Lebenshaus Schwäbische Alb - Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie e.V.

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Protest gegen weitere Abschiebungen nach Afghanistan

Gammertingen: Die Bundesregierung plant für 28. Juni 2017 den nächsten Abschiebeflug nach Afghanistan. "Lebenshaus Schwäbische Alb - Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie e.V." ruft für diesen Tag erneut zu einer Protestkundgebung gegen Abschiebungen an den Hindukusch auf. Zur Teilnahme eingeladen sind alle Mitbürgerinnen und Mitbürger, die ihre Solidarität mit den von Zwangsrückführungen ins Bürgerkriegsland Afghanistan betroffenen Menschen zeigen wollen. Und die gegen eine unmenschliche Politik protestieren möchten, mit der geflüchtete Menschen in ein Land abgeschoben werden, in dem Krieg, Terror und Chaos herrschen. Die Veranstaltung beginnt um 18.30 Uhr am Stadtbrunnen in der Sigmaringer Straße in Gammertingen.

Nach dem schweren Anschlag am 31. Mai in Kabul wurden die Abschiebeflüge nach Afghanistan zunächst ausgesetzt. Nun scheine die Schonfrist schon wieder vorbei zu sein. Am kommenden Mittwoch solle ein neuer Abschiebeflug starten. Für "Lebenshaus Schwäbische Alb e.V." sei es angesichts der völlig unsicheren Lage im gesamten Land unerträglich, dass erneut Menschen in eine für sie lebensbedrohliche Situation gebracht würden, denn in Afghanistan herrsche Krieg und Chaos. Es gebe dort keine vereinzelten sicheren Gebiete, wohin abgeschoben werden könne. Und die Lage habe sich in den vergangenen Monaten drastisch verschlechtert. Zu dieser Einschätzung kämen die Vereinten Nationen in ihrem jüngsten Dreimonatsbericht an den UN-Sicherheitsrat zu Afghanistan.

Mit einem offenen Brief hat sich der Geschäftsführer von "Lebenshaus Schwäbische Alb", Michael Schmid, am 22. Juni an Ministerpräsident Kretschmann und Innenminister Strobl gewandt. Darin heißt es, "angesichts eines von Krieg und Konflikten zerrütteten Land muten Abschiebungen skrupellos an und gefährden Menschenleben. Wir appellieren an Sie, dass sich Baden-Württemberg nicht an dieser Abschiebung beteiligt."

Des Weiteren solle sich die Landesregierung für einen bundesweiten, dauerhaften Abschiebestopp für Geflüchtete aus Afghanistan einsetzen. Die Landesregierung von Thüringen habe gerade beschlossen, eine entsprechende Initiative in den Bundesrat einzubringen. "Wir fordern Sie auf, diese Initiative zu unterstützen und/oder ggf. andere wirksame Schritte zu unternehmen, welche zu einem endgültigen, umfassenden Abschiebestopp ins Bürgerkriegsland Afghanistan führen", heißt es in dem Schreiben.

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Veröffentlicht am

23. Juni 2017

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