Lebenshaus Schwäbische Alb - Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie e.V.

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Internationaler Besuch: Ferienspiele im Lebenshaus Gammertingen

Gammertingen, 17.8.2000 (iwa): Die Tischtennisplatte hat zwei Jungs glücklich gemacht. Die Kleineren blasen dagegen lieber Seifenblasen in die Luft oder bemalen sorgfältig kleine Glasscheiben. Ferienspiele. Eine Woche lang vergnügen sich deutsche und Flüchtlingskinder auf dem Hof des Gammertinger Lebenshauses.

Der Besuch ist international. Aus der Türkei, dem Iran, Algerien, dem Kosovo, und Albanien kommen die Gäste. Dazwischen wuseln Kinder aus der Nachbarschaft. Die Verständigung klappt mit Zeichensprache und Lexikon.

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GEA-Foto: iwa
Verständigung ist bei den Ferienspielen des Gammertinger Lebens-
hauses kein Problem: Seifenblasen kennen auch Flüchtlingskinder.

Schon immer sei dem Verein Lebenshaus die Arbeit mit Flüchtlingen wichtig gewesen, sagt Michael Schmid. Die Ferienspiele gibt es aber zum ersten Mal. Kinder und Erwachsene aus der Gammertinger Asylunterkunft haben eine Woche lang jeden Nachmittag die Gelegenheit, aus dem Alltag auszubrechen. Von Montag bis Freitag spielen rund 35 Kinder, Jugendliche und Erwachsene zusammen.

Mit den Ferienspielen sollen Kontakte zu den Bewohnern der Asylunterkunft geknüpft werden, so Michael Schmid. Die nahmen dieses Angebot begeistert an. Die Arbeit mit Flüchtlingen sei für den Verein die Konsequenz aus den Erfahrungen mit der NS-Diktatur, sagt der Geschäftsführer des Lebenshaus-Vereins. Aber auch der zunehmende Rechtsextremismus habe den Verein zum Handeln bewogen. Es sei ein Gebot der Menschlichkeit, sich den Menschen zu stellen, die in Asylbewerberheimen wohnen müssten.

Eine besondere Aktion haben sich Katrin Warnatzsch und Michael Schmid zum Start ausgedacht: Die Körperumris-se der Teilnehmer wurden auf Papier gezeichnet, bemalt und mit Namen versehen. Damit sollten die Gäste gleich von Anfang an aus der Anonymität herausgehoben werden.

Dieser Artikel wurde am 17.08.2000 im Reutlinger Generalanzeiger veröffentlicht

Veröffentlicht am

17. August 2000

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