Lebenshaus Schwäbische Alb - Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie e.V.

Ihre Spende ermöglicht unser Engagement

Spendenkonto:
Bank: GLS Bank eG
IBAN:
DE36 4306 0967 8023 3348 00
BIC: GENODEM1GLS



Suche in www.lebenshaus-alb.de
 

Welttag des Fastens für Frieden und Ernährungssouveränität “Wasser für den Frieden”

Aufruf zu solidarischem Fasten am 18. Oktober 2008

Während der Welternährungswoche werden die sozialen Bewegungen der Rio São Francisco Region und des Nordostens Brasiliens, die Via Campesina Brasilien und Pax Christi International, am 18. Oktober einen Welttag des Fastens für Frieden und Ernährungssouveränität durchführen. Dieser Aktionstag ist eingebunden in die Kampagne der Via Campesina gegen genetisch veränderte Pflanzen und führt die Bewegung des solidarischen Fastens fort, die aus Solidarität mit Bischof Dom Cappio entstanden ist, der Ende 2007 mit 24 Tagen des Fastens und Betens gegen das Projekt der Ableitung von Wassers des Rio São Francisco protestierte. Die teilnehmenden Organisationen rufen in nachfolgendem Aufruf dazu auf, sich dem Welttag des Fastens für Frieden und Ernährungssouveränität anzuschließen und damit für die Verteidigung des Zugangs zu Wasser und gesunden Lebensmitteln als Menschenrecht, sowie für die kleinbäuerliche Landwirtschaft einzutreten.

Wir rufen dazu auf, sich dem Welttag des Fastens für Frieden und Ernährungssouveränität anzuschließen und damit für die Verteidigung des Zugangs zu Wasser und gesunden Lebensmitteln als Menschenrecht, sowie für die kleinbäuerliche Landwirtschaft einzutreten.

Ende 2007 protestierte der Franziskaner-Bischof Dom Luiz Cappio mit 24 Tagen des Fastens und Betens gegen das Projekt der Ableitung von Wassers des Rio São Francisco. Er setzte sich damit für eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen der semiariden Region und für eine echte Revitalisierung des Rio São Francisco ein. Siehe Artikelsammlung auf der Lebenshaus-Website unter: Bischof Frei Luiz Flávio Cappio .

Pax Christi International verleiht Dom Cappio und allen, die mit ihm kämpfen, den Friedenspreis Pax Christi International Peace Award 2008. Die Preisverleihung wird im Rahmen der fünften Wasser Wallfahrt (Romaria das Águas) in Sobradinho, Bahia am 18. Oktober 2008 stattfinden. Zu diesem Anlass mit dem Thema "Wasser für den Frieden" werden zahlreiche Organisationen und tausende von Menschen erwartet. Siehe Artikel: "Wasser für den Frieden - Dom Luiz Cappio bekommt einen internationalen Preis verliehen" .

Während der Welternährungswoche werden die sozialen Bewegungen der Rio São Francisco Region und des Nordostens Brasiliens, die Via Campesina Brasilien und Pax Christi International, am 18. Oktober einen Welttag des Fastens für Frieden und Ernährungssouveränität durchführen. Dieser Aktionstag ist eingebunden in die Kampagne der Via Campesina gegen genetisch veränderte Pflanzen und führt die Bewegung des solidarischen Fastens fort, die aus Solidarität mit Dom Cappio entstanden ist.

Hunderte von Menschen auf der ganzen Welt fasteten während des Hungerstreiks des Bischofs für einen oder mehrere Tage und demonstrierten dadurch ihr Eintreten für eine Welt mit mehr Gerechtigkeit. Diese Bewegung verbindet politische Ziele und Spiritualität. Sie steht damit in der Tradition der Gewaltfreiheit von Gandhi, Luther King und vielen anderen, welche auf Jesus Christus selbst zurückgeht.

Mit dieser Geste wollen wir auf die schwerwiegenden wachsenden Konflikte um Wasser, von dem ein Drittel der Weltbevölkerung betroffen ist, und auf die zunehmende Kontrolle einiger transnationaler Konzerne über Land, Produktion und Zugang zu Nahrungsmitteln aufmerksam machen. Überfluss und Verschwendung der Reichen gehen einher mit zunehmender Gefährdung der Bevölkerung durch Pflanzenschutzmittel und gentechnische veränderte Lebensmittel. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Hungernden zu, die keinen Zugang zu Lebensmitteln in ausreichender Menge, Qualität und Regelmäßigkeit haben.

Der Welttag für Frieden und Ernährungssouveränität bestärkt die dringende Notwendigkeit der Agrarreform, damit mehr Familien Nahrungsmittel produzieren können. Sie muss verbunden sein mit einer landwirtschaftlichen Reform, die die Produktion und den Konsum von gesunden und ökologischen Lebensmitteln ermöglicht. Jedes Volk und jede Region haben das Recht, ihre eigenen Lebensmittel zu produzieren und zu konsumieren, ohne Marktzwängen unterworfen zu sein, die von globalen Korporationen, wie Syngenta, Monsato, Bunge, ADM, Cargill, Dupont, Bayer und BASF, ausgehen. Diese Konzerne streben die zunehmende Kontrolle über die Wasserquellen, die landwirtschaftlichen Nutzflächen, die Bio- und Agrodiversität, die Biotechnologie und den Lebensmittel-Welthandel an. Ihr Hauptinstrument ist die Förderung genetisch veränderten Saatguts, wobei die Regierungen nachgeben und damit das Vorsichtsprinzip missachten.

Diese Geste bestärkt die Notwendigkeit, den Zugang zu Wasser als Menschenrecht und universelles Recht der Schöpfung anzuerkennen. Sie stellt sich ausdrücklich gegen das Projekt der Ableitung von Wasser des sterbenden Rio São Francisco, die zu 70% der Produktion von Früchten für den Export, Agrotreibstoffen, Shrimps und Stahl zu Gute kommt.

Die Infrastruktur-Großprojekte des Programms zur Beschleunigung des Wachstums müssen kritisch überdacht werden zu Gunsten eines anderen Entwicklungsmodells, welches die Bedürfnisse der ganzen Bevölkerung, vor allem der Armen, berücksichtigt und die Herausforderungen der ökologischen Krise miteinbezieht. In diesem Sinne arbeiten bereits hunderte von Basisorganisationen der semiariden Region mit Methoden der Wasserspeicherung und -nutzung.

Auch die dezentralen Wasserzuleitungen, die der Atlas Nordeste der ANA (Agência Nacional de Águas) vorschlägt, gehen in die gleiche Richtung. Diese Maßnahmen sind viel kostengünstiger und umfassender in ihrer sozialen und räumlichen Reichweite als die Scheinlösung der Ableitung von Flusswasser des Rio São Francisco. Das damit angestrebte Lebens- und Produktionsmodell kommt von der Basis und geht von den wirklichen Bedürfnissen der Menschen in ihrer Region und von ihren selbstständigen Organisationen aus.

Unterzeichner des Manifests "Wasser für den Frieden", die am Welttag des Fastens für Frieden und Ernährungssouveränität teilnehmen, sind bisher (Stand 13.10.2008): Pax Christi International, Misereor (Deutschland), Via Campesina Brasil (MST, MPA, MAB, MMC, FEAB, CPT, PJR), CPP, PACS, CESE, CARITAS, Fórum Permanente em Defesa do Rio São Francisco, SERPAJ-Brasil e América Latina, International freie Wasser-Akademie.

 

Bitte teilen Sie der CPT mit, wenn ihre Organisation dieses Manifest unterzeichnen will und wer sich am Fasten beteiligt. E-Mail cptba@cpta.org.br oder an Via Campesina / Nordeste (e-mail viacampesinape@gmail.com ). Das ist wichtig, damit die Zahl der Teilnehmer veröffentlicht werden kann!

 

Fußnoten

Veröffentlicht am

16. Oktober 2008

Artikel ausdrucken

Weitere Artikel auf der Lebenshaus-WebSite zum Thema bzw. von