Lebenshaus Schwäbische Alb - Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie e.V.

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Überfall auf Polen am 1. September 1939. Mahnwache in Gammertingen

Gammertingen, 01.09.2003: Am 1. September 1939 begann der 2. Weltkrieg durch einen Überfall Deutschlands auf Polen. Der 1. September wird seit Jahrzehnten von Gewerkschaften und Friedensgruppierungen als Antikriegstag begangen. Anlässlich des 64. Jahrestages des Kriegsbeginns veranstaltete der Verein Lebenshaus Schwäbische Alb e.V. am Montag eine Mahnwache am Gammertinger Stadtbrunnen.

In einer Rede ging der Vorsitzende des Lebenshauses, Michael Schmid, darauf ein, dass der 2. Weltkrieg über 55 Millionen Menschen den Tod brachte, davon über 20 Millionen Sowjetbürger, über 5 Millionen Deutschen und fast 5 Millionen Polen. Danach zeichnete der Redner den Weg vom 2. Weltkrieg bis zur Gegenwart kurz nach. Dieser sei von einer mehrheitlich geprägten “Ohne uns”-Ablehnung von deutschem Militär nach Kriegsende, über den Eintritt Deutschlands in die NATO und die Aufstellung der Bundeswehr zur Landesverteidigung, bis in die Gegenwart zurück gelegt worden, wo die Bundeswehr praktisch weltweit eingesetzt werden könne. Die Verteidigungspolitischen Richtlinien, die Minister Struck im Mai erlassen habe, “stellen das aggressivste deutsche Militärprogramm seit dem Zweiten Weltkrieg dar”, kommentierte Schmid. Wenn es heiße, dass sich Verteidigung “geographisch nicht mehr eingrenzen” lasse, dann könne das die Androhung von Krieg in alle Richtungen bedeuten. Die Welt werde unsicherer, wenn die Bundeswehr potentiell überall eingesetzt werden könne.

Schmid forderte dann die Anwesenden anlässlich des 64. Jahrestages des Beginns des 2. Weltkriegs dazu auf, zu lernen und sich dafür einzusetzen, “dass nach einem schrecklichen Jahrhundert der Kriege, der Flüchtlinge und des Holocaust dieses neue 21. Jahrhundert endlich zu einem Jahrhundert des Friedens und der Menschenrechte wird!” Kriege und Bomben dürften niemals mehr Mittel eines angeblichen Friedens sein. “Über Krieg und Bombardements führt kein Weg zum Frieden und zu den Menschenrechten.”

In Anlehnung an die berühmt gewordene Rede “Ich habe einen Traum” von Martin Luther King, die dieser genau vor 40. Jahren in Washington hielt, formulierte der Redner, dass er an diesem Antikriegstag von einer Politik und von Gesellschaften träume, “die den ewigen Kreislauf von Gewalt und Krieg nicht durch immer neue Gewalt anheizen, sondern die auf Alternativen ziviler und gewaltfreier Konfliktbearbeitung setzen, Gesellschaften, welche ihre Ressourcen nicht für immer neue Aufrüstung einsetzen, sondern für die Entwicklung sozialer Gerechtigkeit im In- und Ausland, auch um auf diese Weise auch Konfliktprävention zu betreiben.”

Außerdem wünsche er sich “ein stark wachsendes Bewusstsein in unserer Gesellschaft für die dringende Notwendigkeit einer Energiepolitik, welche auf die Nutzung der natürlichen Energiequellen Sonne, Wasser, Wind und Biomasse aufbaut”, “eine Energiepolitik also die auf Frieden durch die Sonne statt auf Krieg um Öl setzt.”


Auf der Lebenshaus-Website findet sich die vollständige Rede von Michael Schmid:
>> “Die Welt darf kein Kriegsspiel nach den Regeln der Starken sein”

Veröffentlicht am

01. September 2003

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