Naher und Mittlerer Osten
19. Oktober 2011
Uri Avnery: Wir, die Verräter"Es gibt Situationen, in der ein wirklicher Patriot keine Alternative hat, als ein Verräter zu sein", schrieb Rudolf Augstein in einer Rezension von einem meiner Bücher in den späten 80er-Jahren. Das Buch "Mein Freund, der Feind" beschrieb u.a. meine Begegnung mit Yassir Arafat. Es war die erste Begegnung zwischen einem Israeli und dem Führer der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO). Sie fand während der Schlacht um Beirut 1982 statt; um dies durchzuführen, musste ich die feindlichen Linien überqueren. Von Uri Avnery. (mehr...) 17. Oktober 2011 Von der Blockade zur Befreiung"Der angekündigte Gefangenenaustausch zwischen der Hamas-Regierung im Gazastreifen und der israelischen Regierung ist ein Paukenschlag. Die Familie des verschleppten israelischen Soldaten kann nach fünf Jahren Gilat Schalit in die Arme schließen und ihr Protestzelt vor dem Haus des Ministerpräsidenten abbauen. 1.027 weitere Familien werden auf die freizulassenden verschleppten Palästinenser, darunter 27 Frauen, warten." (mehr...) 16. Oktober 2011 Zahlen statt Kalkül: Um das Flüchtlingsproblem zu lösen, braucht es ein realpolitisches ModellIm November 1947 beschloss die UNO-Generalversammlung die Gründung zweier Staaten auf dem Territorium des bisherigen britischen Mandatsgebiets Palästina: eines israelischen und eines palästinensischen. Im Zuge der nachfolgenden israelisch-palästinensisch/arabischen Gewaltauseinandersetzungen wurden bis Mitte 1948 rund 720.000 Palästinenser aus ihren Heimatorten im künftigen Staat Israel vertrieben. Die Frage der Rückkehr dieser Flüchtlinge gilt gemeinhin als das bei Weitem schwierigste Problem aller Detailprobleme des Nahostkonflikts. Von Andreas Zumach. (mehr...) 09. Oktober 2011 Uri Avnery: "Viel Feind, viel Ehr"Ein altes Foto aus dem 1. Weltkrieg zeigt eine Kompanie deutscher Soldaten, die in einen Zug einsteigen, der sie zur Front bringt. An die Wagenwand hatte jemand gekritzelt: "Viel Feind, viel Ehr". In jenen Tagen, ganz am Anfang des Krieges, erklärte ein Land nach dem anderen Deutschland den Krieg. Der Geist des Graffito reflektiert die Hybris des obersten Befehlshabers, Kaiser Wilhelm, der sich auf den Kriegsplan des legendären deutschen Generalstabs verließ. Es war tatsächlich ein ausgezeichneter Kriegsplan, und wie bei vielen ausgezeichneten Kriegsplänen, ging von Anfang an alles schief ging. Der törichte Kaiser hat jetzt die Erben gefunden, die er verdient. Von Uri Avnery. (mehr...) 02. Oktober 2011 Uri Avnery: Meuterei auf der TitanicHier ist eine Geschichte, die niemals vorher erzählt wurde. Als die Titanic auf ihrem Weg über den Atlantik war, meuterte ihre Mannschaft. Sie verlangte höhere Löhne, weniger beengte Unterkünfte, bessere Ernährung. Sie versammelte sich auf dem unteren Deck und weigerte sich, von dort wegzugehen. Ein paar alte Mannschaftsmitglieder aus dem Maschinenraum schlugen vor, den Protest in seinem Kern zu erweitern. Sie behaupteten, der Kapitän sei äußerst inkompetent, die Offiziere seien Trottel und dass die Reise in einer Katastrophe enden würde. Aber die Führer des Protestes wiesen sie zurück. Von Uri Avnery. (mehr...) 01. Oktober 2011 Konsequenter Politikwechsel für Nahostfriedenpax christi und IPPNW fordern die Bundesregierung auf, ihre Nahostpolitik völlig neu auszurichten. Sie muss endlich zu einem Interessenausgleich beitragen, der auf der Grundlage von Menschenrechten und Internationalem Recht erfolgt. Dazu zählen Maßnahmen gegen die Siedlungspolitik und die Unterstützung des Aufnahmeantrags der PLO in der UN. (mehr...) 27. September 2011 Uri Avnery: Abu Mazens GlücksspielEine wunderbare Rede. Eine schöne Rede. Die Sprache geschliffen und elegant. Die Argumente klar und überzeugend. Der Vortrag tadellos. Ein Kunstwerk. Die Kunst der Heuchelei. Fast jedes Statement in der Passage, in der die israelisch-palästinensischen Probleme angesprochen wurden, war eine Lüge. Eine offensichtliche Lüge, weil der Redner wusste, dass es eine Lüge war - und auch die Zuhörer wussten dies. Es war Obama in seine besten Form. Obama in seiner schlechtesten Form. Von Uri Avnery. (mehr...) 26. September 2011 Es wird neue Kriege gebenDer UNO-Sicherheitsrat wird die Entscheidung über den Antrag auf die Anerkennung und UN- Mitgliedschaft des Staates Palästina für viele Monate verschieben. Hauptverantwortlich für diesen fatalen und historisch tragischen Beschluss sind die Vetomacht USA und das nichtständige Ratsmitglied Deutschland. Hauptprofiteure dieses Beschlusses sind - zumindest kurzfristig - die Regierung Netanjahu und die Hamas. Beide wollen keinen Palästinenserstaat und keine Friedensregelung. Von Andreas Zumach. (mehr...) 23. September 2011 Israel wünscht keinen palästinensischen Staat. Punkt.Was werden vor der UNO erzählen? Was könnten wir sagen? Ob in der Vollversammlung oder vor dem Sicherheitsrat, werden wir in all unserer Nacktheit dastehen: Israel wünscht keinen palästinensischen Staat. Punkt. Und es hat kein einziges überzeugendes Argument gegen die Errichtung und die internationale Anerkennung eines solchen Staates. Was werden wir also sagen, warum wir dagegen sind? Von Gideon Levy. (mehr...) 22. September 2011 Palästinensischer UN-Antrag ist neue Chance für den Nahost-FriedensprozessDie sozialmedizinische Hilfs- und Menschenrechtsorganisation medico international und ihre Partner Ärzte für Menschenrechte - Israel und die israelische Reservistenorganisation Breaking the Silence bewerten den palästinensischen Antrag auf Aufnahme in die Vereinten Nationen als neue Chance für den stockenden Nahost-Friedensprozess. (mehr...) |
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