francisco hat er bereits 23 Tage ohne Nahrungsaufnahme zugebracht. Nach der Bekanntgabe einer höchstrichterlichen Entscheidung vom 19.12., der den Bau der Kanalsysteme wieder freigab, war Dom Cappio zusammen gebrochen und musste kurzzeitig im Spital Memorial in Petrolina behandelt werden. Vor über 700 Teilnehmern las Dom Cappio im Rollstuhl sitzend und offensichtlich in guter Verfassung einen Brief an die Menschen des Nordostens: “Nach diesen 24 Tagen beende ich mein Fasten, aber nicht meinen Kampf, der auch unserer ist.”

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20. Dezember 2007 | Internationales, Militär und Krieg
Beschwerde gegen Wasserumleitungsprojekt abgelehnt - Dom Luiz Cappio im Krankenhaus

Am 23. Fastentag von Dom Luiz Cappio (19.12.) hat der Oberste Gerichtshof Brasiliens in der mit hoher Spannung erwarteten Sitzung eine Entscheidung zugunsten der Bautätigkeiten zur Wasserumleitung des São Francisco Stroms getroffen. Die Nachricht über die Fortführung der Bauarbeiten hat Dom Luiz mit entmutigter Stimme zur Kenntnis genommen. Bereits sichtlich geschwächt ist er in weiterer Folge bewusstlos zusammengebrochen. Nach den ersten Behandlungen vor Ort wurde er am frühen Abend in das Krankenhaus der 50 km entfernten Stadt Petrolina eingeliefert und dort gründlich untersucht.

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19. Dezember 2007 | Internationales, Militär und Krieg
22. Fastentag von Dom Luiz Cappio: Fortsetzung des Fastens trotz zunehmender Schwächung

Laut dem medizinischen Bericht vom 18. Dezember 2007 durch den betreuende Arzt weist der Allgemeinzustand von Dom Luiz Cappio weiterhin körperliche Schwäche auf. Trotzdem versicherte Dom Luiz Cappio seine Absicht, sein Fasten fortzusetzen. Wir veröffentlichen eine von CPT (Landarbeiterpastoral) erstellte Bilanz der Fortschritte und Erfolge seit dem Beginn des Fastens, sowie die Alternativvorschläge zum Flussumleitungsprojekt von Dom Luiz und den sozialen Bewegungen, mit denen sie mit der Regierung zu verhandeln bereit sind.

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18. Dezember 2007 | Internationales, Militär und Krieg
Dom Luiz wird jetzt von einem befreundeten Arzt begleitet. Weltweiten Protest sichtbar machen!

Seit 17.12.07, dem 21. Tag seines Fastens, wird Bischof Cappio ständig von einem befreundeten Arzt begleitet. Der ärztliche Bericht spricht von beginnender Organschwäche, aber Dom Luiz Cappio hält an seiner Entscheidung fest, sein Fasten durchzuhalten. Er beteuert: “Ich fühle mich geistig und spirituell stark.” Als Geste der Solidarität finden im ganzen Land Kundgebungen statt. Für die entscheidende Sitzung des Obersten Bundesgerichtes am 19.12.07 ist es wichtig, die Richter darauf aufmerksam zu machen, dass die internationale Öffentlichkeit über die Unrechtmäßigkeiten des Projektes der Flussumleitung informiert ist und es in der ganzen Welt kritische Stimmen gibt.

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17. Dezember 2007 | Internationales, Militär und Krieg
Dom Luiz Cappio: Entscheidende Phase des Widerstands

Vier Tage nach dem vorläufigen Gerichtsentscheid, der die Baugenehmigung für die Umleitung des São Francisco im Nordosten Brasiliens aufhebt, reagierte die Regierung mit dem einstweiligen Einstellen der Bauarbeiten. Die Maschinen an den Baugruben stehen nun still. Diese Nachricht wurde von Dom Luiz an seinem bereits 18. Fastentag mit viel Freude aufgenommen. Dennoch sieht er keinen Grund zum Aufatmen. Denn die Regierung ging in Revision, um den Gerichtsentscheid aufzuheben. Die Entscheidung liegt nun in der Hand des Obersten Gerichtshofs. Es wird erwartet, dass die Bundesrichter am kommenden 19.12.07 in der letzten Sitzung in diesem Jahr das entscheidende Urteil fällen werden. Hierfür ist es wichtig, die Richter darauf aufmerksam zu machen, dass die internationale Öffentlichkeit über die Unrechtmäßigkeiten des Projektes der Flussumleitung informiert ist und es in der ganzen Welt kritische Stimmen gibt.

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14. Dezember 2007 | Internationales, Militär und Krieg
Trotz richterlicher Anordnung des Baustopps gehen die Bauarbeiten am São Francisco weiter

Trotz der richterlichen Suspendierung der Baugenehmigung für die Umleitung des São Francisco und und der Anordnung des Baustopps vom 10.12.07 werden die Bauarbeiten drei Tage danach unbeirrt fortgesetzt. In einem Interview nach dem Treffen mit dem Präsidenten und Generalsekretär der brasilianischen Bischofskonferenz am 12.12.07 betonte Lula, “ein Einlenken der Regierung würde andere Personen zu ähnlichen extremen Aktionen animieren, um ihre Anliegen durchzusetzen.” Dom Luiz fastet nun seit siebzehn Tagen und bekräftigt, sein Fasten erst dann abzubrechen, wenn das Militär von den Baustellen der Kanalbauten abgezogen wird und das Projekt endgültig archiviert wird.

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13. Dezember 2007 | Internationales, Militär und Krieg
Lula versichert dem Präsidenten der brasilianischen Bischofskonferenz, auf keinen Fall die Flussumleitung zu stoppen

Treffen von Lula mit dem Präsidenten der brasilianischen Bischofskonferenz. Interview mit Dom Luiz. Unterstützende Worte eines Karmeliterpaters und Freundes von Dom Luiz.

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12. Dezember 2007 | Internationales, Militär und Krieg
Richterlicher Beschluss verfügt die vorläufige Einstellung des Projektes der Flussumleitung des Rio São Francisco

Am vierzehnten Fastentag von Dom Luiz kam es zu einer entscheidenden Wende im Tauziehen um das Flussumleitungsprojekt des Rio São Francisco. Richter Souza Prudente vom Oberverwaltungsgericht der Region (Nordosten) hat das Projekt der Umleitung des Rio São Fancisco durch einen Erlass suspendiert. Allerdings muss nun damit gerechnet werden, dass die Regierung gegen die vorliegende Entscheidung bei der übergeordneten Gerichtsinstanz Einspruch erheben wird. Also gilt es, den endgültigen Spruch des Obersten Gerichtshof Brasiliens abzuwarten. Dementsprechend vorsichtig ist die Reaktion von Dom Frei Luiz Cappio.

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11. Dezember 2007 | Internationales, Militär und Krieg
Menschenrechte versus Großprojekte in Brasilien - gestern und heute

Am Sonntag (09.12.2007) nahmen mehr als 5.000 Menschen an einer großen Wahlfahrt, die von den kirchlichen Sozialpastoralen organisiert worden war, teil. Vertreter von sozialen Bewegungen, Landlosenorganisationen (MST), indigenen Gruppen und politischen Parteien reisten zum Teil in tagelangen Busreisen an, um sich am Stausee Sobradinho mit der Protestbewegung gegen die Umleitung des Rio São Francisco zu solidarisieren. Dom Luiz wandte sich an seinem 13. Fastentag auch direkt an die anwesenden sozialen Bewegungen: “Wir müssen uns die Hände geben, vereint werden wir siegen. Den größten und stärksten Gegnern muss man mit Fasten und Beten begegnen.”

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09. Dezember 2007 | Internationales, Militär und Krieg
12. Fastentag von Dom Luiz Cappio: Internationale Solidarität ist wichtig!

Seit 27.11.2007 fastet Dom Luiz Cappio, Bischof der Diözese Barra (Bahia) aus Protest gegen die Umleitung des São Francisco. Organisationen und Personen aus dem In- und Ausland unterstützen den Bischof mit Briefen, Demonstrationen und solidarischem Fasten. Am Samstag bekam Bischof Cappio Besuch von der bekannten brasilianischen Schauspielerin Letícia Sabatella, die sich zusammen mit zahlreichen weiteren brasilianischen Künstlern in der Menschenrechtsorganisation Humanos Direitos (MhuD) engagiert. Wirksame Formen des Protestes, an denen wir uns alle beteiligen können, sind Solidaritätsbekundungen durch Unterschriften, per Fax und E-Mail.

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08. Dezember 2007 | Internationales, Militär und Krieg
Dom Cappio nach 11 Fastentagen: “Ich weiß, dass die Regierung meine Kräfte testen will.”

Inzwischen hat Dom Luiz die magische Hürde des 11. Fastentages erreicht. Damals unterbrach er sein Fasten am elften Tag, nach dem Versprechen der Regierung, einen umfassenden Dialogprozess zwischen der Regierung und der brasilianischen Zivilgesellschaft über das Flussumleitungsprojekt zu beginnen. Dom Cappio ist sich bewusst, dass eine Reaktion der Regierung dieses Mal noch dauern kann. Er meint gelassen: “Ich weiß, dass die Regierung meine Kräfte testen will.” Denn die Regierungsposition scheint dieses Mal weitaus härter. Die “Geste der Verzweiflung” sowie die Proteste der Bevölkerung werden ignoriert.

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08. Dezember 2007 | News
Solidarität mit brasilianischem Bischof Luiz Cappio im Hungerstreik

Der brasilianische Bischof Dom Luiz Flávio Cappio hat am 27.11.2007 seinen 2005 unterbrochenen Hungerstreik als Zeichen des Protestes gegen die Zerstörung des Rio São Francisco und das Flussumleitungsprojekt wieder aufgeommen. Er will sein Fasten und Beten erst dann beenden, wenn das Militär von der Baustelle der beiden Kanäle abgezogen und das Projekt der Flussableitung endgültig gestoppt wird. Lebenshaus Schwäbische Alb solidarisiert sich mit Bischof Cappio und berichtet über seine vorbildliche gewaltfreie Aktion.

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07. Dezember 2007 | Internationales, Militär und Krieg
Hintergründe zum Protest gegen die Umleitung des Rio São Francisco

Der Hungerstreik von Bischof Cappio ist eine “Geste der Verzweiflung”, wie er selbst sagt, angesichts der autoritären Vorgehensweise, mit der die Regierung Lula das Mega-Projekte der Flussumleitung durchsetzt. Seit nun zehn Tagen setzt er unerschütterlich dieses Zeichen des friedlichen Widerstands gegen die Zerstörung des Rio São Francisco in der Franziskus Kapelle der Gemeinde Sobradinho (Bahia), am Ufer des Sobradinho Stausees.

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06. Dezember 2007 | Internationales, Militär und Krieg
Achter und neunter Fastentag von Bischof Frei Luiz Cappio

Am 04.12.07 bekam Dom Cappio Besuch von Dom Geraldo Majella und Dom Ceslau Stanula. Im Gespräch betonten sie, dass sie seine Ziele gutheißen, versuchten ihn allerdings von anderen Protest-Methoden zu überzeugen. Dom Luiz hielt aber an seinem Fasten fest und feierte am frühen Abend, gemeinsam mit über 4.000 Wahlfahrern aus der Umgebung eine Messe am Flussufer. Dom Luiz wird in seiner mutigen Entscheidung, durch die zunehmenden Protestaktionen und Solidaritätskundgebungen im ganzen Land gestärkt. In der Stadt Ibotirama, Diözese Barra (West-Bahia), haben am Morgen des 05.12.07 über 2.000 Personen die Brücke der Hauptverkehrsverbindung Brasília - Fortaleza, die über den São Francisco Fluss führt, besetzt.

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03. Dezember 2007 | Internationales, Militär und Krieg
Sechster Fastentag von Bischof Dom Luiz Cappio - Solidaritätsfasten begonnen

“Das Volk verdient mehr Respekt. Diejenigen, welche die Produktion der brasilianischen Grundnahrungsmittel garantieren, verdienen mehr Wertschätzung”, sagte Dom Luiz heute Vormittag beim Besuch von fast 200 Fischern. Am sechsten Tag seines Fastens, versichert Dom Luiz, dass es ihm gut geht. Er empfängt geduldig die vielen Menschen, die zu ihm pilgern. Inzwischen wurde eine Fastenbewegung in Solidarität mit dem Hungerstreik von Dom Cappio begonnen.

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29. November 2007 | Internationales, Militär und Krieg
Die Unterstützung des Bischofs im Hungerstreik wächst

Die Unterstützung des Bischofs Dom Luiz Cappio, der in Sobradinho, Bahia, für den Rio São Francisco fastet, nimmt zu. Am Nachmittag des 28.11.2007 hat ihn der Bischof der Diözese Juazeiro, Dom José Geraldo besucht und sich solidarisch gezeigt. Weitere vier Geistliche befinden sich in der Franziskus-Kapelle und fasten ebenfalls, in Solidarität mit dem Bischof.

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28. November 2007 | Internationales, Militär und Krieg
Bischof fordert mit erneutem Hungerstreik den Stopp des Projekts Umleitung des Rio São Francisco

Der Bischof der brasilianischen Diözese Barra (Bahia), Dom Luiz Flávio Cappio, hat in einem offenen Brief an den Präsidenten Lula bekannt gegeben, dass er seinen Hungerstreik als Zeichen des Protestes gegen die Zerstörung des Rio São Francisco und das Flussumleitungsprojekt wieder aufnimmt. Er werde sein Fasten und Beten erst mit dem Rückzug des Militärs von der Baustelle der Flussumleitung am Nord- und am Ostkanal und mit der endgültigen Archivierung des Projektes der Umleitung des Rio São Francisco beenden. Es bestehe keine andere Alternative.

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27. Juli 2007 | Zukunftsfähige Wirtschaft und soziale Gerechtigkeit
Brasiliens Befreiungstheologe Frei Betto: Bio-Treibstoff ist Todes-Sprit

Die Produktion von Agro-Treibstoffen hat der bekannte brasilianische Dominikanerbruder und Befreiungstheologe Frei Betto angesichts des Hungers in der Welt als unverantwortlich und unmenschlich verurteilt. In einem von der katholischen Nachrichtenagentur ADITAL veröffentlichten Beitrag mit dem Titel “Treibstoffe des Todes” schrieb Frei Betto am Dienstagabend (Ortszeit) in Sao Paulo, der Boom bei fälschlicherweise als Biosprit bezeichneten Produkten provoziere bereits weltweit einen deutlichen Preisanstieg bei Lebensmitteln.

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12. Juli 2007 | Internationales, Militär und Krieg
Protest gegen Ableitung des Rio São Francisco

Der São Francisco Fluss gilt als die Lebensader Nordostbrasiliens. Um die bisher nur extensiv genutzten, aber weit weg vom Fluss liegenden Böden für die Exportlandwirtschaft nutzen zu können, sollen, durch Ableiten eines Teiles des Wassers vom São Francisco, Bewässerungsprojekte ermöglicht werden. Die ökologischen Schäden werden groß sein und die in dieser Region lebende Bevölkerung, die es gelernt hat mit der Trockenheit zu leben, muss um ihr Land fürchten. Deshalb gibt es einen Kampf gegen dieses Mega-Projekt. Ende Juni war ein weiteres Protest-Camp an der Baustelle der Ableitung des Rio São Francisco errichtet worden.

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16. Mai 2007 | Internationales, Militär und Krieg
Großgrundbesitzer wegen Mordes an Sister Dorothy verurteilt

Höchststrafe für Vitalmiro Bastos Moura. Sieben Richter der brasilianischen Stadt Belem haben einen der Auftraggeber des Mordes an der Nonne und Urwaldschützerin Dorothy Stang zu 30 Jahren Haft verurteilt. Das Gericht bezeichnete ihn als gewalttätige Persönlichkeit, ungeeignet, in der Gesellschaft zu leben. Den Mord stuften sie als feige ein.

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23. Dezember 2006 | Internationales, Militär und Krieg
Über allen Gipfeln ist Unruh´

Zwiesprache in Cochabamba: Lateinamerikanische Linksregierungen und soziale Bewegungen im Dialog, der nicht so harmonisch bleiben muss, wie er jetzt noch ist. Von Elmar Altvater.

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07. November 2006 | Internationales, Militär und Krieg
Brasilien: Kein Grund zum Jubel

Staatschef Lula da Silva bleibt auch in einer zweiten Amtszeit ökonomischen Blockaden ausgesetzt. Von Elmar Altvater.

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04. März 2006 | Ökologie
Schnapsauto und Atomkraft Dass die Ölvorkommen in wenigen Jahrzehnten erschöpft sein werden, ist längst bekannt. Um so erbitterter ringen die Großmächte um den vorhandenen Rest, die Beherrschung der wichtigsten Felder. So antwortet Politik auf Prognosen. Doch sie muss auch aufs aktuelle Marktgeschehen reagieren. Während man sich vorausschauend ums Restöl schlägt, steigt heute schon der Ölpreis drastisch an, weil die Förderung immer kostspieliger wird. Folglich kann die Frage nach Ersatzgütern nicht mehr aufgeschoben werden. Überall auf der Welt ist die Politik mit ihr beschäftigt. Von Michael Jäger. (mehr...)
04. Januar 2006 | Internationales, Militär und Krieg
Nach dem Hungerstreik von Bischof Fr. Luiz: Regierung lässt Projekt nicht Infragestellen Am 15 Dezember 2005 fand in Brasília ein Gespräch zwischen dem Präsidenten Lula und dem Bischof Fr. Luiz Flavio Cappio statt. Außerdem waren VertreterInnen der Regierung, der Basisorganisationen und der Kirche anwesend. Die Basisorganisationen hatten vorher drei Dokumente ausgearbeitet, die ein umweltgerechtes Entwicklungskonzept für das Einzugsgebiet des Rio Sao Francisco und für die semi-aride Region Brasiliens als Ganzes aufzeigen und erklären, warum sie gegen die Ableitung eines Teiles des Wassers vom Rio Sao Francisco sind. Informationen zur Situation des von der brasilianischen Regierung geplanten Projektes zur Ableitung des Franciscoflusses nach dem Hungerstreik von Bischof Fr. Luiz. Von Maria Oberhofer und Harald Schistek. (mehr...)
13. Dezember 2005 | Internationales, Militär und Krieg
Mörder von Schwester Dorothy verurteilt Die Mörder der als Urwald-Nonne bekannt gewordenen Amerikanerin Dorothy Stang sind von einem Gericht in Belém zu 27 bzw. 17 Jahren Haft verurteilt worden. Stang war im Februar von gedungenen Mördern in Amazonien erschossen worden. Jahrelang hatte sie sich zuvor für die Rechte der Landlosen eingesetzt und war dabei einigen einflussreichen Männern in die Quere gekommen. Die Auftraggeber der Mörder müssen jedoch erst noch abgeurteilt werden. Von Helge Holler. (mehr...)
15. Oktober 2005 | Gewalt, Gewaltfreiheit und Frieden
Zum Ende des Hungerstreiks von Dom Luiz Flávio Cappio Nach 11-tägigem Hungerstreik erklärte der brasilianische Bischof Frei Luiz Flavio Cappio am 6.10.2005 nach einer 5-stündigen Verhandlung mit einem persönlichen Vertreter von Präsident Lula die Aufhebung seines Fastens zu Gunsten des Lebens. Bereits am darauf folgenden Tag wurden Interviews im brasilianischen Fernsehen gezeigt, in denen Regierungsverantwortliche sagten, dass keineswegs Kompromisse und Abmachungen über die Einstellung des Projektes der Ableitung des Sao Francisco Flusses vereinbart wurden und dass die Baumaßnahmen im November beginnen werden. Daraufhin sagte Dom Frei Luiz, dass er im Falle einer Lüge der brasilianischen Regierung nach Cabrobó zurückgeht, den Hungerstreik fortführt, aber dieses Mal von Hunderten Menschen begleitet. Von Maria Oberhofer. (mehr...)
19. März 2005 | Internationales, Militär und Krieg
Gesetz des Dschungels “Wenn sie mich bisher noch nicht erwischt haben, warum sollten sie es dann jetzt noch tun?”, schrieb die 74-jährige Dorothy Stang, eine Nonne aus den USA mit brasilianischem Pass, ihrer Kirchengemeinde noch im Januar. Sie war zu diesem Zeitpunkt seit über 38 Jahren in Brasilien und sah sich zuletzt fast täglich Todesdrohungen ausgesetzt. Die Killer kamen schließlich am Vormittag des 12. Februar. Dorothy Stang muss geahnt haben, was geschehen würde. Sie war unterwegs zu einem Treffen mit armen Bauern. Statt zu flüchten, nahm sie die Bibel und las, als sie von sechs Schüssen getroffen wurde. Von Jeroen Kuiper. (mehr...)
31. Oktober 2004 | Zukunftsfähige Wirtschaft und soziale Gerechtigkeit
“Null Hunger”-Mobilisierung in Brasilien. Präsident Lulas Sozialpolitik Der brasilianische Dominikanermönch und weltweit bekannte Befreiungstheologe Frei Betto ist Sonderberater in der Regierung Lula für das Programm “Fome Zero” (“Null Hunger”), durch das bis Ende 2006 alle Armen drei Mahlzeiten täglich erhalten sollen. Am 8. Oktober stellt er in Wien in einem Vortrag vor, weshalb Präsident Lula beschlossen hat, dem Kampf gegen den Hunger höchste Priorität einzuräumen. (mehr...)
08. August 2004 | Gewalt, Gewaltfreiheit und Frieden
Lernen von Paulo Freire, Martin Luther King und Dom Helder Camara Elisabeth Wöckel stellt die Ideologie und Methode basisdemokratischer Gruppen in Brasilien vor. Diese stehen im Gegensatz zu unseren Parteien und Vereine, Gewerkschaften, Friedensgruppen gleich welcher Art, die immer nach dem gleichen Muster und nach der gleichen Methode funktionieren: Es wird der/die Vorsitzende gewählt oder ein/e ModeratorIn, dieser übernimmt die Gesprächsleitung und steht nun an der Spitze einer nachfolgenden Hierarchie von “Amtsträgern”. Diese Hierarchie wiederum besteht dann als “Struktur” für eine festgelegte Zeit bis zur Wiederwahl oder einer Neuwahl von Nachfolgern im gleichen System. Dann wiederholt sich alles. (mehr...)