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Ostermärsche starten am fünften Jahrestag des Irakkrieges

50 Jahre nach dem ersten Ostermarsch ist atomare Abrüstung immer noch wichtiges Thema / Initiativen propagieren zivile Alternativen zu Bundeswehreinsätzen / Israel muss mit allen Konfliktbeteiligten reden

Manfred Stenner

Die Ostermärsche der Friedensbewegung wenden sich gegen den Militäreinsatz in Afghanistan sowie den inzwischen fünfjährigen Krieg im Irak und fordern eine Wende in der Nahost-Politik für eine Friedenslösung zwischen Palästinensern und Israelis.

Zu den deutsch-israelischen Regierungskonsultationen erinnert das Netzwerk Friedenskooperative an die humanitär unhaltbare Situation der Menschen im Gazastreifen und fordert die Bundesregierung auf, sich für die Einbeziehung aller Konfliktparteien incl. von Hamas und Hisbollah in einen Friedensdialog einzusetzen sowie für eine umfassende “Konferenz für Frieden und Zusammenarbeit im Nahen und Mittleren Osten”, an der z.B. auch Syrien und Iran beteiligt sein müssten. Die von der Regierung für den Sommer angebotene Konferenz in der Bundesrepublik unter Einbeziehung einiger arabischer Staaten könne diese Aufgabe nicht leisten und sei “vergebene Liebesmüh”, betont der Geschäftsführer des Netzwerks, Manfred Stenner. “Dauerhafte Sicherheit für Israel ist nur durch Verständigung und Interessensausgleich mit den Nachbarn zu erreichen”.

Am Gründonnerstag starten die Ostermärsche mit Mahnwachen und Kundgebungen zum fünften Jahrestag des Irakkriegs. Am 20. März 2003 hatten die US-Truppen und ihre Alliierten den Angriff begonnen, der in kurzer Zeit zum Sturz des Diktators und früherem US-Verbündeten Saddam Hussein führte - nicht aber zur versprochenen demokratischen Entwicklung und Befriedung der Region.

Die Friedensinitiativen erinnern an die gigantischen Lügen zur Begründung des Krieges und die erschreckende Bilanz der letzten fünf Jahre mit mehr als 150.000 Toten, hunderttausenden Flüchtlingen und Vertriebener, Ausplünderung des Landes durch US-Konzerne und Erstarkung statt Eindämmung des Terrorismus. In Heidelberg findet dazu eine 24stündige Mahnwache vor dem US-Hauptquartier statt, weitere Veranstaltungen sind u.a. in Erfurt, Gammertingen , Suhl und Tübingen.

Mehr als 70 weitere Ostermarsch-Aktionen folgen bis zu den Abschlusskundgebungen am Ostermontag. Im Mittelpunkt steht die Forderung nach einer Friedenslösung für Afghanistan, für die der Abzug der ausländischen Truppen nach Meinung der Friedensorganisationen Voraussetzung ist. Propagiert wird ein Ersatz der militärischen Mittel durch massive Anstrengungen der zivilen Konfliktbearbeitung und vielen Aufbau-Projekten in enger Kooperation mit der einheimischen Bevölkerung. Organisationen der Friedensbewegung starten mit den Ostermärschen die Unterschriftensammlung für eine gemeinsame Petition an den Bundestag, das Afghanistan-Mandat der Bundeswehr im kommenden Herbst nicht zu verlängern.

Am Samstag startet der traditionsreiche dreitägige Ostermarsch Ruhr von Duisburg nach Dortmund. Die Rheinländer demonstrieren in der Landeshauptstadt Düsseldorf. Ostermarsch-Demonstrationen gibt es am Samstag in allen Regionen Deutschlands, in Kiel wie in Bremen, in Hannover, Leipzig, Rostock, Oldenburg und München, in Saarbrücken wie Stuttgart oder Wiesbaden und vielen anderen Orten. Auch das NATO-Hauptquartier in Brüssel bekommt Besuch internationaler Friedensaktivisten, die unter dem Motto “Nato Game over” dort eindringen und die Schließung fordern wollen.

Der seit etlichen Jahren größte Ostermarsch führt wieder am Ostersonntag vom brandenburgischen Fretzdorf in die FREIeHEIDe, dem umstrittenen Bombodrom der Bundeswehr. Auch in Ohrdruf in der Nähe von Gotha geht es um Protest gegen den dortigen Truppenübungsplatz.

Ebenfalls am Sonntag treffen sich Ostermarschierer in Frankfurt/Oder und in Köln veranstalten die “MotorradfahrerInnen ohne Grenzen” eine Ostermarsch Motorradtour zur Bundeswehrkaserne Köln-Wahn, während im Ruhrgebiet die Etappe Essen/Bochum stattfindet.

Die größeren Abschlusskundgebungen finden am Ostermontag in Berlin, Dortmund, Hamburg, Haldesleben (OM Sachsen-Anhalt), Frankfurt und Kassel statt. Weitere Aktionen gibt es in Chemnitz, Eichsfeld, Gummersbach, Havixbeck, Landshut, München/Garmisch, Müllheim, Sassnitz, Siegen und Wittmund. Auch in Bern(CH) und Den Haag(NL) finden Friedensdemonstrationen statt.

Die englische Campaign for Nuclear Disarmament erinnert in Aldermaston an den ersten Ostermarsch der Atomwaffengegner an gleicher Stelle vor 50 Jahren. Auch in der Bundesrepublik spielt das ursprüngliche Thema “Atomwaffen” eine große Rolle. Die Gruppen der Friedensbewegung fordern die vollständige Abrüstung der Atomwaffen durch eine Nuklearwaffenkonvention in Anlehnung an das Verbot von B- und C-Waffen. In Deutschland soll das letzte Atomwaffenlager im Fliegerhorst Büchel (Eifel) geschlossen und die “nukleare Teilhabe” der Bundesrepublik beendet werden.

Das Netzwerk Friedenskooperative würdigt die fünfzigjährige Geschichte der Ostermärsche: “Die damals völlig neue ungewöhnliche Aktionsform führte in der Bundesrepublik zur ersten neuen sozialen Bewegung´ und außerparlamentarischen Opposition und ist bis heute lebendige Tradition für viele der aktiven Friedensinitiativen - seit den neunziger Jahren gerade auch in den neuen Bundesländern.”

Manfred Stenner ist Geschäftsführer des Netzwerk Friedenskooperative

Quelle: Netzwerk Friedenskooperative   - Pressemitteilung vom 17.03.2008

Hinweis zu weiteren Informationen im Web:

Von der Kooperation für den Frieden herausgegebene Dossiers:

Veröffentlicht am

17. März 2008

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