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Siemens muss Weg für Verschrottung der Hanauer Atomfabrik freimachen

Gammertingen, 28.04.2004: Das Lebenshaus Schwäbische Alb e.V. begrüßt die gestrige Erklärung eines Sprechers des chinesischen Außenministeriums, die Verhandlungen über die umstrittene Lieferung der Hanauer Plutoniumanlage an China seien “eingestellt”. Damit verbunden ist die Hoffnung, dass sich die chinesische Regierung endgültig entschieden hat, auf den Kauf der Hanauer Plutonium-Anlage zu verzichten.

Noch befürchtet man beim Lebenshaus, mit der chinesischen Erklärung solle nur der Staatsbesuch des chinesischen Ministerpräsidenten in der kommenden Woche in Deutschland von diesem Konflikt entlastet werden.

“Die Initiative ?Hanau selber kaufen’ sowie die verbreitete ablehnende Haltung insbesondere an der Basis von Bündnis 90/Die Grünen hat gewirkt. Jetzt muss auch die Bundesregierung das Verwirrspiel um die Hanauer Plutoniumanlage endlich beenden,” sagt Michael Schmid, Geschäftsführer des Lebenshaus Schwäbische Alb e.V. “Erst ein grundsätzliches Nein der Bundesregierung kann alle Spekulationen über den zukünftigen Export beenden.”

Zwischenzeitlich hätten bei der Initiative “Hanau selber kaufen” über 8000 Menschen und Gruppierungen mehr als eine Million Euro für den Kauf der Hanauer Atomfabrik gezeichnet. Diese aktive politische Willensbekundung müsse von den Politikern ernst genommen werden, meint Michael Schmid. Das Lebenshaus Schwäbische Alb e.V. sowie einzelne Vereinsmitglieder würden diese Aktion durch die Zusage unterstützen, einen Beitrag zum Kaufpreis zu leisten.

Das Lebenshaus Schwäbische Alb e.V. ist gegen die Ausfuhr der Anlage nach China oder ein anderes Land, weil die Fabrik Plutonium verarbeitet, das sowohl für zivile wie militärische Zwecke genutzt werden kann. Plutonium sei extrem Krebs erregend. Schon wenige Gramm könnten durch Einatmen Lungenkrebs hervorrufen. Außerdem versetze der Export der Plutonium-Anlage die Besitzer in die Lage, große Mengen waffenfähiges Plutonium zu produzieren.

“Wir kennen die schrecklichen Folgen eines Atomkrieges sowie der ?friedlichen Nutzung’ der Atomenergie. Hiroshima, Nagasaki sowie der Super-GAU von Tschernobyl haben neben den unmittelbaren Todesopfern über Jahrzehnte hinaus verheerende Auswirkungen auf die Gesundheit von Menschen”, so Schmid. “Deshalb setzen wir uns für die Abschaffung aller Atomwaffen und Atomkraftwerke weltweit ein.”

Das Lebenshaus Schwäbische Alb e.V. sieht auch den Weltkonzern Siemens in der Verantwortung, seinen Beitrag zur Nichtverbreitung von atomwaffenfähigem Material zu leisten. Siemens müsse nun ihre an die Bundesregierung gerichtete “Voranfrage” für die Erteilung einer Ausfuhrgenehmigung für die Hanauer Plutoniumfabrik nach China formell zurückzuziehen und zusichern, diese bis zum Jahresende zu verschrotten.

Informationen bei: Lebenshaus Schwäbische Alb e.V., Tel. 07574-2862, E-Mail info@lebenshaus-alb.de, Internet: www.lebenshaus-alb.de.

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Veröffentlicht am

28. April 2004

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