Afrika
23. Juni 2006
Notfalls das eigene LebenJener 16. Juni 1976, schrieb Nelson Mandela später in seinen Erinnerungen, sei ein Wendepunkt in der Geschichte des Kampfes gegen die Apartheid gewesen. Ein Tag des Widerstandes, der einen enorm hohen Preis hatte. Offiziell 560, anderen Zählungen zufolge über 800 Kinder wurden getötet, als weiße Polizeieinheiten in einen Demonstrationszug von Schülern schossen. Die protestierten dagegen, dass Afrikaans, von ihnen als Sprache der Unterdrücker begriffen, Unterrichtssprache an sämtlichen Schulen Südafrikas werden sollte. Vor 30 Jahren - Der Aufstand in Soweto. Von Andrea Strunk. (mehr...) 23. Mai 2006 Deutschland wird auch in Kinshasa "verteidigt"Zur aktuellen globalen Situation: Nach Angaben der UNO wird weltweit jährlich über eine Billion Dollar für Krieg und Militär ausgegeben, davon allein 450 Milliarden Dollar von den USA. Die USA sind militärisch ein Welthegemon. Die zweitgrößte Militärmacht ist die Europäische Union, deren Mitgliedsstaaten jährlich zusammen etwa 200 Milliarden Dollar fürs Militär verplanen. Aktuell plant die EU einen neokolonialen Militäreinsatz in der DR Kongo. Von Bernd Dücke. 04. April 2006 Vulkanische Gegend in AfrikaEs begann am Tag der Unabhängigkeit - es begann mit dem Tod Patrice Lumumbas. Die Ermordung seines ersten Ministerpräsidenten lastet wie ein Schatten über dem Kongo. Seither blieb es dem Kongo verwehrt, so etwas wie eine nationale Identität zu finden. Es waren derer zu viele, die etwas davon hatten, dass es nie dazu kam. Von Lutz Herden. (mehr...) 26. März 2006 NeokolonialismusDer Militäreinsatz im Kongo wird gegen jede Vernunft geplant. Offiziell geht es um Absicherung von Wahlen. 1 500 Soldaten sollen in das drittgrößte afrikanische Land mit dem autoritären Regime unter Joseph Kabila geschickt werden. Militärisch macht dieser Einsatz keinen Sinn. Verteidigungsminister Jung erklärt, warum er dennoch stattfinden soll: "Es geht auch um zentrale Sicherheitsinteressen unseres Landes! Wenn wir nicht dazu beitragen, den Unruheherd Kongo zu befrieden, werden wir mit einem großen Flüchtlingsproblem in ganz Europa zu tun bekommen." Und weiter: "Stabilität in der rohstoffreichen Region nützt auch der deutschen Wirtschaft." Von Tobias Pflüger. (mehr...) 26. März 2006 Langfristige Aufbauarbeit statt militärischem AktionismusDie aktuelle Debatte über einen EU-Militäreinsatz in der Demokratischen Republik Kongo lenkt die Aufmerksamkeit auf einen der schlimmsten Konflikte seit dem Zweiten Weltkrieg. Doch die ungeheure Leidsituation eines ganzen Volkes wird auf die Fragestellung um das Für und Wider einer EU-Militärintervention eng geführt. Aber die Ziele einer nachhaltig angelegten Kongo-Solidarität sind durch den derzeit anvisierten zeitlich befristeten EU-Militäreinsatz unter deutscher Führung nicht zu ersetzen. Im Gegenteil: Sie drohen, konterkariert zu werden. Eine Stellungnahme der pax-christi-Kommission "Solidarität mit Zentralafrika" zur aktuellen Debatte um einen EU-Militäreinsatz in der DR Kongo. (mehr...) 04. November 2005 Nigerianisches Öl - Treibstoff für VerbrechenZehn Jahre nach der Hinrichtung Ken Saro-Wiwas und weiterer acht Menschenrechtsaktivisten in Nigeria leben die Menschen im ölreichen Niger-Delta sehr gefährlich, wenn sie gegen Ölfirmen protestieren oder verdächtigt werden, die Ölproduktion zu behindern. Die Ölproduktion im Niger-Delta ist begleitet von schweren Übergriffen durch Sicherheitskräfte. Ölfirmen machen sich mitschuldig. Weitere Folgen des Ölbooms: Umweltschäden, Krankheiten, Armut. (mehr...) 14. Oktober 2005 Geber, Gönner, GläubigerUganda als dem viel beschworenen Musterland der “afrikanischen Wiedergeburt” wird eine Schlüsselrolle in der neuen Geopolitik auf dem Kontinent zugesprochen - sowohl im Konflikt zwischen Ruanda und Kongo als auch bei einer Befriedung des Sudan. Das ugandische Modell des Präsidenten Museveni hat einflussreiche Schirmherrn, die vorzugsweise in der US-Administration sitzen und es mit dem Souveränitätsbegriff nicht so genau nehmen. Von Rupprecht Podszun. (mehr...) 31. Juli 2005 Interessieren sich die USA jetzt für den Niger?Jan Egeland ist der Hilfekoordinator der UN. In dieser Woche verlautete er, wenn nicht umgehend geholfen werden, verhungerten demnächst in Niger 150.000 Kinder. Die Trägheit der Welt sei eine Tragödie für sich, so Egeland. Hätten die reichen Nationen rechtzeitig auf die Krise reagiert, 1 Dollar am Tag wären ausreichend gewesen, die Unterernährung im Niger zu stoppen - inzwischen sind $80 am Tag nötig, so Egeland. Das Desinteresse der Reichen hat Egeland dünnhäutig gemacht. Von Derrick Z. Jackson. (mehr...) 30. Juni 2005 Wahrheit macht die Dinge gutSeit 1988 hat sich Heinz Kimmerle mit afrikanischer Philosophie beschäftigt. Er vertritt einen unbedingt dialogischen Ansatz. Gemeinsam mit afrikanischen Kollegen befragt er traditionelle Weise zu Problemen, die in Afrika und in Europa das Denken stets beschäftigt haben, und vergleicht die Antworten und Lösungsangebote zu konkreten Lebensproblemen. Kimmerle ist Vertreter der Ethno-Philosophie, die davon ausgeht, dass auf europäische Fragen der Philosophie auch das traditionelle afrikanische Denken überraschende und aktuelle Antworten geben kann. Im Gespräch: Heinz Kimmerle über die Rolle von Gemeinschaft und Zeit in afrikanischer Philosophie. (mehr...) 12. Juni 2005 Minenfeld AngolaNach 27 Jahren Bürgerkrieg ist Angola mehr denn je einem mörderischen Erbe ausgesetzt - Hunderttausende von Minen, die in nahezu allen Regionen von den ehemaligen Kombattanten verlegt worden sind. Neben Afghanistan und Kambodscha gilt Angola seit Jahren als eines der Länder, das von diesen heimtückischen Waffen teilweise flächendeckend verseucht ist. Das Survey Action Centers (SAC), eine amerikanische Nichtregierungsorganisation (NGO), zu deren Sponsoren die EU und die US-Regierung gehören, bildet zusammen mit sechs weiteren NGO das Rückgrat des nationalen Minenaktionsprogramms. Von Gaby Gottwald. (mehr...) |
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