Lebenshaus Schwäbische Alb - Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie e.V.

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Umschulung zur “Handarbeit für den Frieden”

Grüne Blätter Februar 2003 Nr.31

Ich stelle heute ein Umschulungsprogramm vor (das zugleich ein Friedensgebet ist), wie es - vom Lebenshaus Schwäbische Alb uns mitgeteilt - von Dithard Zils in Verse gefaßt wurde. Und ich bin überzeugt: Wenn die Politik, die Wirtschaft, die Bildung, die Medienlandschaft, die Kirche - jeder/jede Einzelne - nicht ihre bisher gelernte und geübte Routine aufgibt und nicht schleunigst in Umschulung geht, wird es das friedevolle Jahr 2003, das wir uns an seinem Beginn gewünscht haben, nicht geben:


Um Umschulung bitten wir,
um Kenntnisse, die wirklich dem Leben dienen,
um die Fähigkeit zur Handarbeit für den Frieden.

Darum bitten wir
um ein neues Gefühl für die Sprache
im Hören auf Unterdrückte und Minderheiten.
Dass wir ein scharfesGehör entwickeln
für die Sprache von Propheten und Befreiern.
Dass wir tief getroffen und wesentlich
verändert werden durch den Notruf der Machtlosen,
durch den stillen Protest aller Sprachlosen.

Um ein neues Verständnis von Geschichte bitten wir.
Dass wir sie betrachten aus dem Blickpunkt der Verlierer,
nicht aus der Perspektive der Sieger;
aus der Sicht der Sklaven,
nicht aus dem Blickpunkt der Herren.

Um ein neues Verständnis von Erdkunde bitten wir.
Dass wir die Orte des Unrechts kennen.
Dass wir wissen, wo heute Ägypten liegt
und wo die Sklaven der jetzigen Pharaos wohnen.

Um eine neue Naturkunde bitten wir.
Dass wir uns entscheiden
zwischen Schöpfung oder Zerstörung.
Dass wir die Lagerstätten des Todes entlarven
und unsern Kampf für eine menschenwürdige
Umwelt nicht aufgeben.

Um eine neue Methode des Rechnens bitten wir.
Dass wir uns üben im Malnehmen durch Teilen.
Dass ausgerechnet das Zeichen des Brechens und Teilens
das Zeichen des Überlebens wird.
Dass das letzte Abendmahl Jesu
der erste Überfluß für alle wird.

Diethard Zils


Umschulung zur “Handarbeit für den Frieden” ist sicher ein langer Lernprozess! Wenn aber die Schule selbst anfängt zu brennen (und das tut sie, seit die Bush-Regierung wieder am Zündeln ist) müssen wir jetzt, gerade in diesen Tagen und Wochen, zuallererst durch unseren vereinten Widerstand gegen den geplanten Irak-Krieg das Feuer löschen, welches das Leben von Hunderttausenden verschlingen würde. Ohne das gemeinsame, öffentliche, unüberhörbare Buchstabieren dieses trotzigen Einmaleins werden wir Analphabeten des Friedens bleiben!
Laßt uns nie aufhören zu lernen, was dem Leben dient, - und zu verlernen, was den Tod bringt!

Nochmals: Ein gutes angefangenes neues Jahr, das ohne Solidarität, Frieden, soziale Gerechtigkeit kein neues und kein gutes sein kann, wünscht von Herzen Siegfried Böhringer

Veröffentlicht am

31. Januar 2003

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