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Solidarfonds ermöglicht freie Zeit für friedenspolitisches Engagement

Von Michael Schmid

Bei allen, die dies ermöglicht haben, möchte ich mich ganz herzlich für die Einrichtung und gute Unterstützung des Solidarfonds bedanken. Dadurch wird ganz wesentlich ermöglicht, dass ich seit knapp einem Jahr zumindest in Teilzeit als Referent für Friedensfragen angestellt werden konnte. Die mir dadurch geschenkte Zeit ist mir sehr wertvoll und ermöglicht es, mich intensiv für Projekte zu engagieren, die sonst nicht oder allenfalls unter grober Vernachlässigung anderer wichtiger Dinge möglich gewesen wären. So zum Beispiel die Vorbereitung einer Tagung in diesem Herbst. Ganz herzlichen Dank also für diese Unterstützung. Und natürlich auch für jede andere, ohne die unser Engagement nicht möglich ist.

Noch eine Anmerkung zu diesem Solidarfonds: Immer wieder werde ich gefragt, ob dieser jetzt ausreiche, um meine Anstellung zu finanzieren. Die Antwort auf diese Frage lautet: Nein. Und wie viel fehlt noch, werde ich dann weiter gefragt. Um diese zweite Frage beantworten zu können, muss ich die Sache etwas differenzierter darstellen.

Dass es gelingen würde, die gesamten Kosten für meine 30%-Stelle über den Solidarfonds zu finanzieren, hatten wir kaum zu hoffen gewagt. Deshalb sieht unser vorläufiges Ziel für eine Stellenfinanzierung pro Monat wie folgt aus: a. den Anteil von 520,00 € entsprechend den Kosten des früheren Mini-Jobs für mich aus allgemeinen Spenden, b. über den Solidarfonds rund 1.100,00 €. Im Moment liegen uns Zusagen über regelmäßige Spenden in den Solidarfonds von ca. 730,00 € im Monat vor. So gesehen, fehlen derzeit ca. 370,00 € monatlich im Solidarfonds. Dieser Betrag verringert sich allerdings dadurch etwas, weil es auch noch unregelmäßige Spenden für den Solidarfonds gibt. Andererseits kann jetzt eine Zusage in Höhe von monatlich 20,00 € aufgrund eines Todesfalles nicht mehr umgesetzt werden. Zudem wird sich ein bisheriger hoher monatlicher Beitrag voraussichtlich ab August um 170,00 € verringern.

Worauf hoffen wir? Zum einen, dass sich weitere Menschen zu regelmäßigen Spenden in den Solidarfonds bereit finden, also eine Art Selbstverpflichtung eingehen. Zum zweiten auf einmalige bzw. unregelmäßige Spenden für den Solidarfonds. Zum dritten auf genügend allgemeine, nicht zweckgebundene Spenden sowie Mitgliedsbeiträge, welche die Finanzierung unserer gesamten Arbeit tragen.

Noch eine Anmerkung: Die Brutto-Arbeitgeber-Kosten für unseren Verein betragen fast genau das Doppelte meines Nettoeinkommens. Das hat damit zu tun, dass ich bei diesem 2. Beschäftigungsverhältnis mit Steuerklasse 6 besteuert werde. Es hängt aber auch an hohen Sozialabgaben, die derzeit als ein prozentualer Anteil der Lohnsumme eines Betriebes erhoben werden. Dadurch wird einseitig der "Faktor Mensch" bei der Finanzierung der Sozialversicherung belastet und ein Arbeitsplatz wird auch dadurch sehr teuer. Gäbe es dagegen so etwas wie eine Wertschöpfungsabgabe als Berechnungsgrundlage der Sozialabgaben, dann würde unser Verein damit sehr gut fahren. Denn er hat ja kein Kapitaleinkommen, das in einem solchen Fall zur Finanzierung der Sozialversicherung herangezogen würde. Es lohnt sich also, sich auch auf dieser Ebene für politische Veränderungen einzusetzen. Und ebenfalls vorteilhaft würde es sich auswirken, gäbe es ein bedingungsloses Grundeinkommen in einer Größenordnung, die eine Teilhabe am kulturellen Leben möglich macht.

Veröffentlicht am

14. Juni 2013

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