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Der World Council for Renewable Energy dringt auf Ächtung der Kernenergie, weltweit

Der World Council for Renewable Energy (Weltrat für Erneuerbare Energien - WCRE) dringt auf weltweite Ächtung des Neubaus von Kernkraftwerken, aktiven Ausstieg aus dem bestehenden Kraftwerkspark und den entscheidenden und unmittelbaren Schritt zu einer Welt mit 100% Erneuerbaren Energien

Die Vorsitzenden des WCRE sind zutiefst erschüttert und betroffen. Sie sprechen den Menschen in Japan ihre tiefempfundene Anteilnahme aus und stehen im Geiste an ihrer Seite.

Die unbändige Kraft der Plattentektonik löste am 11. März 2011 in Sendai vor der Küste Japans eine Reihe massiver Erdbeben und verheerende zerstörerische Flutwellen aus. Alleine in der Hafenstadt Minamisanriku in der Präfektur Miyagi werden 10.000 Menschen vermisst - ein erster Eindruck nur, der die Tragödie weltweiten Ausmaßes bereits erahnen lässt.

Dieses folgenschwere Ereignis ruft nun eine weitere Bedrohung in Gestalt einer bislang undenkbaren, menschgemachten Katastrophe auf den Plan: Kernschmelze in mehreren Reaktoren - und das nur, weil man sich völlig unnötig von der Kernenergie abhängig gemacht hat. Sämtliche Lügen, die man der japanischen Bevölkerung seit dem Bau dieser Anlagen erzählt, sind auf einen Schlag entlarvt worden. Und diese Masken zur Verdeckung der Lügen sind nun weltweit gefallen.

Der WCRE dringt auf einen weltweiten Schulterschluss, um Kernkraft für immer zu ächten. Nach Harrisburg, Three Mile Island, Tschernobyl und Fukushima ist es nunmehr an der Zeit aufzuwachen und sich von dieser unglaublich gefährlichen Technologie zu verabschieden. Wie klein das Risiko auch immer sein mag, dass eine ähnliche Katastrophe in einem anderen Land passieren könnte - ausgeschlossen werden kann es niemals. Und wenn es dann eintritt, und den mathematischen Gesetzen der Wahrscheinlichkeit zufolge wird es das, bringt es das Risiko unermesslichen Schadens mit sich, gegen das es keine Absicherung gibt. Es birgt die Garantie von Tod, Unglück und Verhängnis für Generationen, die nicht einmal geboren sind.

Jene, die mit falschen Argumenten erklären, dass mit der Kernenergie ein kalkulierbares und tragbares Risiko verbunden ist, weil es keine Alternativen gibt, machen sich einer zynischen Grausamkeit an der Menschheit schuldig. Sie nehmen auch das Risiko eines weltweiten wirtschaftlichen Zusammenbruchs in Kauf. Studien belegen es als praktisch sicher, dass dies die Folge einer Kernschmelze sein würde, egal in welchem Atomkraftwerk Japans sie stattfände. Die Kraftwerksbetreiber haben in Tokio - neben New York und London eines der drei wichtigsten drei Finanzzentren - bereits mit kontrollierten Blackouts begonnen, um die Energie zu rationieren.

Es ist "fünf nach zwölf", wenn wir den giftigen, todbringenden nicht-erneuerbaren Ressourcen, die den Ruin für die Menschheit bedeuten, den Rücken kehren wollen. Es ist allerhöchste Zeit, vollständig auf Erneuerbare Energien umzusteigen, jetzt und unwiderruflich: Es gibt kein Land auf der Welt, das nicht mit Erneuerbarer Energien allein versorgt werden kann. Der Weg in eine Welt völlig ohne Kernenergie und fossile Brennstoffe ist gangbar, bezahlbar und sicher, schafft Wohlstand und, vor allem Widerstandskraft im Angesicht von Naturkatastrophen.

EUROSOLAR begrüßt die Erklärung des Weltrats für Erneuerbare Energien und schließt sich den Aussagen in vollem Umfang an. Gleichzeitig möchten wir auf die schon 2003 erstellte Studie "Energy Rich Japan" verweisen, die zeigt, dass auch eine Industrienation wie Japan schon heute vollständig aus regenerativen Quellen versorgt werden kann.

Quelle: EUROSOLAR   - Pressemitteilung vom 14.03.2011.

Hinweise:

  • Montag, 14.03.2011: Bundesweit Mahnwachen gegen Atomenergie. Zwischenstand der Mahnwachen auf der Landkarte auf www.ausgestrahlt.de . Es werden ständig weitere Orte eingetragen.
  • Auf der Lebenshaus-Website finden sich zahlreiche Artikel zur Atomkraft, Atomausstieg, Tschernobyl (siehe hierzu z.B. Tags unten). Der mit Abstand am häufigsten aufgerufene Artikel auf unserer Website beschreibt eindrucksvoll die Folgen des Super-Gaus von Tschernobyl: Die Atomlobby verhöhnt die Opfer
  • Mahnwache in Gammertingen: Montag, 14.03.2011, 18.00 Uhr am Stadtbrunnen in der Sigmaringer Straße. Mehr:  Fukushima ist überall - Atomausstieg jetzt!

Veröffentlicht am

14. März 2011

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