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Connection e.V. erhält Alternativen Westfälischen Friedenspreis

"Connection e.V." hat am 25. September 2026 im Historischen Rathaus Münster den ersten Alternativen Westfälischen Friedenspreis entgegengenommen. Mit der mit 10.000 Euro dotierten Auszeichnung würdigt die Jury das internationale Engagement von "Connection e.V." für das Recht auf Kriegsdienstverweigerung und die Unterstützung von Kriegsdienstverweiger*innen, Deserteur*innen und Militärdienstentzieher*innen.

Der Alternative Westfälische Friedenspreis wurde in diesem Jahr erstmals verliehen. Anlass war die Entscheidung, den offiziellen Westfälischen Friedenspreis 2026 an die NATO zu vergeben. Mit dem Alternativen Preis setzen die Initiator*innen bewusst einen anderen Akzent: Nicht ein militärisches Bündnis soll für Frieden stehen, sondern Menschen, die sich Krieg, Militarisierung und der Logik militärischer Gewalt widersetzen.

Tilmann Fuchs (OB Stadt Münster) begann mit einem Grußwort und der Journalist Heribert Prantl hielt einen Eröffnungsvortrag zu Artikel 4 Absatz 3 des deutschen Grundgesetzes, wonach niemand gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst an der Waffe gezwungen werden dürfe.

Die Theologin Margot Käßmann hielt die Laudatio. In ihrer beeindruckenden Rede betonte sie als Christin als Christin und ehemalige Landesbischöfin die Bedeutung des Kirchasyls.

Die Jury hatte "Connection e.V." einstimmig zur ersten Preisträgerin des neu geschaffenen Alternativen Westfälischen Friedenspreises gewählt.

"Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung. Sie ist eine Anerkennung für die Arbeit, die "Connection" seit mehr als drei Jahrzehnten gemeinsam mit vielen haupt- und ehrenamtlich Engagierten leistet", sagte Franz Nadler, Vorstandsvorsitzender von "Connection e.V.", bei der Preisverleihung.

WÜRDIGUNG FÜR MEHR ALS DREI JAHRZEHNTE ARBEIT

"Connection e.V." arbeitet seit 1993 international zum Recht auf Kriegsdienstverweigerung und Desertion. Gemeinsam mit Partnerorganisationen unterstützt der Verein Menschen, die sich dem Militärdienst verweigern, desertieren oder vor einer Einziehung fliehen.

Der Preis würdigt zugleich die jahrzehntelange Arbeit des langjährigen Geschäftsführers Rudi Friedrich, der "Connection" über viele Jahre geprägt hat und im vergangenen Jahr unerwartet verstorben ist.

"Ich nehme diesen Preis als neue Geschäftsführerin entgegen. Aber die Arbeit, die heute gewürdigt wird, ist nicht meine persönliche Leistung. Sie wurde über Jahrzehnte von Rudi Friedrich geprägt und von vielen haupt- und ehrenamtlichen Kolleg*innen getragen", sagte Sarah Ghebremariam, Geschäftsführerin von "Connection e.V.", in ihrer Dankesrede.

Ein besonderer Dank gilt auch Artem Klyga, dessen Expertise zu Asyl und Schutz für Kriegsdienstverweiger*innen, Deserteur*innen und Militärdienstentzieher*innen insbesondere aus Russland, der Ukraine und Belarus für die Arbeit von "Connection" von großer Bedeutung ist.

SCHUTZ STATT ABSCHIEBUNG IN DEN KRIEG

Für "Connection" bedeutet die Unterstützung von Kriegsdienstverweiger*innen auch, ihnen durch politische Forderungen überhaupt einen Weg in die Sicherheit zu ermöglichen. Deutschland und die Europäische Union haben die Zugänge für Menschen, die vor Kriegsdienst, Mobilisierung und militärischem Zwang fliehen, weitgehend verschlossen.

"Menschen, die vor Kriegsdienst und militärischem Zwang fliehen, brauchen Schutz und keine Rückkehr in den Krieg", so Ghebremariam. "Wir fordern ein Bleiberecht für alle Kriegsdienstverweiger*innen, Deserteur*innen und Militärdienstentzieher*innen. Menschen, die sich dem Militärdienst verweigern, dürfen nicht in Länder abgeschoben werden, in denen ihnen die Einziehung zum Militär und damit die Beteiligung an einem Krieg droht", so Ghebremariam weiter.

GEGEN MILITARISIERUNG UND ZWANGSDIENSTE

"Connection e.V." verbindet die Unterstützung von Kriegsdienstverweiger*innen mit einer grundsätzlichen Kritik an Militarisierung. Der Verein lehnt nicht nur den Militärdienst, sondern auch verpflichtende Ersatzdienste ab.

"Wir wollen keine Kompromisse mit dem Militärsystem", erklärt Ghebremariam. "Unsere Solidarität gilt auch Menschen, die sich nicht erfassen lassen, die eine Musterung ablehnen oder sich einem verpflichtenden Ersatzdienst verweigern. Freiwilliges gesellschaftliches Engagement dagegen sollte gefördert werden."

WIDERSTAND GEGEN WEHRPFLICHT

Die Preisverleihung findet an einem Tag statt, an dem bundesweit Schüler*innen gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht protestieren. "Connection e.V." begrüßt die Proteste.

"Wir sehen, dass immer mehr junge Menschen gegen Militarisierung und Wehrpflicht auf die Straße gehen. Das ist ein wichtiges Zeichen", sagte Ghebremariam.

"Dieser Preis ist für uns nicht nur eine Anerkennung unserer bisherigen Arbeit. Er ist auch eine Motivation, weiter für das Recht auf Kriegsdienstverweigerung zu kämpfen, für Schutz und Asyl für Kriegsgegner*innen und für eine Welt, in der Frieden nicht durch immer mehr Militär geschaffen werden soll."

"Connection e.V." bedankt sich bei der Jury und bei allen Beteiligten, die den ersten Alternativen Westfälischen Friedenspreis möglich gemacht haben.

"Wir nehmen diese Auszeichnung mit großer Dankbarkeit entgegen — und sehen sie als Verpflichtung, unsere Arbeit fortzuführen."

Quelle: Connection e.V. - Pressemitteilung vom 25.09.2025.

Veröffentlicht am

29. September 2026

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