Lebenshaus Schwäbische Alb - Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie e.V.

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“Die Waffen nieder!” - Aufruf aus der Friedensbewegung

Bonn/Gammertingen: Etwa 150 Personen und 10 Organisationen aus der Friedensbewegung - darunter auch Lebenshaus Schwäbische Alb - Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie e.V. und einige seiner Mitglieder - appellieren in einem Aufruf "Die Waffen nieder!" an alle politisch Verantwortlichen, sich für die sofortige Beendigung des Krieges in der Ukraine und für eine Rückkehr zu Diplomatie und Verhandlungen einzusetzen. Russland wird aufgefordert, den völkerrechtswidrigen Angriff umgehend zu beenden und die Truppen aus der Ukraine abzuziehen. Die Ukraine sollte erwägen, sich gemäß des Konzeptes Sozialer Verteidigung von militärischem auf zivilen Widerstand umzuorientieren, um sinnloses Blutvergießen zu vermeiden.

Jedes kleinste Fenster für Verhandlungen müsse genutzt werden. Ziel sollte eine große OSZE-Konferenz zur Lösung der Konflikte in der Region sein. Die Bundesregierung wird aufgefordert, Kriegsdienstverweigerern und Deserteuren beider Seiten Asyl und Evakuierung anzubieten. Flüchtlingen müsse großzügig geholfen werden.

Die Bundesregierung wird auch aufgefordert, keine weiteren Waffen zu liefern, die den Krieg anheizen würden. Die Appellierenden kritisieren, dass die Bundesregierung jetzt den Krieg für eine milliardenschwere Aufrüstung der Bundeswehr missbrauchen will.

Martin Singe und Armin Lauven, Pressemitteilung vom 01.03.2022.

Den Wortlaut des Aufrufes, der am 2.3.22 in "die tageszeitung" veröffentlicht wird, ist untenstehend zu finden. Der vollständige Anzeigentext einschließlich der Namen der Unterzeichnenden kann hier heruntergeladen werden:


Aufruf

Die Waffen nieder!

Das Blutvergießen beenden! Jedes Leben zählt!

Den Angriff sofort beenden! Auf militärischen Widerstand verzichten - zivilen Widerstand leisten!

Die russische Regierung hat die Ukraine völkerrechtswidrig angegriffen. Dieser Angriff ist schärfstens zu verurteilen. Seit dem 24.2.2022 herrscht Krieg in der gesamten Ukraine. Schon jetzt gibt es Hunderte Tote und Verwundete auf beiden Seiten. Eine Eskalation des Krieges bis hin zu einem europäischen Krieg ist nicht ausgeschlossen. Selbst der Einsatz von Atomwaffen könnte am Ende dieser unseligen Kriegsdynamik stehen. Dieser Krieg muss sofort beendet werden.

Die westlichen Staaten und die NATO haben vorab keine ernsthaften Versuche unternommen, die sich seit Jahren drehende Eskalationsspirale zu stoppen, da sie die berechtigten Sicherheitsinteressen Russlands nicht hinreichend berücksichtigt haben. Vor allem die gegen feste Zusagen vorgenommene Osterweiterung der NATO war ein wesentlicher Faktor zur Konflikteskalation. Alle Forderungen aus der Friedensbewegung, eine gesamteuropäische gemeinsame Sicherheitsarchitektur unter Einschluss Russlands aufzubauen, sind von der NATO missachtet worden.

Wir fordern die sofortige Einstellung aller kriegerischer Handlungen und die Rückkehr zu Diplomatie und Verhandlungen zur Lösung der Konflikte. Jedes kleinste Fenster für neue Verhandlungen muss unbedingt genutzt werden.

Wir fordern von der russischen Regierung, sofort alle Angriffe einzustellen und alle Truppen aus der Ukraine zurückzuziehen. Immer mehr Menschen in Russland machen deutlich, dass sie diesen Krieg nicht wollen. Diesen Menschen gilt unsere Solidarität. Deutschland muss russischen Kriegsdienstverweigerern Asyl anbieten.

Eine Beendigung des militärischen Widerstands seitens der Ukraine, verbunden mit der Ankündigung zivilen Widerstandes gemäß des Konzeptes Sozialer Verteidigung, könnte weitere unzählige Tote, Verletzte und Verwüstungen in einem andauernden Krieg vermeiden helfen. Wer sich diesem Krieg entziehen will, muss aus der Ukraine ausreisen dürfen. Deutschland sollte Kriegsdienstverweigerern der ukrainischen Armee Asyl anbieten und diese auf Wunsch evakuieren.

Die internationale Gemeinschaft muss alles dafür tun, dass wieder an den Verhandlungstisch zurückgefunden wird. Eine große Konferenz der OSZE muss alle vorliegenden Konflikte neu verhandeln und Lösungen finden. "Verhandeln statt schießen! Aufbau einer gemeinsamen Sicherheitsarchitektur" muss wieder zur Devise werden.

Deutschland darf keine weiteren Waffen liefern, die den Krieg anheizen würden. Dieser Krieg darf auch nicht für neue milliardenschwere Aufrüstungsschübe der Bundeswehr missbraucht werden - wie jetzt von der Bundesregierung angekündigt.

Solidarität mit der Ukraine heißt für uns, die Menschen in dem Land langfristig beim Ausbau von Demokratie und Verwirklichung von Menschenrechten zu unterstützen. Dazu gehören aktuell auch die Aufnahme von Flüchtlingen und humanitäre Hilfe für die Ukraine.

Veröffentlicht am

01. März 2022

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