Lebenshaus Schwäbische Alb - Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie e.V.

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5 Jahre Irakkrieg - 25 Jahre Ostermarsch zu regionalen Atomwaffenstellungen

Gammertingen, 24.03.2008: Die Beendigung des Krieges im Irak und der Abzug der Besatzungsmächte wurden bei einer Mahnwache in Gammertingen gefordert. Diese Aktion war gleichzeitig eine der Auftaktveranstaltungen für die diesjährigen Ostermärsche in Deutschland. Am Karsamstag fand der der Ostermarsch Baden-Württemberg in Stuttgart statt. Neben der Beteiligung an den aktuellen Ostermärschen erinnert der Verein Lebenshaus Schwäbische Alb - Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie e.V. an einen dreitägigen Ostermarsch vor 25 Jahren nach Inneringen und Großengstingen.

Am 20. März nahmen in Gammertingen 11 Menschen an einer vom Lebenshaus Schwäbische e.V. organisierten Mahnwache teil, um gegen den seit fünf Jahre andauernden Krieg im Irak zu protestieren. In einer Rede betonte Michael Schmid, Geschäftsführer des Lebenshauses, dass die Bilanz nach fünf Jahren Krieg und Besatzung absolut verheerend sei. Es sei zu befürchten, dass bereits rund eine Million Menschen durch direkte Kriegseinwirkungen und indirekte Kriegsfolgen ihr Leben verloren hätten. Nach Angabe der UN-Flüchtlingsorganisation seien zudem zwei Millionen Irakerinnen und Iraker Flüchtlinge im eigenen Land, weitere zwei Millionen seien in benachbarte Länder wie Syrien und Jordanien geflohen. Durch den Krieg gegen Irak seien also leider die absolut schrecklichen Folgen eingetroffen, die Kriegsgegnerinnen und Kriegsgegner vorher gesagt hätten. Er habe zu einer der weltweit größten humanitären Katastrophen der letzten Jahrzehnte geführt.

Es habe sich inzwischen auch bestätigt, dass die Begründungen für den Krieg Lügen und Propaganda gewesen seien, so Schmid. “Die Behauptung, der Irak habe Massenvernichtungswaffen, hat sich als plumpe Lüge entpuppt.” Ebenso sei es eine Lüge gewesen, Saddam Husseins Regime unterstütze das Terror-Netzwerk El Kaida. Denn erst nach der Invasion sei der Irak dann schnell zu einem Tummelplatz von Terroristen aus der ganzen Welt geworden. Das nachgeschobene Ziel der Demokratisierung habe sich als Farce erwiesen. Es herrsche vor allem Chaos im Irak und das Leben in diesem Land stehe unter ständiger Gewaltdrohung. Zudem habe der Krieg die gesamte Region weiter destabilisiert.

“Der Krieg muss beendet, die Besatzungskräfte müssen abgezogen werden”, forderte der Redner. Dafür müsse ein verbindlicher Zeitplan aufgestellt werden. Dies würde den Weg für Verhandlungen freimachen, in die alle wesentlichen irakischen Kräfte einbezogen werden müssten. Der dann folgende Prozess der Stabilisierung und des Wiederaufbaus müsse unter der Führung der Irakerinnen und Iraker stattfinden.

Pfarrerin Bärbel Danner, Vorstandsmitglied des Lebenshauses, wies als weitere Rednerin darauf hin, dass sich die Situation in den betroffenen Ländern nie zum Besseren gewandelt habe, wenn Truppen der USA, der NATO-Staaten oder anderer verbündeter Staaten in den letzten Jahren militärisch interveniert hätten. “Kriegs- und Militäreinsätze dienen offenkundig nicht dem Frieden, den Menschenrechten oder der Demokratie”, unterstrich sie. Deshalb müsse endlich Schluss sein mit Militäreinsätzen aller Art. Krieg als Mittel der Politik müsse endlich geächtet werden. Auslandseinsätze der Bundeswehr seien zu beenden, zivile Friedenspolitik auszubauen.

Ostermarsch 2008 in Gammertingen, Stuttgart und anderswo

Die Gammertinger Mahnwache am Gründonnerstag war gleichzeitig eine von mehr als 80 Veranstaltungen der Ostermärsche und -aktionen 2008, bei denen sich bei zum Teil widrigen Wetterbedingungen mehrere zehntausend Menschen beteiligt haben. Die Mahnwache auf der Schwäbischen Alb fand dadurch zur Freude der Teilnehmerinnen und Teilnehmer Erwähnung in einer Reihe überregionaler Zeitungen.

Am Karsamstag war das Lebenshaus Schwäbische Alb e.V. mit einer Reihe seiner Mitglieder aktiv beim landesweiten Ostermarsch in Stuttgart dabei. Beim dortigen Ostermarsch, der vom Friedensnetz Baden-Württemberg organisiert und vom Lebenshaus Schwäbische Alb e.V. unterstützt wurde, wandte sich die Friedensbewegung gegen den Militäreinsatz in Afghanistan sowie überhaupt gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr. Gefordert wurden ebenfalls eine Beendigung des inzwischen fünfjährigen Kriegs im Irak, eine Wende in der Nahost-Politik für eine Friedenslösung zwischen Palästinensern und Israelis, sowie ein Ende der Gewalt und der Menschenrechtsverletzungen in Tibet. In Stuttgart wie bei anderen Ostermarsch-Veranstaltungen machte die Friedensbewegung viele konkrete Vorschläge für politische Initiativen und zivile Konfliktbearbeitung.

Vor 25 Jahren: Ostermarsch zu Atomraketenstellungen in Inneringen und Großengstingen

Die Ostermarsch-Bewegung kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Vor 50 Jahren fand der erste Ostermarsch in Großbritannien statt. Zwei Jahre später ist in Deutschland eine Ostermarsch-Bewegung entstanden. Die heutigen Ostermärsche knüpfen also an eine sehr lebendige Tradition an. Auf der Schwäbischen Alb haben die Ostermärsche ebenfalls eine längere Tradition. Ganz aktuell erinnert Lebenshaus Schwäbische Alb e.V. auf seiner Internetseite an einen dreitägigen Ostermarsch, der vor genau 25 Jahren stattfand. Von Gammertingen ging der Marsch nach Inneringen. Dort waren damals im Frühjahr 1983 atomare Pershing IA-Mittelstreckenraketen der US-Army stationiert und es drohte die Gefahr, dass die neuen Pershing II-Atomraketen nachfolgen könnten. An der Veranstaltung am Raketendepot in Inneringen, die von der Gammertinger Gruppe der Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) organisiert worden war, nahmen 300 bis 400 Menschen teil. Von Inneringen aus führte der Ostermarsch 1983 dann weiter über Trochtelfingen nach Großengstingen, wo gemeinsam vielen hundert Menschen gegen die atomaren Lance-Kurzstreckenraketen demonstriert wurde.

Mehr zu dem Ostermarsch 1983 wie zur Geschichte der Ostermarsch-Bewegung findet sich unter www.lebenshaus-alb.de .

Kontakt: Lebenshaus Schwäbische Alb e.V., Tel. 07574-2862; eMail: info@lebenshaus-alb.de, Internet: www.lebenshaus-alb.de.

Michael Schmid, Geschäftsführer Lebenshaus Schwäbische Alb e.V.


Hinweis zu Informationen im Web:

Veröffentlicht am

25. März 2008

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