Lebenshaus Schwäbische Alb - Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie e.V.

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Lebens-Lauf

Von Michael Schmid (aus: Lebenshaus Schwäbische Alb, Rundbrief Nr. 62 vom September 2009 Der gesamte Rundbrief Nr. 62 kann hier heruntergeladen werden PDF-Datei , 514 KB.)

Der folgende Artikel ist gewissermaßen eine Auftragsarbeit. Mein Lebenshaus-Vorsitzender Axel hat die Idee dazu gehabt, als er das nebenstehende Foto sah. Er meinte, es sei doch interessant und würde eine ganz andere Seite von mir als sonst zum Vorschein bringen, wenn ich einen Artikel zu folgenden Stichworten schreiben würde: "Laufen - Frieden - Lebenshaus". Diesem "Auftrag" will ich gerne nachkommen.

Also ja, ich laufe seit vielen Jahrzehnten. Mit sportlichem Laufen habe ich als 15-Jähriger angefangen. Damals war sicherlich der Traum von einer großen Sportlerkarriere das treibende Motiv. In den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gab es noch keine Jogging-Welle, ja der Begriff "Jogging" war in deutschen Landen noch gänzlich unbekannt. Wir Läufer waren seinerzeit noch relativ exotische Ausnahmeexemplare. Von Spaziergängern mussten wir bei unseren Waldläufen oft spöttische Zurufe wie "Hopp, Hopp, Hopp!" oder ein infantilisierendes "eins, zwei, eins, zwei!" über uns ergehen lassen. Aber das hat uns nicht groß gestört. Mehr gestört haben schon Hunde, die sozusagen so etwas wie die natürlichen Feinde eines jeden Läufers sind. Wie oft habe ich einen Lauf unterbrechen müssen, weil solch ein freilaufender Hund auf mich zugerast kam und ich nicht sofort so überzeugt war von der Richtigkeit der mühsam ausgestoßenen Rufe eines hinterher hechelnden Hundebesitzers: "Der tut nichts, der möchte nur spielen!".

In meinen jungen Jahren habe ich also ein sehr intensives, auf Leistung ausgerichtetes Lauftraining betrieben. Und mich vor allem an Wettkämpfen über Mittelstrecken beteiligt. Der Trainingsfleiß spiegelte sich zwar zunächst in einem stetig steigenden Leistungsvermögen wieder. Doch trotz recht ordentlicher Leistungen musste ich einsehen, dass das Talent für ganz herausragende Resultate im Spitzensport nicht vorhanden war. Zudem kam bereits im Alter von 21 Jahren ein Einbruch. Ich war gerade als Wehrpflichtiger zur Bundeswehr eingezogen worden, als mein Körper sozusagen meine später erfolgte Kriegsdienstverweigerung vorwegnahm. Mein Blinddarm rebellierte. Da ich vom Sanitätsarzt aber nicht sofort ins Krankenhaus überwiesen wurde, hatte dies einen geplatzten Blinddarm bei der später und verspätet erfolgten OP zur Folge. Die erforderliche längere Bettlägrigkeit zog eine tiefe Beinvenenthrombose nach sich, von zahlreichen konsultierten Ärzten nicht weiter beachtet. Eine der Folgewirkungen dieser Thrombose brachte immerhin das für mich äußerst erfreuliche Ergebnis, dass ich wegen "vorübergehender Dienstunfähigkeit" vorzeitig aus der Bundeswehr entlassen wurde. Eine weniger schöne Auswirkung dieser Erkrankung war, dass sie mich zwar nicht vom Laufen abhalten konnte, aber leistungsmäßig konnte ich nicht mehr dort anknüpfen, wo ich vorher angelangt war. Zudem hatte gerade mein Aufenthalt bei der Bundeswehr dazu geführt, dass ich begann, mich ernsthaft mit Fragen von Krieg und Frieden auseinanderzusetzen. Meine Interessen verschoben sich zumindest soweit, dass der Sport nicht mehr eine ganz so zentrale Rolle für mich spielte wie zuvor. Das ließ sich nicht mehr mit einem intensiven Leistungstraining mit bis zu 10 Trainingseinheiten in der Woche verbinden. Und so beendete ich bereits 1975 im Alter von 24 Jahren den Wettkampfsport.

Laufen lädt mich mit positiver Energie auf

Aber keine Wettkämpfe mehr zu bestreiten hieß natürlich nicht, mit dem Sporttreiben und insbesondere mit dem Laufen aufzuhören. Instinktiv wusste und spürte ich, dass mir diese Bewegung in schöner Natur guttut. Und so bin ich in den vergangenen Jahrzehnten immer weiter gelaufen. Mal längere Strecken und das täglich. Dann gab es wieder Pausen. Krankheitsbedingt oder wegen einer Verletzung. Und dann habe ich die Lauferei immer wieder mal "sausen" lassen, weil mir einfach anderes wichtiger war und ich mir nicht die Zeit für die Bewegung nahm. Aber das war nie lange so. Denn ich spürte, dass mir dann etwas Wichtiges fehlte.

Was macht aber dieses "Wichtige" für mich aus? Wichtig ist für mich die Erfahrung, dass mich das Laufen mit positiver Energie auflädt. Das Laufen macht den Kopf wieder frei, steigert mein Leistungsvermögen. Ohne ein einigermaßen regelmäßiges Lauftraining könnte ich gar nicht die vielfältigen Aufgaben bewältigen, wie sie mir vor allem durch meine Berufstätigkeit sowie all die Aktivitäten mit dem Lebenshaus gestellt sind.

Dabei ist eine weitere wichtige Erfahrung, dass sich durch das Laufen Stress abbauen lässt. Ungesundem Stress kann ich geradezu davonlaufen und ihm zugleich ein Stück weit vorbeugen. Zudem bauen sich Aggressionen während eines langen Laufes eindeutig ab. Hatte ich zuvor ein frustrierendes Erlebnis oder einen sehr belastenden Konflikt, dann kreisen meine Gedanken beim Laufen oft darum, ohne dass ich mir das vornehme. Bei dieser Art der Verarbeitung klärt sich manches fast wie von allein, manches wird klarer, manchmal tut sich im Geiste auch ein Lösungsweg auf. Laufend klären sich also manche Probleme fast von allein, andere können anschließend konstruktiver bearbeitet und geklärt werden.

Laufen kann sich friedensfördernd auswirken

Körperliche Anstrengung geht einher mit psychischer Beruhigung. Verspannungen lösen sich, durch das tiefe Atmen kommt mein Gefühlsleben in Bewegung, Ängste werden vermindert oder verschwinden ganz, depressive Verstimmungen werden abgebaut. Beim Laufen spüre ich mich, fühle mich lebendig. Manchmal hat das Laufen eine geradezu meditative Wirkung auf mich und ich empfinde eine tiefe innere Ruhe: frei fließende Gedanken, das Gefühl tiefer Dankbarkeit für ein schönes und sinnvolles Leben! Freude pur!

Laufen macht also gelassener, wirkt sich positiv auf meine Ausgeglichenheit aus, trägt maßgeblich zu meinem Wohlbefinden bei. So gesehen kann diese schweißtreibende Angelegenheit ein wichtiger Beitrag zum inneren Frieden eines Menschen sein.

Kürzlich beim Laufen stieg der Gedanke in mir hoch: Wenn alle Menschen laufen würden, würde es Frieden geben. Dieser Gedanke entsprang wohl meinem eigenen Empfinden in dieser Situation. Doch dann habe ich diese Aussage in ihrer Pauschalität sofort wieder verworfen, fiel mir doch gleich ein, dass Ausdauersport beispielsweise auch bei der Bundeswehr eine große Rolle spielt. War ich selber doch in der Absicht zur Bundeswehr gegangen, dort ideale Trainingsbedingungen als Leistungssportler zu bekommen. Dabei werden auch laufende Soldaten dazu ausgebildet, auf Menschen zu schießen, diese zu töten.

Laufen kann sich also zwar friedensfördernd auswirken, reicht allerdings alleine für die Entwicklung einer friedvollen Gesellschaft nicht aus.

Wohlbefinden durch aktiven Lebensstil

Leben bedeutet für den Menschen nicht einfach ein Sich-Befinden, sondern ein Sich-Wohl-Befinden, sagt der Kulturphilosoph Ortega y Gasset. Deshalb ist sein ganzes Streben danach ausgerichtet. Wohlbefinden ist allerdings nicht immer vorhanden, unterliegt Schwankungen, ist von körperlichen, seelischen und geistigen Zuständen abhängig. Daher hängt es weitgehend von unserer eigenen Lebensweise ab, dass aus dem Sich-Befinden das erstrebte Sich-Wohl-Befinden wird.

Wohlbefinden und Gesundheit sind eng miteinander verknüpft. Hier leuchtet mir sehr ein, was die Ärzte Hans-Jürgen Richter und Dr. Peter Heilmeyer so beschreiben: "Wichtig ist die Erkenntnis, dass Gesundheit nicht etwa nur die Abwesenheit von Krankheiten ist. Gesundheit, die gilt es tagtäglich neu zu erobern, weil sich der Mensch stetig verändert. Leben steht nie still, alles fließt. So bilden sich auch im Körper des Nichtkrebskranken tagtäglich Hunderte von bösartigen Zellen, was für ein fittes Immunsystem aber kein Problem darstellt. Es eliminiert sie mühelos. Gesundheit ist somit ein stetiger Prozess aller unserer Stoffwechselvorgänge, den es im Sinne unseres Wohlergehens zu optimieren gilt." Hans-Jürgen Richter/Dr. Peter Heilmeyer: Gesund durch Stress. Wer reizvoll lebt, bleibt länger jung! systemed Verlag, Lünen. 2009. S. 5.

Wer meint, mit körperlicher Schonung seinen Körper besser und funktionsfähiger erhalten zu können, irrt also. "Der Mensch funktioniert nicht nach dem Modell des Autoreifens, der verschleißt, wenn man ihn beansprucht", so Richter und Heilmeyer. "Wir, unsere Billionen von Körperzellen, leben von der Funktion und erneuern uns mit ihr. Ohne stetige Beanspruchung schlaffen wir ab, erleiden wir, von den Knochen bis zu Herz und Hirn, Schaden und Schiffbruch." Ein aktiver Lebensstil ist folglich Basis für Wohlbefinden und Gesundheit.

Dies entspricht meiner eigenen jahrzehntelangen Erfahrung. Sportliche Bewegung ist ein wesentlicher Teil meiner Lebensqualität. Und der gesundheitliche Nutzen eines sinnvoll dosierten Ausdauertrainings steht für mich außer Frage. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen, dass gerade der langsame Dauerlauf vor Herzinfarkt und anderen Zivilisationskrankheiten schützen kann (siehe Tabelle: "Positive Wirkungen von langsamem Dauerlauf" im Anhang).

Genug Gründe für grundlegende Veränderungen

Doch obwohl ich mich in den vergangenen Jahren einigermaßen regelmäßig sportlich bewegt habe, bin ich doch viel zu sehr zum "Sitzmensch" geworden. Und die Bewegung reichte nicht, um ungesunden Stress unschädlich zu machen bzw. ganz zu vermeiden. Im Laufe der Jahre konnte ich beispielsweise beobachten, dass fünf Mal ca. 30 Minuten Laufen pro Woche allenfalls ausreichte, um mein Gewicht konstant zu halten. Entsprechend stieg es an, wenn ich weniger oft lief. Das Ergebnis ist nicht weiter verwunderlich: Seit Ende der 70er Jahre hatte ich gut 16 kg zugelegt, vor allem aber der "Rettungsring" um den Bauch wurde mit der Zeit immer sichtbarer. Dabei geht es weniger um ein etwaiges Schönheitsproblem. Denn zu viel Speck an der Taille bedeutet oft auch zu viel Zucker und zu viel Fette im Blut sowie zu hohen Blutdruck. Und dass dies nicht nur theoretische Erkenntnisse sind, musste ich leider am eigenen Körper erfahren. Jedenfalls hatte ich in den vergangenen Jahren mit verschiedenen dieser Risikofaktoren für einen verfrühten Tod zu tun. Zudem hat mein Körper noch mit anderen Erkrankungen auf meinen offensichtlich ungesunden Lebensstil reagiert.

Gründe genug, etwas Grundlegendes zu ändern. Seit Juni haben wir auf eine kohlenhydratreduzierte Ernährung umgestellt (LOGI-MethodeSiehe Näheres zur LOGI-Methode unter Logi-Methode-Wikipedia und LOGI-Methode von Dr. Nicolai Worm .). Und nachdem eine akute rheumatische Entzündung im Fußballen etwas abgeklungen war, konnte ich in der zweiten Junihälfte wieder mit einem Lauftraining beginnen. Inzwischen laufe ich rund 5 bis 7 Stunden pro Woche. Ende Juli habe ich dann nach einem Training von nur viereinhalb Wochen am Gammertinger Stadtlauf teilgenommen - mein erster Wettkampf nach 28 Jahren. Mit dem Ergebnis war ich so leidlich zufrieden. Aber dieser Lauf ist nochmals zusätzlicher Ansporn für weiteres Training.

Was aber wichtiger ist: Ernährungsumstellung und intensiveres Bewegungstraining haben dazu geführt, dass sich mein Gewicht in zehn Wochen immerhin um gut 8 kg reduzieren ließ. Vor allem aber die Fettpolster am Bauch und an der Hüfte sind schon regelrecht zusammengeschmolzen, so dass ich meinen Taillenumfang inzwischen gerade wieder bis zur für Männer kritischen Grenze von 94 Zentimetern verringern konnte.

Lebenshaus: Zur Förderung von Wohlbefinden gehört Bewegung

Aufgrund der hier geschilderten persönlichen Erfahrungen muss ich nicht extra betonen, dass solche von mir geschilderten Zusammenhänge auch für das Projekt Lebenshaus wichtig sind. Mit diesem Projekt wollen wir ja Leben in einem umfassenden Sinne fördern. Gerade auch beschädigtes, entwürdigtes, verletztes Leben. Es entspricht deshalb einem unserer Ziele, Menschen in Übergangs- und Krisensituationen, Opfer von Gewalt oder sonst in ihrer aktuellen Lebenslage gehandicapte Menschen zu unterstützen und zu begleiten. Nun ist es für Menschen in Krisensituationen meistens wichtig, zu reden. Und jemanden zu haben, der zuhört, nachfragt und so weiterhilft. Gerade die menschliche Zuwendung ist ein wichtiger Aspekt für das Wohlbefinden. Doch allzu oft bleiben Menschen im eigenen Leid hängen, wenn nicht eine aktive Lebenseinstellung und -gestaltung dazu kommt. Außer der menschlichen Zuwendung sind Ernährung und Bewegung, sinnvolle Arbeit sowie Ruhe und tiefe Entspannung weitere Aspekte, welche das Wohlbefinden eines Menschen entscheidend beeinflussen.

Es wird leicht nachvollziehbar sein, dass aus meiner Sicht jedenfalls körperliche Bewegung beim täglichen Bemühen um das Wohlbefinden auf gar keinen Fall fehlen darf. Doch was das Lebenshaus anbelangt, so war das bisher viel zu sehr "meine persönliche Sache". Nur selten haben beispielsweise Mitbewohnerinnen und Mitbewohner des Lebenshauses Sport betrieben. Sehr zu meinem Leidwesen. Dabei ist es bei entsprechendem Willen doch relativ einfach, Dauerlauf zu praktizieren und dessen positive Wirkungen zu ernten, indem Schritt für Schritt körperliche, seelische und geistige Fitness entwickelt wird.

Auch für Untrainierte ist es möglich, durch ein entsprechendes Aufbauprogramm in rund 12 Wochen eine halbe Stunde ununterbrochen Laufen zu können. Und wer das erst einmal kann und dran bleibt, für den sind dann bald auch längere Läufe von 45, 60 oder 90 Minuten kein Kunststück mehr.

Jedenfalls mache ich gerne das Angebot, ein Bewegungstraining zu begleiten. Für Menschen, die im Lebenshaus leben, aber auch für Freundinnen und Freunde des Lebenshauses.

Es wäre ein Traum von mir, beim nächsten Gammertinger Stadtlauf mit einer Lebenshaus-Mannschaft an den Start zu gehen. Dafür sind mindestens drei Läufer erforderlich. Interessierte bitte melden! Und: mit dem Training sollte man natürlich möglichst nicht erst wenige Wochen vor einem Wettkampf beginnen.

Friedensschluss mit Hunden…

Weil sie in einem Läuferleben eine wichtige Rolle spielen, möchte abschließend nochmals auf Hunde zu sprechen kommen. Vor wenigen Wochen dachte ich nämlich, dass es für mich vielleicht doch Zeit zum Umdenken werden könnte: Als ich während der Jahrestagung des Versöhnungsbundes frühmorgens im Wald auf dem Bonner Venusberg gelaufen bin, sind mir dort mehrere freilaufende Hunde begegnet. Oh je, dachte ich in einem ersten jahrzehntelang eingeübten Reflex! Doch dann habe ich mit einigem Erstaunen festgestellt, die dortigen Hunde müssen offensichtlich Läufer so sehr gewöhnt sein, dass laufend fortbewegende Menschen nicht sofort den Reflex auslösen, auf ihn losstürmen zu müssen. Friedensschluss also zwischen Hund und Läufer? Doch zurück auf der Schwäbischen Alb, hat mich ausgerechnet gestern ein Exemplar dieser Spezies wieder eines besseren belehrt. Ich hatte zwei Spaziergängerinnen wahrgenommen, die vor mir in einen Seitenweg abgebogen sind. Kaum hatte ich diese Abzweigung erreicht, schoss ein Minipinscher kläffend auf mich zu, allerdings auch an mir vorbei, weil ich zu einem kurzen Zwischenspurt antrat, als er kurz vor mir war. Zum Glück hat er sich dann von seinem Frauchen wieder einfangen lassen, wer weiß, ob ich mich sonst nicht zu einer wenig friedlichen Handlung hätte hinreißen lassen. Ein Friedensschluss mit der Spezies Hund wird also ebenfalls noch ein Traum von mir bleiben müssen…

Der Autor freut sich über Rückmeldungen, Nachfragen, etc. (michael.schmid@lebenshaus-alb.de). Eine Fortsetzung zu diesem Artikel findet sich inzwischen unter:  “Lebens-Lauf” - Eine Fortsetzungsgeschichte .

Anhang

Positive Wirkungen von langsamem Dauerlauf

Regelmäßiges Ausdauertraining hat einen ganzheitlichen Einfluss auf Körper und Seele. Zu den nachgewiesenen organischen Effekten des regelmäßigen langsamen Dauerlaufs gehören zum Beispiel:

  • die maximale Sauerstoffaufnahme verbessert sich,
  • das Herzminutenvolumen vergrößert sich,
  • erhöhter Blutdruck wird ebenso positiv beeinflusst wie niedriger Blutdruck;
  • der Kalziumstoffwechsel wird verbessert;
  • Zucker und Fettstoffwechsel werden günstig beeinflusst, der Gefahr von Fettstoffwechselstörungen wird vorgebeugt;
  • die Immunabwehr wird gestärkt,
  • Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko sinken
  • das Risiko von Krebserkrankungen (Brust, Prostata, Darm) sinkt
  • das Blut wird flüssiger, das wirkt der Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) entgegen, die Thrombosegefahr sinkt ebenfalls,
  • die Menge der hirnspezifischen Amine erhöht sich, was Depressionen und Schizophrenien positiv beeinflussen kann;
  • das Risiko von Demenzerkrankungen (z.B. Alzheimer) nimmt ab

Durch regelmäßiges langsames Laufen können unter anderem die folgenden körperlich-psychischen Störungen und Beschwerden deutlich erleichtert oder ganz gebessert werden:

  • Nervosität und Unruhe,
  • Kopfschmerzen und Migräne,
  • körperliche Erschöpfungszustände wie Müdigkeit und Schlappheit,
  • Rückenschmerzen,
  • Darmträgheit, Verstopfung und unregelmäßiger Stuhlgang,
  • Kurzatmigkeit,
  • Schlafstörungen,
  • Ess- und Gewichtsprobleme,
  • Menstruations- und klimakterische Beschwerden
  • häufige Unzufriedenheit und schlechte Laune,
  • leichtere Depressionen,
  • niedriges Selbstwertgefühl,
  • Angstzustände und Panikattacken,
  • Medikamentenmissbrauch,
  • Alkoholprobleme und Nikotinabhängigkeit,
  • Vitalitäts- und Antriebsschwäche, Tatenlosigkeit,
  • Schüchternheit und Einsamkeitsgefühle,
  • Stress und Burnout,
  • Ausgelaugtsein und seelische Erschöpfung,
  • sich zu wenig akzeptiert fühlen,
  • Hilflosigkeitsgefühle,
  • das Gefühl, von anderen herumgeschubst zu werden und nichts dagegen tun zu können.

Die Zusammenstellung ist mit einigen Ergänzungen übernommen von: Grell Jochen: Hilf dir selbst Laufe. Weber Alexander hrsg. Paderborn.1999, S. 54f.

 

Fußnoten

Veröffentlicht am

18. Oktober 2009

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