Lebenshaus Schwäbische Alb - Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie e.V.

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Pazifismus

16. Januar 2026

Gewaltfreie, soziale Verteidigung im Rahmen einer (hypothetischen) Besetzung Grönlands

Vorliegender Beitrag analysiert, wie sich Grönland im hypothetischen Fall einer militärischen Besetzung durch die USA mit Mitteln der gewaltfreien, sozialen Verteidigung widersetzen könnte. Im Zentrum stehen nicht Fragen militärischer Abschreckung und Verteidigung, sondern eine effektive Verteidigungsstrategie, die sich der Fähigkeit und Bereitschaft zum gewaltfreien Widerstand, der Nichtkooperation mit dem Aggressor sowie Aktivitäten mit dem Ziel einer internationalen Delegitimierung des Okkupationsversuches verdankt. Aufbauend auf Theorien des zivilen Widerstands und historischen Fallbeispielen wird argumentiert, dass insbesondere kleine, sozial eng vernetzte Gesellschaften mit starker kultureller Identität über spezifische Vorteile für gewaltfreie Verteidigungsformen verfügen. Abschließend werden Voraussetzungen, Risiken und strategische Hindernisse dieser Verteidigungsform diskutiert. Von Egon Spiegel. (mehr...)


07. Januar 2026

Ein Lesebuch über die Friedensliebe der Rabbiner

Frühe Quellen zur Friedensliebe der Rabbiner erschließt der erste Hauptteil eines zu Jahresanfang 2026 vom Herausgeber Peter Bürger in Kooperation mit dem Lebenshaus Schwäbische Alb vorgelegten Lesebuches. Das Imperium Romanum zerstört im Jahr 70 nach Christus den Tempel zu Jerusalem. Die jüdischen Weisheitslehrer antworten auf diese Katastrophe nicht mit einer Angleichung an das aggressive Programm Roms. Sie folgen vielmehr jener Wegspur, in der die Zivilisation der Gewalt als sicherer Erweis von Gottlosigkeit gilt. Das rabbinische Judentum imponiert als eine biophile Religion des Friedens: Gehörst du zu jenen, die das Leben lieben und bessere Tage zu sehen wünschen? Achte darauf, wo die Boten der Freude wirken und leuchtende Augen anzutreffen sind. Suche den Frieden und jage ihm nach . . . (mehr...)


04. Dezember 2025

Entschieden gegen Kriegsdienstpflicht!

Als Kriegsdienstverweigerer und Pazifist ist mein Ziel die vollständige Abschaffung aller Armeen, eine völlige Entmilitarisierung, die Verwirklichung von Gerechtig­keit und Einhaltung der Menschenrechte als Voraussetzung für die Beseiti­gung von Kriegsursachen. Deshalb spreche ich mich klar gegen die Wiedereinführung einer Kriegspflicht aus – unabhängig ob "mit Zwang" oder "ohne Zwang". Nein zur "Wehrerfassung"! Nein zur "Zwangsmusterung"! Nein zur Vergrößerung der Bundeswehr! Nein zu jeder Kriegsvorbereitung. Nein zu allen Arten von Zwangsdiensten! Begrüßen würde ich, wenn alle jungen, volljährig gewordenen Menschen über Möglichkeiten eines Freiwilligendienstes im In- und Ausland  informiert werden würden. Vor allem "müsste viel mehr dafür getan werden, dass unsere Gesellschaft gewaltfreie Konzepte zur Lösung von Konflikten an die Hand bekommt – und nicht darüber geredet werden, wie man mit Aggressivität und vielen Waffen weitere Gewaltanwendungen abhalten kann." (DFG-VK Baden-Württemberg). Von Michael Schmid. (mehr...)


11. September 2025

Der Name ist Programm: Vom Verteidigungs- zum Kriegsministerium

Die Rückbenennung des US-Kriegsministeriums in den ursprünglichen und nicht-Orwellschen Namen sollte sich positiv auf die Sprache und das Verständnis der Menschen auswirken. Von David Swanson. (mehr...)


12. August 2025

Yurii Sheliazenko: Friedensarbeit inmitten von Krieg und Repression

In Kiew traf ich Yurii Sheliazenko, einen Quäker und Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen, der die ukrainische Friedensbewegung anführt und den ich bereits während meiner Reise in die Ukraine im vergangenen August getroffen und interviewt hatte, sowie seinen Freund Artem Denysov, der ebenfalls Quäker ist. Sie nahmen mich mit in die Wohnanlage "Fayna Town", in der Artem lebt: eine Art Stadt in der Stadt, umgeben von Zäunen und bewacht von Sicherheitskräften. Im Inneren gibt es Geschäfte, eine Apotheke, eine private Schule, viele Bäume und Rasenflächen sowie mehrere Kinderspielplätze. Artem zeigte uns ein noch leeres Gebäude, das am helllichten Tag von einer russischen Drohne beschädigt worden war, was die Bewohner in Angst und Schrecken versetzte, aber glücklicherweise keine größeren Schäden verursachte. Von Mauro Carlo Zanella. (mehr...)


30. Juni 2025

Warum "Gewaltfreiheit" selbst in einer gewalttätigen Welt nachhaltiger ist

Wir leben in einer Welt und in einer Kultur, die Gewalt rechtfertigt. Gaza, die Ukraine und die Wiederaufrüstung Europas sind lediglich die sichtbarsten Beispiele. Trotzdem dürfen wir andere Teile der Welt nicht vergessen, die ebenfalls unter der Gewalt leiden und weitgehend unsichtbar bleiben – Orte wie der Sudan, Myanmar oder die Demokratische Republik Kongo. Kann gewaltfreier Widerstand angesichts dieser Gegebenheiten noch eine wirksame Antwort bieten? Von Nicolas Paz. (mehr...)


26. Juni 2025

Erich Mühsam über die Revolution

In dem von der Schalom-Bibliothek in Kooperation mit dem Lebenshaus Schwäbische Alb edierten "Regal: Pazifisten & Antimilitaristen aus jüdischen Familien" liegt bereits seit Mai ein Band "Das Große Morden" vor – mit kraftvollen Voten gegen Militarismus und Krieg aus der Feder von Erich Mühsam (1878-1934, ermordet im KZ). Die anfängliche Nähe des anarchistischen Schriftstellers zu Tolstois Haltung in der "Gewaltfrage" wandelte sich im Zuge von Weltkriegsverlauf, Münchener Revolution und Tuchfühlung mit dem "Spartakusprogramm". Schließlich wünschte Mühsam, dass die Beherrschten ihre Waffen gegen jene richten, die ihnen das Kriegshandwerk aufgedrungen haben. Damit ein vollständigeres Bild vermittelt werden kann, erschließt die zweite Mühsam-Sammlung ergänzend zur oben genannten Sammlung vor allem auch solche Texte über Kampf und Revolution, in denen sich die Entfernung vom Pazifismus niedergeschlagen hat. (mehr...)


08. Juni 2025

Karl Kraus: Zum ewigen Gedächtnis

Karl Kraus (1874-1936) war österreichischer Schriftsteller. In den fast tausend Bänden seiner Zeitschrift Die Fackel und in insgesamt 700 Lesungen entlarvte er wortgewaltig die doppelbödige Moral der Zeit, die Phraseologie der Presse, einen verkommenen Literaturbetrieb und eine geistige Mentalität, die schließlich in den Ersten Weltkrieg mündete. Sein großes Weltkriegsdrama "Die letzten Tage der Menschheit" gilt als sein Hauptwerk und machte ihn international bekannt. Mehrmals wurde er von französischen Professoren für den Friedens- bzw. Literaturnobelpreis vorgeschlagen. Ein neues Lesebuch der Schalom-Bibliothek versammelt Texte zu Krieg und Frieden aus der Feder dieses Mannes, der zu den größten Satirikern der Weltliteratur überhaupt gehört. Die einzigartige Verbindung von Sprach- und Gesellschaftskritik ist das hervorstechende Merkmal seiner Satire. Gesellschaftliche Zustände entlarvt er gerade an deren sprachlichem Unvermögen, an der Phrase, deren man sich bedient. (mehr...)


23. Mai 2025

Erich Mühsam über "Zeitenwende" und Hochrüstung

Im Editions-Regal "Pazifisten und Antimilitaristen aus jüdischen Familien" (www.schalom-bibliothek.org) ist soeben ein neues von Peter Bürger in Kooperation mit dem Lebenshaus Schwäbische Alb herausgegebenes Lesebuch mit Texten von Erich Mühsam gegen Militarismus und Krieg erschienen. Viele der Texte im neuen Mühsam-Lesebuch "Das große Morden" klingen ganz aktuell – so als wären sie gerade eben erst geschrieben worden. Das ist schlimm! Wir sind auch deshalb – um eine Wendung von Klaus Hoffmann aufzugreifen – zu müde, um gegenüber den Vorbereitern eines dritten Weltkrieges als höfliche Bittsteller aufzutreten … (mehr...)


01. Mai 2025

Friedensbewegung und Sozialdemokratie - vom Kaiserreich bis zur Weimarer Republik

"Als Bismarck am 8. Oktober 1862 das Amt eines Ministerpräsidenten in Preußen übernahm, war seine programmatische Feststellung: "Die großen Fragen unserer Zeit werden nicht durch Majoritätsbeschlüsse gelöst werden, sondern durch Blut und Eisen." Es war eine Folge dieser Blut- und- Eisen-Diät, daß das deutsche Volk weniger an der Weltfriedensbewegung Anteil nahm, als man auf Grund des deutschen Beitrages zur Weltkultur in früheren Epochen hätte erwarten können. Man kann es nicht leugnen: im selben Verhältnis, wie Deutschland, militärisch erstarkt, zur Großmacht und ersten Macht des Kontinentes wurde, verringerte sich sein Ansehen als geistige Großmacht. [...] Im deutschen Volke selbst machte die deutsche Friedensbewegung in den Jahren bis 1914 nicht viel Fortschritte, und ihr Einfluß blieb gering. " - Peter Bürger hat Auszüge aus dem Buch "Die deutsche Friedensbewegung 1870–1933" von Richard Barkeley (siehe Textquelle) zum Artikel "Friedensbewegung und Sozialdemokratie - vom Kaiserreich bis zur Weimarer Republik" zusammengestellt.  (mehr...)