Lebenshaus Schwäbische Alb - Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie e.V.

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21. Tschernobyl-Jahrestag: Erklärung “Für eine grundlegende Wende in der Energiepolitik” weiter aktuell

Gammertingen, 24.04.2007: Am 26. April 1986 passierte im ukrainischen Tschernobyl die größte und folgenreichste Industriekatastrophe der Menschheitsgeschichte, als einer der Reaktoren explodierte. Anlässlich des 21. Jahrestages dieser Katastrophe erneuert Lebenshaus Schwäbische Alb e.V. jetzt in einem Schreiben an Bundeskanzlerin Merkel seine Forderungen: Atomkraftwerke abschalten und Atomwaffen abschaffen! Die fossil-atomare Energiewirtschaft vollständig ablösen durch konsequente Energie-Einsparung, durch Erhöhung der Energie-Effizienz und vor allem durch die Nutzung eines umfassenden Energiemix aus Erneuerbaren Energien.

Im vergangenen Jahr zum 20. Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe hat Lebenshaus Schwäbische Alb e.V. gemeinsam mit dem Internationalen Versöhnungsbund - Landesgruppe Baden-Württemberg mit der Erklärung “Für eine grundlegende Wende in der Energiepolitik” eine Anzeigen-Aktion initiiert. Diese Erklärung fand ein enormes Echo. Sie wird insgesamt von über 1.000 Einzelpersonen und Organisationen unterstützt. Und mit der Unterstützung von über 700 Organisationen, Initiativen und einzelnen Menschen wurde die Erklärung als großformatige Anzeigen in den überregionalen Tageszeitungen taz und Frankfurter Rundschau veröffentlicht.

Anlässlich des 21. Tschernobyl-Jahrestages am 26. April 2007 hat nun Lebenshaus Schwäbische Alb e.V. an Bundeskanzlerin Merkel geschrieben und betont, dass die Erklärung vom vergangenen Jahr nach wie vor sehr aktuell sei. In der Erklärung werde betont, die atomare Katastrophe von Tschernobyl vom 26. April 1986 sei zum Symbol für eine verfehlte Energiepolitik geworden, deren Gefahrenpotential untragbar sei. Die Folgen des Super-GAU seien vertuscht, verharmlost, bagatellisiert und verdrängt worden. Dabei sei der der Atomunfall von Tschernobyl für viele Millionen Menschen in der Ukraine, in Weißrussland, Russland, Polen, aber auch in West- und Nordeuropa noch immer hochaktuell. Sie würden bis heute unter den Folgen der Katastrophe leiden. Spätestens diese Katastrophe stehe für die Erkenntnis, dass die Atomenergie nicht beherrschbar sei.

Tschernobyl hätte der Anfang vom Ende der Atomkraft sein können, wird in der Erklärung weiter festgestellt. Doch zwei Jahrzehnte später würden wir erleben, dass sich eine Reihe von Politikern Hand in Hand mit den Lobbyisten der Energiewirtschaft nachdrücklich für längere Laufzeiten oder gar neue Atomkraftwerke einsetzten. Weil sie kein Comeback der Atomkraft wollen sondern einen Ausstieg aus der zivilen wie militärischen Nutzung der Atomenergie, würden sich die Unterzeichner der Erklärung dafür einsetzen, die fossil-atomare Energiewirtschaft vollständig abzulösen durch konsequente Energie-Einsparung, durch Erhöhung der Energie-Effizienz und durch eine hundertprozentige Energieversorgung mit erneuerbaren Energien. Eine solche Energiepolitik trage nicht zur Klimakatastrophe und Gesundheitsgefährdung durch die Vergiftung der Umwelt bei. Wer von dezentral erzeugten erneuerbaren Energien lebe, müsse nicht rund um die Welt Kriege führen um knappe Rohstoffe wie Öl, Kohle, Gas und Uran. Er liefere auch kein Futter für den Bau von Atombomben.

Unterstützung fand die Erklärung von einem breiten Spektrum teils prominenter Menschen aus Wissenschaft, Kunst, Politik, Kirchen, Gewerkschaften, Gesundheits- und Sozialbereich, Medien und aus den sozialen Bewegungen. Darunter befinden sich der Journalist Franz Alt, die Schriftstellerin Gudrun Pausewang, der Liedermacher Konstantin Wecker, der Psychoanalytiker Prof. Dr. Horst-Eberhard Richter, der Klimaforscher und Meteorologe Prof. Dr. Hartmut Graßl und die beiden Träger des Alternativen Nobelpreises, der Quantenphysiker Prof. Dr. Hans-Peter Dürr und der SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Hermann Scheer. Unterzeichnet haben ebenfalls 13 weitere Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen, SPD und Linkspartei, sechs Europaabgeordnete sowie die SPD-Landesvorsitzende von Baden Württemberg, Ute Vogt. Unter den zahlreichen unterzeichnenden Organisationen und Gruppen befinden sich u.a. die Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW), attac Deutschland, der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU), der Verkehrsclub Deutschland (VCD) und die Katholische Landjugendbewegung Deutschlands e.V. (KLJB) und der Hauptvorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Beim Lebenshaus Schwäbische Alb e.V. wurde die große Resonanz auf die Aktion zum 20. Tschernobyl-Jahrestag im vergangenen Jahr als große Ermutigung zur Fortsetzung der Arbeit für Gerechtigkeit, Frieden und Erhalt der Umwelt angesehen.

Hier findet sich die vollständige Erklärung  “Für eine grundlegende Wende in der Energiepolitik” .

Veröffentlicht am

24. April 2007

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