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Ostermärsche wenden sich gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr

Friedensgruppen rufen zum G8-Protest nach Heiligendamm

Von Manfred Stenner

Zu rund 70 Veranstaltungen und Demonstrationen laden Friedensinitiativen nach einer Auflistung des Netzwerks Friedenskooperative zu Ostern ein (siehe www.friedenskooperative.de/om2007.htm ).

Eine der größten dürfte der Ostermarsch für die FreiE HeidE am “Bombodrom” in der Kyritz-Ruppiner Heide werden, wo am Ostersonntag u.a. der Theologe Eugen Drewermann, Ministerpräsident Matthias Platzeck und Major Florian Pfaff beteiligt sind. Die meisten Aktionen im Bundesgebiet starten am Ostersamstag. Der Ostermarsch Ruhr führt in drei Tagen von Duisburg nach Dortmund. Bereits am Sonntag, 1. April, führt der vorgezogene Potsdamer Ostermarsch zum “Deserteurs-DenkMal” auf dem Platz der Einheit. Abgeschlossen werden die Ostermärsche traditionell mit größeren regionalen Kundgebungen am Ostermontag u.a. in Berlin, Dortmund, Frankfurt, Hamburg, Kassel und Nürnberg.

Auch der Ostermarsch Sachsen-Anhalt führt am Ostermontag zum Militärgelände Colbitz-Letzinger Heide.

Die Ostermärsche wenden sich gegen die Auslandseinsätze der Bundeswehr und rufen zu den G8-Protesten nach Heiligendamm.

Gefordert wird der Truppen-Abzug aus Afghanistan und Irak, der massive Anstrengungen für politische Lösungen und Verstärkung der zivilen und wirtschaftlichen Unterstützung beinhalten soll. Auf massiven Protest stößt deshalb die beschlossene Entsendung der deutschen Tornados nach Afghanistan, die eine unmittelbare Einbindung des deutschen ISAF-Kontingents in die “Enduring Freedom”- Kampfeinsätze der US-Alliierten zur Folge hat und zur weiteren “Irakisierung” Afghanistans beiträgt.

Die Ostermärsche warnen auch vor den laufenden Kriegsvorbereitungen der USA gegen den Iran. Die unter deutscher Mitwirkung entstandene neue UN-Resolution mit verschärften Sanktionen gegen Iran trägt nach Meinung der Friedensgruppen zu weiteren Eskalationen bei. Auch die EU-Präsidentschaft der Bundesregierung wird wegen ihrer Stoßrichtung zum Aufbau einer EU-Armee kritisiert. Gefordert wird ein stärkeres EU-Engagement im Schlüsselkonflikt Israel/Palästina und die - auch finanzielle - Zusammenarbeit mit der neuen palästinensischen Einheitsregierung.

Irankonflikt:

Viele Beobachter rechnen mit der baldigen Möglichkeit eines Bombardements iranischer Nuklear- und Militäranlagen durch die USA.

Die Entsendung zweier Flugzeugträger in den Golf sowie “Scharmützel” wie die Festnahme iranischer Offiziere in Erbil/Nordirak durch US- Einheiten und kürzlich fünfzehn britischer Soldaten und Seeleute durch die iranische Marine tragen zu den Befürchtungen bei. Wenig hilfreich erscheint die stufenweise Eskalation der UN-Sanktionen gegen Iran wie in der jüngsten auch von der Bundesregierung vorbereiteten Resolution. Friedensorganisationen haben seit längerem umfangreiche Vorschläge zur Deeskalierung des Iran-Atomkonflikts vorgelegt, die eine konstruktive Einbindung des Iran in die dringend notwendige politische Lösungen für den Irak wie des gesamten Nahen und Mittleren Ostens einschließlich der Aussicht auf eine Atomwaffenfreie Zone beinhalten. Deren erstmalige Erwähnung in der Präambel der UN-Resolution 1747 ist nach Ansicht des Netzwerks Friedenskooperative allerdings bemerkenswert.

G8-Gipfel:

Friedensgruppen werden sich massiv an den Protesten zum G8-Gipfel in Heiligendamm Anfang Juni 2007 beteiligen und werben dazu bei den Ostermärschen. So sollen die allgemeinen Globalisierungsthemen, die Nord-Süd-Problematik, die Abschottung der Industriestaaten vor Migration und Flüchtlingen und die Klimadiskussion stärker mit dem Protest an der “aggressiven Seite” der G8-Staaten verbunden werden.

Weitere Kriege um Öl, Gas und andere globale Ressourcen könnten durch Energieeffizienz und “Erneuerbare” verhindert werden, propagieren Organisationen aus der Friedensbewegung.

“Krieg gegen den Terror”:

Die zunehmenden Auslandseinsätze der Bundeswehr werden abgelehnt.

“Der von den USA begonnene und von Deutschland mitgetragene ‘Krieg gegen den Terror’ trifft in erster Linie die Zivilbevölkerung in den betroffenen Staaten. Der ‘Krieg gegen den Terror’ steht für ‘präventiv’ genannte Angriffskriege, für Foltergefängnisse und Gefangenenverschleppung und wird damit selbst zum Terror und führt zum Abbau von Demokratie, Bürger- und Menschenrechten”, heißt es z.B. im Ostermarsch-Aufruf aus Baden-Württemberg, wo am Ostersamstag am Stationierungsort der “Kommando Spezialkräfte (KSK)” in Calw demonstriert wird (siehe Ostermarsch 2007 ).

Weitere Infos, Aufrufe der regionalen Veranstalter, Infos zu RednerInnen und Rednern etc. unter:
www.friedenskooperative.de/netzwerk/om2007.htm .

Quelle: Netzwerk Friedenskooperative .


“Virtueller Ostermarsch” von Christinnen und Christen

Mehr dazu und online unterzeichnen  Ökumenische Erklärung gegen Wirtschaftskriege - Ostermarsch im Internet .

Veröffentlicht am

28. März 2007

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