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Sechster Fastentag von Bischof Dom Luiz Cappio - Solidaritätsfasten begonnen

Sobradinho, 03.12.2007 - “Das Volk verdient mehr Respekt. Diejenigen, welche die Produktion der brasilianischen Grundnahrungsmittel garantieren, verdienen mehr Wertschätzung”, sagte Dom Luiz heute Vormittag beim Besuch von fast 200 Fischern. Am sechsten Tag seines Fastens, versichert Dom Luiz, dass es ihm gut geht. Er empfängt geduldig die vielen Menschen, die zu ihm pilgern.

Für die vom São Francisco Fluss abhängigen Fischerfamilien ist dies, laut Valdécio Rodrigues da Silva, Präsident des Fischereivereins, ein wichtiger Moment “um einen Appell an die Regierung zu richten, dass diese unsere Probleme wahrnehmen”. Weiter führte er an: “der Wasserspiegel des São Francisco Flusses ist groß, aber es fließt nicht mehr soviel Wasser wie früher, die starke Versandung führt zu einem niedrigeren Wasserstand.”

Mehrere Pfarrer aus seiner Diözese Barra, Mitglieder der Landlosenbewegung (MST), der Bewegung der Kleinbauern sowie Anwohner aus der Region statteten ihm einen Besuch ab. Beistand bekam Dom Luiz weiter von Dona Izaura, der Besitzerin des kleinen Landstückes mit der Kapelle in Cabrobó, wo Dom Luiz sein Fasten und Beten vor zwei Jahren begonnen hat. Für morgen haben sich Dom Tomás Balduino und Dom Eugênio Rixen von der Diözese Goias, aus dem Nachbarbundesland Goias angekündigt.

Unter den vielen Solidaritätsbekundungen aus der ganzen Welt, bekam Dom Luiz heute eine Nachricht vom Friedensnobelpreisträger Adolfo Pérez Esquivel, in der er ihm “seine totale Solidarität und Unterstützung” ausspricht.

Marcos Arruda, ein brasilianischer Sozioökonom, hat im Zusammenhang mit dem Hungerstreik von Dom Luiz eine solidarische Fasteninitiative gestartet. In seinem Brief (siehe unten) schreibt er: “Wir können einen oder mehrere Tage fasten, mit dem doppelten Sinn, politische und spirituelle Aspekte zu vereinen. Das Resultat ist ein ansteckender, starker Synergieeffekt, der Veränderungen möglich macht.” Er selbst fastete den ganzen Freitag und es haben sich bereits mehrere Personen seiner solidarischen Fastenbewegung angeschlossen.

Fastenbewegung in Solidarität mit dem Hungerstreik von Dom Cappio begonnen

Brief von Marcos Arruda
29.11.2007

FreundInnen,

Heute endet der dritte Tag des Hungerstreiks von Dom Luiz Cappio, ein Akt der ökologischen Zivilcourage. Gemeinsam mit der CPT haben wir eine Fastenbewegung in Solidarität mit dem Hungerstreik von Dom Cappio begonnen, der sein Leben für den Baustopp der Flussumleitung des Rio São Francisco einsetzt. Bischof Cappio versucht mit seiner mutigen Geste, brasilien- und weltweit Aufmerksamkeit für die verheerende Situation des Rio São Francisco zu erwecken. Derzeit ist der Fluss einer noch nie da gewesenen Zerstörung ausgesetzt.

Laut Bischof Cappio, hat die Regierung ihr Wort gebrochen, das sie ihm vor zwei Jahren gegeben hat. Das Projekt wurde begonnen, ohne eine umfassende, transparente landesweite Debatte mit der Bevölkerung über die Vorteile sowie die Nachteile der Flussumleitung durchzuführen. Somit gibt es keine Alternative mehr für einen Dialog mit der Regierung.

Alle sind eingeladen, sich unserer Bewegung anzuschließen, die so lange dauern wird, wie der Hungerstreik von Bischof Cappio.

Wir können einen oder mehrere Tage fasten, mit dem doppelten Sinn, politische und spirituelle Aspekte zu vereinen. Der Hungerstreik ist eine körperliche Geste, bei der man die Einahme von Essen für eine höheres Ziel verweigert. Es ist aber auch ein spiritueller Kraftakt, denn er mobilisiert immaterielle Energien, wodurch wir unseren Zielen näher kommen und andere Leute anstecken, sich uns anzuschließen. Das Resultat ist ein starker Synergieeffekt, der Veränderungen möglich macht. Somit können wir bestätigen, dass das Fasten von Bischof Cappio ein Akt der Liebe für das brasilianische Volk und die Natur ist, die durch ein wahnsinniges, pharaonisches, elitäres und kriminelles Projekt brutal zerstört wird.

Um überzeugender zu sein, wird unsere solidarische Aktion die Fastentage der fastenden Personen verbuchen. Dafür müsst Ihr nur eine Nachricht an: Thomas Bauer - CPT-BA: 0055-74-9125 2544, tbauer@newnet.com.br senden und anführen wieviele Leute und Tage gefastet haben (werden). Die Namen der Personen, der Bundesstaat und das Land sind wichtig, um dem Ganzen mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen. Ich selbst werde morgen (30.11.07) den ganzen Tag fasten und werde ausschließlich Wasser und Grünen Tee zu mir nehmen. Da ich am Sonntag ins Ausland vereise, bitte ich Euch direkt mit Thomas Kontakt aufzunehmen und mir nur eine Kopie der Nachricht zukommen zu lassen.

Marcos Arruda - PACS (Instituto Políticas Alternativas para o Cone Sul, Institut für alternative Politik des Cone Sul), Rio de Janeiro

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Veröffentlicht am

03. Dezember 2007

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