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Gut besuchte Mahnwache in Gammertingen mit dem Motto “Fukushima ist überall - Atomausstieg jetzt”

Gammertingen, 15.03.2011: 38 Menschen haben am Montagabend bei einer Mahnwache in Gammertingen teilgenommen, mit der den Opfern des Erdbebens in Japan gedacht und gegen die Atompolitik der Bundesregierung demonstriert wurde. Der Verein Lebenshaus Schwäbische Alb hatte kurzfristig zu dieser Veranstaltung eingeladen, die unter dem Motto "Fukushima ist überall - Atomausstieg jetzt" stattfand.

In einer Rede ging Michael Schmid zunächst auf die aktuellen Ereignisse in Japan ein. Dort hätten Erbeben und ein Tsunami eine unermessliche Tragödie angerichtet. Diese folgenschweren Naturereignisse hätten nun eine weitere Bedrohung in Gestalt einer menschgemachten Katastrophe in Form einer Kernschmelze in mehreren Reaktoren heraufbeschworen. "Und das nur, weil man sich völlig unnötig von der Atomenergie abhängig gemacht hat. Sämtliche Lügen, die man der japanischen Bevölkerung seit dem Bau dieser Anlagen erzählt, sind auf einen Schlag entlarvt worden. Und diese Masken zur Verdeckung der Lügen sind nun weltweit gefallen." Wie sich die Lage entwickeln werde, sei im Moment nicht abzusehen. Wir könnten nur hoffen, dass es zu keinem Super-GAU komme.

Die dramatischen Ereignisse in Japan würden uns wieder schmerzhaft vor Augen führen, so Schmid weiter, dass Atomkraft nicht beherrschbar und nicht verantwortbar sei. Es zeige sich nun auch, dass die Behauptung nicht stimme, eine Gefahr würde nur von sogenannten Schrottmeilern im ehemaligen Ostblock ausgehen. Auch die Bundeskanzlerin wisse als Physikerin und ehemalige Umweltministerin ganz genau, dass es bei keinem der hiesigen AKW eine hundertprozentige Sicherheit gebe, und dass diese sich selbst durch Reparaturen nicht erreichen lasse. "Wir lassen uns jetzt nicht mit der Überprüfung der Sicherheit der deutschen Atomkraftwerke ruhig stellen. Es reicht auch nicht aus, die Laufzeitverlängerungen bis nach den Landtagswahlen auszusetzen. Wir fordern die endgültige Stilllegung der Atomkraftwerke. Die Schwachstellen sind den Behörden doch längst bekannt. Da muss nichts geprüft, sondern es muss abgeschaltet werden."

Es sei nun allerhöchste Zeit, vollständig auf Erneuerbare Energien umzusteigen, forderte Michael Schmid weiter. Es gebe kein Land auf der Welt, das nicht mit Erneuerbarer Energien allein versorgt werden könne. Der Weg in eine Welt völlig ohne Kernenergie und fossile Brennstoffe sei gangbar, bezahlbar und sicher, schaffe Wohlstand und vor allem Widerstandskraft im Angesicht von Naturkatastrophen. Damit unser Land diesen Weg beschreite, müsse der Druck auf die Regierenden erhöht werden. Deshalb rufe die Anti-AKW-Bewegung zu zahlreichen Protesten gegen den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke in Deutschland auf. In den nächsten Tagen und Wochen werde es einen Wechsel von regionalen und überregionalen Demonstrationen und Aktionen geben.

Bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg sollten nur solchen Kandidatinnen und Kandidaten eine Stimme erhalten, die sich eindeutig gegen Atomkraft und für die Förderung erneuerbarer Energien aussprechen. Außerdem könne jede und jeder seinen Atomausstieg selber vornehmen, indem er weg von den Atom-Konzernen, hin zu einem Ökostromanbieter wechsle.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Mahnwache in Gammertingen gedachten zwischendurch auch mit einem längeren Schweigen der Menschen in Japan, die Opfer der Naturkatastrophe wurden und den Menschen, die wegen radioaktiver Verseuchung ihre Siedlungen verlassen mussten und mit banger Sorge in die Zukunft blicken.

Am Montagabend haben zeitgleich zur Veranstaltung in Gammertingen in weiteren rund 450 Orten im gesamten Bundesgebiet Deutschland Mahnwachen für den Atomausstieg stattgefunden. Nach Angaben der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt, die erst 48 Stunden davor zu den Mahnwachen aufgerufen hatte, haben dabei 110.339 Menschen für die Stilllegung der Atomkraftwerke demonstriert.

Bei der Mahnwache in Gammertingen wurde vereinbart, dass am kommenden Montag, 21. März, wiederum um 18 Uhr am Stadtbrunnen in der Sigmaringer Straße eine solche Veranstaltung stattfinden soll.

Weitere Informationen bei: Lebenshaus Schwäbische Alb e.V., Tel. 07574-2862; E-Mail: info@lebenshaus-alb.de, Internet: www.lebenshaus-alb.de.

Veröffentlicht am

15. März 2011

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