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65 Jahre Göttinger Manifest gegen Atomwaffen: Ostermärsche fordern Ende der nuklearen Teilhabe

Die Kampagne "Büchel ist überall! atomwaffenfrei.jetzt" erinnert an den 65. Jahrestag des "Göttinger Manifests". Am 12. April 1957 hatten sich 18 Atomwissenschaftler gegen die geplante atomare Bewaffnung der Bundeswehr ausgesprochen. Adenauer hatte vorab die taktischen Atomwaffen als "besondere normale Waffen" verharmlost. Die Erklärung wurde u.a. von Werner Heisenberg, Otto Hahn und Carl Friedrich Freiherr von Weizsäcker verfasst. Die "Göttinger 18" widersprachen ausdrücklich der Verharmlosung taktischer Atomwaffen und forderten die Bundesrepublik zum Atomwaffenverzicht auf.

Im Wortlaut heißt es u.a.: "Taktische Atomwaffen haben die zerstörende Wirkung normaler Atombomben. (…) Für ein kleines Land wie die Bundesrepublik glauben wir, dass es sich heute noch am besten schützt und den Weltfrieden noch am ehesten fördert, wenn es ausdrücklich und freiwillig auf den Besitz von Atomwaffen jeder Art verzichtet. Jedenfalls wäre keiner der Unterzeichnenden bereit, sich an der Herstellung, der Erprobung oder dem Einsatz von Atomwaffen in irgendeiner Weise zu beteiligen."

Das "Göttinger Manifest" fand große - auch internationale - Beachtung und war mitauslösend für die bundesweite "Kampf dem Atomtod"-Kampagne, die als Vorgängerin der Ostermarschbewegung gesehen werden kann. Im Frühjahr 1958 kam es zu Massenkundgebungen mit insgesamt etwa 1,5 Millionen Teilnehmenden. Nachdem der Bundestag im März 1958 die Aufstellung solcher Waffen unter dem Oberbefehl der NATO in der Bundesrepublik genehmigte, entschied der NATO-Rat im Dezember 1958, dass nur die USA das "Schlüsselrecht" zum Einsatz von in der Bundesrepublik gelagerten Atomwaffen erhalten sollten. Die bereits stationierten atomaren Kurzstreckenraketen blieben unter dem Oberbefehl der US-Armee. Die Ostermarschbewegung setzte den Kampf gegen Atomwaffen Anfang der 1960er Jahre fort.

Die Kampagne "Büchel ist überall! atomwaffenfrei.jetzt" weist auf die immer noch aktuelle Bedeutung des "Göttinger Manifests" hin. Angesichts des Ukraine-Krieges ist die Atomkriegsgefahr heute so akut wie lange nicht mehr. Aus diesem Grund erneuert die Kampagne ihre Forderungen, die Atombomben aus Büchel, die im Ernstfall von der Bundeswehr eingesetzt werden sollen, bedingungslos abzuziehen und die nukleare Teilhabe in der NATO aufzukündigen. Die geplante Anschaffung der neuen Atombomber F-35 müsse verhindert werden. Die Bundesregierung solle umgehend dem Atomwaffenverbotsvertrag beitreten. Diese Forderungen werden bundesweit auch bei den diesjährigen Ostermärschen vom 15.-18. April vorgetragen werden.

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Veröffentlicht am

12. April 2022

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