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Goldene Zeiten für Rüstungslieferanten

Von William Hartung 1

Seit die Bush-Administration im Januar 2001 ihr Amt übernahm, sind die jährlichen Militärausgaben von etwa 310 Mrd. $ pro Jahr auf über 420 Mrd. $ pro Haushaltsjahr angestiegen. Zusätzlich zu diesen regulären Bewilligungen haben die Vereinigten Staaten zwei Regierungen gestürzt und zwei Nationen besetzt, was sie 177 Mrd. $ kostete. Und wir haben die Sicherheitsausgaben im Lande im diesjährigen Budget von 16 Mrd. pro Jahr im Jahr 2001 auf 47 Mrd. $ pro Jahr erhöht, wobei 39 Mrd. $ von diesem Betrag auf Agenturen außerhalb des Pentagon entfallen. Viel von diesem Geld der Steuerzahler geht an Lieferanten, die sich auf Waffen, Wiederaufbau, Nachrichtendienst, Kommunikation und Sicherheit spezialisiert haben.

Zu den Haupt-Nutznießern gehört Halliburton. Im Jahr 2003 stiegen dessen Lieferverträge von 900 Mio $ auf 3,9 Mrd. $, ein Anstieg von fast 700 %. Und das ist nur der Anfang. Es laufen Verträge von über 8 Mrd. $ für den Wiederaufbau des Irak und die Logistikarbeit des Pentagons, und diese Zahl könnte auf 18 Mrd. $ steigen, wenn alle Optionen durchgeführt werden. Computer Sciences Corporation, welche an der Raketenabwehr arbeitet und auch Dyncorps besitzt, einen privaten Militärpartner, dessen Arbeit sich von Kolumbien bis nach Afghanistan und zum Irak erstreckt und seine Militärlieferungen von 2002 auf 2003 um mehr als das dreifache vergrößerte, nämlich von 800 Mio. auf 2,5 Mrd. $.

Aber obwohl die Firmen, die im Irak und in Afghanistan engagiert sind, das größte Wachstum aufweisen, können sie es doch nicht mit den “großen Drei” Militärlieferanten aufnehmen. Lockheed Martin (21,9 Mrd. $), Boeing (17,3 Mrd. $) und Northrop Grumman (16,6 Mrd. $), aufgeteilt zwischen ihnen in 50 Mrd. $ Pentagon-Verträge im Jahr 2003. Diese große Summe stellte fast einen ganzen von vier Dollar dar, die das Pentagon in jenem Jahr für alles, von Gewhren bis zu Raketen ausgeteilt hatte (also fast ein Viertel der Pentagon-Ausgaben).

Das wachsende Rechnen mit privaten Militärlieferanten entstand nicht über Nacht. Es entwickelte sich während der letzten fünfzehn Jahre, als der Verteidigungsminister Dick Cheney (in der ersten Periode der Bush-Administration) Halliburton bat, herauszufinden, was es kosten würde, wenn eine private Firma die Logistik einer größeren US-Überseestationierung durchführen würde.

Es beschleunigte sich auf dem Balkan, als Halliburton Stützpunkte baute, Verpflegung austeilte und Fahrzeuge in Bosnien und im Kosovo unterhielt, und MPRI kroatische Streitkräfte während einer kritischen Phase des Bosnienkrieges ausbildete. Es entwickelte sich weiter unter dem Radarschirm in Kolumbien, wo private Firmen Aufklärungs- und Entlaubungsaufträge durchführten, als Teil der privaten Anti-Drogen-Luftstreitmacht des Außenministeriums.

Und es wuchs weiter an, während des derzeitigen Krieges im Irak, wo jeder zehnte auf dem Schauplatz ein Angestellter des Kontrakts ist, verglichen mit einem unter hundert im ersten Golfkrieg.

1 William Hartung ist Direktor des Arms Trade Resource Centers in New York.

Quelle: DER PAZIFIST Nr. 6/195 vom 28.08.2004. Übersetzt von Heidi Schimpf. Originalartikel: Military Contractors Raking in Billions, in: DISARMAMENT TIMES , Sommer 2004, Vol.XXVII, No.3.

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Veröffentlicht am

03. September 2004

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