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Protestaktionen gegen das geplante Projekt der Ableitung des Rio São Francisco

Besetzung des Wasserkraftwerkes in Sobradinho

Am 10.06.2008 besetzten ca. 700 Personen verschiedener sozialen Bewegungen und Landlosen-Organisationen ab 6.00 Uhr morgens das Wasserkraftwerk Sobradinho, im Norden des Bundesstaats Bahia. Diese Protestaktion ist Teil der Aktionswoche der Via Campesina (Dachorganisation der ländlichen sozialen Bewegungen und Landlosen- Organisationen) gegen das Entwicklungsmodell der Regierung für die semiaride Region des Nordostens, gegen Großprojekte, den Bau von neuen Staudämmen und die Ableitung des Rio São Francisco. Die beteiligten Organisationen fordern Entwicklungsprojekte, die an das Klima und die natürlichen Bedingungen der semiariden Region angepasst sind und die Nahrungssicherung und Wasserversorgung der lokalen Bevölkerung zum Ziel haben, nicht den exportorientierten Agrobusiness.

Die Vertreter der Basisorganisationen, der Landpastorale (CPT), der Fischerpastorale (CPP), von NGOs und Kleinbauernvereinigungen kamen in den frühen Morgenstunden mit 12 Bussen aus mehr als 20 verschiedenen Landgemeinden der Bundesstaaten Pernambuco und Bahia in Sobradinho an. Die Besetzung des Kraftwerks verlief friedlich.

Der Staudamm und das Kraftwerk wurden vor 30 Jahren von der CHESF (Wasserkraft- Stromkonzern des Rio São Francisco) gebaut. Damals wurden mehr als 70.000 Menschen von ihren Wohnorten, die von dem ca. 300 km langen Stausee überschwemmt wurden, umgesiedelt oder vertrieben. Die jetzige Protestaktion ist die erste Besetzung des Kraftwerks seit seinem Bau.

Ein weiterer Protest am Rio São Francisco im Zuge der Aktionswoche der Via Campesina findet am Unterlauf des Flusses statt. In der Nähe der Stadt Piranhas, Alagoas wurde das Flusskraftwerk Xingó, besetzt. Seit den frühen Morgenstunden versperren 1.500 Vertreter von Basisorganisationen der Bundesstaaten Alagoas, Sergipe, Pernambuco und Bahia den Eingang des Wasserkraftwerkes. Sie protestieren gegen den Agrobusiness und setzen sich für die kleinbäuerliche Landwirtschaft ein.

Weitere Aktionen:

In zahlreichen anderen Bundesstaaten Brasiliens fanden am 10.06.2008 Protestaktionen der sozialen Bewegungen und Landlosen-Organisationen im Rahmen der Aktionswoche der Via Campesina statt:

Ceará: Rund 1000 Vertreter der Via Campesina besetzen seit den Morgenstunden die Abfertigungsbereiche des Exporthafens Pecém, im Großraum Fortaleza. Der Protest richtet sich gegen den Bau der Ableitung des Rio São Francisco und des Stahlindustrie-Komplexes von Pecém, sowie fünf geplanten Heizkraftwerken und eine Raffinerie. Dieser Industrie-Komplex ist einer der großen geplanten Abnehmer der Flussableitung des Rio São Francisco.

Minas Gerais: 500 Aktivisten besetzen die Eisenbahn des privatisierten Minen-Betreibers Vale do Rio Doce.

Pernambuco: 200 Landarbeiter besetzen eine Zuckerrohr-Versuchsanlage in der Gemeinde Carinpina, in der Zona da Mata Region. Sie protestieren gegen die Expansion des Zuckerrohranbaus als Ursache für zunehmende Landkonzentration und ländliche Armut.

Parnaíba: 200 Vertreter der Via Campesina besetzen den Großgrundbesitz Senhora de Lourdes nahe der Stadt Marí. Dort wird auf 1.100 ha Zuckerrohr angebaut.

São Paulo: 600 Aktivisten der Via Campesina besetzen das Firmengebäude des Industriekonglomerats Votorantim, um gegen die Umweltschäden durch den Bau der Staudämme Tijuco Alto, am Rio Ribeira de Iguape, in den Bundesstaaten São Paulo e Paraná zu protestieren.


Die ca. 700 Personen verschiedener sozialen Bewegungen und Landlosen-Organisationen die am 10.06.2008 um 6.00 Uhr morgens das Wasserkraftwerk in Sobradinho besetzten, verließen das Kraftwerk gegen 13.00 Uhr (noch ehe die Armee ankam).

Die Aktion wurde brasilienweit in den Medien übertragen. Ziel war es mit diesen Aktionen Aufmerksamkeit zu erregen und sich gegen das Entwicklungsmodell der Regierung auszusprechen.

Quelle: www.ewl-hueckelhoven.de/rio_sao_francisco.htm .

Veröffentlicht am

14. Juni 2008

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