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Michael Schmid: “Die Abwürfe der Atombomben waren großangelegte Menschenversuche”

Mit dem Titel "Atombombenopfer mahnen - Beitritt zum UN-Atomwaffenverbot!" fand am 9. August 2022, auf den Tag genau 77 Jahre nach dem Atomwaffenangriff auf die japanische Stadt Nagasaki, in Gammertingen eine Kundgebung statt. Veranstalter waren Lebenshaus Schwäbische Alb - Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie e.V. und Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) Gammertingen. Michael Schmid blickte in einem Redebeitrag zunächst auf die historische Entwicklung von Atombomben, die Entscheidung zu den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki und deren Folgen zurück und ging in einem zweiten Teil auf die aktuelle Atomwaffensituation ein. Unterbrochen wurde die Rede durch einen Bericht einer Überlebenden des Angriffs auf Nagasaki, den Katrin Warnatzsch vorlas, einem schweigenden Gedenken an die Atombombenopfer und dem Gedicht "Hiroshima" von Marie Luise Kaschnitz, das Gudrun Scheuerle und Walter Märkle vortrugen. Abschließend wurde ein Ausschnitt aus der aktuelle Friedenserklärung des Bürgermeisters von Nagasaki vorgelesen.

Nachfolgend das Redemanuskript von Michael Schmid, das bei der Kundgebung in kürzerer Fassung vorgetragen wurde, sowie die anderen Beiträge der Veranstaltung.

Von Michael Schmid

Die Entwicklung von Atombomben hat viel mit unserer eigenen deutschen Geschichte zu tun. 1938 war dem deutschen Forscher Otto Hahn die Spaltung des Atomkerns gelungen. Damit war die physikalische Grundlage für den Bau von Atombomben gegeben. In den USA löste diese Nachricht bei vielen Wissenschaftlern Bestürzung aus. Es gab die Angst, Nazi-Deutschland könnte in den Besitz von Atombomben kommen. Und so wurde 1939 das Atomprogramm der USA ins Leben gerufen.

Richtig intensiv wurden die Arbeiten an dem Atomprogramm dann unter größter Geheimhaltung ab 1941 vorangetrieben und schließlich in dem so genannten "Manhattan-Projekt" koordiniert. Dieses gigantische Projekt kostete - nach heutigem Kurswert - über zwanzig Milliarden Dollar, 130.000 Personen waren darin beschäftigt. Das Ziel: die Kernspaltung militärisch zu nutzen. Praktisch die gesamte Wissenschaftler-Elite der Welt - außer den Deutschen und den Russen - war beteiligt. Die meisten daran beteiligten Wissenschaftler widmeten ihre Arbeit nur dem einen Ziel: mit der Atombombe die drohende Weltbeherrschung durch Nazi-Deutschland zu verhindern.

Ab 1944 wurden in den USA auch Vorbereitungen dafür getroffen, Atombomben einsetzen zu können, sobald sie zur Verfügung stünden. Doch noch bevor die USA eine Atombombe zur Verfügung hatten, war Deutschland im Frühjahr 1945 besiegt. Es kapitulierte am 8. Mai 1945.

Mittlerweile war bei vielen Wissenschaftlern des "Manhattan-Projekts" der Widerstand gegen den Gebrauch der Atombombe gewachsen. Aufgrund der veränderten Weltsituation und der von ihnen schon vorausgesehenen Gefahr eines atomaren Wettrüstens nach dem Einsatz, wandten sie sich an den amerikanischen Präsidenten, um vor dem Abwurf der Atombombe gegen Japan zu warnen. Eine Gruppe von Wissenschaftlern schlug eine Demonstration der neuen Waffe in einer Wüste oder auf einer unbewohnten Insel vor, um Vertretern aller Nationen die ungeheure Zerstörungskraft und die drohenden Gefahren einer unkontrollierten atomaren Aufrüstung zu zeigen. Doch alle Appelle und Vorschläge blieben wirkungslos.

Nachdem es der US-Armee am 17. Juli 1945 gelungen war, in der Wüste von New Mexico einen ersten erfolgreichen Atomtest durchzuführen, befahl US-Präsident Truman, die beiden weiteren zur Verfügung stehenden Atombomben auf japanische Städte abzuwerfen.

Heute vor 77 Jahren, am 9. August 1945, war in der im Südwesten Japans gelegenen Hafenstadt Nagasaki ein anscheinend normaler Arbeitstag. Nach mehreren Bombenalarmen und Entwarnungen, im Krieg längst zur Gewohnheit geworden, machten sich die Menschen an die tägliche Arbeit. Drei US-Flugzeuge näherten sich. Zwei Begleitflugzeuge und ein B-29-Bomber mit einer tödlichen Fracht an Bord - einer Plutoniumbombe. Um 11:02 Uhr explodierte die Atombombe in einer Höhe von 500 Metern über Nagasaki.

Für die einen ist das ein aufregendes Erlebnis und es war höchste Ehre, in einem der Flugzeuge mitfliegen zu dürfen. Etwa für William L. Laurence, Sonderkorrespondent der "New York Times" und der erste Historiker der Atombombenentwicklung. Er durfte als offizieller Berichterstatter sowohl beim Angriff auf Hiroshima als auch drei Tage später beim Angriff auf Nagasaki teilnehmen. Vom zweiten Angriff auf Nagasaki am 9. August berichtete Laurence u.a.:

"Erst am Abend des Mittwoch, den 8. August, nur einige Stunden vor dem festgesetzten Start, wurde ich durch eine Ordonanz von General Farrell benachrichtigt, dass ich als offizieller Berichterstatter an diesem Angriff teilnehmen sollte. Ich hatte fast die Hoffnung aufgegeben und hatte begonnen, mit einem britischen Wissenschaftler, (William G. Penny), und zwei anderen von der amerikanischen Gruppe, die ebenfalls mitzufliegen erwartet und keine offizielle Aufforderung erhalten hatten, unser Schicksal zu beklagen. Wir haben wohl jeden Anwesenden durch die Freudenschreie, in die wir ausbrachen, einigermaßen überrascht.

Wir sind auf dem Weg, das japanische Heimatland mit Bomben zu belegen. Wir befinden uns in einer Formation, die zweitausend und möglicherweise viertausend Superbomben entspricht. Tatsächlich aber besteht unsere Formation nur aus drei besonders konstruierten B 29ern, von denen zwei keine Bomben führen. Aber unser Führungsflugzeug, etwa tausend Meter vor uns, hat wieder eine Atombombe bei sich, die zweite in drei Tagen, die in ihrer aktiven Substanz eine Explosionsenergie enthält, die zwanzigtausend, unter günstigsten Bedingungen sogar vierzigtausend Tonnen Trinitrotoluol entspricht.

Ich war während der letzten beiden Tage bei der Zusammensetzung dieses von Menschen gemachten Meteors zugegen und gehörte zu der kleinen Gruppe von Wissenschaftlern und Vertretern von Armee und Marine, die bei der feierlichen Verladung in der Superfestung zugegen waren, die gegen einen finster drohenden Himmel vor sich ging, der hin und wieder von großen Blitzen zerrissen wurde.

Die Befehlsausgabe endete wieder, wie zuvor vor dem Angriff auf Hiroshima, mit einem ergreifenden Gebet des Feldgeistlichen Downey (gemeint ist William B. Downey, Militärpfarrer von der lutherischen Kirche):

‚Allmächtiger Gott, Vater der Gnade, wir bitten Dich, Deine Gnade den Männern zuteil werden zu lassen, die in dieser Nacht fliegen werden. Hüte und beschütze diejenigen unter uns, die sich in die Finsternis Deines Himmels wagen werden. Führe sie auf Deinen Schwingen. Schütze ihre Körper und ihre Seele und bring sie zu uns zurück. Gib uns allen Mut und Kraft für die Stunden, die vor uns liegen; und belohne sie ihren Bemühungen entsprechend. Vor allem aber, mein Vater, schenke Deiner Welt den Frieden. Lass uns unsern Weg gehen im Vertrauen auf Dich und im Wissen, dass Du uns nun und für alle Ewigkeit gegenwärtig bist. Amen.’"

Ich finde, ein absolut ekelhaftes Gebet. Solche Gebete in diesem Zusammenhang halte ich für eine unerträgliche Gotteslästerung. Allerdings kamen die Besatzungen der Bomber, die den hunderttausendfachen Tod nach Hiroshima und Nagasaki brachten, wieder heil zurück. Ob wegen des vielen Betens sei dahingestellt. Anlässlich der rückkehrenden Besatzungen von ihren Einsätzen, in welchen sie ihre mörderische Fracht gut in die geplanten Ziele gebracht hatten, gab es dann eine große Freibierparty mit heißer Musik, neuen Darbietungen und Sonderfilmvorführung.

Im Gegensatz zu den Besatzungsmitgliedern hatten die Einwohnerinnen und Einwohner von Hiroshima und Nagasaki weniger "Glück". Ironisch könnte man fragen, ob sie wohl zu wenig und zu einem falschen Gott gebetet haben? Nein, gegen die ungeheure Explosionskraft, die Hitzewellen von mehreren tausend Grad und die atomaren Strahlungen halfen Gebete kaum mehr. Nach der Hölle, die drei Tage zuvor in Hiroshima angerichtet wurde, hatte die Atombombe, die am 9. August 1945 von der amerikanischen Luftwaffe auf Nagasaki abgeworfen wurde, wiederum absolut verheerende Wirkungen.

US-Präsident Truman hatte sich zur Rechtfertigung der Atombombenabwürfe folgende Version zurechtgelegt: "Die Bombe hat den Zweiten Weltkrieg verkürzt und damit Tausenden jungen Amerikanern das Leben gerettet." Doch dies ist eine pure Propagandalüge. Japan war zu diesem Zeitpunkt schon geschlagen und bereit, sich zu ergeben. Für den Atomwaffeneinsatz gab es andere Faktoren.

So sollte die gerade neu entwickelte Atomwaffe auch eingesetzt werden, u.a. wegen dem Druck, die gewaltigen Kosten des Unternehmens zu rechtfertigen. Mit nüchterner Kälte stellte Truman fest: "Nachdem wir die Bombe haben, haben wir sie auch eingesetzt".

Die Abwürfe der Atombomben waren großangelegte Menschenversuche. Die USA bombardierten gezielt die Städte Hiroshima und Nagasaki, die bisher von Bomben verschont geblieben waren. Die Wirkung der Atombomben sollte im Großmaßstab und am lebenden Objekt erforscht werden. Das unendliche menschliche Leid, das durch die Bombenabwürfe verursacht wurde, war beabsichtigt! Vorschläge, die Bombe auf rein militärische Anlagen oder unbewohntes Gebiet abzuwerfen, um ihre Wirkung zu demonstrieren, wurden ausgeschlagen. An den Überlebenden wurden durch eine amerikanische Untersuchungskommission jahrelang demütigende Tests durchgeführt, um die Folgen der Strahlungen auf den Menschen zu untersuchen, aber diesen Menschen wurde keine medizinische Hilfe geleistet.

Ein weiterer Faktor für den Atombombeneinsatz war auch, dass die USA durch den Einsatz und die Wirkung der Atombombe Stärke gegenüber der Führung der Sowjetunion demonstrieren konnten. Es ging zu diesem Zeitpunkt bereits darum, sowjetische Macht nach dem Zweiten Weltkrieg einzudämmen.

Was aus militärischer und machtpolitischer Sicht in den USA als großer Erfolg gefeiert wurde, stellte sich für die Menschen in den Städten Hiroshima und Nagasaki völlig anders dar. Durch die Atombombenangriffe wurden beide Städte innerhalb weniger Sekunden zu Wüsten des Todes. Zehntausende Menschen waren sofort tot oder starben in den Wochen danach.

Als Folge der ungeheuren Explosion und der Hitzewellen von mehreren tausend Grad sind die Menschen verbrannt, verdampft, verkohlt. In Hiroshima sind bis Ende 1945 ca. 140.000 Menschen an den Folgen der Atombombenexplosion gestorben. Durch die zweite Atombombe über Nagasaki wurde bis Ende 1945 das Leben von mindestens 70.000 Menschen ausgelöscht. In den nächsten fünf Jahren verdoppelte sich die Zahl der Opfer durch Strahlenerkrankungen.

Jene Menschen, welche die Abwürfe überlebten, waren dem Tod also noch längst nicht entkommen. Die radioaktive Strahlung brachte ihnen die "Atomkrankheit". Die Überlebenden von Hiroshima und Nagasaki, als Hibakusha bekannt, waren auf Jahrzehnte von schweren Erkrankungen, genetischen Fehlentwicklungen bei ihren Nachkommen und seelischen Schmerzen gezeichnet. Die Zahl der an den Spätfolgen von Strahlenerkrankungen Gestorbenen wird auf mehrere hunderttausend Menschen beziffert. Und auch heute sterben jedes Jahr noch tausende Menschen an den Folgen atomarer Verstrahlung aus dem Jahr 1945. Es gibt noch ungefähr 127.000 Überlebende der Atombombenangriffe. Die Gedenkstätten in Hiroshima und Nagasaki enthalten Listen mit den Namen der Hibakusha, von denen bekannt ist, dass sie seit den Bombenangriffen gestorben sind. Die Gedenkstätten werden jährlich an den Jahrestagen der Bombardierungen aktualisiert und enthalten ab August 2021 die Namen von fast 520.000 Hibakusha.

Hiroshima und Nagasaki waren die Hölle auf Erden. Ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, ein regelrechter Vernichtungsfeldzug, ein Massenmord mit Hunderttausenden Opfern ohne Ende bis heute.

Jedes Opfer dieser schlimmen Kriegsverbrechen hat einen Namen. Jedes Opfer wurde von jemandem geliebt. Wir lassen nun in einem kurzen Bericht Kumiko Arakawa zu uns sprechen, was sie am 9. August 1945 und danach erlebt hat. Ihr Bericht wurden im Jahr 2017 aufgezeichnet.

Katrin Warnatzsch zitiert Kumiko Arakawa:

Kumiko Arakawa, Nagasaki, 20 Jahre alt, 2,9 km vom Hypozentrum

"Ich war 20 Jahre alt, als die Bombe abgeworfen wurde. Ich lebte mit meinen Eltern und acht Geschwistern in Sakamotomachi - 500 m vom Hypozentrum entfernt. Als sich die Kriegssituation zuspitzte, wurden meine drei jüngsten Schwestern in die Außenbezirke geschickt und mein jüngerer Bruder ging nach Saga, um beim Militär zu dienen.

Ich arbeitete im Büro der Präfektur. Ab April 1945 zog unsere Zweigstelle vorübergehend in ein 2,9 km vom Hypozentrum entferntes Schulgelände um, da sich unser Hauptbüro neben einem Holzgebäude befand, das im Falle eines Luftangriffs leicht brennbar gewesen wäre. Am Morgen des 9. August gingen einige Freunde und ich auf das Dach, um nach einem kurzen Luftangriff einen Blick über die Stadt zu werfen. Als ich nach oben blickte, sah ich etwas Langes und Dünnes vom Himmel fallen. In diesem Moment hellte sich der Himmel auf und meine Freunde und ich flüchteten in ein nahegelegenes Treppenhaus.

Nach einer Weile, als sich die Aufregung gelegt hatte, brachten wir uns im Park in Sicherheit. Als ich hörte, dass Sakamotomachi wegen der Brände unzugänglich war, beschloss ich, bei einer Freundin in Oura zu übernachten. Als ich am nächsten Tag nach Hause fuhr, erfuhr ich von einem Bekannten, dass meine Eltern in einem Luftschutzbunker in der Nähe waren. Ich machte mich auf den Weg dorthin und fand sie beide mit schweren Verbrennungen vor. Sie starben zwei Tage später.

Meine ältere Schwester wurde bei der ersten Explosion in ihrem Haus getötet. Meine beiden jüngeren Schwestern wurden schwer verletzt und starben innerhalb eines Tages nach der Bombardierung. Meine andere Schwester wurde tot in der Eingangshalle unseres Hauses gefunden. Überall in Nagasaki gibt es unzählige Grabsteine mit einer Namensinschrift, aber keine Leichen. Ich tröste mich damit, dass alle sechs Mitglieder meiner Familie einen toten Körper haben und friedlich zusammen ruhen.

Im Alter von 20 Jahren war ich plötzlich gezwungen, meine überlebenden Familienmitglieder zu unterstützen. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wie ich meine jüngeren Schwestern durch die Schule gebracht habe, auf wen wir uns verlassen haben, wie wir überlebt haben. Einige Leute haben mich gefragt, was ich am 10. August, dem Tag nach dem Bombenangriff, auf dem Heimweg gesehen habe - ‘du hast doch sicher viele Leichen gesehen’, sagten sie - aber ich kann mich nicht erinnern, auch nur eine einzige Leiche gesehen zu haben. Das klingt sicher seltsam, aber es ist die Wahrheit.

Ich bin jetzt 92 Jahre alt. Ich bete jeden Tag, dass meine Enkel und Urenkel ihr ganzes Leben in Frieden verbringen können."

(Mehr dazu siehe:  https://www.1945project.com/ )

Michael Schmid: Diese Texte mit den Aussagen von überlebenden Betroffenen der Atombombenabwürfe müss(t)en jedem Menschen zur Kenntnis gebracht werden. Es soll niemand sagen können, nicht gewusst zu haben, was den Menschen in Hiroshima und Nagasaki Grauenhaftes widerfahren ist.

(Schweigen wir für die Opfer dieser Verbrechen durch die Atombombenabwürfe der Vereinigten Staaten von Amerika auf Hiroshima und Nagasaki und der von über 2000 Atombombentests betroffenen Menschen)

Gudrun Scheuerle und Walter Märkle lesen Gedicht von Marie Luise Kaschnitz:

Hiroshima

Der den Tod auf Hiroshima warf
Ging ins Kloster, läutet dort die Glocken.
Der den Tod auf Hiroshima warf
Sprang vom Stuhl in die Schlinge, erwürgte sich.
Der den Tod auf Hiroshima warf
Fiel in Wahnsinn, wehrt Gespenster ab
Hunderttausend, die ihn angehen nächtlich,
Auferstandene aus Staub für ihn.

Nichts von alledem ist wahr.
Erst vor kurzem sah ich ihn
Im Garten seines Hauses vor der Stadt.
Die Hecken waren noch jung und die Rosenbüsche zierlich.
Das wächst nicht so schnell, dass sich einer verbergen könnte
Im Wald des Vergessens. Gut zu sehen war
Das nackte Vorstadthaus, die junge Frau
Die neben ihm stand im Blumenkleid
Das kleine Mädchen an ihrer Hand
Der Knabe, der auf seinem Rücken saß
Und über seinem Kopf die Peitsche schwang.
Sehr gut erkennbar war er selbst
Vierbeinig auf dem Grasplatz, das Gesicht
Verzerrt von Lachen, weil der Photograph
Hinter der Hecke stand, das Auge der Welt.

Marie Luise Kaschnitz, 1957)

Michael Schmid:

Das Gedicht von Marie Luise Kaschnitz spielt auf Paul Tibbet an, der die Bombe "Little Boy" höchstpersönlich mit einer B-29 ins Zielgebiet über Hiroshima geflogen hatte. Reue oder Bedauern? Trotz Befragung Fehlanzeige. Stattdessen spielte er 1976 bei einer einschlägigen Flugshow vor rund 18.000 Zuschauern den Atombombenabwurf nach.

"Wer Fotos aus Hiroshima gesehen hat, hält es nicht für möglich, dass Menschen auf die Idee kommen könnten, diese Waffe noch einmal einzusetzen", dies stellte der Ravensburger Journalist Wolfram Frommlet vor ein paar Tagen in einer Rede beim Hiroshima-Gedenken fest. Doch der, der die Bombe auf Hiroshima geworfen hat, Paul Tibbets, hat Fragen nach Schuldgefühlen wie folgt beantwortet: "Ich würde es wieder tun. Ich hatte deshalb keine schlaflose Nacht."

Diese kaltblütige, zynische Haltung, die buchstäblich über Leichen geht, um nationale Interessen zu verfolgen, zeichnet natürlich nicht nur Tibbets aus. Diese Eigenschaft verbindet ihn mit zahlreichen Militärs, Politikern, Rüstungsindustriellen und anderen. Und deshalb war nach den Verbrechen von Hiroshima und Nagasaki auch nicht Schluss mit der Atompolitik. Diese Massenvernichtungswaffe wurde, nachdem ihre grauenhafte Wirkung mit Menschenversuchen getestet wurde, nicht etwa weltweit geächtet. Im Gegenteil: Ein wahnsinniges Wettrüsten führte dazu, dass das weltweite Atomwaffenarsenal zu Hochzeiten des Kalten Krieges rund 70.000 Atomsprengköpfe umfasste. Eine große Anzahl davon war in Deutschland deponiert. Bestimmt für das atomare Schlachtfeld Europa.

Als Weltgemeinschaft standen wir mehr als einmal vor der völligen Zerstörung. Ob aus Absicht, durch einen Unfall oder durch Fehlalarme - der Einsatz von Atomwaffen stand auch nach 1945 öfter unmittelbar bevor. Und wir können heute nur froh und dankbar sein, dass es nach den Verbrechen von Hiroshima und Nagasaki nie mehr zu einem Atombombeneinsatz gekommen ist!

1987 wurde dann der INF-Vertrag zwischen Gorbatschow und Reagan unterzeichnet. Durch diesen Vertrag und weitere Verträge wurden in den späteren 1980er Jahren und Anfang der 90er Jahre zigtausende Atomwaffen vernichtet. Dass es zu dieser Abrüstung kam, dafür war die Friedensbewegung in der Bundesrepublik und in anderen Staaten ein wichtiger Faktor. Danach trat eine gewisse Entspannung ein und vor rund 30 Jahren wurde der Kalte Krieg beendet. Das war aber nicht gleichbedeutend mit völliger atomarer Abrüstung. Aktuell schätzt das Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI, dass die Atomwaffenstaaten rund 12.700 Atomwaffen besitzen. Ein Potential, mit dem die Erde immer noch mehrfach vernichtet werden kann.

Aktuell findet bei den Vereinten Nationen in New York die 10. Überprüfungskonferenz zum Vertrag über die Nichtverbreitung von Atomwaffen (NPT) statt, auch Atomwaffensperrvertrag genannt. Dieser Vertrag, der 1970 in Kraft getreten ist, wurde von 191 Staaten unterzeichnet.
Ich möchte im Folgenden eine Erklärung vorlesen, die von der IPPNW, den Internationalen Ärzt*innen für die Verhütung des Atomkrieges, am 5. August 2022 bei der Überprüfungskonferenz des Atomwaffensperrvertrags (NPT) abgegeben wurde.

"Vor mehr als 50 Jahren schlossen sich die Nationen der Welt in dem Wissen um die ernste existenzielle Bedrohung durch Atomwaffen im Atomwaffensperrvertrag zusammen, um die Verbreitung dieser Waffen zu stoppen und sich zu ihrer Abschaffung zum frühestmöglichen Zeitpunkt zu verpflichten.

Mehr als fünf Jahrzehnte lang hat die große Mehrheit der Nationen der Welt die eingegangenen Verpflichtungen eingehalten.

Doch neun Staaten, darunter fünf, die Mitglieder dieses Vertrags sind, haben sich entschieden, ihre Verpflichtungen zu ignorieren. Stattdessen haben sie enorme Bestände dieser Waffen aufrechterhalten, die in der Lage sind, die moderne Zivilisation zu zerstören und die überwiegende Mehrheit der Menschheit zu töten. Und sie alle verfolgen äußerst kostspielige Pläne, um diese Arsenale zu modernisieren und zu erweitern. Sie spielen weiterhin mit dem Schicksal der Erde und halten die gesamte Menschheit als Geisel, und sie haben uns in vielen Fällen an den Rand einer nuklearen Apokalypse gebracht.

Eine kürzlich veröffentlichte gemeinsame Erklärung mit unseren KollegInnen vom Weltärztebund, dem Internationalen Rat des Krankenpflegepersonals, dem Weltverband für öffentliche Gesundheit und dem Internationalen Verband der Medizinstudierendenverbände betont die unbestreitbare Tatsache, dass die Folgen des Einsatzes von Atomwaffen katastrophal, global und unheilbar sind.

Wir haben weder wegen der vermeintlichen Weisheit der Führungen dieser Länder, noch wegen der Zuverlässigkeit ihrer Militärdoktrinen oder der Fehlerfreiheit ihrer Technologie überlebt. Im Gegenteil, wir haben trotz ihnen überlebt. Wir sind nur hier, weil wir, wie der ehemalige US-Verteidigungsminister Robert McNamara warnte, "Glück gehabt haben". Es war Glück, dass ein Atomkrieg verhindert wurde.

Die extreme Gefahr, in der wir aufgrund des rücksichtslosen Verhaltens dieser neun Länder leben, hat sich mit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine Anfang dieses Jahres noch verstärkt. Im Zuge dieses Konflikts hat Russland wiederholt mit dem Einsatz seiner Atomwaffen gedroht, und die NATO, in der die Atommächte Frankreich, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten vertreten sind, hat mit eigenen atomaren Drohungen geantwortet.

Daraufhin gaben 18 Friedensnobelpreisträger eine Erklärung ab, (die ich unserer heutigen Botschaft beifüge), in der sie sowohl Russland als auch die NATO auffordern, sich zu verpflichten, in dem gegenwärtigen Konflikt keine Atomwaffen einzusetzen. Dieser Aufruf wurde von mehr als einer Million Menschen auf der ganzen Welt unterstützt und hier bei den Vereinten Nationen sowie bei den Regierungen Russlands und der NATO überreicht.

Ihre Antwort: Totenstille.

Jetzt sind diese Länder hier auf der Überprüfungskonferenz und fordern erneut, dass die anderen Nationen der Welt ihr Versprechen erneuern, keine Atomwaffen zu erwerben. Sie dagegen versprechen nicht einmal, die Welt nicht mit den Waffen in die Luft zu jagen, die sie bereits haben. Es sollte ihnen nicht gestattet werden, diese Konferenz zu verlassen, ohne eine solche Zusage zu machen.

Und wir müssen noch weiter gehen, um sie zur Rechenschaft zu ziehen.

Im Juli 2017 kamen 121 Nationen hier bei den Vereinten Nationen zusammen und verabschiedeten den Vertrag über das Verbot von Atomwaffen, in dem sie ihr Engagement für die Abschaffung dieser Waffen bekräftigten und sich erneut verpflichteten, sie nicht zu erwerben. Unterstützen die atomar bewaffneten Staaten diesen neuen Vertrag? Nein. Angeführt von den fünf ständigen Mitgliedern des Sicherheitsrates, den fünf Staaten, die durch den Atomwaffensperrvertrag zur Abschaffung ihrer Atomwaffen verpflichtet sind, greifen sie den Atomwaffenverbotsvertrag an und behaupten, er sei eine Bedrohung für den Atomwaffensperrvertrag. Ihr Angriff ist nichts anderes als der dreiste Versuch, von der wahren Bedrohung der Nichtverbreitung abzulenken - dem anhaltenden Versäumnis, ihre eigenen Arsenale zu beseitigen.

Wir sind heute mit einer zweiten existenziellen Bedrohung konfrontiert - der Klimakrise, die sich täglich verschärft. Wir beuten die Ressourcen der Welt aus und verseuchen ihre Luft, ihr Wasser und ihr Land. Wir sind mit neu auftretenden globalen Pandemien konfrontiert, und die Menschen ertragen tagtäglich den Skandal sozialer, wirtschaftlicher und rassistischer Ungerechtigkeit, der das Leben von Milliarden von Menschen beeinträchtigt.

Doch anstatt sich um diese realen Bedrohungen zu kümmern, spielen die Führer der Großmächte weiterhin das riskante Spiel "Wer ist der Gipfelkönig?", um auszutesten, wer in einem globalen Wettbewerb um immer mehr Macht und Reichtum "an der Spitze" stehen kann. Offenbar ohne zu wissen, dass der "Gewinner" dieses Spiels am Ende nicht auf einem Berg, sondern auf dem Aschehaufen sitzen wird, der von der menschlichen Zivilisation übriggeblieben ist.

Dies ist aber nicht die Zukunft, die sein muss. Wir sind weder dazu verdammt, uns selbst in einem Atomkrieg zu vernichten, noch die Umwelt zu zerstören, von der wir alle abhängen. Wir sind auch nicht dazu verdammt, in einer Welt weiterzuleben, in welcher der Mehrheit der Menschen eine angemessene Ernährung, Unterkunft, Gesundheitsversorgung und Bildung vorenthalten wird.

Wenn wir aber überleben wollen und wenn die Menschen das Leben genießen sollen, auf das sie ein Anrecht haben, müssen wir unseren Kurs ändern. Die Großmächte müssen anerkennen, dass ihre eigene Sicherheit und die Sicherheit der gesamten Menschheit es erfordern, dass sie zusammenarbeiten, um die wirklichen Probleme zu lösen, vor denen wir stehen.

Unser Überleben und das Überleben unserer Kinder erfordert nichts Geringeres!"

(Originaltext:  If we are to survive…we must change course , International Physicians for the Prevention of Nuclear War, 05.08.2022)

Soweit die Erklärung von IPPNW. Wir können gespannt sein, was jetzt bei der Überprüfungskonferenz zum Atomwaffensperrvertrag herauskommt.

Unsere Hoffnung setzen wir aber mehr auf den Atomwaffenverbotsvertrag, der seit Januar 2022 in Kraft ist. Er verbietet nicht nur die Herstellung, Erprobung, den Besitz und die Lagerung, sondern auch die Drohung mit dem Einsatz von Atomwaffen.

Das Inkrafttreten dieses Vertrags im Januar 2021 ist ein historischer Meilenstein der globalen Bewegung für atomare Abrüstung, die vor 77 Jahren begann und nun bereits über mehrere Generationen andauert. Dieser Vertrag verkörpert den Willen eines großen Teils der Menschheit, ohne Atomwaffen zu leben. Und diesen Atomwaffenverbotsvertrag hätte es ohne Druck aus der Zivilgesellschaft kaum gegeben. Die Internationale Kampagne für die Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) hat hier eine ganz wichtige Rolle gespielt. Sie ist dafür auch 2017 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. Und als Lebenshaus Schwäbische Alb sind auch ein bisschen stolz darauf, eine der 19 deutschen offiziell anerkannten Partnerorganisationen von ICAN zu sein. Damit gehören wir einem Netz von weltweit 652 ICAN-Partnerorganisationen in 107 Ländern an.

Dass der Atomwaffenverbotsvertrag überhaupt zustande kam, ist ein ermutigendes Beispiel dafür, dass mit zivilgesellschaftlichem Engagement auch etwas erreicht werden kann. Dieser Vertrag wurde bis heute von 66 Staaten ratifiziert und von 86 unterzeichnet. Deutschland gehört allerdings nicht dazu. Die deutsche Bundesregierung lehnt diesen Verbotsvertrag ab, weil sie weiter an der atomaren Abschreckungspolitik und an der Stationierung von Atomsprengköpfen der US-Armee in Deutschland festhalten möchte.

Deshalb muss die Zivilgesellschaft Druck auf die Bundesregierung machen, damit sie diesen Atomwaffenverbotsvertrag unterzeichnet und ratifiziert.

Einen kleinen Beitrag haben wir u.a. damit wieder zu leisten versucht, dass wir mit Unterstützung von möglichst vielen Menschen und Organisationen diesen Aufruf mit dem Titel "Atombombenopfer mahnen: Beitritt zum UN-Atomwaffenverbot!" als Anzeigen. Wie in den vergangenen beiden Jahren gab es wiederum so ein tolles Echo darauf, so dass wir außer einer Amtsblatt-Anzeige noch zusätzliche Anzeigen im "Reutlinger Generalanzeiger" und "Zollern-Alb-Kurier" veröffentlichen konnten. 137 einzelne Personen und 21 Organisationen aus nah und fern haben diese Aktion unterstützt und durch Spenden diese Veröffentlichungen ermöglicht. Dafür herzlichen Dank, allen die mitgemacht haben! Dadurch wurde es möglich, eine Gesamtauflage von rund 60.000 Exemplaren zu erreichen. Inzwischen sind weitere Unterstützungserklärungen dazu gekommen und es dürfen gerne auch weitere dazukommen.

In diesem Aufruf werden folgende Forderungen an die Bundesregierung gestellt.

  • "Wir fordern von der Bundesregierung:
  • o Atomwaffen aufgrund der katastrophalen humanitären Folgen ihres Einsatzes zu ächten;
  • o auf dem Weg zur Unterzeichnung des Atomwaffenverbotsvertrags auf die atomare Bewaffnung neuer Kampfflugzeuge zu verzichten;
  • o kooperative Sicherheit durch eine Politik der Friedenslogik in den Blick zu nehmen und damit die nukleare Abschreckung überwinden zu helfen."

Es ist wichtig, dass wir uns für diese Ziele öffentlich aussprechen. Jedenfalls dürfen wir jene Militärs, Politiker und Rüstungsindustrielle, welche den atomaren Massenmord vorbereiten, nicht ungestört walten lassen. Wir alle werden gebraucht und sind wichtig im Kampf für eine atomwaffenfreie Welt.

Katrin Warnatzsch zitiert Auszüge aus der Friedenserklärung des Bürgermeisters von Nagasaki, Tomihisa Taue, vom 9. August 2022:

"Unsere Zivilgesellschaft kann entweder zu einem Grundpfeiler des Friedens oder zu einer Brutstätte des Krieges werden. Anstelle einer "Kriegskultur", die Misstrauen verbreitet, Terror schürt und die Dinge mit Gewalt zu lösen sucht, sollten wir uns unermüdlich darum bemühen, in der Zivilgesellschaft eine ‚Friedenskultur’ zu verankern, die Vertrauen verbreitet, den anderen respektiert und Lösungen im Dialog anstrebt. Jede und jeder von uns, die wir Frieden fordern, sollte sich den Slogan der Friedensbotschafterinnen und -botschafter von Hiroshima und Nagasaki zu eigen machen: ‚Unsere Macht mag gering sein, aber wir sind nicht ohnmächtig.’

"Unsere Zivilgesellschaft kann entweder zu einem Grundpfeiler des Friedens oder zu einer Brutstätte des Krieges werden. Anstelle einer ‚Kriegskultur’, die Misstrauen verbreitet, Terror schürt und die Dinge mit Gewalt zu lösen sucht, sollten wir uns unermüdlich darum bemühen, in der Zivilgesellschaft eine ‚Friedenskultur’ zu verankern, die Vertrauen verbreitet, den anderen respektiert und Lösungen im Dialog anstrebt. Jede und jeder von uns, die wir Frieden fordern, sollte sich den Slogan der Friedensbotschafterinnen und -botschafter von Hiroshima und Nagasaki zu eigen machen: ‚Unsere Macht mag gering sein, aber wir sind nicht ohnmächtig.’

Nagasaki wird sich mit der Kraft der jungen Menschen weiterhin an Aktivitäten zur Förderung einer ‚Kultur des Friedens’ beteiligen. …

Mit dem Vorsatz, ‚Nagasaki zum letzten Ort zu machen, der einen Atombombenangriff erlitten hat’, erkläre ich hiermit, dass Nagasaki weiterhin alles tun wird, um die Abschaffung von Atomwaffen und einen immerwährenden Weltfrieden zu verwirklichen, indem wir mit Hiroshima, Okinawa und Fukushima, einem Ort, der durch Strahlenbelastung verseucht wurde, zusammenarbeiten und die Zusammenarbeit mit Menschen auf der ganzen Welt vertiefen, die versuchen, den Frieden zu fördern."

(Originaltext:  Nagasaki Peace Declaration , Tomihisa Taue, vom 9. August 2022)

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Da unsere Friedens- und Menschenrechtsarbeit Geld kostet und es nahezu keine Zuschüsse gibt, bittet Lebenshaus Schwäbische Alb e.V. um Spenden. Laut Bescheid des Finanzamtes Sigmaringen ist unser Verein als gemeinnützig und mildtätig anerkannt (zuletzt mit Bescheid vom 22.07.2021). Eine Spendenbestätigung wird ab 25 € automatisch zugestellt, ansonsten auf Anforderung - ErstspenderInnen bitte unbedingt Anschrift angeben! Danke!!!

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Veröffentlicht am

10. August 2022

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