Lebenshaus Schwäbische Alb - Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie e.V.

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Bleiberecht für traumatisierte Flüchtlinge

Gammertingen, 9.12.2000: Zum “Tag der Menschenrechte” (10. Dezember) weist das Lebenshaus Schwäbische Alb e.V. auf den oft menschenwürdigen Umgang mit Flüchtlingen und Asylsuchenden in unserem Land hin. Selbst Überlebende von Folter, Vergewaltigung und Krieg würden in Deutschland nur noch selten den notwendigen Schutz und die Sicherheit finden, um ihr Trauma zu bewältigen. Deshalb werde derzeit eine Unterschriftenkampagne an Bundestag und Bundesregierung durchgeführt mit der Forderung für ein Bleiberecht für kranke traumatisierte Flüchtlinge.

Das Lebenshaus Schwäbische Alb e.V. kritisiert den Umgang mit Flüchtlingen und Asylsuchenden in unserem Land. Diese notleidenden Menschen, die in Deutschland Schutz und Asyl suchten, würden bei uns alles andere als gastfreundschaftlich behandelt. Sie würden in die Isolation einer Gemeinschaftsunterkunft abgedrängt, wo sie ein meist ziemlich miserables Leben führen müßten, ohne Heimat, in großer Unsicherheit, ein Kampf ums Überleben.

Dabei gingen Fachkreise davon aus, dass 20 bis 30 Prozent aller Flüchtlinge, die in unser Land kommen, Überlebende von Folter, Misshandlung und Vergewaltigung seien. Wer solche schockierenden Übergriffe durchlitten habe, sei schwertraumatisiert. Diese Menschen bräuchten deshalb schnelle und unbürokratische Hilfe.

Aus Erfahrungsberichten und wissenschaftlichen Veröffentlichungen sei bekannt, dass eine spürbare Besserung für Trauma-Patienten unter günstigen Bedingungen und intensiver langfristiger und spezifischer Psychotherapie möglich sei. Doch die asylrechtlichen Bestimmungen in Deutschland würden eine erfolgreiche psychotherapeutische Behandlung traumatisierter Flüchtlinge verhindern. Die zwangsweise Abschiebung zurück an den Ort des Traumas löse eine erneute Traumatisierung aus und verschlechtere den Gesundheitszustand der Patienten anhaltend. Aber auch schon die dauernde Angst vor Abschiebung stehe einer therapeutischen Behandlung entgegen.

Das Lebenshaus Schwäbische Alb e.V. weist darauf hin, dass verschiedene Organisationen eine bundesweite Unterschriftenkampagne zur Unterstützung schwertraumatisierter Flüchtlinge gestartet hätten. In dieser werde aus medizinischen, humanitären und rechtlichen Gründen von Bundestag und Bundesregierung ein gesetzlich verbrieftes Bleiberecht für kranke traumatisierte Flüchtlinge gefordert. Jede und jeder ist herzlich eingeladen, an der Unterschriftenaktion mitzuwirken.

Informationen bei: Lebenshaus Schwäbische Alb e.V., Postfach 1145, 72497 Gammertingen, Tel. 07574/2862, Fax 07574/91110, E-Mail info@lebenshaus-alb.de

Michael Schmid

Veröffentlicht am

09. Dezember 2000

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