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Irak: Schutzlos

Von Karl Grobe - Kommentar

Die Mordanschläge auf schiitische Pilger zeigen in aller Brutalität die Unfähigkeit der so genannten Ordnungskräfte an. Weder die von Milizen der verschiedenen Warlord-Fraktionen unterwanderte Armee noch die US-Truppen können friedliche Pilger schützen. Der Terror verschärft den Konflikt zwischen den Konfessionen - das ist die Absicht dahinter, gleich ob sunnitische oder schiitische, einheimische oder eingesickerte fremde Extremisten die Drähte ziehen -, und die Razzien der Koalition in Bagdader Elendsquartieren tun das Ihre dazu.

Washingtons Versuch, mit Saudi-Arabien und anderen freundlich gesonnenen sunnitischen Regimes gemeinsam eine Front gegen die schiitischen Sektierer, den Iran und die Hisbollah aufzubauen, verschärft den Konflikt weiter: Er internationalisiert ihn auf höchst ungute Weise.

Rebellion, Sympathie für Extremisten, Unterstützung für Terroristen fällt ja nicht aus dem Himmel irgendwelcher Religion. Wenn viereinhalb Millionen Kinder unterernährt sind, wenn zwei Millionen meist hoch qualifizierte Iraker aus dem Land geflohen sind, wenn ungleich mehr zu “Binnenflüchtlingen” absinken, dann überrascht die Ausbreitung der bewaffneten Rebellion gegen alle und jeden nicht mehr. Die Aufschaukelung der einst wohl vorhandenen, aber wenig relevanten oder jedenfalls unterdrückten konfessionellen Unterschiede ist eine Folge der Invasion des Irak.

Quelle: Frankfurter Rundschau   vom 08.03.2007. Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Karl Grobe.

Veröffentlicht am

08. März 2007

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