Lebenshaus Schwäbische Alb - Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie e.V.

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Verbraucherschützer warnen vor Konferenz-Euphorie: “Wende zu erneuerbaren Energien liegt noch vor uns!”

“Die Wende zu erneuerbaren Energien ist noch nicht geschafft, auch nicht durch die Bonner Konferenz. Statt Bekenntnissen brauchen die erneuerbaren Energien gleichberechtigte Wettbewerbsbedingungen und einen sorgsameren Umgang mit Energie. Davon sind wir noch weit entfernt”, kommentierte Aribert Peters, der Vorsitzende des Bundes der Energieverbraucher, die Bonner Konferenz. Als Mitglied des Weltverbraucherbundes “Consumers International” hatte auch der Bund der Energieverbraucher wie viele andere Bürger-, Umwelt- und Industrieorganisationen an der Konferenz teilgenommen.

Faire Wettbewerbschancen angemahnt

Die Forderung fast aller Konferenzteilnehmer nach fairen Wettbewerbschancen für erneuerbare Energien ist noch sehr weit von der Wirklichkeit entfernt: Noch immer entfallen weltweit mehr als neunzig Prozent aller Investitionen, Subventionen und Forschungsmittel auf Öl, Gas, Kohle und Atomenergie. Die Konferenz hat diesen zentralen Webfehler derzeitiger Energiepolitik benannt. Eine Kurskorrektur ist jedoch weder weltweit noch in Deutschland zu erkennen. Sie wird massiv behindert durch die Interessen der etablierten Energiewirtschaft. Auf der Tagung wurde dieser Konflikt nicht thematisiert oder bearbeitet.

Weitermachen wie bisher reicht nicht

Die Konferenz hat den Zusammenhang zwischen Armut, Entwicklungsrückstand und Energieversorgung unübersehbar gemacht. Und die dringende Notwendigkeit zum Handeln verdeutlicht, aus Gründen des Umweltschutzes, der Versorgungssicherheit, des Weltfriedens und der Armutsbekämpfung. Heidemarie Wieczorek-Zeul: “Täglich verhungern 24.000 Menschen. Weitermachen wie bisher reicht nicht aus. …Das Energieproblem steht im Zentrum der großn politischen Herausforderungen dieses Jahrhunderts”. Die armen Länder, die am dringendsten auf erneuerbare Energien angewiesen sind, können sich die notwendigen Investitionen nicht leisten. Und die reichen Länder verweigern ihnen die Mittel dafür. Symptomatisch dafür steht die Weltbank, die gerade ein Prozent ihrer Mittel in erneuerbare Energien investiert. Weltbank-Chef Woitke: “Auch erneuerbare Energien müssen sich finanziell rentieren, sonst wären sie nicht nachhaltig”. Die Weltbank will in den kommenden fünf Jahren ihre Investitionen in erneuerbare Energien von ein auf zwei Prozent verdoppeln.

Aktionsplan unzureichend

Einen nennenswerten Beitrag liefern erneuerbare Energien derzeit weltweit nicht, insbesondere im Vergleich zum rasch steigenden Energieverbrauch. Daran kann sich auch nichts ändern, wenn die Entwicklung wie bisher weitergeht. Der von der Konferenz beschlossene Aktionsplan und die politische Erklärung gehen nur wenig über das “Business as usual” hinaus. Hier kann man keinesfalls von einem großn Durchbruch sprechen. Die Konferenz hat die Notwendigkeit zu einer Kurskorrektur unübersehbar gemacht. Derzeit geht es aber noch im alten Trott weiter. Die EU-Umweltkommissarin Margot Wallström mahnte: “Wenn man die Richtung nicht ändert, läuft man immer im Kreis”.

Bundesrepublik: Windstrom befriedigt nur Mehrverbrauch

In der Bundesrepublik, dem Land mit dem weltweit erfolgreichsten Programm zur Förderung erneuerbarer Energien, ist der Stromverbrauch in den vergangenen zwölf Jahren um mehr gewachsen, als die Windstromerzeugung ausmacht. Der Strom aus PHOTOVOLTAIK stellt einen verschwindenden Anteil am Strombedarf dar. Und auch die Wärme aus der Sonne leistet derzeit keinen nennenswerten Beitrag zur Energieversorgung.

Effizienzerhöhung nicht thematisiert

Bei sehr sparsamem Verbrauchsverhalten könnte die Windenergie in Deutschland derzeit den Stromverbrauch aller Privathaushalte abdecken. Tatsächlich deckt sie nur die Verluste durch unnützen Stand-By-Schaltungen ab. Effizienzerhöhungen sind weitaus wirtschaftlicher als die Nutzung erneuerbarer Energien. Die enge Beziehung zwischen effizienterer Energienutzung und erneuerbaren Energien wurde von der Tagung weder systematisch thematisiert noch programmatisch umgesetzt.

Kurzfristiger Handlungsbedarf

“Die Beschlüsse und Handlungspläne der Konferenz werden dem dringenden Handlungsbedarf in keiner Weise gerecht”, resümiert der Vereinsvorsitzende Aribert Peters. “Die Konferenz hat die Aufmerksamkeit auf die gravierenden Defizite bei der Nutzung erneuerbarer Energien gelenkt und auch auf den kurzfristigen Handlungsbedarf. Der Kampf um unsere Energiezukunft hat zwar begonnen, er ist aber noch nicht gewonnen”.

Quelle: Bund der Energieverbraucher vom 07.06.2004

Zusätzlich zu dem dringend erforderlichen Einsatz für erneuerbare Energien auf der politischen Ebene gibt es Möglichkeiten auf der persönlichen Ebene, Energie zu sparen und den Umstieg in die Wege zu leiten. Hinweise finden sich z.B. in folgenden Artikeln unserer Lebenshaus-Website:

Veröffentlicht am

08. Juni 2004

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