Lebenshaus Schwäbische Alb - Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie e.V.

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Mahnwache in Gammertingen für Atomausstieg

Gammertingen, 22.03.2011: 30 Menschen haben diesen Montag bei einer Mahnwache in Gammertingen teilgenommen, mit der den Opfern des Erdbebens in Japan gedacht und für einen schnellen Atomausstieg demonstriert wurde. Der Verein "Lebenshaus Schwäbische Alb" hatte zu dieser Veranstaltung mit dem Motto "Fukushima ist überall - Atomausstieg jetzt" eingeladen. Sie fand zeitgleich mit über 700 Mahnwachen in anderen Orten Deutschlands statt.

25 Jahre nach der Katastrophe von Tschernobyl würden wir angesichts der Ereignisse in Japan eine weitere atomare Tragödie erleben, so Michael Schmid in einer Rede bei der Mahnwache in Gammertingen. Es sei weiter sehr zu hoffen, dass die Techniker in Fukushima die Situation tatsächlich in den Griff bekämen und es zu keinem Super-GAU komme. Aber in jedem Fall habe der Unfall im AKW Fukushima schon jetzt große Mengen von Radioaktivität freigesetzt und es seien mittlerweile bereits verstrahlte Lebensmittel aufgetaucht. Darüber, wie viele Menschen durch die Katastrophe bereits zu Schaden gekommen seien, lasse sich im Moment nicht einmal spekulieren.

Japan sei in technologischer Hinsicht das modernste Land der Welt. Die Katastrophe in den Reaktoren in Fukushima würde zeigen, dass es nirgends sichere Atomkraft gebe, natürlich auch in Deutschland nicht. Und weil das sogenannte "Restrisiko" viel zu groß sei, deshalb müssten wir sehr rasch aus der Atomenergie aussteigen.

"Wirklich aussteigen - und nicht nur ein paar alte AKWs für ein paar Monate abschalten, bis wichtige Wahlen überstanden sind", so Schmid. "Der Strom aus den 17 deutschen Atomkraftwerken wird für die Deckung des Strombedarfs in Deutschland nicht benötigt. Kein Licht geht nach dem endgültigen Herunterfahren der 17 deutschen Atommeiler aus. Sie sind schlichtweg überflüssig."

Seit der Atomkatastrophe in Japan nimmt der Protest gegen den Weiterbetrieb der Atomanlagen in Deutschland täglich zu. Mahnwachen der Anti-Atom-Bewegung fanden am Montag in über 700 Orten statt. Sehr viele Menschen gehen jetzt auf die Straße und demonstrieren für den Atomausstieg. Sie glauben weder den Beschwichtigungsversuchen der Regierung noch deren hilflosen Erklärungen von einer "neuen Lage".

Für den 26. März rufen Anti-Atom-Initiativen, Umweltverbände, globalisierungskritische und friedenspolitische Organisationen bundesweit zu vier zentralen Großdemonstrationen auf. In Berlin, Hamburg, Köln und München werden zeitgleich Kundgebungen unter dem Motto "Fukushima mahnt: Alle Atomkraftwerke abschalten!" stattfinden. Viele gesellschaftliche Gruppen unterstützen, mobilisieren und werden teilnehmen: Gewerkschaften, Bürgerinitiativen, Kirchen, Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen und politischen Parteien.

"Lebenshaus Schwäbische Alb e.V." ruft gemeinsam mit einem breiten Anti-Atom-Bündnis die Bevölkerung bundesweit auf, am 26.3. nach Berlin, Hamburg, Köln und München zu fahren: "Gemeinsam sagen wir mit diesen zentralen Demonstrationen laut und eindeutig: Wir fordern das Abschalten aller Atomkraftwerke jetzt!"

Am Montag, 28. März, wird in Gammertingen die nächste Mahnwache für den Atomaussteig wieder um 18 Uhr am Stadtbrunnen in der Sigmaringer Straße stattfinden. Auch dazu ist die Bevölkerung herzlich eingeladen.

Veröffentlicht am

22. März 2011

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