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Wasser für den Frieden - Dom Luiz Cappio bekommt einen internationalen Preis verliehen

Vom 16. bis 19. Oktober werden in Sobradinho im Norden von Bahia (Brasilien) tausende von Menschen zur fünften Wasser-Wallfahrt (Romaria das Águas) erwartet. Als Höhepunkt der Wallfahrt wird Dom Luiz Cappio und den Organisationen und Sozialen Bewegungen, Völkern und traditionellen Gemeinschaften, die sich für die Wiederbelebung des São Francisco und gegen das Umleitungsprojekt stark machen, der Internationale Friedenspreis von Pax Christi International verliehen.

Die gesamte Wasser-Wallfahrt konzentriert sich auf die Großprojekte im Tal des São Francisco und stellt diese in Frage: Nicht nur die Umleitung an sich, sondern auch die wahllose Ausweitung des Agrobusiness und des Geschäfts mit dem Wasser, Agrotreibstoffe, Bewässerungslandwirtschaft, Bergbau und Stahlindustrie, Staudämme, Zuckerfabriken, Eisenbahnen und weitere Großprojekte - allesamt ausgerüstet mit öffentlichen Geldern und Subventionen.

Das Programm der Wallfahrt wird am Abend des 16. Oktobers mit einer feierlichen Sitzung im Rathaus eröffnet. Weiter geht es am folgenden Tag mit einem Seminar über die Revitalisierung des Sao Francisco. Am Abend des 17. Oktobers läutet ein Abendmahlgottesdienst den Weltfastentag vom 18. Oktober ein. Mit dem Fastentag machen die Bewegungen in Brasilien auf die weltweiten Konzentrationstendenzen in der Landwirtschaft in hochtechnisierte Großunternehmen aufmerksam.

Der Fastentag stellt auch das herrschende egoistische und entfremdete Konsummodell in Frage, das eine der Ursachen für die weltweite Hunger- und Umweltkrise ist.

Die Wallfahrt am Fastentag führt in der Nacht schließlich zum Ufer des São Francisco am Fuße des Staudamms von Sobradinho. Hier wird in den frühen Morgenstunden eine Vertreterin von Pax Christi International den Friedenspreis an Dom Cappio und an Repräsentanten des Volkes übergeben, als Ausdruck der Anerkennung für den Einsatz vieler Menschen zur Verteidigung des Wassers, des Landes und des Lebens und Ermutigung zur Weiterführung des Widerstandes.

Den Friedenspreis vergibt Pax Christi International seit 1988 jährlich an Männer und Frauen, die sich weltweit für Frieden und Gewaltlosigkeit einsetzen. Dom Cappio wird der dritte Preisträger aus Brasilien sein. Dom Luiz Flavio Cappio, Bischof der Diözese Barra im brasilianischen Bundesstaat Bahia, lebt bereits seit über dreißig Jahren am São Francisco. In den Jahren 1993 und 1994 pilgerte er von der Quelle bis zur Mündung des Flusses, wobei er dessen kläglichen Zustand öffentlich machte und die Gemeinden ermutigte, sich für ihren Fluss einzusetzen. 2005 und 2007 ging er für die Wiederbelebung des Flusses und gegen dessen Umleitung in den Hungerstreik und erregte internationale Aufmerksamkeit. Die Preisverleihung ist auch deswegen etwas Besonderes, weil sie erstmalig in Brasilien, und nicht Europa stattfindet, wo Pax Christi seinen Sitz hat.

Pax Christi International wurde 1945 in Frankreich gegründet, und diente damals der Versöhnung zwischen Franzosen und Deutschen nach dem zweiten Weltkrieg. Hieraus entwickelte sich ein weltweites Netzwerk für den Frieden, die Wahrung der Menschenrechte und der Gerechtigkeit sowie für Versöhnung in Konfliktregionen. Heute hat Pax Christi mehr als 100 Mitgliedsorganisationen und ist in mehr als 50 Ländern auf allen Kontinenten vertreten - in Brasilien von der Landpastorale CPT. Pax Christi hat beratenden Status in der UNO, der Unesco und dem Europäischen Rat. Nominiert für den Friedenspreis wurde Dom Luiz Cappio von der Organisation SERPAJ - Serviço Paz e Justiça.

Übersetzung aus dem brasilianischen Portugiesisch von Kirsten Bredenbeck.

Quelle: CPT Bahia, September 2008

Veröffentlicht am

16. Oktober 2008

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