Buchrezensionen
20. Februar 2006
Gewaltfrei für den Frieden: Wolfgang SternsteinDie Friedensbewegung der 80er-Jahre des vorigen Jahrhunderts ist in unserer öffentlichen Erinnerung nur noch schemenhaft präsent. Das ist erstaunlich, wo diese Bewegung doch eine ganze politische und theologische Generation prägte. Die Einführung und Etablierung des zivilen Ungehorsams in die politische Kultur Mitteleuropas, die großen Demonstrationen, sowie die Etablierung des Begriffes “Gewaltfreiheit” in der politischen Sprache, das alles war mehr als nur ein momentanes Aufflackern. Darüber hinaus leistete die Friedensbewegung einen entscheidenden Beitrag zur friedlichen Beilegung des Kalten Krieges. Aus dem Inneren dieser verkannten Friedensbewegung, liegt inzwischen eine Autobiografie des Stuttgarter Friedensforschers Wolfgang Sternstein mit dem Titel “Mein Leben zwischen Gewalt und Gewaltfreiheit” vor. Von Wolfgang Weilharter. (mehr...) 09. Oktober 2005 Ein eindrückliches und lesenswertes Zeugnis für das Überleben der ZivilisationDas neue Buch von Peter Bürger “Hiroshima, der Krieg und die Christen” enthält zwei Teile. In den ersten beiden Kapiteln wird eine historische Erinnerung an Hiroshima, Nagasaki und die Folgen unternommen, die beiden nachfolgenden beschäftigen sich mit der kirchlichen und theologischen Bedeutung des Themas “Atomwaffen” bzw. “Krieg”. Eine Buchbesprechung von Michael Schmid. (mehr...) 21. Juni 2005 Jüdische Dissidenten über Zionismus und IsraelAdam Shatz, Literaturverleger von “The Nation Magazine”, hat ein Buch über “Verachtete Propheten: Ein Jahrhundert des dissidenten jüdischen Schreibens über Zionismus und Israel” geschrieben. Der Titel “Verachtete Propheten” betont zugleich den schrecklichen Preis, den die außergewöhnlich vorausschauenden Männer und Frauen dafür haben zahlen müssen, dass sie sich gegen den Zionismus aussprachen und gegen die (schlechte) israelische Behandlung der Palästinenser. Diese jüdischen Dissidenten sind angegriffen worden, weil sie (angeblich) Israels Feinden “Munition” gegeben hätten. Sie wurden “sich-selbsthassende Juden” bezeichnet. Eine Buchbesprechung von Ed Corrigan. (mehr...) 15. Juni 2005 "Krieg ist der Mord auf Kommando"Dieser Satz von Pierre Ramus hat der gerade von Beatrix Müller-Kampel herausgegebenen Sammlung historischer Texte zum Thema Friedenskonzepte seinen Titel gegeben. Ramus steht in diesem Buch exemplarisch für die anarchistische Konzeption, die im Staat die entscheidende Kriegsursache erkannte und zur Verweigerung und schließlich Revolution gegen den Krieg aufrief. Die andere Tradition im Kampf gegen den Krieg, die pazifistische, setzte darauf, dass durch zunehmende Rationalität auch die zwischenstaatlichen Beziehungen zivilisiert würden. Diese Strömung wird insbesondere an der Person Bertha von Suttner (1843 - 1914) aufgezeigt. Insgesamt eine interessante Publikation, die zum Nachdenken und zur Diskussion anregen kann. Von Michael Schmid. (mehr...) 05. April 2005 Kino der Angst - Studie über kriegssubventionierende US-Spielfilme und über GegenstrategienNach seiner jüngsten Buchveröffentlichung “Napalm am Morgen” (2004) über den kriegskritischen Vietnamfilm [www.napalm-am-morgen.de] hat der Düsseldorfer Publizist Peter Bürger nun eine 630 Seiten starke Studie über kriegspropagandistische US-Filme seit der zweiten Hälfte der 80er Jahre abgeschlossen. Eine vergleichbare Darstellung dieses Gegenstandes liegt in der deutschsprachigen Literatur nicht vor. Der Titel: “Kino der Angst - Terror, Krieg und Staatskunst aus Hollywood”. Es handelt sich dabei nicht um eine filmästhetische Betrachtung, sondern um einen Beitrag zur Friedensforschung. Eine Besprechung von Wolfgang Kuhlmann. (mehr...) 26. Februar 2005 No Peace Without LawDas Völkerrecht soll gewährleisten, dass überlebenswichtige Lernprozesse der menschlichen Zivilisation vor dem Schicksal von Eintags-Fliegen bewahrt bleiben. Sechs Jahrzehnte nach Gründung der UNO verbreitet die machtpolitische Propaganda nun in Sachen Völkerrecht Zynismus und resignative Stimmungen. Bundesverwaltungsrichter Dr. Dieter Deiseroth hält im Gegensatz dazu am geltenden Recht fest und zeigt in seinem neuen Buch auf, wie es im Rahmen der bestehenden internationalen Ordnung auch zum Zuge kommen könnte. Rezension zum Buch: “Stärkung des Völkerrechts durch Anrufung des Internationalen Gerichtshofs” von Dieter Deiseroth durch Peter Bürger. (mehr...) 21. Februar 2005 Mit Martin Luther King für ein anderes AmerikaDer Theologe und Friedensforscher Hans-Eckehard Bahr hat ein neues Buch über Martin Luther King herausgebracht. Bahr berichtet in diesem aktuellen Buch über die dramatischen Lebensstationen Kings, dessen Zivilcourage, seine innere Kraft und sein politisches Schicksal. Interessant und ermutigend sind Bahrs Ausführungen darüber, dass Kings Vision einer einzigen Welt-Gesellschaft in unserer heutigen Zeit hochaktuell ist. Insgesamt ein sehr gelungener Einblick in das Leben eines der wichtigsten Menschen des vergangenen Jahrhunderts, dessen Vermächtnis der Gewaltfreiheit es dringend lebendig zu halten und weiter zu entfalten gilt. Von Michael Schmid. (mehr...) 02. Februar 2005 "Mein Weg zwischen Gewalt und Gewaltfreiheit"Wer das Geschehen von drei Jahrzehnten gewaltfreier Widerstandsgeschichte in der Bundesrepublik kennen lernen oder sich daran erinnern möchte - die Autobiografie von Wolfgang Sternstein bietet eine wahre Fundgrube. Gerade das Persönliche ist es, was so wichtig und herausfordernd ist, weil dadurch Einblicke in die Hoffnungen und Wünsche, in die Enttäuschungen und Konflikte eines Menschen möglich werden, der sich im Laufe seines Lebens immer mehr zu einem gewaltfreien Aktivisten gewandelt hat. Eine höchst interessante, spannende, aufschlussreiche, herausfordernde und ermutigende Lektüre. Eine Rezension von Michael Schmid. (mehr...) 07. September 2004 Gegen die Bombe - Ermutigung zum WeitermachenWarum ging der Kalte Krieg zu Ende? Welche Auswirkung hatte die weltweite Bewegung zur Ächtung der Atombombe auf die Regierungspolitik? Dies ist der Gegenstand ausführlicher Forschung und Analyse von Lawrence S. Wittner, die viele Aspekte internationaler Angelegenheiten erhellt und allen denjenigen, die gegen den Rüstungswettlauf und den Kalten Krieg marschiert, demonstriert und gesprochen haben, Mut machen sollte. Buchbesprechung von Ann Lakhdhir. (mehr...) 11. November 2003 "Versteck dich, wenn sie schießen"Jürgen Grässlin stellt das G3 von Heckler & Koch in den Mittelpunkt seines neuen Buches “Versteck dich, wenn sie schießen”. Er gibt den Opfern, die weit weg von uns leben, ein Gesicht. Er bringt uns friedliebende Menschen nahe, deren einzige “Schuld” darin besteht, dass sie zur falschen Zeit am falschen Ort geboren und aufgewachsen sind. Und so ist ihr Schicksal geprägt von jahrelangen Bürgerkriegen und dem Einsatz der effizientesten Vernichtungsmaschinen, welche die Menschheit je entwickelt hat: den sogenannten Kleinwaffen. Eine Buchbesprechung von Michael Schmid. (mehr...) |
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