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Irakische Tragödie

Von Karl Grobe - Kommentar

Kidnapper in Polizeiuniform haben mitten in Bagdad wohl europäische Techniker entführt. Wahrscheinlich keine deutschen Europäer. Aber das erleichtert uns nicht. Die Tragödie dauert an, ob Deutsche betroffen sind oder nicht.

Im Mai, dem blutigsten Monat bisher, fielen 111 US-Soldaten im Irak. Die Zustimmung zum Krieg des George W. Bush daheim in den USA bricht zusammen. Das ist Statistik.

Die Todesopfer unter den Irakis zu registrieren, bemüht sich keine Dienststelle der vorgeblichen Befreier. Es ist einfacher, von Insurgenten zu reden, von Kollateralschäden und hinzuweisen auf den an vielen Fronten brennenden Bürgerkrieg. Bürgerkrieg? Im Plural muss das Wort stehen. Auch dann beschönigt es noch die Gewalt, der die Entführten, die Gefallenen und die vielfach zahlreicheren zivilen Toten zum Opfer fallen. Das ist die irakische Tragödie.

Die ist nicht von ungefähr gekommen, sie war kein blindes Walten des namenlosen Geschicks, sondern das Ergebnis blinder Gewaltpolitik. Nicht allein der Koalition “der Willigen”, die das ja wohl so nicht gewollt haben; doch die Intervention und die darauf folgende, zum Teil desaströse, Besatzungspolitik haben den Gewalttätern die Zügel gelöst.

Gestützt auf kriegsbegründende Lügen und das Völkerrecht bis zur Unkenntlichkeit biegend, war die US-geführte Koalition in Irak eingefallen. Eins hat sie erreicht - den Sturz des Diktators Saddam Hussein, die Auflösung der Diktatur. Selbst dieses eigentlich löbliche Ergebnis ist nicht mehr zu loben angesichts der damit verbundenen Zerstörung der irakischen Gesellschaft. Der Preis war zu hoch. Er steigt täglich weiter.

Quelle: Frankfurter Rundschau   vom 30.05.2007. Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Karl Grobe.

Veröffentlicht am

31. Mai 2007

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