Lebenshaus Schwäbische Alb - Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie e.V.

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Zum 10jährigen Vereinsjubiläum: Leidenschaftlicher Vortrag von Franz Alt

Gammertingen, 21.09.2003: Das Lebenshaus Schwäbische Alb e.V. hatte anlässlich seines 10-jährigen Vereinsjubiläums Dr. Franz Alt zu einem Vortrag eingeladen. Alt sprach vor rund 90 Zuhörerinnen und Zuhörern in der evangelischen Kirche in Gammertingen zum Thema “Krieg um Öl oder Frieden durch die Sonne”. Nachmittags hatte der Verein seine Mitgliederversammlung abgehalten und dabei unter anderem einen neuen Vorstand gewählt.

Leidenschaftlich plädierte der bekannte Fernsehjournalist Franz Alt fast 2 œ Stunden lang vor einem gespannt zuhörenden Publikum dafür, Frieden durch Gerechtigkeit zu schaffen und Frieden mit der Natur zu schließen. Sonst, meinte er, sei der 11. September wahrscheinlich nur ein Vorspiel des Schreckens gewesen. Denn der vorgebliche Krieg gegen den Terrorismus ziele langfristig auf die Sicherung der Ressourcen Öl und Gas.

Alt vertrat die Meinung, dass der bisherige Reichtum des Westens abhängig sei von seiner Verfügungsgewalt über Erdöl, Erdgas, Uran und Kohle. Allerdings würden diese aufgrund des grandiosen Verbrauchs nur noch wenige Jahrzehnte halten. “Dieser Energiehunger der Industriestaaten wird zum größten Gemetzel der Menschheitsgeschichte führen, wenn nicht rasch der Umstieg auf erneuerbare Energien gelingt”, so Alt. Kriege seien aber immer Verbrechen. Die große Alternative zu Terror und Krieg sei in einer Politik der Bergpredigt zu finden. “Die Wahrheit der Bergpredigt von Jesus liegt nicht hinter, sondern vor uns.”

Franz Alt zeigte auf, dass es unbedingt darauf ankomme, ökologische Alternativen in die Praxis umzusetzen. Die Sonne schicke uns 15.000-mal mehr Energie, als zur Zeit alle sechs Milliarden Menschen verbrauchten. Und zwar kostenlos. Deshalb eröffne eine Sonnenstrategie die Chance zum Weltfrieden. “Der ultimative Scheideweg, vor dem wir als Weltgesellschaft heute stünden, lautet deshalb: Krieg um Öl oder Frieden durch die Sonne!” Anhand verschiedener anschaulicher Beispiele zeigte Alt auf, dass wir heute technisch in der Lage sind, die erforderliche Energiewende umsetzen. Er präsentierte Bilder von mit moderner Solararchitektur gebauten Häusern, die selber soviel Energie herstellen, dass die Besitzer jeden Monat einen Scheck von 300 Euro bekommen würden. Ein anderer, pointiert formulierter Vorschlag lautete: “Es wäre ein nicht übersehbarer Start ins Solarzeitalter, wenn alle Gotteshäuser aller Konfessionen weltweit sich dem Strom vom Himmel öffnen würden. Dann hätte der Heilige Geist endlich eine zeitgemäße Landemöglichkeit.” Inzwischen gebe es allerdings in Deutschland zum Glück schon einige hundert Kirchendächer mit Solaranlagen auf den Dächern. Diese ermutigenden Beispiele müssten aber größere Nachahmung finden.

Nach dem Vortrag dankte Michael Schmid, der bisherige Vorsitzende des Lebenshauses, Franz Alt für dessen engagierte und faszinierende Ausführungen, die deutlich machen würden, wie dringend es darum gehe, Alternativen in die Realität umzusetzen. Alt habe zu einer Ermutigung beigetragen, sich auch durch eigenes Handeln für diesen Weg einzusetzen.

Ganz konkret ein Bild über Solartechnik verschaffen konnten sich die Besucher an verschiedenen Informationsständen mehrerer Gammertinger Firmen. Zudem war der Vortrag von Franz Alt musikalisch eingerahmt durch zwei Stücke des Posaunenchors Mariaberg.

Bereits am Nachmittag hatte der Verein Lebenshaus Schwäbische Alb e.V. seine Mitgliederversammlung abgehalten. Diese war zum 10-jährigen Jubiläum sehr gut besucht. Dabei wurde die vielfältige engagierte Arbeit des letzten Geschäftsjahres reflektiert. Und es wurde Rückschau über das zurückliegende Jahrzehnt gehalten. Die Mitgliederversammlung war sich darin einig, dass mit diesem relativ kleinen Projekt sehr viel Positives erreicht worden ist: zahlreiche Menschen seien bei der Bewältigung schwieriger Lebenssituationen unterstützt worden. Es seien viele Veranstaltungen organisiert, über die Zusammenhänge von Frieden, Gerechtigkeit und Ökologie nachgedacht und informiert worden. Publikationen sowie die Website des Lebenshauses würden in ganz Deutschland, zum Teil sogar international, auf großes Interesse stoßen. Michael Schmid betonte in seinem Geschäftsbericht, dass beispielsweise die aktuelle Nominierung auf den 6. Platz unter 51 Bewerbern aus der gesamten Republik beim Stuttgarter Friedenspreis 2003 deutlich mache, dass das Engagement, bei dem es darum gehe, “im Sinne einer weltoffenen Bürgergesellschaft gegen den Strom zu schwimmen und sich für Frieden, Gerechtigkeit und eine solidarische Welt einzusetzen”, von anderer Seite entsprechend gewürdigt werde. Dies alles sei nur möglich geworden, weil in den vergangenen 10 Jahren ein Netz von Menschen entstand, die durch ein solidarisches Miteinander zum Gelingen beigetragen hätten. Aktuell habe der Verein 60 Mitglieder und einen mehrere hundert Menschen aus ganz Deutschland umfassenden Unterstützerkreis.

Dass die Bereitschaft zum Engagement in diesem Verein zu Beginn seines zweiten Jahrzehnts sehr groß ist, zeigten die Vorstandswahlen. Der bisherige Vorsitzende Michael Schmid kandidierte nicht mehr, weil es andere Vorstandskandidaten in großer Zahl gab. Zum 1. Vorsitzenden wurde Axel Pfaff-Schneider, Sozialpädagoge (Reutlingen) gewählt, zu dessen Stellvertreter Hansmartin Volz, Pfarrer i.R. (Gammertingen-Bronnen). Beisitzerin ist nun Ruth Fehling, Pastoralreferentin (Tübingen), Beisitzer sind Bernd Geisler, Musikpädagoge (Riedlingen), Hans Landenberger, Kaufmann (Gammertingen) und Dr. Bruno Mey, Arzt (Kusterdingen-Immenhausen). Die Kasse wird weiter von Eberhard Wurst (Pfullingen) und Regine Langenberger (Sigmaringen) geprüft.

Veröffentlicht am

21. September 2003

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