Lebenshaus Schwäbische Alb - Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie e.V.

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Mit Hiroshima begann ein neues Zeitalter. Mahnwache in Gammertingen.

Gammertingen, 08.08.2003: Am 6. August 1945 wurde die erste Atombombe auf eine Stadt abgeworfen. Hiroshima. Anlässlich des 58. Jahrestages dieses schrecklichen Ereignisses hatte der Verein Lebenshaus Schwäbische Alb e.V. zu einer Mahnwache in Gammertingen eingeladen, die trotz der Urlaubszeit gut besucht war.

In einer Rede ging der Vorsitzende des Lebenshauses, Michael Schmid, darauf ein, dass die Atombombe durch die Zusammenfassung der besten englischen und amerikanischen Wissenschaftler im “Manhattan-Projekt” entwickelt worden sei. Absicht der meisten beteiligten Wissenschaftlicher sei damals gewesen, mit der Atombombe die drohende Weltbeherrschung durch den deutschen Faschismus zu verhindern. Doch bevor die Atombombe zur Verfügung stand, sei der Krieg mit Deutschland im Mai 1945 beendet worden.

Als die ersten Atombomben dann im Juli 1945 einsatzbereit gewesen seien, habe der amerikanische Präsident Truman dem Abwurf von Atombomben in Japan zugestimmt. In den frühen Morgenstunden des 6. August 1945 sei eine Atombombe auf Hiroshima abgeworfen worden. Nach vorsichtigen Schätzungen seien noch an diesem Tag mindestens 45.000 Menschen gestorben. Eine Hitzewelle von über 3000 Grad Celsius habe zur Verdampfung von Menschen geführt, eine ungeheure Druckwelle gewaltige Zerstörungen angerichtet und bei Menschen innere Organe zerplatzen lassen. Später hätten dann die Folgen der radioaktiven Strahlung eingesetzt. Aufgrund der Atombombe in Hiroshima und der weiteren, welche die USA drei Tage später in Nagasaki gezündet hätten, seien insgesamt 320.000 Menschen gestorben.

Schmid wies weiter darauf hin, dass die ganze Menschheit mit dem Abwurf der Atombomben über Japan in einem neuen Zeitalter angekommen sei. Seit dem 6. August 1945 lebe die Menschheit auf Abruf. Seither könne in jedem Augenblick jeder Ort und sogar die Erde als ganzes in ein Hiroshima verwandelt werden. Nach 1945 habe eine ungeheure Aufrüstung mit Atomwaffen eingesetzt. Mit den vorhandenen Atombomben könne die gesamte Erde gleich vielfach vernichtet werden. Welch riesigen Gefahren die Menschheit ausgesetzt sei, habe beispielsweise der amerikanische General Lee Butler, in den 90er Jahren Oberbefehlshaber des US-Atomraketenarsenals, am Ende seiner jahrzehntelangen Karriere als Militär erkannt. Aufgrund der Erkenntnisse durch seine Innenansicht habe er geäußert: “Wir sind im Kalten Krieg dem atomaren Holocaust nur durch eine Mischung von Sachverstand, Glück und göttlicher Fügung entgangen, und ich befürchte, das letztere hatte den größten Anteil daran.”

Abschließend forderte Michael Schmid die Anwesenden bei der Mahnwache dazu auf, sich weiter für die Entwicklung einer Gesellschaft einzusetzen, welche die Bereitstellung und den Einsatz von Atomwaffen ablehne. Unsere Verantwortung für diese eine Welt in Freiheit und Humanität erfordere dies. Allerdings werde heute die Entwicklung der atomaren Massenvernichtungswaffen weiter vorangetrieben, ihr Einsatz im Krieg gegen den Terror von den Militärstrategen offen diskutiert. Dieser Politik sei entschieden entgegenzutreten. Und von der Bundesregierung sei zu fordern, sich dafür einzusetzen, dass alle Atomwaffen verschrottet werden, vornehmlich die in Deutschland stationierten. Weiter solle Deutschland keinem anderen Staat gestatten, militärische Kommandozentralen, Flugplätze und Truppenstützpunkte, die sich in unserem Land befinden, zum Zwecke der Kriegsführung zu nutzen.


Auf der Lebenshaus-Website findet sich die vollständige Rede von Michael Schmid:
>> Mit Hiroshima begann ein neues Zeitalter

Veröffentlicht am

08. August 2003

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