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Irak: Ruf nach Rückzug

Von Karl Grobe

Iraks Regierungschef schlägt den Rückzug der US-Truppen und anderer Koalitionseinheiten aus gewissen Städten vor; er hält die neue landeseigene Armee für fähig, dort allein für Sicherheit zu sorgen. Die Washingtoner Militärs sind anscheinend nicht so optimistisch; einen am Montag fällig gewesenen Bericht an den Kongress über den Machttransfer und die künftige Stärke der US-Verbände muss das Pentagon noch fertig stellen. Ein Plan, die Truppenstärke zu halbieren, ist zu Wochenbeginn durchgesickert - in London, wie schon einige andere brisante Papiere in letzter Zeit.

Ibrahim Dschaafari, der Bagdader Ministerpräsident, musste etwas unternehmen. Die radikal-schiitische Bewegung des Muktada as-Sadr will bis Donnerstag eine Million Unterschriften für den Abzug aller fremden Truppen beibringen. Sie erklärt, auch zahllose Sunniten und Christen hätten eine entsprechende Petition schon unterschrieben. Angesichts des heftigen Streits über den Status ethnischer und religiöser Milizen und ihr Verhältnis zur im Aufbau befindlichen regulären Armee setzt dieser Vorstoß die Regierung unter erheblichen Druck. Dass ganz allgemein die Mehrheit der Bevölkerung die fremden Streitkräfte weg wünscht, ist ein offenes Geheimnis.

Damit wäre aber noch nichts gelöst. Solange über die künftige Struktur Iraks, ob zentralistisch oder föderal, nicht entschieden ist, besteht die Gefahr, dass sich die eine oder andere Miliz selbstständig macht und über den alltäglichen Terror hinaus das Land weiter destabilisiert.

Quelle: Frankfurter Rundschau vom 13.07.2005. Wir veröffentlichen den Artikel mit freundlicher Genehmigung des Autors.

Veröffentlicht am

13. Juli 2005

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