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Iran: Trauer als Fanal

Von Karl Grobe - Kommentar

Zweitausend Trauergäste sind eine Gefahr für den Staat. Ja, schon einer ist es. Das Teheraner Regime kann offenbar das Gedenken an die vor vierzig Tagen getöteten Demonstranten nicht ertragen, auch wenn sie nur aus dem Koran zitieren wollten. So wird der Koran eine Waffe gegen die Herrschaft, die angeblich auf seiner richtigen Auslegung beruht.

Tatsächlich basiert die Herrschaft der Kreise um Präsident Mahmud Ahmadinedschad aber auf Gruppen, die weniger gläubig, als von der Macht der Waffen berauscht und fanatisch sind; andere Stützen sind dem Präsidenten abhanden gekommen. Die Köpfe der Geistlichkeit sind uneins, viele gehen auf weiten Abstand zum aktuellen Regime. Der Spitze dieser Gesellschaft, dem Führer Ali Chamenei, schwindet die Legitimation mit jedem Tag. Schwanken zwischen Kritik an Ahmadinedschad und Rückkehr in dessen Fraktion hilft da gar nichts.

Auch Gewaltanwendung ist für die Herrscher keine Rettung. Bringen sie erneut Regimegegner um, werden wieder 40 Tage später Demonstranten auf die Straße gehen.

Quelle: Frankfurter Rundschau vom 31.07.2009. Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Karl Grobe.

Veröffentlicht am

31. Juli 2009

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