Bürger, Peter
13. August 2026
Gesamt-Prospekt der Tolstoi-FriedensbibliothekVor dem Ersten Weltkrieg galt der russische Dichter Leo N. Tolstoi (1828-1910), der auch Mahatma Gandhi inspirierte, weltweit als der bedeutsamste Botschafter des Friedens. Seine Aktualität in unserem Jahrhundert ist gleichermaßen erstaunlich und erschreckend. Seit Anfang 2023 gibt es für den deutschsprachigen Raum unsere von Pazifistinnen/Pazifisten eröffnete Tolstoi-Friedensbibliothek (TFb) – mit inzwischen 45 Bänden (Gesamtumfang 17.825 Seiten) in vier Reihen. Einen schnellen Überblick vermittelt jetzt ein als PDF abrufbarer Gesamtprospekt – über dessen Weiterleitung an Interessierte wir uns freuen. Von Peter Bürger. (mehr...) 08. August 2026 Der Bremische Kirchentag liebt die Bombe nicht!Der vorsätzliche Massenmord an hunderttausenden japanischen Zivilisten durch die Atombomben-Angriffe des US-Militärs vom 6./9. August 1945 konnte jahrzehntelang über einen zynischen Propagandakomplex zur "militärischen Notwendigkeit" umgedeutet werden – bis hin zur ultimativen Absurdität: Die Bombe habe in Wirklichkeit Leben gerettet … Doch die US-Führung wusste zum Zeitpunkt des Verbrechens längst um die Kapitulationsbereitschaft Japans. Die Möglichkeit, beide (!) Bombentypen noch vor Friedensverhandlungen an lebenden Menschen zu erproben, wollte man sich nicht nehmen lassen. Die Opfer wurden von den Tätern hernach in einem eigenen militärwissenschaftlichen Programm wie Versuchskaninchen hinsichtlich der körperlichen Wirkungen untersucht, doch medizinische Hilfe erhielten sie nicht. Das ganze Lügengebäude über den großen Nutzen und die "Schönheit" des Manhattan-Projekts ist längst zusammengebrochen. Es gibt natürlich hartgesottene Zeitgenossen, die selbst "vorm Teufel in der Hölle keine Angst haben". Die Verfasser der EKD-Denkschrift "Welt in Unordnung …" (November 2025), die nicht als Synodenbeschluss missinterpretiert werden darf, schreiben im "Blick auf Atomwaffen", dass der Besitz von Nuklearwaffen angesichts der weltpolitischen Verteilung dieser Waffen politisch notwendig sein könne. Von Peter Bürger. (mehr...) 29. Juli 2026 "Friede ist die Überlebensbedingung der Menschheit"Die jüngste EKD-Denkschrift "Welt in Unordnung - Gerechter Friede im Blick" (November 2025) hat wegen ihrer regierungsnahen und militärfreundlichen Ausrichtung viel Widerspruch hervorgerufen. In der Reihe "Umdenkschrift zum Evangelischen Diskurs über Krieg und Frieden" werden die kritischen Wortmeldungen zum neuen deutschen Kirchenkurs erschlossen. Der jetzt vorgelegte dritte Band enthält auf über 400 Seiten zahlreiche weitere Beiträge zur EKD-Kontroverse und dokumentiert Ökumenische Friedensstimmen, die ermutigen. (mehr...) 08. Juli 2026 "Friedensbotschaften der Hebräischen Bibel" – ein Erster Band der Sammlung liegt vorNach den Lesebüchern zur "Friedensliebe der Rabbiner" und zu "Gewalt und Kriegstheologie" im sog. ‚Alten Testament‘ liegt jetzt auch der angekündigte Erste Band zu den "Friedensbotschaften der Hebräischen Bibel" vor. Diese Eröffnung einer neuen Sammlung der Schalom-Bibliothek gewährt vor allem Einblicke in die friedenstheologische Bibellektüre (AT) von Christinnen und Christen. Die Forschungsbeiträge, Essays und Predigten im Lesebuch stammen von Peter Bürger, Klara Butting, Friedrich Erich Dobberahn, Ulrich Duchrow, Matthias-W. Engelke, Antje Heider-Rottwilm, Margot Käßmann, Rainer Kessler, Ansgar Moenikes, Thomas Nauerth, Orna Pilz (Reform-Rabbinerin), Ruth Poser, Salomé Richir-Haldemann, Franz Segbers, Egon Spiegel, Anja Vollendorf, Marie-Noëlle von der Recke und Bärbel Wartenberg-Potter. Ein Lesebuch der Schalom-Bibliothek – in Kooperation mit Frieden wagen e.V., dem ‚Kuratorium Abrahamskrone‘ und dem Ökumenischem Institut für Friedenstheologie. (mehr...) 29. Juni 2026 Pazifisten und Antimilitaristinnen aus jüdischen FamilienEine ‚Werkbank‘ des Projekts "Schalom-Bibliothek" zu Pazifisten und Antimilitaristinnen aus jüdischen Familien enthält als Ergebnis eines ersten Recherche-Durchgangs mit vorrangig deutscher Perspektive schon fast 200 Namens-Einträge. Warum waren und sind Juden/Jüdinnen bzw. Menschen aus jüdischen Familien auffällig stark in der weltweiten Friedensarbeit vertreten? Aus friedenstheologischer Sicht möchte ich gerne annehmen, dass – auch bei den ‚Säkularen‘ – vor allem Prägungen durch die jüdische Religion einen Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden begünstigt haben. Es hat ja kein Geringerer als Ernst Bloch (1885-1977) die Vision der Propheten Israels ("Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern und Winzermesser aus ihren Lanzen") als "das Urmodell der pazifistischen Internationale" betrachtet. Ein historischer Überblick vom 19. Jahrhundert bis hin zur Gegenwart – über mutige Menschen und "kluge Köpfe", die unter keinen Stahlhelm passen. Von Peter Bürger. (mehr...) 22. Juni 2026 Russlandfeldzug, Völkermord und fehlende "Kirchenbuße"Die deutschen katholischen und evangelischen Kirchenleitungen assistierten bei Hitlers Vernichtungsfeldzug gen Osten mit über 20 Millionen Opfern. – Wann werden sie endlich durch Taten ihre Reue unter Beweis stellen? Von Peter Bürger. (mehr...) 17. Juni 2026 KI, Kanzel und Vernichtungskrieg - Die Unterstützung der beiden großen deutschen Kirchen für Hitlers RusslandfeldzugDie Systeme der sogenannten künstlichen Intelligenz können aufgrund der von ihnen herangezogenen riesigen Textbibliotheken mitunter durchaus beachtliche "Aufsätze" zu vorgegebenen Themenstellungen produzieren, so den nachfolgenden, von mir am 17.6.2026 bei "google-KI" abgefragten Text zur kirchlichen Unterstützung des am 22. Juni 1941 begonnenen deutschen Vernichtungsfeldzuges gegen "Russland". Durch diese experimentelle Abfrage sollten für das Projekt "Kirche & Weltkrieg" der Informationsstand und ggfs. auch Ausfilterungen der KI-Wissenssysteme erkundet werden. Das hier dokumentierte Ergebnis weist einige Schwachstellen bzw. Ungenauigkeiten auf und bewertet u.a. den letzten Stand der kirchlichen "Schuldbekenntnisse" bzw. Aufarbeitung angesichts eines Völkermords mit mehr als 20 Millionen Opfern zu wohlwollend. Gleichwohl zeigt es - jenseits wissenschaftlich verwertbarer Literatur -, dass die Internet-Suchkomplexe heute durchaus in beachtlichem Umfang Sachverhalte zum Thema der Kirchlichen Assistenz beim militärisch ausgeführten Genozid im sog. "Russlandfeldzug" erschließen können. Von Peter Bürger. (mehr...) 14. Mai 2026 "Pazifismus – Ein Grundriss"In der Reihe "edition pace" ist soeben das neue Werk des Friedensforschers Egon Spiegel "Pazifismus – Ein Grundriss" erschienen, herausgegeben in Kooperation mit dem Ökumenischen Institut für Friedenstheologie. (mehr...) 30. April 2026 Gewalt und Kriegstheologie in der Hebräischen BibelDie Hebräische Bibel, eine Sammlung höchst unterschiedlicher, z.T. geradezu gegensätzlicher Bücher aus dem ersten Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung, gehört für mehr als zwei Milliarden Menschen zum anerkannten Kanon "Heiliger Schriften". Sie enthält eine zivilisatorische Friedensperspektive für den Erdkreis, die angesichts der Möglichkeit eines selbstmörderischen Weltkriegs der Gattung "Homo sapiens" mehr denn je höchste Beachtung verdient. Das neue Lesebuch der Schalom-Bibliothek richtet sich nicht nur an sogenannte Fachleute oder ein frommes Publikum. Es versammelt Beiträge von neun christlichen Theologen zu "Gewalt und Kriegstheologie in der Hebräischen Bibel" (Peter Bürger, Friedrich Erich Dobberahn, Jürgen Ebach, Bruno Kern, Ansgar Moenikes, Bernhard Lang, Thomas Nauerth, Egon Spiegel, Jochen Vollmer +). Alle Felder der Thematik, unterschiedliche Standorte und neue Zugänge werden erschlossen. – Kooperationspartner: Frieden wagen e.V., Kuratorium ‚Abrahamskrone‘, Ökumenisches Institut für Friedenstheologie. (mehr...) 06. März 2026 "Die Mächtigen des Erdkreises sind unzurechnungsfähig und haben keine Scheu vor einem Dritten Weltkrieg""Die Passagen zur sogenannten regelbasierten Ordnung lesen sich so, als hätten die Autoren die letzten Jahrzehnte auf einem anderen Planeten verbracht" – das sagt der Publizist Peter Bürger zum neuen Positionspapier der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zum Thema Krieg. Im Interview mit den NachDenkSeiten rechnet Bürger mit einer Kirche ab, die "die Gewaltlosigkeit des Evangeliums von Jesus zu einer privaten Frömmigkeitsangelegenheit verharmlost“. Der "Schutz vor Gewalt" sei in dem Positionspapier zwar ein Schlüsselwort, doch: "Palästinensischen Menschengeschwistern möchte ich die Lektüre aber nicht empfehlen, denn der militärische Massenmord an zehntausenden Menschen in Gaza erschüttert die Kirchenleitung in diesem Zusammenhang offenbar nicht." Von Marcus Klöckner. (mehr...) |
|