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Zahlreiche neue Unterschriften: “Ökumenische Erklärung gegen Wirtschaftskriege” weiter aktuell

In den vergangenen Wochen sind wieder zahlreiche Unterschriften unter die "Ökumenische Erklärung gegen Wirtschaftskriege" bei Lebenshaus Schwäbische Alb eingegangen. Angestoßen werden diese neuen Unterschriften vor allem durch das deutliche Bekenntnis des Freiherrn zu Guttenberg, Minister für das Militärressort, dass die wirtschaftlichen Interessen Deutschlands auch militärisch abgesichert werden müssen. Diese Zusammenhänge wurden in der 2006 verfassten "Ökumenischen Erklärung gegen Wirtschaftskriege" längst thematisiert.

Der Zusammenhang von regionaler Sicherheit und deutschen Wirtschaftsinteressen müsse offen und ohne Verklemmung angesprochen werden, forderte zu Guttenberg am 9. November 2010 bei der Berliner Sicherheitskonferenz. "Der Bedarf der aufstrebenden Mächte an Rohstoffen steigt ständig und tritt damit mit unseren Bedürfnissen in Konkurrenz." Diese könne zu neuen Krisen führen. Die Verknappung der Rohstoffe beeinflusse das wirtschaftliche Wohlergehen Deutschlands. "Da stellen sich Fragen auch für unsere Sicherheit, die für uns von strategischer Bedeutung sind."

Das alles ist nicht ganz neu. Nur aussprechen durfte man das bisher nicht so deutlich. Als Horst Köhler im Mai dieses Jahres als Staatsoberhaupt offenherzig ausplauderte, dass im Hintergrund westlicher Militäraktivitäten selbstverständlich eine Doktrin der ökonomischen Interessenssicherung steht, war die Aufregung so groß, dass er überraschend abdankte.

Dabei haben wir diese Zusammenhänge in der 2006 verfassten "Ökumenischen Erklärung gegen Wirtschaftskriege" längst thematisiert. Es wurde betont, dass in der reichen Welt immer offener Wirtschaftsinteressen als Zielvorgaben in militärischen Planungen geltend gemacht werden. Verschiedene Militärdoktrinen nennen in diesem Zusammenhang unter anderem "freie Weltmärkte", freie Handels- und Seewege, den Zugang zu Rohstoffen, eine gesicherte Versorgung mit Energie-Ressourcen, die Wahrung des nationalen Wohlstands und eine Abwehr von Immigration aus armen Erdregionen.

Gegen diese Rehabilitierung von Rohstoff- und Energiekriegen will die "Ökumenische Erklärung gegen Wirtschaftskriege" ein Bekenntniszeichen im Bereich der Kirchen setzen. Inzwischen sind nahezu 1.300 Unterschriften eingegangen. Ob die Leitungen der Staatskirchen sich hierzulande genötigt sehen, im Gefolge dieser Erklärung von Basischristen endlich zur neuen Wirtschaftskriegsdoktrin laut Stellung zu beziehen?

Die Unterschriftensammlung geht weiter. Die "Ökumenische Erklärung" kann hier heruntergeladen oder direkt online unterzeichnet werden:

Veröffentlicht am

29. Januar 2011

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