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Die Unterstützung des Bischofs im Hungerstreik wächst

Die Unterstützung des Bischofs Dom Luiz Cappio, der in Sobradinho, Bahia, für den Rio São Francisco fastet (siehe Artikel ), nimmt zu. Am Nachmittag des 28.11.2007 hat ihn der Bischof der Diözese Juazeiro, Dom José Geraldo besucht und sich solidarisch gezeigt.

Weitere vier Geistliche befinden sich in der Franziskus-Kapelle und fasten ebenfalls, in Solidarität mit dem Bischof. Die Kapelle liegt 3 km vom Ufer des aufgestauten Flusses. Dom Luiz Cappio bewahrt trotz der dramatischen Lage, seinen Humor. Er beschreibt die fehlenden Maßnahmen der Regierung gegen die zunehmende Degradierung des Flusses mit folgenden Worten: “Der Fluss São Francisco müsste eigentlich in der Intensivstation liegen, aber er ist auf das öffentliche Gesundheitssystem angewiesen und wartet deshalb in der Schlange, ohne zu wissen ob er jemals an die Reihe kommt.”

Präsident Lula verkündete gestern Abend in einem Fernsehinterview: “der Bischof bringt mich in eine schwierige Lage, weil ich zwischen ihm, der einen vorsätzlichen Hungerstreik macht, und 12 Millionen Einwohnern des Nordostens wählen muss, die Wasser zum Überleben brauchen. Es besteht kein Zweifel, dass ich mich für die Armen dieses Landes entscheiden werde”.

Der Integrationsminister Geddel Vieira Lima verlautbarte: “die Gesellschaft wird verstehen, dass die Kirche das Recht hat Seelen zu hüten, sich zu manifestieren, Beiträge zu leisten und Kritik zu üben, aber keine Legitimierung hat zu regieren. Der Bischof will regieren, bestimmen was zu tun ist und was nicht. Das kann man nicht akzeptieren. Sonst würde man einen Präzedenzfall schaffen, den wir nicht akzeptieren können.”

Über die Äußerungen des Präsidenten Lula und des Integrationsministers sagt Dom Luiz Cappio: “dass sie offener und ehrlicher sein sollten, sie haben nicht den Mut die Wahrheit zu sagen. Die bessere Alternative für die Bevölkerung sind die 530 vorgeschlagenen Bauvorhaben der Nationalen Wasserbehörde (ANA) im Atlas des Nordostens. Diese Maßnahmen wären ausreichend um 1300 Gemeinden des Nordostens mit Trinkwasser zu versorgen, und zwar mit der Hälfte der Kosten der Flussumleitung. Für die ländlichen Regionen gibt es Alternativen durch Regenwassernutzung in Kombination mit angepassten Nutzungsformen, entwickelt vom Netzwerk der Nichtregierungsorganisationen der semi-ariden Region (ASA)”.

“Ich will nicht sterben”

Das war eine der Äußerungen des Bischofs in der Messe, die er gestern Abend in der Kapelle für mehr als 300 Gläubige gefeiert hat. Er sagte, dass er das Fasten aus “viel Liebe zum Leben” durchführt, aus “viel Liebe zum Fluss und zur Bevölkerung der São-Francisco-Region und zum Nordosten.”

Die Messfeier dauerte circa eine Stunde und wird sich während des Hungerstreiks täglich wiederholen. Schüler und Schülerinnen haben in einem Akt der Anerkennung an Dom Luiz ein Plakat mit einer Solidaritätserklärung übergeben. In der Erklärung unterstützen sie sein Handeln “das Leben zu geben im Namen des Flusse São Francisco, der uns Allen gehört”. Im Anschluss hat Dom Luiz unzählige Personen persönlich begrüßt. Heute morgen, um 06.30 Uhr, hat er gemeinsam mit Anwohnern den Rosenkranz gebetet.


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Unterschriftenaktion in Solidarität für Dom Luiz Cappio und gegen das Flussumleitungsprojekt des São Francisco - Petition an den Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva.

Veröffentlicht am

29. November 2007

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