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“Lebens-Lauf” - Eine Fortsetzungsgeschichte

Von Michael Schmid (aus: Lebenshaus Schwäbische Alb, Rundbrief Nr. 63 vom Dezember 2009 Der gesamte Rundbrief Nr. 63 kann hier heruntergeladen werden: PDF-Datei , 529 KB)

Auf meinen Artikel "Lebens-Lauf" im letzten Rundbrief hin erreichten mich einige Reaktionen. Mündliche wie schriftliche. Dafür herzlichen Dank! Einige Ausschnitte von Mails möchte ich hier wiedergeben:

"…möchte ich Dir sagen wie toll ich Deinen Artikel zum Laufen fand - der ‚Lebens-Lauf’ ist Dir sehr authentisch und überzeugend gelungen. Ich kann mir auch gut vorstellen, nächstes Jahr mit am Start zu sein mit einer Lebenshaus-Mannschaft zum Gammertinger Stadtlauf. Ich habe das am 20.09. mit einer Mannschaft unserer Klinik praktiziert." (Dr. Bruno Mey)

"Neben all den interessanten Artikeln ist mir der ‚Leben-Lauf’-Artikel ins Auge gefallen. Ich hätte Lust mit einer Lebenshaus-Mannschaft beim Gammertinger Stadtlauf an den Start zu gehen, wenn es mir zeitlich möglich ist. Allerdings gehöre ich zu den Läuferinnen ‚just for fun’. Zeiten sind mir nicht so wichtig. Wenn andere schnell sind finde ich das faszinierend." (Pfarrerin Gertrud Hornung)

"… den Artikel über Deinen Sport fand ich sehr interessant und stimme in Vielem überein. … Ich finde Sport mit Spaß und Beweglichkeit nicht nur in unserem Alter sehr wichtig." (Ekki Morlock)

Die Verwirklichung meines Traums, mit einer Lebenshaus-Mannschaft beim Gammertinger Stadtlauf 2010 an den Start zu gehen, ist also ein Stück weit näher gerückt. Das freut mich natürlich sehr! Doch noch ist das offen, weil die beiden spontanen Zusagen verknüpft sind mit gewissen Einschränkungen. Schon deshalb wäre es also aus meiner Sicht wünschenswert, wenn sich weitere Menschen vorstellen könnten, an einem solchen Stadtlauf mitzulaufen. Diese Menschen sollten dann aber entweder bereits im Training stehen oder am besten jetzt im Winter mit einem Aufbauprogramm beginnen. Über entsprechende Rückmeldungen würde ich mich ebenfalls sehr freuen.

Was in den Mails auch anklingt sind Spaß und Beweglichkeit durch das Laufen bzw. den Sport allgemein. Und das ist mir das viel Wichtigere als der Wettkampf: Gesundheit und Lebensfreude durch sportliche Bewegung. Ich habe in meinem "Lebens-Lauf"-Artikel ausführlich die vielen positiven Wirkungen beschrieben, die ich selber durch das Dauerlaufen erfahre. Ebenso hatte ich die wissenschaftlich untermauerten vielfältigen positiven gesundheitlichen Auswirkungen aufgelistet.

Natürlich ist das Dauerlaufen nicht die einzige sinnvolle Bewegungsart. Wichtig für Gesundheit und Wohlbefinden ist zunächst, sich überhaupt zu bewegen. Radfahren, Schwimmen, Skilanglauf, Walking sind ebenfalls sinnvolle Ausdauersportarten. Doch ein Lauftraining ist besonders zeiteffizient. Dreimal Laufen einschließlich Gymnastik, Duschen und Umziehen machen rund fünf Stunden in der Woche aus. Beim Radfahren muss aber für den gleichen Kalorienverbrauch mindestens doppelt solange trainiert werden, zum Schwimmbad oder zur Langlaufloipe muss man erst einmal hinkommen.

"Laufen ohne Schnaufen"

Zurückgemeldet wurde mir auch etwa Folgendes: Ich habe ja schon recht damit, dass das Dauerlaufen gut tun könne. Aber das sei einfach nicht jedermanns Sache. Bei den bisherigen Laufversuchen sei einfach keine Lust aufgekommen.

Oft kommt ja beim Laufen gerade deshalb keine Lust auf, weil einfach zu schnell gelaufen wird. Dieser übliche Fehler wird leider allzu häufig gemacht: sich "voll auspowern", rennen bis zur Erschöpfung, sich leiten lassen von der Überzeugung, Sport bringe nur etwas, wenn man ständig gegen seine psychischen und physischen Grenzen anrennt. Dann überwiegt das Gefühl von übergroßer Anstrengung und Verausgabung. Und das ist das sicherste Mittel, um das Laufen nach einigen Versuchen wieder aufzugeben. Das finde ich echt schade, denn damit können ja leider die sich erst längerfristig einstellenden positiven Wirkungen nicht zustande kommen.

Sinnvoll dagegen wäre ein sanfter Einstieg. Insbesondere Anfänger sollten nach dem Motto verfahren: "Laufen ohne Schnaufen". Oder: "Laufe immer so langsam, dass du dich beim Laufen mühelos und locker unterhalten kannst". Zudem sollte mit einem langsamen Aufbauprogramm begonnen werden. Mit Katrin habe ich gerade ein solches absolviert. Nach acht Wochen mit sich stets steigernden Laufabschnitten und abnehmenden Pausen ist sie jetzt in der Lage, eine halbe Stunde am Stück zu laufen. Übrigens Katrins Motivation zum Wiedereinstieg ins Lauftraining geht auch auf meinen Artikel zurück. Und es würde mich natürlich sehr freuen, wenn sich noch mehr Menschen dazu motivieren ließen.

Steht dieses langsame Dauerlaufen nicht in einem Gegensatz zur Wettkampfteilnahme? Ja und nein. Wer sich über lange Jahre sportlich kaum oder nicht betätigt hat, sollte auf keinen Fall an einem Wettkampf über längere Strecken teilnehmen. Wer langsam begonnen hat und längere Zeit regelmäßig gelaufen ist, kann dies einfach so weiterführen. Vielleicht darauf achten, dass es abwechselnde Laufstrecken gibt und die Zeitdauer des Laufens etwas variiert wird. Wen es aber reizt, nach längerer Zeit des Laufens seine Grenzen etwas mehr auszuloten, der kann sowohl im Training ab und zu schnellere Einheiten einstreuen, als auch an Wettkämpfen teilnehmen. Ich gehöre zu letzteren. Wenn ich in guter Laufform bin, dann renne ich auch ab und zu mal schneller durch das Gelände - mit viel Spaß und innerer Befriedigung. Und nach Jahrzehnten der Wettkampfabstinenz habe ich dieses Jahr bisher an zwei Wettkämpfen teilgenommen. Unter anderem reizt mich dabei, auszuloten, was in meinem Alter von über 58 Jahren noch so geht. Außerdem bildet eine gelegentliche Wettkampfteilnahme für mich auch mehr Reiz für viele Laufkilometer im Training.

Wohl und gesund durch Bewegung und Ernährung

Im Mittelpunkt stehen für mich dabei aber dennoch Gesundheit und Wohlbefinden. In meinem letzten Rundbrief-Artikel habe ich über verschiedene gesundheitliche Probleme berichtet, mit denen ich einhergehend mit einer Gewichtszunahme in den vergangenen Jahren zu tun hatte. Und dass ich an einem Punkt angelangt war, an dem ich dringend etwas verändern musste und wollte. Dass mir das Laufen gut tun würde, wusste ich schon vorher - auch dass es besser für mich ist, wenn ich länger als "nur" 30 Minuten laufe. Dazu kam dann aber die Entdeckung der LOGI-Methode. Kurz gesagt steht dabei im Mittelpunkt eine kohlenhydratreduzierte Ernährung, bei der Obst und Gemüse die Basis darstellt, verbunden mit viel Eiweiß und auch einer Portion der richtigen Fette. Kohlenhydrate begünstigen Zivilisationskrankheiten, machen hungrig und dick. Die Ernährung nach der LOGI-Methode unterstützt den Stoffwechsel, statt gegen ihn zu arbeiten. Internationale Studien beweisen, dass LOGI durch den Verzicht auf übermäßige Kohlenhydratzufuhr den Blutzuckerspiegel und die Insulinausschüttung senkt und Stoffwechselentgleisungen wirkungsvoll vorbeugt.

Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass sich bei mir bestätigt, was ich gelesen habe: Seit Juni habe ich inzwischen ca. 14 kg abgenommen, habe ein Gewicht erreicht, von dem ich mindestens 20 Jahre lang geträumt habe, aber leider auch nur träumen konnte. Dazu kommen Blutdruckwerte und Blutfettwerte, die es möglich gemacht haben, die bereits jahrelang genommenen Medikamente einfach zu entsorgen. Einige andere gesundheitliche "Macken" sind seit Juni ebenfalls nicht mehr aufgetreten. Ich fühle mich wohl in meinem Körper wie seit vielen Jahren nicht mehr.

Ich berichte meine persönlichen Erfahrungen hier so ausführlich, weil sich möglicherweise andere Menschen dadurch ebenfalls ermutigen lassen, die Bewegungs- und Ernährungsjoker zu ziehen. Jedenfalls brauchen wir uns nicht damit abzufinden, dass wir mit zunehmendem Alter zwangsläufig dicker und schwerer werden. Wir müssen uns zwar wohl damit abfinden, dass unsere körperliche Leistungsfähigkeit mit zunehmendem Alter auch abnimmt. Aber auf welchem Niveau das stattfindet, können wir doch sehr beeinflussen. Statistisch gesehen, kann moderates Laufen unser Leben einige Jahre verlängern, wirkt aber so, dass wir biologisch Jahrzehnte jünger bleiben, langsamer altern und eine höhere Lebensqualität im Alter haben.

Ich wiederhole nochmals mein Angebot: Gerne bin ich bereit, ein Bewegungstraining zu begleiten. Für Menschen, die im Lebenshaus leben, aber auch für Freundinnen und Freunde des Lebenshauses. Gerne gebe ich Auskünfte zu meinen Erfahrungen und Tipps zum Laufen und zur Ernährung.

Abschließend möchte ich gerne ein paar Bücher zu den angesprochenen Themenbereichen nennen, die ich dieses Jahr mit viel persönlichem Gewinn gelesen habe. Vielleicht bieten sie für die eine oder den anderen ebenfalls eine Anregung.

  • Arwed Bonnemann, Jochen Grell, Klaus Richter (Hrsg.): Laufen und Lauftherapie: Ein Lesebuch. Lauf- und Ausdauersportverlag Regensburg, 2006. 224 Seiten, 14,80 €.
  • Clifford Opoku-Afari, Nicolai Worm, Heike Lemberger: Mehr vom Sport! Low-Carb und LOGI in der Sporternährung. Systemed Verlag, Lünen. 193 Seiten, 19,95 €.
  • Hans-Jürgen Richter/Heilmeyer, Dr. Peter: Gesund durch Stress. Wer reizvoll lebt, bleibt länger jung! Systemed Verlag, Lünen. 2009. 176 Seiten, 15,95 €.
  • Herbert Steffny, Wolfgang Feil: Die Lauf-Diät. Richtig essen. Richtig laufen. Richtig schlank. Südwest-Verlag München. 2009. 192 Seiten, 14,95 €.
  • Nicolai Worm: LOGI-Methode: Glücklich und schlank. Systemed Verlag, Lünen. 8. überarbeitete Auflage 2009. 176 Seiten, 19,90 €.

Fußnoten

Veröffentlicht am

12. Dezember 2009

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