Lebenshaus Schwäbische Alb - Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie e.V.

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Lebenshaus unterstützt Kampagne gegen Abschiebung von Roma nach Kosovo

Gammertingen, 11.02.2012: Der Verein Lebenshaus Schwäbische Alb - Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie mit Sitz in Gammertingen wendet sich in einem Aufruf gemeinsam mit zahlreichen anderen Organisationen und Einzelpersonen gegen eine Abschiebung von Roma nach Kosovo. Insbesondere Menschen, die in pädagogischen und psychosozialen Handlungsfeldern arbeiten, sowie Einrichtungen, Organisationen und Verbände sind eingeladen, sich mit ihrer Unterschrift dem Aufruf anzuschließen.

In den nächsten Jahren sollen in Folge des Kosovo-Rückübernahmeabkommens von April 2010 alleine in Baden-Württemberg über 1.000 langzeitgeduldete Roma, darunter viele Kinder, nach Kosovo abgeschoben werden; bundesweit sind es über 10.000. Die Landesregierung hat im August 2011 diese Abschiebungen vorübergehend ausgesetzt. In den nächsten Wochen soll entschieden werden, ob aus Baden-Württemberg wieder abgeschoben wird.

Ein durch das landesweite Netzwerk rassismuskritische Migrationspädagogik initiierter Aufruf fordert die Landesregierung in Baden-Württemberg auf, die Abschiebungen von Roma nach Kosovo aus historischen, grund- und menschenrechtlichen sowie pädagogischen Gründen endgültig zu stoppen. Insbesondere für langzeitgeduldete Kinder und ihre Familien solle ein dauerhaftes Bleiberecht ermöglicht werden.

"Als Lebenshaus Schwäbische Alb sind wir dieser wichtigen Initiative gerne und aus großer Überzeugung beigetreten", betont Katrin Warnatzsch, Beauftragte des Lebenshauses für Sozialen Friedensdienst. "Seit rund 20 Jahren haben wir engen Kontakt zu Roma-Angehörigen bzw. der Untergruppe von Askhalis. Wir wissen um ihre Angst vor Abschiebung. Im Kosovo erwartet die Angehörigen dieser Minderheiten Ausgrenzung und Hoffnungslosigkeit, unsägliches Elend und erneute Flucht." Besonders für Kinder und Jugendliche sei die Abschiebung nach Kosovo ein massiver Einschnitt in ihre Entwicklung. Sie seien oftmals in Deutschland geboren und aufgewachsen, verstünden sich selbst als Deutsche, so Katrin Warnatzsch. Kosovo sei ein fremdes Land für sie. Während Kinder und Jugendliche hier die Schule besucht hätten, würden drei von vier abgeschobenen Kinder im Kosovo nicht mehr die Schule besuchen, u.a. weil sie die Sprache nicht sprechen. Auch deshalb müsse endlich Schluss sein mit solch unmenschlichen Abschiebungen. "Wir freuen uns, dass sich das Netzwerk rassismuskritische Migrationspädagogik mit seiner Kampagne gegen die Abschiebung von Roma nach Kosovo vor die schutzbedürftigen Kinder und Jugendlichen stellt", meint Katrin Warnatzsch.

Lebenshaus-Geschäftsführer Michael Schmid betonte, man müsse sich auch daran erinnern, dass Roma und Sinti in der deutschen und europäischen Geschichte immer wieder Opfer von aggressiver Diskriminierung und Verfolgung gewesen seien. "Höhepunkt ist die Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten gewesen, der etwa eine halbe Million Roma und Sinti zum Opfer gefallen sind", so Schmid. Daraus erwachse für Deutschland eine besondere historische und moralische Verantwortung. "Hier in Deutschland könnte endlich der Kreislauf ihrer andauernden Diskriminierung, Vertreibung und der europaweiten Gewalt gegen Roma und Sinti durchbrochen werden, indem Roma nicht geschichtsvergessen und inhuman abgeschoben werden, sondern ihnen die Chance zur Integration in unsere Gesellschaft geboten wird."

Der Aufruf "PädagogInnen gegen Abschiebung von Roma in den Kosovo" wurde inzwischen bereits von über 2.000 Menschen sowie zahlreichen Organisationen unterzeichnet. Nun sind insbesondere Menschen, die in pädagogischen und psychosozialen Handlungsfeldern arbeiten, sowie Einrichtungen, Organisationen und Verbände eingeladen, den Aufruf zu unterzeichnen.

Im Internet finden sich ausführliche Informationen und die Möglichkeit zur Online-Unterschrift unter: http://aufruf-gegen-abschiebung.de

Ebenfalls Informationen gibt es bei: Lebenshaus Schwäbische Alb e.V., Tel. 07574-2862; E-Mail: info@lebenshaus-alb.de, Internet: www.lebenshaus-alb.de.

Veröffentlicht am

11. Februar 2012

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