Lebenshaus Schwäbische Alb - Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie e.V.

Ihre Spende ermöglicht unser Engagement

Spendenkonto:
Bank: GLS Bank eG
IBAN:
DE36 4306 0967 8023 3348 00
BIC: GENODEM1GLS



Suche in www.lebenshaus-alb.de
 

Deutsche verpulvern noch zu viel Energie. Studie zu Energieverbrauch von Haushalten und Gewerbe

Das Fraunhofer ISI hat gemeinsam mit dem DIW Berlin, dem Marktforschungsinstitut GfK, dem Institut für Energetik und Umwelt in Leipzig und der TU München für das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit den Umgang mit Energie genauer untersucht als die üblichen Energiestatistiken - und überraschende Erkenntnisse gewonnen.

Wie hoch ist der Energieverbrauch in deutschen Haushalten, im Gewerbe und in öffentlichen Einrichtungen tatsächlich und wodurch wird er beeinflusst? Diesen Fragen ging eine Studie unter Federführung des Fraunhofer-Instituts für Systemtechnik und Innovationsforschung in Karlsruhe nach. Danach haben die immer wieder verschärften Wärmeschutzanforderungen im Lauf der letzten 25 Jahre erhebliche Heizenergieeinsparungen gebracht, aber bei weitem nicht so viel wie erwartet. Es mangelt an der Bauausführung, aber auch am sparsamen Verhalten der Bewohner.

Laut Studienleiterin Barbara Schlomann bringt ein Grad weniger im Wohnzimmer immerhin eine um drei Prozent niedrigere Heizkostenrechnung. Fast die Hälfte der deutschen Haushalte verpulvert außerdem über stundenlang gekippte Fenster im Schlafzimmer unnötig Heizenergie. Und um den Verbrauch an Heizenergie zu senken, sollten alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden. Denn allein durch die immer größer werdende Wohnfläche, die jede Person für sich beansprucht, erhöht sich der Energiebedarf beträchtlich. Einen Beitrag zur umweltfreundlichen Energieversorgung könnten auch effiziente Holzheizungen leisten. Heute haben sie in den Wohnungen nur einen Anteil von sechs Prozent.

Die Befragung von über 20.000 Haushalten, die von der GfK ausgeführt wurde, zeigt auch, wo die Stromfresser unter den elektrischen Geräten und Anlagen lauern: So erhöht ein Klimagerät den Stromverbrauch um 120 Kilowattstunden pro Jahr, eine Sauna schlägt gar mit 450 Kilowattstunden zu Buche. Auch die Stromkosten für Wasserbetten, Aquarien, Geschirrspüler, Kühlschränke und elektronische Geräte fallen ins Gewicht, viele dieser Geräte sind auf dem Vormarsch. Mit Energiesparlampen sind die Haushalte noch spärlich ausgestattet - nur jede siebte Lampe ist energiesparend. Und auch ein Blick auf den Spritverbrauch könnte nicht schaden: Privat-Pkw fahren über 13.000 Kilometer pro Jahr und verbrauchen dabei fast 1.100 Liter Kraftstoff.

Im gewerblichen Bereich sind der Handel und die Büros die größten Energieverbraucher in Deutschland. Hier schlägt vor allem die Zunahme der klimatisierten Flächen und die wachsende Zahl von Geräten der Informations- und Kommunikationstechnik zu Buche.

Insgesamt liefert die Studie eine Fülle wertvoller Daten zum Energieverbrauch der privaten Haushalte und des gewerblichen Bereichs, die eine wichtige Ergänzung der herkömmlichen Energiestatistik darstellen. Solche Daten werden immer wichtiger, wenn es um die Frage geht, wie Deutschland die internationalen Vereinbarungen zum Klimaschutz einhalten kann.

Weitere Informationen: Barbara Schlomann, Tel. 0721-6809-159, E-Mail: b.schlomann@isi.fraunhofer.de

Quelle: Bund der Energieverbraucher vom 28.05.2004.

Veröffentlicht am

31. Mai 2004

Artikel ausdrucken