Lebenshaus Schwäbische Alb - Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie e.V.

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Aufruf: Keine deutschen Soldaten auf arabische Schlachtfelder. Mit Fuchs und Flotte in den Krieg?

Gammertingen, 20.2.2002: Die Anzeichen verdichten sich, dass der Krieg über Afghanistan hinaus ausgeweitet wird. Iran, Irak, Nordkorea, aber auch Somalia und Jemen sind im Visier der USA. Deutsche Soldaten sind in diese Kriegspolitik eingebunden.

Deutschen Soldaten dürfen nicht in den Krieg geschickt werden. Die Militäreinheiten müssen sofort zurückgeholt werden. Das ist die zentrale Forderung eines Aufrufes namhafter Persönlichkeiten und verschiedener Friedens- und Menschenrechtsorganisationen in Deutschland. Die Unterzeichner rufen die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, ihren Widerstand gegen die eingeleitete Kriegspolitik in allen geeigneten gewaltfreien Formen zum Ausdruck zu bringen.

Erstunterzeichner des Appells sind unter anderem Professor Hans-Peter Dürr, Professor Andreas Buro, Professor Horst-Eberhard Richter, Professor Dorothee Sölle, Peter Rühmkorf, Professor Klaus Staeck, Oskar Lafontaine, Horst Schmitthenner und Franz Alt sowie zahlreichen NGO`s wie Pax Christi, Attac Deutschland, Bund für soziale Verteidigung, Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges (IPPNW), Komitee für Grundrechte und Demokratie, Versöhnungsbund - Landesgruppe Baden-Württemberg, Lebenshaus Schwäbische Alb etc.

Dieser Aufruf kann jetzt von interessierten Bürgerinnen und Bürgern unterzeichnet werden (Unterschriftenlisten bei: Lebenshaus Schwäbische Alb e.V., Postfach 1145, 72497 Gammertingen, Tel. 07574-2862, Fax 07574-91110, E-Mail info@lebenshaus-alb.de, Internet: www.lebenshaus-alb.de)

In dem Aufruf, der unter www.lebenshaus-alb.de im Internet zu finden ist, heißt es unter anderem: “Die Last des Krieges tragen die Völker. Ein neuer Krieg gegen den Irak kann voraussichtlich zu einem dreifachen Massenmord führen: An der kurdischen Bevölkerung im Norden und den Schiiten im Süden, (…) und unter der irakischen Bevölkerung (…).

Der 11. September 2001 ist kein Freibrief für Krieg. (…) Kollateral-Tote sind wie die Opfer des 11.9. Menschen, denen das Menschenrecht auf `Leben, Freiheit und persönliche Sicherheit’ (…) geraubt wurde. Wir sagen deshalb: Die Durchsetzung von Menschenrechten erfordert menschenrechtliche Mittel. Die Herstellung von Gerechtigkeit verlangt die Verwendung von gerechten Mitteln. Friedenspolitik bedarf der friedlichen, zivilen Mittel zu ihrer Verwirklichung.
Eine zivile Friedenspolitik ist möglich. Für den Irak ist der UNO ein Verhandlungsmandat zu erteilen mit dem Ziel, neutrale Waffeninspektoren zuzulassen und das Embargo, verantwortlich für Hunderttausende von Toten, aufzuheben. Im türkisch-kurdischen Konflikt kann vom Westen im Sinne präventiver Politik viel zu einer politischen Lösung in der Türkei beigetragen werden. Im israelisch-palästinensischen Konflikt gilt es, die Waffenhilfe zu stoppen, internationale Überwachung durch Dritte durchzusetzen und unmissverständlich für die Verwirklichung der UN-Beschlüsse einzutreten, die einen eigenständigen Staat der Palästinenser vorsehen.”

Weitergeführt wird in Gammertingen ein Schweigen “Kerzen gegen Gewalt und Krieg. Aufstehen für Frieden, Solidarität, Gerechtigkeit”. Dieses von einem Aktionskreis gemeinsam mit dem Lebenshaus Schwäbische Alb e.V. organisierte Schweigen findet seit Oktober 2001 jeden Montag am Gammertinger Stadtbrunnen statt (18.30 - 19.00 Uhr). Erfreulich ist die große Zahl an teilnehmenden Jugendlichen. Eingeladen zum Mitmachen sind alle Menschen, die sich durch diese Aktion angeprochen fühlen und die auf diese Weise ihren Willen zum Frieden ausdrücken wollen.

Michael Schmid

Der Aufruf im Wortlaut sowie die Liste der ErstunterzeichnerInnen finden sich hier .

Veröffentlicht am

20. Februar 2002

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