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Bedingt gesprächsbereit

Von Karl Grobe - Kommentar

Die Botschaft der US-Außenministerin hat in Teheran keine Begeisterung hervorgerufen. Das Paket steckt in einer Geschenkverpackung mit der Aufschrift: "Direkte Gespräche". Der Inhalt besteht aus einem Wort: "Wenn". Doch ein Angebot ist es; gerichtet an die Wiener Iran-Konferenz. Die vier nichtamerikanischen Vetomächte und Deutschland treffen sich gerade, um ein anderes Paket zu füllen - Angebote und Forderungen an Iran zum Zweck des Verzichts auf sein Atomprogramm. Die iranische Regierung erklärt das für nicht verhandelbar.

Das Angebot direkter Verhandlungen ist so gehalten, dass außer den drei Europäern auch Russen und Chinesen schwer Nein sagen können. In Detailfragen und ohne diplomatische Beziehungen haben die USA und Iran gelegentlich miteinander ge- und verhandelt; von den Waffenlieferungen in der Iran-Contra-Affäre bis zum Vorgehen gegen die Taliban, ein ganz klein wenig auch über Irak. Nicht über das Atomthema; nicht über die Rivalität in der Golf-Region. Im Gegenteil; da haben die USA Saddam Husseins Krieg von 1980 gegen Iran stark gefördert, wenn nicht gar gefordert. Schurken können taktische Verbündete sein.

Condoleezza Rice stellt Bedingungen: zuerst hat Teheran die Uran-Anreicherung aufzugeben und ungehinderte Kontrollen zu ermöglichen. Es wird so nicht funktionieren. Ernste Verhandlungen lassen sich nicht von einem vorformulierten Ziel her führen. Teherans kontrollierbarer Verzicht auf "die Bombe" ist das Ziel; in Wien und bei zweiseitigen Verhandlungen ist erst der Weg zu finden. Wenn die USA ihn gehen und nicht nur die fünf anderen einspannen wollen.

Atomstreit: Iran lehnt Bedingung ab

Quelle: Frankfurter Rundschau vom 02.06.2006. Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Karl Grobe.

Veröffentlicht am

02. Juni 2006

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